Willkommen im Herbst: Zeiten der Dankbarkeit, Besinnung und Gemeinschaft
Liebe Leser und Leserinnen
wenn die Tage kürzer werden und die Natur sich in ihren schönsten Farben zeigt, lädt uns der Herbst im Kirchenjahr zu ganz besonderen Momenten des Innehaltens ein. Die Monate September und Oktober sind reich an Festen, die uns ermutigen, den Blick auf das Wesentliche zu lenken.
In diesen Wochen wollen wir gemeinsam Innehalten und Feiern:
- Gemeinsam Danke sagen: Beim Erntedankfest schauen wir voller Dankbarkeit auf die Gaben der Schöpfung und auf alles, was unser Leben reich macht.
- Vorbildern im Glauben begegnen: An den Gedenktagen grosser Heiliger – von der naturverbundenen Hl. Hildegard von Bingen über den Friedensstifter Bruder Klaus bis hin zum hl. Franz von Assisi – lassen wir uns von deren Mut, Vertrauen und Nächstenliebe inspirieren.
- Zur Ruhe kommen: Der Rosenkranzmonat Oktober und die Marienfeste bieten Raum für persönliches Gebet, Besinnung und innere Einkehr im Alltag.
Ob in unseren Gottesdiensten, bei gemeinsamen Begegnungen oder im stillen Gebet in unserer Kirche: Wir laden Sie und Euch ganz herzlich ein, diese herbstliche Zeit des Glaubens mit uns zu gestalten und mitzuerleben.
Auf unserer Webseite finden Sie alle Termine, Hintergründe zu den anstehenden Festtagen und Informationen zu unseren Gottesdiensten.
Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen!
September
08. September – Mariä Geburt
- Theologische Bedeutung: Dieses Fest offenbart die Prädestination und Vorbereitung der Heilsgeschichte. Marias Geburt steht theologisch für die Morgendämmerung der Erlösung. Gottes Gnade greift bereits vor der Menschwerdung Christi in die Welt ein: Maria wird als diejenige ins Leben gerufen, die dem Wort Gottes Fleisch geben soll.
- Geistlicher Impuls: Die Geburt Mariens markiert eine entscheidende Wende in der Heilsgeschichte. Lange bevor Maria ihr bewusstes „Ja“ zur Botschaft des Engels sprach, wurde ihr Leben von Gott in Liebe vorbereitet. Dieses Fest erinnert uns daran, dass jedes menschliche Leben von Beginn an einen unschätzbaren Wert besitzt und Teil von Gottes grossem Plan ist. Gott beginnt sein Heil oft leise, unscheinbar und im Verborgenen.
- Bibelstelle: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten dienen.“ (Römer 8,28)
12. September – Mariä Namen
- Theologische Bedeutung: In der biblischen Theologie ist der Name Repräsentant des Wesens und der Person (Nomen est omen). Die Anrufung des Namens Maria unterstreicht die Lehre von der Interzession (Fürbitte): Maria wird nicht als Gott angebetet, sondern als Mutter und Mittlerin der Gnaden verehrt, die Gläubige zu Christus führt.
- Geistlicher Impuls: Namen sind im biblischen Denken mehr als blosse Rufnamen; sie offenbaren das Wesen und die Würde einer Person. Der Name Maria steht in der katholischen Tradition für Schutz, Trost, Zuneigung und mütterliche Fürbitte. Wer den Namen Mariens anruft, sucht eine Begleiterin, die uns auf allen Wegen des Lebens sanft, aber beständig zu ihrem Sohn Jesus Christus führt.
- Bibelstelle: „Siehe, deine Mutter!“ (Johannes 19,27)
14. September – Fest Kreuzerhöhung
- Theologische Bedeutung: Theologisch liegt der Fokus auf der Pascha-Theologie (Soteriologie): Das Kreuz ist nicht primär ein Folterinstrument, sondern das Siegeszeichen des Erlösers. In der Erhöhung am Kreuz offenbart sich die kompromisslose Selbstentäusserung Gottes (Kenosis) und der Triumph über Sünde und Tod.
