Der überlieferte Ritus stärkt den Glauben an die Realpräsenz

Immer klarer zeigt sich: Der überlieferte Ritus der Kirche trägt in besonderer Weise dazu bei, den Glauben an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie lebendig zu erhalten. Während Umfragen belegen, dass in vielen westlichen Ländern nur noch eine Minderheit der Katholiken an die wirkliche Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gestalten glaubt, ist dieses Bekenntnis unter Gläubigen, die regelmäßig die traditionelle Liturgie besuchen, nahezu durchgängig vorhanden.

Bis zu 90 Prozent der Gläubigen im Umfeld der tridentinischen Messe bekennen klar: In der Eucharistie ist Christus wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig. Diese Treue zum eucharistischen Geheimnis steht in auffälligem Gegensatz zu den besorgniserregenden Zahlen aus gewöhnlichen Pfarreien, in denen der Glaube an die Realpräsenz stark zurückgegangen ist.

Die Gründe liegen für viele Beobachter auf der Hand: Die Feier des überlieferten Ritus zeichnet sich aus durch tiefe Stille, klare Ausrichtung auf das Kreuz, den demütigen Empfang der Kommunion und die sakrale Atmosphäre, die den Gläubigen unmittelbar auf das Geheimnis hinführt. Gerade diese Elemente helfen, die ehrfürchtige Haltung gegenüber dem eucharistischen Herrn zu bewahren und weiterzugeben.

Auffällig ist zudem, dass gerade junge Katholiken in großer Zahl den Weg in die überlieferte Liturgie finden. Sie entdecken dort eine Glaubenstiefe und Klarheit, die sie in ihrem Alltag stärkt und ihnen Orientierung gibt.

Damit wird deutlich: Der überlieferte Ritus ist nicht nur eine liturgische Form, sondern eine lebendige Schule des Glaubens. Er trägt entscheidend dazu bei, die zentrale Wahrheit des katholischen Glaubens – die Realpräsenz Jesu Christi – zu bewahren und in die Zukunft zu tragen.

Kardinal Müller: „Franziskus-Idolatrie? Es braucht einen Götzensturz“

Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, hat mit markanten Worten vor einer gefährlichen Entwicklung in der Kirche gewarnt. In einem Interview sprach er von einer „Franziskus-Idolatrie“ – einem Personenkult, der nach seinen Worten in einen Götzendienst abgleitet. „Wenn aus dem Papst ein Idol gemacht wird, das nicht mehr kritisiert werden darf, dann braucht es einen Götzensturz“, so der Kardinal.

Müller macht deutlich: Nicht der Papst selbst ist Quelle des Glaubens, sondern Christus. Die Aufgabe des Papstes sei es, den überlieferten Glauben zu bewahren und treu weiterzugeben – nicht ihn nach eigenem Belieben umzudeuten. Wer hingegen jede Äußerung des Papstes unkritisch überhöht, verliere das Fundament der kirchlichen Lehre aus Schrift und Tradition aus den Augen.

Theologisch verweist Müller damit auf eine zentrale Wahrheit: Das Petrusamt hat seinen Sinn nur in der Bindung an Christus, das Haupt der Kirche. Schon das Erste Vatikanische Konzil lehrte, dass der Papst nicht über der Offenbarung steht, sondern ihr Diener ist. Wird dieses Prinzip vernachlässigt, drohe die Kirche in eine bloß menschliche Organisation abzugleiten, in der Macht und Personenkult die Wahrheit überlagern.

Besonders kritisch sieht Müller Tendenzen, Diskussionen oder auch berechtigte Kritik mit dem Hinweis auf den Papst zu unterdrücken. Damit werde nicht Einheit gestiftet, sondern Freiheit des Glaubens erstickt. Wahre Treue zum Papst bedeute, so der Kardinal, ihm in seinem eigentlichen Auftrag zur Seite zu stehen: als Hüter und nicht als Besitzer der Wahrheit.

Mit seiner Wortwahl vom „Götzensturz“ ruft Müller die Gläubigen auf, Christus wieder klar in den Mittelpunkt zu stellen. Nur die unverkürzte Christus-Zentrierung könne die Kirche vor Spaltungen und innerem Niedergang bewahren.

Von admin