Der dritte Tag der apostolischen Reise von Papst Leo XIV. stand ganz im Zeichen des Marienwallfahrtsorts Lourdes. Die zentralen Schwerpunkte bildeten die Krankenseelsorge, die Begegnung mit Missbrauchsbetroffenen und die Beratungen mit der französischen Bischofskonferenz.
Tagesablauf und wichtige Stationen
- Grossmesse in der Basilika des heiligen Pius X. / Erscheinungsgrotte: Am Vormittag feierte der Papst eine feierliche Heilige Messe mit tausenden Pilgerinnen und Pilgern, Kranken und Betreuern. Im Rahmen der Liturgie spendete er persönlich ausgewählten Kranken das Sakrament der Krankensalbung.
- Treffen mit der Französischen Bischofskonferenz: Im Anschluss kam das Kirchenoberhaupt mit den rund 120 Mitgliedern der Französischen Bischofskonferenz zusammen, um über den Zustand der Kirche und gesellschaftliche Herausforderungen zu beraten.
- Begegnung mit Betroffenen von sexuellem Missbrauch: Am Nachmittag fand ein persönliches Treffen mit Missbrauchsopfern statt. Der Papst würdigte die Aufarbeitungsmassnahmen der französischen Kirche und betonte die Notwendigkeit fortwährender Transparenz.
- Lichterprozession an der Grotto von Massabielle: Am Abend führte der Papst die traditionelle Lichterprozession an und betete den Rosenkranz für den Weltfrieden und die Genesung Notleidender.
Was Papst Leo XIV. in seiner Predigt sagte
In seiner Predigt beim Sonntagsgottesdienst stellte der Papst die Würde des menschlichen Lebens und den Umgang mit geschwächten Menschen in den Mittelpunkt:
- Die Würde des leidenden Menschen: Er betonte, dass Leiden und Krankheit den Wert eines Menschen keineswegs mindern. Gott begegne der Menschheit gerade in der Verwundbarkeit, und die Kranken seien keine Passiven am Rande der Gesellschaft, sondern ein aktiver Mittelpunkt des kirchlichen Lebens.
- Dank an Pflegende und Ehrenamtliche: Der Papst lobte ausdrücklich das Engagement aller Pflegekräfte, Ärzte und freiwilligen Helfer. Ihr täglicher Einsatz sei ein lebendiges Zeichen der Nächstenliebe und ein Gegenzeugnis zu einer reinen Leistungsgesellschaft.
- Der gesellschaftliche Massstab: Er hob hervor, dass sich der wahre sittliche und moralische Zustand einer Gesellschaft daran misst, wie sie ihre schwächsten, kränksten und verletzlichsten Mitglieder achtet und schützt.
- Suche nach geistlicher Tiefe: Angesichts einer sich wandelnden Welt erinnerte er daran, dass die tiefsten Sehnsechte der Menschen nach Orientierung, Hoffnung und Trost nicht durch materiellen Wohlstand gestillt werden können, sondern im Vertrauen auf Gott verankert sind.
Weitere Kernaussagen des Tages
- Klarheit beim Thema Missbrauch: Die Würde und der Schutz der Betroffenen müssen stets Vorrang vor dem Schutz von Institutionen haben. Die Kirche müsse weiterhin konsequent Busse tun, Schutzmassnahmen stärken und volle Transparenz walten lassen.
- Mut für die Bischöfe: Gegenüber den französischstämmigen Bischöfen rief der Papst dazu auf, trotz schrumpfender Zahlen nicht in Defätismus oder Mutlosigkeit zu verfallen, sondern die kirchliche Mission mit Zuversicht und geschwisterlicher Einheit neu auszurichten.
Ausblick auf heute (28. September 2026: Metz & Europa)
Am heutigen Montag schliesst Papst Leo XIV. seine vieritägige Reise in der lothringischen Stadt Metz ab. Der Tag steht ganz im Zeichen von Frieden, europäischer Identität und interreligiösem Dialog.
Die wichtigsten Termine heute
- Interreligiöse Begegnung: Gespräche mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften zur Festigung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
- Ansprache zur Zukunft Europas: Grundsatzrede vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die moralischen Fundamente und Friedenspflichten des europäischen Kontinents.
- Abschlussmesse im Dom St. Etienne: Feierlicher Abschlussgottesdienst mit den Gläubigen der Region.
- Offizielle Verabschiedung: Zeremonie vor dem Rückflug nach Rom am Abend.

Daniel Ibáñez/EWTN Nachrichten und Vatikanische Medien / Vatikan / 27. September 2026

(Foto: Simone Risoluti/Vatikanische Medien)@Vatican Medien

(Foto: Daniel Ibáñez/EWTN News)