- Geistlicher Impuls: Was für die antike Welt ein Instrument der Schande war, wird im christlichen Glauben zum Zeichen des Lebens. Die Erhöhung des Kreuzes feiert nicht das Leiden an sich, sondern die unermessliche Liebe Gottes, die sich im tiefsten Abgrund menschlicher Existenz zeigt. Am Kreuz hat Christus den Tod überwunden und ein Zeichen der Hoffnung aufgerichtet.
- Bibelstelle: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)
15. September – Gedächtnis der Schmerzen Mariens
- Theologische Bedeutung: Dieser Tag behandelt die Compassio (das Mitleiden) der Gottesmutter. Marias Schmerzen sind theologisch eng verknüpft mit dem Erlösungswerk Christi. Als die neue Eva steht sie unter dem Kreuz und vollzieht die vollkommene Hingabe an den Willen Gottes in Zeiten des Leids nach.
- Geistlicher Impuls: Der Glaube schützt nicht vor Schmerz oder Trauer – das zeigt das Leben der Gottesmutter. Wenn Maria unter dem Kreuz steht, teilt sie das Leid ihres Kindes bis zum letzten Atemzug. Dieser Gedenktag zeigt uns eine Kirche, die den Schmerz nicht verdrängt, sondern aushält. Maria wird zur Gefährtin für alle, die Trauer tragen oder schweren Schicksalsschlägen ausgesetzt sind.
- Bibelstelle: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen – damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.“ (Lukas 2,35)
17. September – Hl. Hildegard von Bingen
- Theologische Bedeutung: Hildegards Theologie betont die Ganzheitlichkeit der Schöpfung (Schöpfungstheologie) und die geistliche Wirkkraft Gottes im Universum. Ihre Lehre von der Viriditas (der göttlichen Grünkraft) verdeutlicht, dass der Heilige Geist die gesamte Schöpfung lebendig erhält und erneuert.
- Geistlicher Impuls: Hildegard von Bingen (1098–1179) war Visionärin, Äbtissin, Gelehrte und Komponistin. Als Kirchenlehrerin hinterliess sie ein Werk, das Glaube, Naturheilkunde und Kosmologie miteinander verbindet. Ihr Gedenktag ruft uns dazu auf, Schöpfungsverantwortung und tiefe Spiritualität als Einheit zu begreifen.
- Bibelstelle: „Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet vom Werk seiner Hände.“ (Psalm 19,2)
21. September – Hl. Matthäus (Apostel und Evangelist)
- Theologische Bedeutung: Die Berufung des Matthäus verdeutlicht das Wesen der Gnade (Sola Gratia). Gott beruft nicht die Würdigen, sondern macht die Berufenen würdig. Theologisch veranschaulicht sein Leben den Übergang vom Leben unter der Sünde zur Nachfolge Christi und die universale Heilssendung der Kirche.
- Geistlicher Impuls: Matthäus sass als Zöllner am Zollhaus – von seinen Mitmenschen verachtet. Doch Jesus blickte nicht auf seine Vergangenheit, sondern auf sein Herz und rief ihn direkt in seine Nachfolge. Die Berufung des Matthäus zeigt die kompromisslose Barmherzigkeit Gottes: Niemand ist von Seiner Gnade ausgeschlossen.
- Bibelstelle: „Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ (Matthäus 9,12-13)
25. September – Hl. Niklaus von Flüe (Bruder Klaus)
- Theologische Bedeutung: Bruder Klaus verkörpert die Theologie der Eremitischen Askese und der Friedensethik. Die Absage an weltlichen Besitz schafft die innere Freiheit, Gottes Stimme zu hören. Sein Wirken zeigt, dass aus der Kontemplation (Gebet) echte Aktion (Friedensstiftung) in der Welt hervorgeht.
