Ein Fest zwischen Kommerz und Glaube

Ende Oktober verwandeln sich viele Straßen und Häuser in düstere Szenerien: Kürbisse mit furchteinflößenden Gesichtern, Skelettmasken, Totenköpfe und künstliches Blut zieren Fenster, Vorgärten und Kinderzimmer. Halloween – das Gruselfest aus den USA – hat sich längst in Europa etabliert. Was ursprünglich als „All Hallows’ Eve“, also der Vorabend von Allerheiligen, begann, ist heute für viele nur noch ein Anlass zum Verkleiden, Feiern und Süßigkeiten sammeln.

Doch gerade hier liegt ein tiefer Widerspruch: Am Abend vor einem der grössten Hochfeste der Kirche, an dem die Gläubigen aller Zeiten und Völker geehrt werden, wird in vielen Haushalten Dunkelheit, Angst und Tod gefeiert. Viele Katholiken fragen sich daher: Muss das sein? Oder geht es auch anders?

Immer mehr Pfarreien, Familien und katholische Kindergärten entdecken eine Alternative: Holyween – ein Fest des Lichtes, der Freude und der Heiligkeit.


Vom „All Hallows’ Eve“ zum „Halloween“

Um zu verstehen, warum es sich lohnt, über Holyween nachzudenken, muss man einen Blick in die Geschichte werfen.
Das Wort Halloween leitet sich von All Hallows’ Eve ab, also dem „Abend vor Allerheiligen“. Im Mittelalter begingen Christen diese Nacht in Gebet und Vorbereitung auf das Hochfest am 1. November, an dem die Heiligen im Himmel geehrt werden.

Im Zuge der irischen Auswanderung gelangte dieser Brauch nach Amerika. Dort vermischten sich christliche und volkstümliche Elemente mit keltischen Spuren des sogenannten Samhain-Festes, bei dem die Kelten das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit feierten. Im Lauf der Jahrhunderte wurde daraus das heute bekannte Halloween – zunehmend entchristlicht, kommerzialisiert und mit okkulten Symbolen durchsetzt.

Was einst der heilige Vorabend war, wurde zum „Fest des Schreckens“.


Holyween: Eine Rückkehr zum Licht

Der Gedanke von Holyween („Heilige Nacht“ oder „Abend der Heiligen“) entstand als Reaktion auf diesen Verlust. Statt die Dunkelheit zu feiern, wollen Christen an diesem Abend das Licht Christi betonen, das alle Finsternis besiegt.

Holyween will nicht einfach ein „Verbot“ von Halloween sein, sondern ein positives Gegenangebot: eine Einladung, Freude, Glaube und Schönheit zu feiern – und Kinder auf liebevolle Weise mit dem Ideal der Heiligkeit vertraut zu machen.

Denn die Heiligen sind keine fernen, unerreichbaren Gestalten, sondern Freunde Gottes, die uns zeigen, dass Heiligkeit im Alltag möglich ist.
Wie Papst Franziskus einmal sagte:

„Heiligkeit ist nichts anderes, als Gott zuzulassen, dass er in uns wirkt.“

Holyween ist also eine konkrete Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen die Botschaft zu vermitteln:
„Ihr seid berufen, Licht der Welt zu sein!“ (vgl. Mt 5,14)


Wie man Holyween feiern kann

1. In der Pfarrei

Viele Pfarreien veranstalten inzwischen Holyween-Abende oder Lichterfeste, die den Glauben sichtbar und erfahrbar machen.

Mögliche Gestaltungselemente:

  • Lichterprozession oder Lichterrosenkranz: Kinder tragen Kerzen oder Laternen durch die Kirche oder den Kirchplatz – ein Symbol für das Licht Christi.
  • Heiligenrallye: An verschiedenen Stationen erfahren die Kinder spielerisch vom Leben bedeutender Heiliger – etwa Franz von Assisi, Maria Goretti oder Johannes Paul II.
  • Heiligenkostümwettbewerb: Kinder verkleiden sich als Heilige, stellen kurz ihren Patron vor und erzählen, warum sie ihn bewundern.
  • Abschluss mit Gebet oder eucharistischer Anbetung: So wird der Abend nicht nur zu einem Fest, sondern auch zu einer geistlichen Vorbereitung auf Allerheiligen.

Viele Pfarreien berichten, dass Holyween ein echtes Gemeinschaftserlebnis ist – Kinder und Erwachsene erleben Glauben mit Freude, Musik, Licht und Symbolkraft.


