Archiv für 20. Juli 2022

Mittwochskolumne vom 20.07.2022

Die Sonne der Gerechtigkeit

Bern (novaradio.ch): An diesen heissen Tagen kommt mir das Kirchenlied „Die Sonne der Gerechtigkeit“ in den Sinn. Dieses Lied, welches oft auch an Friedenskundgebungen in den 80er Jahren gesungen wurde, passt zu den jetzigen Temperaturen und auch zur politischen und gesellschaftlichen Stimmung gut. Als Christen sind wir aufgerufen, Gerechtigkeit zu schaffen. Nur wahre gesellschaftliche und internationale Gerechtigkeit kann zu langfristigem Frieden führen. Es stimmt, wenn gesagt wird, dass nur Gott den wahren Frieden schaffen kann. Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht verantwortlich dafür wären, Hände, Füsse und Köpfe Gottes zu sein, um den Frieden in die Welt zu tragen. Gerade die katholische Kirche hat eine sehr lange Tradition, wenn es darum geht, die Verantwortung jedes Einzelnen zu betonen. Das Naturrecht lehrt uns, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Als Teil einer Familie, eines Dorfes oder einer Stadt, eines Landes und als Teil der Menschheitsfamilie sind wir verpflichtet, gerecht zu handeln. Kein Mensch lebt für sich alleine. Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, Gutes für seinen Nächsten zu tun. Das Wichtigste ist meines Erachtens, wahres Interesse am Mitmenschen zu zeigen. Nichts ist heutzutage so schlimm wie das Desinteresse, das viele Menschen an ihren Mitbrüdern und Mitschwestern zeigen. Wenn Gott in Jesus Mensch wurde, weil er jeden einzelnen Menschen liebt und Interesse an jedem einzelnen Menschen hat, wer sind wir dann, um kein Interesse an unseren Mitmenschen zu zeigen? Es ist noch viel mehr unsere Aufgabe, uns gegenüber unseren Mitmenschen zu öffnen und sie kennenzulernen.

Seien wir also allen Mitmenschen eine Sonne der Gerechtigkeit, ein Licht Gottes, welches das Dunkel dieser oft herzenskalten Welt erhellt. DR