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NEWS: Die Strafe kommt sofort

Ein betrunkener Dieb wurde verletzt, nachdem er auf das Schwert einer Statue des Erzengels Michael gefallen war, die er aus einer Kirche in Monterrey, Mexiko, stehlen wollte.

Lokale Medien berichteten, dass Carlos Alonso, 32, in den frühen Morgenstunden des 14. Januar angeblich zur Christ-König-Gemeinde in der Innenstadt von Monterrey ging, um die Kirche auszurauben.

In der Dunkelheit sprang Alonso Berichten zufolge über den Zaun vor dem Kircheneingang, brach eine Glastür ein und betrat die Kirche.

Beim Versuch, mit einer Statue des Erzengels Michael zu fliehen, stolperte der mutmaßliche Dieb und fiel auf das Schwert des Engels, wobei er seinen Hals schwer verletzte.

Einige Passanten sahen den Verwundeten an den Kirchentüren und riefen medizinische Hilfe.

Mitarbeiter des Zivilschutzes von Monterrey trafen am Tatort ein, durchtrennten das Vorhängeschloss am Haupttor des Zauns und retteten dem Möchtegern-Dieb das Leben.

Nachdem sie den Verletzten stabilisiert hatten, brachten ihn die Retter in eine Klinik, um behandelt zu werden und weitere Informationen über den möglicherweise verursachten Schaden zu erhalten.

Es wird erwartet, dass der Verdächtige nach seiner Genesung der Staatsanwaltschaft übergeben wird und die Strafe, die ihm für den Schaden an der Kirche drohen könnte, festgelegt wird.

Die Statue des Erzengels Michael blieb unverletzt.

Quelle: CNA englisch

NEWS: Verfolgung und Gewalt gegen Christen

Der neue Weltverfolgungsindex 2023 ist da

Das Ausmass der Gewalt gegen Christen hat in den letzten Jahren einen neuen Höchststand erreicht, berichtet das internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Im Berichtszeitraum 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022 des neuen Weltverfolgungsindex wurden mindestens 5‘621 Christen wegen ihres Glaubens ermordet. Besonders in Nigeria (Rang 6) und in ganz Subsahara-Afrika hat die Gewalt gegen sie erheblich zugenommen. Ausserdem verschärfen zunehmender Autoritarismus sowie ideologischer Nationalismus die Verfolgung und Diskriminierung, von der Christen in 76 Ländern in hohem Mass betroffen sind.
30 Jahre Weltverfolgungsindex – Eine schockierende Entwicklung 

Der Weltverfolgungsindex (WVI) von Open Doors erscheint jährlich seit 1993. Er zeigt die Verfolgung und Diskriminierung von Christen in den 50 Ländern auf, in denen es für sie am gefährlichsten ist, ihren Glauben zu leben und zu bekennen. Christen werden getötet oder inhaftiert, von Behörden schikaniert und systematisch benachteiligt, verprügelt, entführt, sexuell missbraucht, zwangsverheiratet oder gezwungen, ihre Heimat und ihr Land zu verlassen.    In den 30 Jahren, in denen Open Doors den Weltverfolgungsindex erstellt, hat die weltweite Ausbreitung der Verfolgung von Christen alarmierend zugenommen.    Weltweit leiden mehr als 360 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens zumindest unter einem «hohen» Mass an Verfolgung und Diskriminierung.  Im Jahr 1993 waren Christen in 40 Ländern einem «hohen» bis «extremen» Mass an Verfolgung ausgesetzt. Diese Zahl hat sich mit 76 Ländern im Jahr 2023 fast verdoppelt. Allein in den 50 im WVI gelisteten Ländern sind 312 Millionen Christen einem  «sehr hohen» oder «extremen» Mass an Verfolgung ausgesetzt. Weltweit ist heute jeder siebte Christ mindestens einem «hohen» Mass an Verfolgung oder Diskriminierung ausgesetzt, davon jeder fünfte in Afrika, zwei von fünf in Asien und jeder 15. in Lateinamerika.   «Seit 30 Jahren können wir die Glaubwürdigkeit unseres jährlichen Berichts über die Verfolgung von Christen in der Welt unter Beweis stellen», erklärt Philippe Fonjallaz, Leiter von Open Doors Schweiz. «Die langfristige Entwicklung bereitet uns Sorgen, denn die Verfolgung und die Verletzung der Religionsfreiheit waren noch nie so stark wie heute. Wir haben die Verantwortung, die Situation dieser Millionen von Christen, die allen Arten von Angriffen auf ihre Grundrechte ausgesetzt sind, bekannt zu machen, damit ihre Stimme gehört wird. Die Ergebnisse des Weltverfolgungsindex ermöglichen es uns auch, unsere Unterstützung gezielt auf diejenigen auszurichten, die sie am dringendsten benötigen, sei es auf geistlicher oder sozio-humanitärer Ebene oder durch Gebet. Auf diese Weise möchten wir ihnen Hoffnung und Mut vermitteln.» 

