Immer wieder hören wir, dass die Sozialsysteme zunehmend unter Druck geraten und empfindlich an Grenzen stossen. Wer soll die Renten von morgen bezahlen? Dabei ist gewöhnlich vom ‚demographischen Wandel‘ die Rede: Europa wird mehr und mehr zum Altersheim.
Paradoxerweise gelten zugleich der freie Zugang zu Verhütungsmitteln und der vorgeburtliche Kindsmord – die Abtreibung – als humanitäre ‚Errungenschaften‘.
Die in anderen Bereichen der Schädlingsbekämpfung eingesetzten Mittel heissen Pestizide, Herbizide, Insektizide, Fungizide, Rodentizide, Akarizide oder Nematizide. Müsste man dann nicht – wo es um die Bekämpfung ungeborenen Lebens im Mutterleib geht – von ‚Hominiziden‘ sprechen?
Die Bandbreite moderner ‚Hominizide‘ reicht von dem nicht selten frühabtreibend wirkenden und verräterisch als ‚Anti-Baby-Pille‘ bezeichneten Pharmakon über die sogenannte ‚Pille danach‘ bis hin zu den chemischen Tötungsmitteln Mifepriston (= Mifegyne, RU-486) und Misoprostol, die bis zur 9. Schwangerschaftswoche zur Tötung ungeborener Kinder eingesetzt werden.
Ab der 9. Woche ist dann das Tötungshandwerk von ‚Ärzten‘ gefragt, die kleine Menschlein absaugen oder ausschaben.
In der Präambel der Schweizer Bundesverfassung heisst es, die Stärke des Volkes messe sich am Wohl der Schwachen. Ein schöner Satz – doch Papier ist geduldig.
Wie leicht fällt es, sich über Menschenrechtsverletzungen in fernen Ländern zu empören, zumal die Abertausende, die hierzulande steril in den Tod befördert werden, nicht selbst schreien können. Könnte es nicht doch sein, dass das so reichlich vergossene Blut ungeborener Kinder etwas mit der Krise unserer Rentensysteme zu tun hat?
Wir sollten alles daransetzen, die Familien zu fördern, und zugleich den Stimmlosen unsere Stimme geben. Es ist ja die Zukunft der Schweiz, die Zukunft Europas, die abgetrieben wird! – Eine Änderung wird freilich nur möglich sein, wenn man mit ganzem Herzen zu dem zurückkehrt, der allein Herr über Leben und Tod ist.
Quelle: Pater Martin Ramm, Petrusbruderschaft Schweiz
