Am 2. Tag (Samstag, 26. September 2026) der apostolischen Reise von Papst Leo XIV. nach Frankreich verlagerte sich der Schwerpunkt von den hochrangigen diplomatischen Terminen des Auftakttags hin zu konkreten sozialen Begegnungen, der Katechese und einer grossen Messfeier in der Pariser Innenstadt, ehe am Abend die Weiterreise zum Wallfahrtsort Lourdes erfolgte.
Tagesablauf & Stationen des 2. Tages
- Sozialzentrum Maison Bakhita: Der Morgen begann mit einem Besuch dieses Zentrums für soziale Integration und Begleitung von Migranten und Benachteiligten.
- Katholisches Institut von Paris (ICP): Im Anschluss traf der Papst mit Mitgliedern der Provinzialsynode, Katechumenen sowie neogetauften Erwachsenen (Neophyten) zusammen.
- Grosse Open-Air-Messe auf der Place de la Concorde: Am Nachmittag feierte Leo XIV. vor rund 600.000 Gläubigen eine heilige Messe im Herzen von Paris.
- Weiterreise nach Lourdes: Am späten Nachmittag flog der Pontifex von Paris-Orly nach Tarbes-Lourdes und schloss den Tag mit einem Gebet an der Erscheinungsgrotte von Massabielle ab.
Kernaussagen des Heiligen Vaters
1. Unveräusserliche Menschenwürde & Solidarität (Maison Bakhita)
Bei seinem Besuch des Sozialzentrums nahm Leo XIV. Bezug auf den Namen der heiligen Josephine Bakhita. Er mahnte, dass die Würde des Menschen weder durch gesellschaftliche Nützlichkeit noch durch Leistung bestimmt wird.
„Unsere Würde wird weder durch Krankheit noch durch Leid zerstört. Sie hängt nicht von den Leistungen ab, zu denen ein Mensch fähig ist, sondern verlangt nach liebevoller Sorge in jeder Phase des Lebens.“
2. Standhaftigkeit und Zeugnis im Glauben (Katholisches Institut)
Gegenüber den Neugetauften und Katechumenen ging er auf die Herausforderungen in einer stark säkularisierten Gesellschaft ein. Er rief dazu auf, den Glauben an Christus ohne Furcht zu leben und weiterzutragen, ohne sich von gesellschaftlicher Skepsis verunsichern zu lassen.
3. Gemeinschaft statt Polarisierung (Messe auf der Place de la Concorde)
In seiner Predigt auf der Place de la Concorde betonte der Papst, dass das christliche Leben Verantwortung in der Gesellschaft erfordert und sich nicht ins Private zurückziehen darf. Er appellierte an die Gläubigen, die innerkirchliche Einheit zu wahren:
„Stellt über eure persönlichen Empfindlichkeiten die Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri und mit der Kirche, um die Einheit des Volkes Gottes zu pflegen. Gemeinsam werden wir zu Propheten dafür, dass eine versöhnte Welt möglich ist.“
Ausblick auf morgen (Sonntag, 27. September 2026 – Lourdes)
Der dritte Tag steht ganz im Zeichen der Marienverehrung, des Gebets mit Kranken und der Begegnung mit der Französischen Bischofskonferenz:
- 09:00 Uhr: Treffen mit den Bischöfen der Französischen Bischofskonferenz im Zentrum Sainte-Bernadette.
- 11:00 Uhr: Grosse Sonntagsmesse auf der Wiese des Heiligtums in Lourdes mit anschliessendem Angelusgebet.
- 15:30 Uhr: Begegnung mit Mitarbeitenden und Krankenbetreuern des Pilgerdienstes Accueil Notre-Dame.
- 16:45 Uhr: Privates Gebet und Treffen mit den kontemplativen Ordensschwestern im Karmelitenkloster.
- 21:00 Uhr: Teilnahme am traditionellen Rosenkranzgebet und der Lichterprozession im Heiligtum von Lourdes.
novaradio.ch

Menschenmassen auf den Champs-Élysées. Quelle: Aleteia

Gebet an der Grotte von Massabielle. Quelle: Vatican News