Die zehn gefährlichsten Staaten für Christen – Nordkorea ist zurück auf Rang 1 

Nachdem die Taliban ab August 2021 zahlreiche Christen wegen ihres Glaubens ermordet und tausende in die Flucht getrieben hatten, nahm Afghanistan auf dem WVI 2022 erstmals Rang 1 ein. Im Laufe des Jahres 2022 konzentrierten sich die Taliban verstärkt auf die Auslöschung derjenigen, die Verbindungen zum alten Regime hatten, und weniger auf die Entwurzelung der sehr kleinen Zahl der verbliebenen Christen.    Die Situation für Christen im Land ist dennoch weiterhin extrem gefährlich. Für den WVI 2023 war jedoch meist nicht erkennbar, ob die Taliban Menschen aufgrund ethnischer Zugehörigkeit oder Zusammenarbeit mit westlichen Streitkräften und NGOs ermordeten, oder weil sie Christen waren. Eindeutige Belege für Verfolgung wegen des Glaubens lagen oft nicht vor. Deshalb blieb die Zahl der dokumentierten Gewaltakte gering, entsprechend auch die Punktzahl im WVI. Dort steht Afghanistan aktuell auf Rang 9.    Das Leben vieler Christen, die in die Nachbarländer geflohen sind, ist sehr unsicher. «Unsere Lage ist verzweifelt», berichtet Zabi, eine christliche afghanische Vertriebene. «Meiner Mutter und mir ist es gelungen, über die Grenze in ein anderes Land zu gelangen. Ich bete, dass ich dieses Land verlassen und an einen sicheren Ort gehen kann. Vielleicht muss ich untertauchen oder ich werde nach Afghanistan zurückgeschoben. Wenn das passiert, könnte ich getötet werden.»   In der Zwischenzeit sind die Taliban, die verzweifelt versuchen, das Land am Laufen zu halten, sehr daran interessiert, dass ausländische Arbeitskräfte wie Ärzte oder Ingenieure im Land tätig sind. Die Religionszugehörigkeit von Ausländern wird nicht so streng überwacht, was sich ebenfalls auf die Gesamtbewertung der Verfolgung auswirkt.   Nordkorea kehrt wieder zurück auf Rang 1, wo es – mit Ausnahme des letzten Berichtszeitraums – seit dem WVI 2002 gestanden war. Das Land erreicht mit 98 Punkten den höchsten Wert seit Beginn der Dokumentation; seit Einführung des neuen «Gesetzes gegen reaktionäres Gedankengut» wurden mehr Hauskirchen entdeckt und Christen verhaftet. Verhaftung bedeutet Hinrichtung oder ein Leben in einem der schrecklich unmenschlichen Lager für politische Gefangene, in denen die Gefangenen fast verhungern, gefoltert werden und sexuelle Gewalt erfahren.   «Christen standen schon immer in der ersten Reihe der Angriffe des Regimes. Ihr Ziel ist es, alle Christen im Land auszurotten. In Nordkorea kann es nur einen Gott geben, und das ist die Familie Kim», beschreibt Timothy Cho, ein nordkoreanischer Flüchtling, die verzweifelte Situation der Christen.

Nigeria und Subsahara-Afrika: Eine Katastrophe breitet sich auf dem Kontinent aus