- Geistlicher Impuls: Als erfolgreicher Politiker, Farmer und Familienvater entschied sich Niklaus von Flüe für einen radikalen Schnitt: Er zog sich als Einsiedler zurück, um ganz Gott zu suchen. Durch sein intensives Gebet erlangte er eine tiefe Weisheit, die ihn zum gefragten Friedensstifter werden liess. Sein Leben erinnert daran, dass wahrer Frieden immer im Gebet und im eigenen Herzen beginnt.
- Bibelstelle: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Matthäus 5,9)
29. September – Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael
- Theologische Bedeutung: Die Angelologie (Lehre von den Engeln) betont Gottes Transzendenz und Seine Fürsorge. Engel sind erschaffene, geistige Wesen, die als Boten Gottes fungieren. Sie veranschaulichen die unsichtbare Wirklichkeit Gottes, der im Streit gegen das Böse (Michael), in der Verkündigung (Gabriel) und in der Heilung (Raphael) wirkt.
- Geistlicher Impuls: Engel sind Zeichen der Gegenwart Gottes in einer unübersichtlichen Welt. Michael verkörpert den Mut, für die Wahrheit Gottes einzustehen; Gabriel steht für das rettende Wort; Raphael ist der Begleiter, der Wunden heilt. Das Fest lädt uns ein, auf Gottes unsichtbaren, aber spürbaren Schutz im Alltag zu vertrauen.
- Bibelstelle: „Denn er befiehlt seinen Engeln wegen dir, dich zu behüten auf allen deinen Wegen.“ (Psalm 91,11)
30. September – Hl. Hieronymus
- Geistlicher Impuls & Theologische Bedeutung: In der Offenbarungstheologie nimmt die Heilige Schrift eine zentrale Stellung ein. Hieronymus prägte den theologischen Lehrsatz: „Die Schrift nicht kennen heisst Christus nicht kennen.“ Seine Arbeit an der Vulgata unterstreicht die Notwendigkeit, dass das geoffenbarte Wort Gottes den Gläubigen zugänglich gemacht wird, um Glauben und Verstand zu bilden.
- Text: Der heilige Hieronymus widmete sein Leben der Übersetzung der Bibel in die lateinische Alltagssprache. Er war überzeugt, dass das Wort Gottes das Herz der Gläubigen direkt erreichen muss. Sein Gedenktag fordert uns heraus, im Wort Gottes nach Orientierung für das eigene Leben zu suchen.
- Bibelstelle: „Dein Wort ist meinem Fuss eine Leuchte und ein Licht für meinen Weg.“ (Psalm 119,105)
Oktober
1. Sonntag im Oktober – Erntedankfest
- Theologische Bedeutung: Das Erntedankfest wurzelt in der Schöpfungs- und Vorsehungstheologie (Providencia). Es stellt klar, dass der Mensch nicht Schöpfer, sondern Verwalter der Erde ist. Die Gaben der Natur verweisen auf die eucharistische Grundhaltung des Christen: Das Leben als Eucharistia (Danksagung) gegenüber dem Geber aller Guten Gaben zu begreifen.
- Geistlicher Impuls: Das Erntedankfest zieht eine bewusste Grenze gegen die Illusion der menschlichen Machbarkeit. Wenn wir die geschmückten Altäre betrachten, danken wir für das Geschenk des Lebens selbst.Das Segnen der Erntegaben erinnert uns an drei wesentliche Haltungen:
- Demut: Anzuerkennen, dass Wachstum und Leben unverdiente Geschenke Gottes sind.
- Solidarität: Der Dank für den eigenen Überfluss verpflichtet uns, mit Bedürftigen zu teilen.
- Schöpfungsverantwortung: Achtsam und nachhaltig mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen.
- Bibelstelle: „Wenn du dich satt gegessen hast, sollst du den Herrn, deinen Gott, für das gute Land preisen, das er dir gegeben hat.“ (Deuteronomium 8,10)
01. Oktober – Hl. Therese von Lisieux & Beginn des Rosenkranzmonats
- Theologische Bedeutung: Thereses „kleiner Weg“ veranschaulicht die Theologie der geistlichen Kindschaft. Heiligkeit bemisst sich nicht nach aussergewöhnlichen Taten, sondern nach der Reinheit der Liebe im Alltäglichen. Der Rosenkranzmonat wiederum betont die Christozentrik: Das Gebet ist eine meditative Betrachtung der Mysterien Christi durch die Augen Mariens.