2. In Kindergärten und Schulen

Auch katholische Kindergärten und Schulen können den Tag bewusst gestalten – ohne Angst, dafür mit Freude am Glauben.

Ideen und Beispiele:

  • Verkleidungstag: Jedes Kind wählt einen Lieblingsheiligen – das Kostüm kann ganz einfach sein:
    • Hl. Franziskus von Assisi: braunes Tuch, ein kleines Stofftier (Symbol für die Tiere).
    • Hl. Elisabeth von Thüringen: Krone aus Papier, ein Brotkorb oder Rosen.
    • Hl. Georg: Kartonritterhelm, Kreuzschild und Papierdrache.
    • Hl. Lucia: Weißes Kleid, Papierkerzenkranz oder Lichterband.
  • Bastelaktionen: Heiligenlaternen, Engel aus Transparentpapier, Sterne mit Heiligennamen, goldene Kronen.
  • Lieder und Gebete: Kinderlieder über Heilige („Ein Heiliger, ein Heiliger will ich werden“) oder das „Heilig, heilig, heilig“ im Refrain.
  • Heiligen-Wand: Eine Tafel mit Fotos oder Bildern von Heiligen und ihren Tugenden – jeden Tag wird ein Heiliger vorgestellt.

So lernen Kinder, dass Heiligkeit nichts „Unheimliches“, sondern etwas Schönes und Lebensnahes ist.


3. In der Familie

Auch zu Hause lässt sich Holyween leicht gestalten. Eltern können ihren Kindern zeigen, dass man mit Licht und Freude feiern kann.

Vorschläge:

  • Familiengebet oder Lichterandacht: Jede Kerze steht für einen Heiligen oder einen Verstorbenen, für den gebetet wird.
  • Holyween-Dinner: Der Esstisch wird mit weißen und goldenen Farben geschmückt, Kerzen brennen, es gibt Gebäck oder „Heiligenbrot“.
  • Familienverkleidung: Alle wählen einen Heiligen – die Eltern können auch biblische Figuren darstellen (Maria, Josef, ein Apostel).
  • Heiligen-Geschichten: Gemeinsam Geschichten aus der Bibel oder aus dem Leben der Heiligen lesen – z. B. aus Kinderbüchern oder Heiligenlegenden.

Eine Familie in Italien erzählte, dass ihre Kinder jedes Jahr am 31. Oktober als Engel und Heilige verkleidet von Haus zu Haus gehen und kleine Karten mit Heiligenzitaten verteilen – statt „Süsses oder Saures“ gibt es „Segen statt Schrecken“.


Dekoration: Licht statt Finsternis

Die äussere Gestaltung sollte den inneren Sinn widerspiegeln:
Holyween ist ein Fest des Lichtes, nicht der Angst.

Dekorationsideen:

  • Farben: Weiss, Gold, Gelb, Hellblau – die Farben des Himmels und des Glaubens.
  • Symbole: Sterne, Kreuze, Lichterketten, Engel, Blumen, Heiligenscheine.
  • Kürbis mit Kreuz oder Herz: Statt eines Fratzengesichts ein Kreuz, ein Herz oder das Christusmonogramm (IHS) in den Kürbis schnitzen.
  • Spruchbanner:
    • „Seid Licht der Welt!“ (Mt 5,14)
    • „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke!“ (Neh 8,10)
    • „Heiligkeit macht glücklich!“

So wird das Haus oder die Kirche zum sichtbaren Zeichen des Glaubens – hell, warm und einladend.


Heiligkeit ist die beste Antwort

Holyween ist mehr als eine „Alternative zu Halloween“. Es ist ein Ausdruck der Überzeugung, dass das Christentum keine Kultur der Angst, sondern der Freude ist.
Die Heiligen bezeugen mit ihrem Leben, dass das Gute stärker ist als das Böse, das Licht stärker als die Dunkelheit, und die Liebe Christi stärker als jeder Tod.

„Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.“ (Röm 12,21)

Wenn Kinder und Jugendliche am 31. Oktober als Heilige durch die Strassen gehen, ist das ein stilles, aber machtvolles Zeugnis. Es erinnert daran, dass die Heiligkeit keine Ausnahme ist – sondern unsere gemeinsame Berufung.


Fazit: Vom Schrecken zur Freude

Der 31. Oktober kann wieder das werden, was er ursprünglich war:
Ein Abend der Heiligen.