Subsahara-Afrika steht vor einer gewaltigen humanitären Katastrophe, da eine Welle religiös motivierter Gewalt, die in Nigeria (#6) ihren Ursprung hat, über die Region hinwegtost und die christliche Bevölkerung in Ländern wie Burkina Faso (#23), Kamerun (#45), Mali (#17) und Niger (#28) in alarmierendem Ausmass ins Visier nimmt. Militante islamische Kämpfer destabilisieren die gesamte Region mit extremer Gewalt. Am extremsten ist sie weiterhin in Nigeria, wo Kämpfer der Fulani, der Boko Haram, der Provinz Islamischer Staat Westafrika (ISWAP) und anderer islamistischer Gruppen christliche Gemeinschaften überfallen, töten, verstümmeln, vergewaltigen und für Lösegeld oder sexuelle Sklaverei entführen. Die Zahl der religiös motivierten Tötungen in Nigeria ist von 4‘650 im letzten Jahr auf 5‘014 gestiegen – das sind erschreckende 89 Prozent der internationalen Gesamtzahl.   Dschihadistische Gewalt ist in ganz Subsahara-Afrika alltäglich geworden, wobei 26 Länder in der Region ein sehr hohes Mass an Verfolgung aufweisen. So gibt es auch in Mosambik (#32), der Demokratischen Republik Kongo (#37) und anderen Ländern deutliche Anzeichen für eine Ausbreitung des Dschihadismus. Die islamistische Terrorkampagne wird durch eine tödliche Mischung aus Menschenhandel, Klimaveränderungen und einem Zustrom von Söldnern angefacht.    «Die ganze Region steuert auf eine Katastrophe zu», erläutert Frans Veerman, Leiter von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. «Das Ziel des IS und mit ihm verbundener Gruppen ist es, die gesamte Region zu destabilisieren und ein islamisches Kalifat zu errichten – letztendlich auf dem gesamten Kontinent – und langfristig sind sie davon überzeugt, dass sie das erreichen können. Unterstützt werden sie dabei von anderen Islamisten, die auf eine gewaltfreie, systemische Islamisierung setzen. Es sind nicht nur die Regierungen in Afrika, die sich der wahren Natur dieser religiös motivierten Säuberung nicht stellen, sondern die Regierungen in der ganzen Welt. Der Preis für diese Verweigerung ist unkalkulierbar, nicht nur für Afrika, sondern für die ganze Welt.»

Autoritarismus in China und weiteren Ländern zielt auf vollständige Kontrolle der Kirchen

Autokratische Regime wie China (#16) setzen auf völlige Kontrolle alles kirchlichen Lebens, das sie durch strenge Gesetze und ideologischen Nationalismus ersticken wollen. Ein Gesetz vom März 2022 gestattet nur noch lizenzierten und damit systemkonformen Kirchen und NGOs, religiöse Inhalte im Internet zu verbreiten. Der Zugang zu den seit der Pandemie verstärkt durchgeführten Onlinegottesdiensten sowie zu christlichen Lehrmaterialien und zur Bibel ist damit vielen Christen verwehrt. Zuwiderhandlungen werden mit hohen Haftstrafen geahndet. China war erneut das Land, in dem die meisten Kirchen und kirchlichen Einrichtungen zerstört oder geschlossen wurden. Christen treffen sich in Hauskirchen, um der Überwachung zu entgehen.   Darüber hinaus treibt China eine internationale Kampagne zur Neudefinition der Menschenrechte voran, weg von den traditionellen, allgemein anerkannten Begriffen hin zu subjektiveren »Rechten« wie Existenzsicherung, Entwicklung und Sicherheit. (Veranschaulicht in einer Rede des chinesischen Aussenministers vor dem UN-Menschenrechtsrat im Jahr 2021.)   In Indien (#11) sind Christen durch Anti-Bekehrungsgesetze in mittlerweile 12 Bundesstaaten willkürlichen Verhaftungen ausgesetzt, bis zu 10 Jahre Haft sind möglich. Sogar ein landesweites Gesetz ist geplant. Im aktuellen Berichtszeitraum wurden mehr als 1‘700 Christen aus diesem Grund  inhaftiert. inhaftiert. Andererseits stehen Angriffe auf Christen durch radikale Hindus weiterhin auf der Tagesordnung. Häufig wiegeln sie Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld auf, der daraus entstandene Mob greift äußerst brutal Christen an, misshandelt sie, zerstört Häuser und Geschäfte. Meist wurden jedoch weder Täter noch Anstifter bestraft.     Der zunehmende Autoritarismus von Regierungen in lateinamerikanischen Ländern zusammen mit einer immer feindseligeren Haltung gegenüber Kirchen und dem christlichen Glauben befördert Nicaragua (#50) zum ersten Mal auf den Weltverfolgungsindex, aber auch in Kolumbien (#22), Mexiko (#38) und Kuba (#27) hat sich die Situation für Christen stark verschlechtert. So werden in Nicaragua und Kuba Kirchenleiter unter Druck gesetzt und verhaftet, die Überwachung verstärkt, Registrierungen und Genehmigungen verweigert, Gebäude beschlagnahmt. In vielen Ländern Lateinamerikas hat die organisierte Kriminalität Einzug gehalten, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo Christen, die sich gegen die Aktivitäten der Kartelle aussprechen, unterdrückt werden.

