Häuser von Christen und katholische Kirchen wurden in den letzten Tagen in verschiedenen Gegenden Syriens bewusst in Brand gesetzt – die Bewohner verloren dabei mehrheitlich ihr Zuhause.

Wie das weltweit tätige katholische Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» von lokalen Quellen erfahren hat, haben unbekannte Täter im Süden Syriens eine Kirche sowie Häuser von Christen angegriffen und in Brand gesteckt. Ansprechpartner des Hilfswerks meldeten, dass es einen Brandanschlag auf die melkitische griech.-kath. Kirche St. Michael im Dorf al-Sura in der Region Suweida gegeben habe. Das volle Ausmass des Schadens ist noch nicht abschätzbar, da der Zugang zum Gebiet aufgrund der anhaltenden Spannungen rund um die Stadt Suweida derzeit nicht möglich ist. Bilder in den sozialen Netzwerken bestätigen jedoch den Angriff auf die Kirche.

Verwüsteter Altar in der melkitischen griech.-kath. Kirche in al Sura. (Foto: «Kirche in Not (ACN)»)

Viele in Notunterkünften

Zudem gibt es Berichte, dass 38 Häuser christlicher Familien bei gewalttätigen Angriffen durch Brandschatzung zerstört wurden, wodurch viele Familien obdachlos geworden sind. Rund 70 Menschen haben in einem Saal der Kirche in der Stadt Schahba Zuflucht gefunden, wo sie derzeit unter prekären Bedingungen leben. „Diese Gemeinde hat alles verloren“, sagte eine der Quellen gegenüber «Kirche in Not (ACN)». „Sie hatten von Anfang an wenig und gehörten zu den Ärmsten der Region. Jetzt haben sie nichts mehr.“

Diese Angriffe stehen wohl im Kontext einer Gewalteskalation gegen Minderheiten rund um die Stadt Suweida, während der in den vergangenen Tagen örtlichen Quellen zufolge zahlreiche Angehörige der drusischen Religionsgemeinschaft getötet wurden.

Mar Elias Kirche in Damaskus nach dem Selbstmordanschlag am 22. Juni 2025 (© Griechisch-orthodoxes Patriarchat von Antiochien)

Angespannte Sicherheitslage im ganzen Land

Auch in anderen Teilen Syriens bleibt die Sicherheitslage prekär. Nahe der Hafenstadt Tartus, etwa 250 km nordwestlich von Damaskus, konnten Sicherheitskräfte einen Bombenanschlag auf eine maronitische Kirche vereiteln. Am Sonntag, 13. Juli, wurde gegen Mitternacht ein Wagen entdeckt, der mit grossen Mengen Sprengstoff, Waffen und Brandsätzen beladen und in der Nähe

der Kirche abgestellt war. Dank des koordinierten Vorgehens von Sicherheitskräften und Anwohnern konnte ein Anschlag verhindert werden: Die Täter konnten gefasst werden, bevor es zur Katastrophe kam. Diese Vorfälle ereigneten sich nur wenige Wochen nach einem Selbstmordanschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche bei Damaskus, durch den während des Sonntagsgottesdienstes mindestens 30 Menschen starben und 54 verletzt wurden. Angesichts dieser schwerwiegenden Ereignisse ruft das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» die internationale Gemeinschaft auf, sich für den Schutz der am stärksten gefährdeten Gemeinschaften in Syrien einzusetzen.

Die Kirche in al-Sura nach dem Brandanschlag. (Foto: «Kirche in Not (ACN)»)

Lassen wir die Christen in Syrien nicht im Stich Schätzungen gehen davon aus, dass rund 10% der Einwohner Syriens Christen sind. «Kirche in Not (ACN)» unterstützt in Syrien zahlreiche kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren. Im vergangenen Jahr hat das Hilfswerk in Syrien 153 Projekte mit rund CHF 4.7 Mio. unterstützt. Patriarch em. Gregorios III. Laham, Syrer, und zwischen dem 8. und 24. August 2025 auf einer Predigt-Tournee durch die Schweiz, zeigt sich betrübt über diese Entwicklung in seiner Heimat. Dennoch sagt er hoffnungsvoll: „Wenn wir solidarisch sind, hat das Christentum in Syrien eine Zukunft! Vielen Dank für jede Hilfe.“

Patriarch em. Gregorios III. Laham aus Syrien – vom 8.-24. August 2025 zu Gast auf Predigt-Tournee durch die Schweiz (Foto: «Kirche in Not (ACN)»)

Quelle: Kirche in Not Schweiz

Von admin