- Geistlicher Impuls: Therese von Lisieux lehrte, dass keine Grosstaten nötig sind, um Gott nahe zu sein, sondern die grosse Liebe bei alltäglichen Dingen. Mit ihrem Gedenktag beginnt der Oktober als Rosenkranzmonat. Der Gebetsrhythmus bringt den hektischen Verstand zur Ruhe und schafft Raum im Herzen, um das Leben Jesu Schritt für Schritt zu betrachten.
- Bibelstelle: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.“ (Matthäus 18,3)
02. Oktober – Schutzengelfest
- Theologische Bedeutung: Das Fest begründet sich in der Lehre von der individuellen Providenz (Vorsehung). Gott begegnet dem Menschen nicht nur in allgemeinen Gesetzen, sondern in ganz persönlicher Zuwendung. Schutzengel sind theologisch Ausdruck der Würde jedes einzelnen Menschen vor Gott.
- Geistlicher Impuls: Der Glaube an Schutzengel ist kein Aberglaube, sondern Ausdruck einer tiefen Wahrheit: Gott überlässt uns niemals uns selbst. Jeder Mensch ist von persönlichem Schutz umgeben. Das Schutzengelfest schenkt Vertrauen, dass wir selbst auf dunklen Wegen unseres Lebens geführt und bewahrt werden.
- Bibelstelle: „Achtet darauf, dass ihr keinen von diesen Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen stets das Angesicht meines Vaters im Himmel.“ (Matthäus 18,10)
04. Oktober – Hl. Franz von Assisi
- Theologische Bedeutung: Franziskanische Theologie verankert die geschwisterliche Schöpfungslehre. Wenn Franziskus die Natur als „Brüder und Schwestern“ anspricht, begründet sich das darin, dass alle Geschöpfe denselben Schöpfervater haben. Seine radikale Armut spiegelt zudem die Kenosis (Entäusserung) Christi wider.
- Geistlicher Impuls: Franziskus wählte radikale Armut, um ganz frei zu werden für Gott und die Menschen. In seinem Sonnengesang besingt er die Natur als Geschwister. Franziskus zeigt uns, dass eine echte Gottesbeziehung zwangsläufig zu einer ehrfürchtigen Haltung gegenüber der gesamten Schöpfung führt.
- Bibelstelle: „Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt. Schaut die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, und euer himmlischer Vater ernährt sie gar.“ (Matthäus 6,25-26)
07. Oktober – Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz (Rosenkranzfest)
- Theologische Bedeutung: Das Rosenkranzfest reflektiert die Betrachtung des Heilsmysteriums (Inkarnation und Erlösung). Der Rosenkranz ist ein biblisches Gebet; in seinen Gesätzen wird das Glaubensbekenntnis durchmeditiert. Es verbindet die mündliche Gebetspraxis mit der inneren Beschauung (Kontemplation).
- Geistlicher Impuls: Am Rosenkranzfest steht das besinnliche Innehalten im Mittelpunkt. Während die Lippen das vertraute Gegrüsset seist du, Maria sprechen, schaut das Herz auf die zentralen Wendepunkte des Lebens Jesu. Dieses Gebet ist eine Form der Meditation, die Hektik abbaut und Trost spendet.
- Bibelstelle: „Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ (Lukas 2,19)
15. Oktober – Hl. Teresa von Ávila
- Theologische Bedeutung: Teresas Wirken entfaltet die Mystische Theologie der Seelenburg. Gott wohnt im innersten Zentrum des Menschen. Das innere Gebet ist theologisch keine Selbstreferenz, sondern eine reale, transformationelle Begegnung der Seele mit dem dreifaltigen Gott.