Existenzkampf der Kirche im Nahen Osten
Die christliche Kirche im Nahen Osten schrumpft weiter. Sie konnte sich nach dem Aufschwung des Islamischen Staates nicht erholen, obwohl die Zahl der getöteten Christen in den letzten Jahren zurückgegangen ist (eine Ausnahme ist Syrien (#12), wo es im Berichtszeitraum des WVI 2023 zu einer Welle gewalttätiger Übergriffe kam). «Das ist die Wiege des Christentums, und ein Grossteil der Kirche verliert die Hoffnung – die harte Kost der Diskriminierung und der Armut ist zu schwer zu ertragen, besonders für die jungen Menschen, die hier keine Zukunft als Gläubige sehen», erklärt Rami Abed Al-Masih, Advocacy-Regionalleiter für den Nahen Osten und Nordafrika, die dramatische Entwicklung.

TOP 50 mit sehr hoher und extremer Verfolgung

In den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex (WVI) leben ca. 5,1 Milliarden Menschen, darunter rund 737 Millionen Christen, von denen rund 312 Millionen einem sehr hohen bis extremen Mass an Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind. Mittels einer Indexpunktzahl werden die Länder den Verfolgungsrubriken «extrem» (81-100 Punkte), «sehr hoch» (61-80 Punkte) und «hoch» (41-60 Punkte) zugeordnet.   

Top Ten im WVI 2023 (Rang im WVI 2022 in Klammern)

1.    Nordkorea (2)
2.    Somalia (3)
3.    Jemen (5)
4.    Eritrea (6)
5.    Libyen (4)
6.    Nigeria (7)
7.    Pakistan (8)
8.    Iran (9)
9.    Afghanistan (1)
10.    Sudan (13)
   

Quelle: Open Doors

Mittwochskolumne vom 18.01.2023

Den Glauben ins Spiel bringen

Bern (novaradio.ch): Das Bistum Basel wird bald den Evaluationsbericht vorstellen, der darüber Auskunft geben soll, welche Früchte die Pastoralräume gebracht haben, die seit fast 12 Jahren im Bistum errichtet werden. Leider haben bei dieser Evaluation nicht normale Gläubige mitgemacht, sondern vor allem Angestellte von Kirchgemeinden und andere staatskirchenrechtliche Akteure. Es scheint, als ob im Bistum Basel der Gedanke vorherrschend ist, die Kirche diene vor allem sich selbst und daher muss man sich gar nicht darum kümmern, welche Früchte Strukturreformen für das Fussvolk bringen. Persönlich war ich immer ein Anhänger des Pastoralraumgedankens, so wie er damals von Bischof Kurt Koch konzipiert war. Der Wunsch, den „Glauben ins Spiel zu bringen“, wie damals das Leitwort des Pastoralkonzeptes hiess, entsprang der Erkenntnis, dass die Volkskirche tot ist. Der Nachfolger von Kurt Koch, Bischof Felix, hat diesen Gedanken hingegen völlig ins Gegenteil verkehrt und hält an einem Kirchenbild fest, das veraltet ist und überwunden schien. Bischof Koch war klar, dass die Kirche in der Deutschschweiz vor allem durch ihre Institutionen lebt, jedoch wenig lebendiger Glauben vorhanden ist. Um diesem Glauben neuen Raum zu geben, sollten Pastoralräume gegründet werden, damit effektiver und auch effizienter eine Neuevangeliserung vorangetrieben werden kann. Anstatt sterbende Strukturen aufrechtzuerhalten, die nur sich selbst dienen, sollten neue Projekte unterstützt werden. Vor allem ging es aber auch darum, die Schweizer Kirche wieder an den Grundsätzen des Lehramtes auszurichten und die Missbräuche und Missstände zu beenden, die in den deutschsprachigen Bistümern vorkommen. All diese positiven Gedanken wurden in den letzten zehn Jahren zugunsten der Beibehaltung des status quo verworfen.

