ANNABA – Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Algerien ist Papst Leo XIV. in die Küstenstadt Annaba gereist. Im Zentrum des Programms standen die historische Aufarbeitung des Wirkens des heiligen Augustinus sowie der interreligiöse Dialog in sozialen Einrichtungen.

Gedenken an den Wurzeln der nordafrikanischen Kirche

Der Vormittag begann mit einer Begehung der archäologischen Ausgrabungsstätten von Hippo Regius. Leo XIV., der erste Angehörige des Augustinerordens auf dem Papstthron, besichtigte die Überreste der antiken Basilika, in der Augustinus im 5. Jahrhundert wirkte.

In einem offiziellen Akt pflanzte das Kirchenoberhaupt auf dem Gelände einen Olivenbaum. In einer kurzen Ansprache vor Vertretern der algerischen Kulturbehörden bezeichnete der Papst die Stätte als „Brücke zwischen den Epochen und Kulturen“. Er betonte die Notwendigkeit, das gemeinsame mediterrane Erbe als Fundament für moderne Friedensbemühungen zu begreifen.

Fokus auf karitative Zusammenarbeit

Gegen Mittag besuchte der Pontifex ein Pflegeheim der „Kleinen Schwestern der Armen“. Die Einrichtung ist in der Region dafür bekannt, sowohl christliche als auch muslimische Senioren zu betreuen.

  • Gespräche: Der Papst tauschte sich mit dem Pflegepersonal und den Bewohnern über die Herausforderungen der Altenpflege in Nordafrika aus.
  • Thematik: Er würdigte die Einrichtung als Modell für das „unauffällige, aber wirkungsvolle Zusammenleben“ der Religionen im Alltag.

Pontifikalamt in der Basilika St. Augustin

Den Abschluss des Besuchs in Annaba bildete eine feierliche Messe in der über der Stadt gelegenen Basilika St. Augustin. An dem Gottesdienst nahmen neben der lokalen christlichen Gemeinde auch geladene Vertreter der algerischen Regierung und muslimische Würdenträger teil.

In seiner Predigt konzentrierte sich Leo XIV. auf die Themen Erneuerung und Bildung. Er mahnte an, dass der Schutz von Minderheiten und der gegenseitige Respekt die Grundpfeiler einer stabilen Gesellschaft seien. Dabei vermied der Papst explizit politische Forderungen und blieb bei einer moralisch-ethischen Argumentation.

Bildquelle: Bei der Messe   (@Vatican Media)

Rückkehr und Ausblick

Am frühen Abend kehrte die päpstliche Delegation nach Algier zurück. Für den morgigen Mittwoch ist ein abschliessendes Gespräch mit der algerischen Staatsführung geplant, bevor der Papst seine Reise zum nächsten Ziel, der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé, fortsetzen wird.

Algerische Sicherheitsbehörden sprachen von einem störungsfreien Verlauf des Besuchs unter hohen Sicherheitsvorkehrungen.


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Von admin