Archiv für 6. Juli 2024

NEWS: Krankenzimmer und Grab

Papst Franziskus läßt kaum etwas durchblicken, doch an der Körpersprache und vor allem der Mimik lassen sich die Schmerzen erkennen, die das Kirchenoberhaupt leidet. Zum Gesundheitszustand des Papstes schweigt sich der Vatikan – in diesem Punkt ganz traditionell – aus. Dennoch ist bekannt, daß eine Krebserkrankung ihm zunehmend zu schaffen macht. Was aber geschieht in Santa Maria Maggiore?

Im Dezember 2023 bestätigte Franziskus persönlich, was gerüchteweise längst bekannt war, daß er sich sein Grab in der päpstlichen Marienbasilika Santa Maria Maggiore vorbereiten läßt. Dem war ein etwas kurioses „Gezänk“ um die Grablege in den Vatikanischen Grotten vorausgegangen, da sowohl er als auch Benedikt XVI. dasselbe Grab für sich beanspruchten. Benedikt XVI., weil dort bis zu seiner Umbettung im Zuge der Heiligsprechung in den Petersdom sein Vorgänger Johannes Paul II. bestattet war; Franziskus, weil im selben Grab einst bereits Johannes XXIII. gelegen hatte. Es ging also um etwas Kirchenpolitik bis ins Grab, in die der deutsche Papst ohne eigenes Zutun durch seinen Nachfolger hineingezogen wurde.

Benedikt XVI. sicherte sich das Grab durch seinen früheren Tod, obwohl Franziskus für ihn einen eigenen Sarkophag in den Vatikanischen Grotten aufstellen hatte lassen, aber damit nicht überzeugen konnte.

Obwohl dieser leere Sarkophag, da von ihm aufgerichtet, nun als Grablege für Franziskus angenommen wurde, überraschte der Papst seine Untergebenen mit der Anordnung, für ihn ein Grab in einer der anderen Patriarchalbasiliken, von denen es insgesamt vier in Rom gibt, nämlich in Santa Maria Maggiore, zu errichten.

So geschah es dann auch. Das Grab in der ranghöchsten Marienkirche der Welt ist bereit fertiggestellt und befindet sich im linken Seitenschiff in einer kleinen Kapelle in der Cappella Paolina, in der sich über dem Altar das wundertätige Marienbildnis Salus Populi Romani (Heil des römischen Volkes) befindet. In der Marienbasilika ließen sich zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert sieben Päpste bestatten, zwei direkt in der Cappella Paolina: Clemens VIII.und Paul V., ihr Namensgeber, der sie 1605 errichten ließ.

Für Spekulationen sorgt derzeit der Abschluß Arbeiten in Santa Maria Maggiore. Es wurde soeben eine Wohnung im Päpstlichen Palast, der als Gebäudekomplex mit der Basilika verwoben ist, renoviert und darin ein Raum wie ein Krankenhauszimmer eingerichtet und auch vollständig wie ein solches ausgestattet.

Quelle: katholisches.info

NEWS: Erzbischof Carlo Maria Viganò wurde exkommuniziert

Die Exkommunikation von Erzbischof Carlo Maria Viganò wurde vom römischen Glaubensdikasterium festgestellt und heute dem ehemaligen Nuntius in den USA mitgeteilt, der 2018 die Verstrickung von Papst Franziskus in den McCarrick-Skandal publik gemacht und den Rücktritt von Franziskus gefordert hatte.

Das Glaubensdikasterium veröffentlichte dazu folgende Erklärung:

Am 4. Juli 2024 trat der Kongreß des Dikasteriums für die Glaubenslehre zusammen, um das außergerichtliche Strafverfahren ex can. 1720 CIC gegen S.Ex. Monsignore Carlo Maria VIGANÒ, Titularerzbischof von Ulpiana, angeklagt des vorbehaltenen Verbrechens des Schismas (cann. 751 und 1364 CIC; Art. 2 SST), abzuschließen.

Seine öffentlichen Äußerungen sind bekannt, aus denen seine Weigerung hervorgeht, den Papst anzuerkennen und sich ihm zu unterwerfen sowie die Gemeinschaft mit den ihm unterstellten Gliedern der Kirche sowie die Legitimität und die lehramtliche Autorität des Zweiten Vatikanischen Ökumenischen Konzils.

Im Ergebnis des Strafverfahrens wurde S.Ex. Carlo Maria Viganò des vorbehaltenen Verbrechens des Schismas für schuldig befunden.

Das Dikasterium hat die Exkommunikation latae sententiae ex can. 1364 § 1 CIC erklärt.

Die Aufhebung der Zensur ist in diesen Fällen dem Apostolischen Stuhl vorbehalten.

Diese Entscheidung wurde S.Ex. Monsignore Viganò am 5. Juli 2024 mitgeteilt.

Unklar ist der Begriff „Kongreß“. Als „vorbehaltene Verbrechen“ gelten jene, die zur Aburteilung dem Glaubensdikasterium vorbehalten sind.

Welche Konsequenzen hat das für Erzbischof Viganò? Im Codex des Kirchenrechts heißt es dazu:

Can. 1331 – § 1. Dem Exkommunizierten ist untersagt:

  •             1º das eucharistische Opfer und andere Sakramente zu feiern;
  •             2º Sakramente zu empfangen;
  •             3º Sakramentalien zu spenden und andere Zeremonien des liturgischen Kultes zu feiern;
  •             4º irgendeinen aktiven Anteil an den vorgenannten Zelebrationen zu haben;
  •             5º kirchliche Ämter, Aufgaben, Dienste und Funktionen auszuüben;
  •             6º Akte der Leitungsgewalt zu setzen.

            § 2. Wenn aber die Exkommunikation als Spruchstrafe verhängt oder als Tatstrafe festgestellt worden ist, muss der Täter:

  •             1º ferngehalten oder muss von der liturgischen Handlung abgesehen werden, wenn er der Vorschrift von § 1, n. 1–4 zuwiderhandeln will, es sei denn, es steht ein schwerwiegender Grund dagegen;
  •             2º setzt er ungültig Akte der Leitungsgewalt, die gemäß § 1, n. 6 unerlaubt sind;
  •             3º ist ihm der Gebrauch vorher gewährten Privilegien untersagt;
  •             4º erwirbt er die Bezahlung auf Grund eines rein kirchlichen Titels nicht zu eigen;
  •             5º ist er unfähig, Ämter, Aufgaben, Dienste, Funktionen, Rechte, Privilegien und Ehrentitel zu erwerben.

Eine Reaktion von Erzbischof Viganò auf die gegen ihn festgestellte Exkommunikation liegt noch nicht vor.

Quelle: katholisches.info