Die Folgen dieser Ideologie sind überall sichtbar. Nirgends sind die Austrittsraten so hoch wie im Bistum Basel. Unser Bischof sollte realisieren, dass er den Glauben nicht aufopfern darf für Strukturen, die nur einigen wenigen Angestellten der Kirche dienen, jedoch nicht den Menschen. Die Neuevangelisierung fängt im Herzen der Menschen an, nicht an Schreibtischen. Die Schweizer Kirche ist bürokratisch und überstrukturiert. Überall wird die Kraft des Evangeliums durch diese starren Strukturen gelähmt. Es ist an der Zeit, den Glauben wieder ins Spiel zu bringen, indem ein pastoraler Neuanfang gewagt wird. Kein Neuanfang mit einer neuen Glaubenslehre und neuen Dogmen, jedoch ein Neuanfang mit neuen und flexibleren Strukturen, die es glaubenstreuen Priestern ermöglichen, die Schweizer Gesellschaft neu mit der Frohen Botschaft in Berührung zu bringen. DR

NEWS: Australische Kirche geschockt über den Tod von Kardinal Pell

Die katholische Kirche in Australien reagierte mit Überraschung und Trauer auf die Nachricht vom Tod von Kardinal George Pell. Ein ehemaliger Premierminister sagte, das Land habe „einen großen Sohn“ verloren — und die Kirche „eine große Führungspersönlichkeit“.

Pell, emeritierter Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, starb am Dienstag in Rom im Alter von 81 Jahren an einem Herzstillstand.

„Diese Nachricht ist ein großer Schock für uns alle“, sagte Erzbischof Anthony Fisher von Sydney in einer ersten Reaktion auf Facebook.

„Bitte beten Sie für die Ruhe der Seele von Kardinal Pell, für Trost und Beistand für seine Familie und für alle, die ihn liebten und in dieser Zeit um ihn trauern.“

Erzbischof Peter Comensoli von Melbourne reagierte „mit großer Traurigkeit“ auf die Nachricht und schrieb auf Twitter: „Möge ihm, der so fest an den Gott Jesu Christi glaubte, nun das ewige Licht zuteil werden.“

„Kardinal Pell war ein hochintelligenter und belesener Mann, der ein echtes Interesse an allen Menschen in seiner Umgebung hatte“, schrieb Bischof Richard Umbers, Weihbischof in Sydney, auf Twitter.
„Er war ein Wegbereiter für viel Gutes in Sydney, Australien und der gesamten Kirche. Bitte schließt euch mir an und betet für die Ruhe seiner Seele. Requiescat in pace.“

Viele Gläubige fügten in den sozialen Medien persönliche Botschaften hinzu, so schrieb eine Trauernde: „Ruhe in Frieden, mein lieber Kardinal, in den Armen des Herrn. Mein Fleisch und mein Herz werden schwach; aber Gott ist meines Herzens Stärke und mein Teil für immer. Psalm 73,26.“

Eine weiter Gläubige schrieb: „Ich habe keinen Zweifel, dass Kardinal George Pell in den kommenden Tagen über unsere Kirche wachen wird.“

Pell, der 2014 zum ersten Präfekten des vatikanischen Sekretariats für Wirtschaft ernannt wurde, war von 2001 bis 2014 Erzbischof von Sydney. Davor war er von 1996 bis 2001 Erzbischof von Melbourne.

Der ehemalige Premierminister Tony Abbott schrieb in einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung, Australien habe „einen großen Sohn und die Kirche eine große Führungspersönlichkeit verloren“.

Abbott, der kurzzeitig im Priesterseminar war bevor er eine politische Karriere verfolgte, würdigte Pell als „engagierten Verteidiger der katholischen Orthodoxie und überzeugten Verfechter der Tugenden der westlichen Zivilisation“.

Der 1941 in der Stadt Ballarat geborene Pell wurde 1966 im Petersdom in Rom zum Priester geweiht. Er studierte sowohl an der Päpstlichen Universität Urbaniana als auch an der Universität von Oxford.

Als ranghöchster australischer Prälat der Kirche und freimütige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens wurde Pell als „fortschrittlich in vielen sozialen Fragen“ beschrieben, polarisierte aber häufig die öffentliche Meinung, wenn es um Moral und den Glauben ging.

„Als kirchlicher und kultureller Konservativer zog er Lob und Tadel von allen erwarteten Seiten auf sich“, schrieb der ehemalige australische Premierminister.

