Gestern, am 13. April 2026, hat Papst Leo XIV. (Robert Francis Prevost) seine historische Reise nach Algerien begonnen. Es ist der erste Besuch eines Oberhaupts der katholischen Kirche in diesem Land und der Auftakt zu seiner elftägigen Afrikareise.

Hier ist die Zusammenfassung der wichtigsten Stationen seines ersten Tages in Algier:

1. Ankunft und Staatsempfang

Der Papst landete am Vormittag auf dem Flughafen Houari Boumédiène. Dort wurde er von Präsident Abdelmadjid Tebboune mit militärischen Ehren empfangen. Der Besuch gilt als Meilenstein für die christlich-islamischen Beziehungen in Nordafrika.

2. Gedenken am Märtyrerdenkmal

Ein emotionaler Höhepunkt des Vormittags war der Besuch des Maqam Echahid. Leo XIV. legte dort einen Kranz nieder, um der Opfer des algerischen Unabhängigkeitskampfes zu gedenken. In seiner Ansprache verband er das historische Leid Algeriens mit einem aktuellen Friedensappell:

  • Er betonte, dass Frieden mehr sei als die Abwesenheit von Krieg – er müsse auf Gerechtigkeit und Würde basieren.

3. Besuch der Grossen Moschee (Djamaa el Djazair)

Am Nachmittag besuchte der Papst die drittgrösste Moschee der Welt. In einem Treffen mit religiösen Führern hob er die Gemeinsamkeiten der Religionen hervor:

Bildquelle: ANSA

  • Gegen „Neokolonialismus“: In einer viel beachteten Rede vor Diplomaten und Vertretern der Zivilgesellschaft kritisierte er die „neokolonialistischen Tendenzen“ wirtschaftlicher Grossmächte, die Ungleichheit im Globalen Süden fördern.
  • Dialog der Kulturen: Er bezeichnete Christen und Muslime als „Geschwister im Glauben an den einen Gott“.

4. Begegnung mit der lokalen Gemeinschaft

Zum Abschluss des Tages besuchte der Papst die Basilika Notre-Dame d’Afrique (Unsere Liebe Frau von Afrika). Dort traf er Mitglieder der kleinen katholischen Gemeinde Algeriens sowie die Augustiner-Missionsschwestern.

Bildquelle: In der Kapelle der heiligen Monika   (@Vatican Media)

  • Als Augustiner betonte Leo XIV. seine tiefe spirituelle Verbindung zu diesem Land, der Heimat des heiligen Augustinus.

Hintergrund der Reise

Der Besuch steht unter dem Schatten globaler Spannungen. Leo XIV. nutzte seine erste Rede in Algier auch dazu, zur Abrüstung aufzurufen – ein deutliches Signal angesichts der aktuellen politischen Reibungen zwischen den USA und dem Iran, wofür er bereits im Vorfeld Kritik aus Washington (insbesondere von Präsident Trump) geerntet hatte.

Ausblick: Heute wird der Papst nach Annaba (das antike Hippo) reisen, um die Spuren seines Ordensvaters, des heiligen Augustinus, zu besuchen.

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Von admin