- Geistlicher Impuls: Teresa von Ávila war Reformerin des Karmelitenordens und erste weibliche Kirchenlehrerin. Sie beschrieb das Gebet als „Verweilen bei einem Freund, von dem wir wissen, dass er uns liebt“. Sie ermutigt uns, in unser Inneres einzukehren und Gott dort persönlich zu begegnen.
- Bibelstelle: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,24)
18. Oktober – Hl. Lukas (Evangelist)
- Theologische Bedeutung: Die lukanische Theologie legt den Schwerpunkt auf die Universalität des Heils und die Barmherzigkeit. Das Heil gilt allen Völkern, insbesondere den Randgruppen, Armen und Frauen. Zudem betont Lukas die Rolle des Heiligen Geistes und des Gebets im Leben Jesu und der Urkirche.
- Geistlicher Impuls: Der Evangelist Lukas richtet seinen Blick mit besonderer Wärme auf die Armen, Ausgestossenen und Kranken. Nur bei ihm finden wir Gleichnisse wie das vom barmherzigen Samariter. Das Fest des heiligen Lukas erinnert daran, dass der Kern des Evangeliums in der gelebten Barmherzigkeit liegt.
- Bibelstelle: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36)
22. Oktober – Hl. Johannes Paul II.
- Theologische Bedeutung: Sein Denken prägte die Theologie des Leibes und die Neuevangelisierung. Er rückte die unantastbare Würde der menschlichen Person (Personalismus) in den Mittelpunkt und betonte, dass der Mensch sich selbst nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst vollkommen entdecken kann.
- Geistlicher Impuls: Das Pontifikat von Papst Johannes Paul II. (1978–2005) prägte die Weltgeschichte. Mit seinem unerschütterlichen Glauben trat er für Menschenrechte und Frieden ein. Seine Worte zur Amtseinführung sind bis heute ein kraftvoller Weckruf, die Angst zu überwinden und Christus die Türen des eigenen Lebens zu öffnen.
- Bibelstelle: „Fürchtet euch nicht! Öffnet, ja reisst die Tore weit auf für Christus!“ (In Anlehnung an Psalm 24,7)
28. Oktober – Hll. Simon und Judas Thaddäus
- Theologische Bedeutung: Das Fest steht im Zeichen der Apostolizität der Kirche. Die Kirche stützt sich auf das Zeugnis der Apostel, die als Augenzeugen der Auferstehung das Fundament bilden. Die Verehrung des Judas Thaddäus als Patron in schwierigen Lagen berührt zudem die Theologie der christlichen Hoffnung (Spes).
- Geistlicher Impuls: Von Simon und Judas Thaddäus berichtet das Neue Testament nur wenig – und doch gehören sie zum Fundament der Kirche. Sie stehen für die vielen Helfer im Hintergrund, ohne die der Glaube nicht weitergegeben worden wäre. Sie mahnen uns, die Hoffnung selbst in schwierigen Lagen nicht aufzugeben.
- Bibelstelle: „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.“ (Epheser 2,20)
31. Oktober – Vorabend von Allerheiligen
- Theologische Bedeutung: Dieser Vorabend stimmt ein auf die Lehre von der Communio Sanctorum (Gemeinschaft der Heiligen). Die Kirche umfasst drei Zustände: die pilgernde Kirche auf Erden, die läuternde Kirche im Fegfeuer und die triumphierende Kirche im Himmel. Die Grenze zwischen Leben und Tod wird durch die Hoffnung auf die Auferstehung durchbrochen.
- Geistlicher Impuls: Am Vorabend von Allerheiligen richtet die Kirche den Blick über die Grenzen der Vergänglichkeit hinaus. Wir feiern alle Menschen, die vor uns den Glauben gelebt haben und nun bei Gott vollendet sind. Es ist ein Abend der Zuversicht, der uns daran erinnert, dass unser eigenes Leben auf ein unzerstörbares Ziel zuläuft.
- Bibelstelle: „Freut euch und jubelt; denn euer Lohn im Himmel ist gross.“ (Matthäus 5,12)
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