„In Wirklichkeit war er ein sehr seelsorgerischer Pfarrer, der den menschlichen Makel gut verstand und über die Fähigkeit verfügte, sich in die Sünder einzufühlen, während er gleichzeitig gegen die Sünde riet.“

In Bezug auf Pells Zeit im Gefängnis wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs fügte Abbott hinzu: „Seine Inhaftierung aufgrund von Anklagen, die der Oberste Gerichtshof letztlich vernichtend abwies, war eine moderne Form der Kreuzigung; zumindest in der Reputation eine Art lebendiger Tod.“

„Auf seine Art und Weise, indem er mit einer ungeheuerlichen Anschuldigung so gerecht umging, erscheint er mir wie ein Heiliger für unsere Zeit.“

Quelle: cna deutsch

NEWS: Kardinal Pell ist gestorben

Kardinal George Pell ist am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben.

Der australische Prälat erlitt einen Herzstillstand und starb um 20.50 Uhr, wie sein Sekretär gegenüber EWTN bestätigte.

Pell, der sowohl physisch als auch intellektuell eine der imposantesten Figuren der zeitgenössischen Kirche war, diente viele Jahre lang als Erzbischof von Melbourne und dann von Sydney, bevor er 2014 von Papst Franziskus zum Leiter der Wirtschaftsabteilung des Vatikans ernannt wurde.

Vor kurzem sprach er in einem EWTN News In Depth Interview über den Tod von Papst Benedikt XVI.

Auf die Frage, wie er auf die Nachricht am 31. Dezember reagiert habe, sagte der Kardinal: „Ich war sehr traurig“, denn „ich kannte ihn gut genug, ich bewunderte sein Wirken, ich fand, er war sehr gut für die Kirche, und so war es traurig, dass eine weitere wunderbare Phase der Kirchengeschichte zu Ende ging.“

George Pell wurde am 8. Juni 1941 in Ballarat, einer Stadt in Victoria, als Sohn eines in England geborenen anglikanischen Vaters und einer gläubigen katholischen Mutter irischer Abstammung geboren.

Er spielte so hervorragend Australian Rules Football, dass er kurzzeitig eine Karriere als Profi erwägte, bevor er seine Berufung zum Priester entdeckte.

Pell wurde 1966 zum Priester in der Diözese geweiht. Im Jahr 1987 wurde er zum Weihbischof von Melbourne ernannt, neun Jahre später zum Erzbischof von Melbourne.

Im Jahr 2001 wurde er zum Erzbischof von Sydney ernannt, wo er bis zu seiner Ernennung durch Papst Franziskus im Jahr 2014 die Leitung des neu geschaffenen Sekretariats für Wirtschaft und die Leitung der Bemühungen um eine Reform der vatikanischen Finanzangelegenheiten übernahm.

Der Australier wurde im Oktober 2003, als er Erzbischof von Sydney war, von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal kreiert. Zehn Jahre später ernannte Papst Franziskus Pell zum Mitglied seines Kardinalsrats und übertrug ihm im Jahr darauf die Verantwortung für die vatikanischen Finanzen.

Im Jahr 2017 verließ Pell Rom und ging nach Australien, um seine Unschuld in Bezug auf Missbrauchsvorwürfe zu verteidigen, die von einem einzigen Zeugen – gegen die Aussagen zahlreicher Augenzeugen, gegen ihn erhoben worden waren.

Nach 404 Tagen Haft im Jahr 2019 wurde er schließlich vom Obersten Gerichtshof Australiens von allen Vorwürfen freigesprochen. Am 30. September 2020 kehrte er nach Rom zurück.

Das Gefängnistagebuch von Kardinal Pell, das er während seiner Einzelhaft geschrieben hat, wird in drei Bänden veröffentlicht. Er hat gesagt, dass er im Gefängnis keine Messe halten konnte, weil er keinen Zugang zu Wein für die Konsekration hatte.

Im Jahr 2021 wurde Kardinal George Pell 80 Jahre alt und verlor damit sein Wahlrecht für ein zukünftiges päpstliches Konklave.

Am 13. Mai 2021 führte Pell eine eucharistische Prozession an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin, auch bekannt als Angelicum, in Rom an, wo er erklärte, dass er während seiner 13-monatigen Haft nicht in der Lage war, die Messe zu feiern und an ihr teilzunehmen.

„Ich hörte viele protestantische Prediger, und mir wurde die zentrale Bedeutung der liturgischen Feier noch bewusster. Sie ist eine Vergegenwärtigung des Opfers Christi. Sie ist ein ausdrücklicher Akt der Anbetung. Sie bezieht unsere ganze Person mit ein. Es braucht den Glauben, um praktiziert zu werden“, sagte er.

Quelle: cna deutsch