Ein Abend, an dem wir das Licht Christi feiern, das alle Dunkelheit überstrahlt.
Ein Abend, der Kindern zeigt, dass Heiligkeit kein altertümliches Wort ist, sondern ein Weg des Glücks und der Liebe.

So wird aus Halloween wieder Holyween – aus dem Fest des Schreckens ein Fest des Himmels.

Allerheiligen: Warum die Kirche die Heiligen feiert

Am 1. November feiert die katholische Kirche Allerheiligen – ein Fest, das auf den ersten Blick weit entfernt von unserem Alltag scheint. Doch die Heiligen sind nicht nur Figuren aus der Geschichte; sie sind Vorbilder des Glaubens, die zeigen, wie wir Christus im Leben nachfolgen können.

Wer sind die Heiligen?

Heilige sind Menschen, die in besonderer Weise in der Gnade Gottes gelebt haben. Sie haben gezeigt, dass Heiligkeit keine unerreichbare Perfektion ist, sondern ein Leben in Liebe, Hingabe und Glauben. Auch wenn sie Fehler hatten, folgten sie Gottes Ruf und setzten ihr Leben für ihn ein.

Heilige als Vorbilder

Die Kirche feiert die Heiligen, um ihr Beispiel lebendig zu halten. Sie zeigen uns, wie wir im Alltag Christus begegnen können:

  • Im Kleinen: Freundlichkeit, Geduld, Vergebung im Familien- und Freundeskreis.
  • Im Alltag: Ehrlichkeit, Verantwortung und Nächstenliebe am Arbeitsplatz oder in der Schule.
  • Im Dienst: Hilfe für andere, Einsatz für Gerechtigkeit, Engagement für die Schwachen.

Die Heiligen sind so Zeichen der Hoffnung, die uns Mut machen, den Glauben zu leben – gerade in schwierigen Situationen.

Fürbitte der Heiligen

Gläubige glauben, dass Heilige bei Gott für uns Fürbitte einlegen. Sie sind Mittler im Gebet, nicht Empfänger von Anbetung. Diese Beziehung erinnert daran, dass wir nicht alleine auf unserem Glaubensweg sind.

Heiligkeit als Ziel für alle

Allerheiligen macht deutlich: Heiligkeit ist kein Privileg weniger, sondern Berufung jedes Christen. Wir alle sind eingeladen, Gottes Liebe in unserem Alltag sichtbar zu machen – durch kleine und grosse Taten, durch Geduld, Dienstbereitschaft und Gebet.

Fazit

Die Feier von Allerheiligen lädt uns ein, über unsere eigenen Lebenswege nachzudenken und die Heiligen als praktische Vorbilder zu sehen. Sie ermutigen uns, den Glauben mutig zu leben, Licht in die Welt zu bringen und die Freude an Christus zu teilen.

„Ihr seid das Licht der Welt.“ – Matthäus 5,14

Allerheiligen ist somit mehr als ein Gedenktag: Es ist eine Einladung, die Heiligkeit im eigenen Leben zu entdecken und zu feiern.

Heiligkeit im Alltag – Berufung jedes Christen

Viele Menschen denken bei Heiligen an ferne Gestalten aus der Geschichte – Papst Johannes Paul II., Franz von Assisi oder Mutter Teresa. Doch Heiligkeit ist kein Privileg einzelner, sondern die Berufung jedes Christen, jeden Tag. Sie zeigt sich nicht nur in grossen Taten, sondern vor allem im Alltag: im Umgang mit Familie, Freunden, Kollegen oder sogar Fremden.

Heiligkeit beginnt im Kleinen

Heiligkeit bedeutet nicht, perfekt zu sein. Sie zeigt sich in der Art, wie wir leben, lieben und glauben.

  • Wer freundlich und hilfsbereit ist, strahlt Heiligkeit aus.
  • Wer verzeiht, anstatt Groll zu hegen, lebt nach dem Beispiel Christi.
  • Wer Gutes tut, auch wenn niemand zusieht, trägt Licht in die Welt.

Jede Handlung, die aus Liebe und Verantwortungsbewusstsein geschieht, ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Heiligkeit.


Heiligkeit in Familie und Beruf

  • Familie: Geduld, Fürsorge und Zuhören sind heilige Tugenden im Alltag. Eltern, Geschwister und Kinder können einander so in kleinen Gesten von Liebe und Wertschätzung die Heiligkeit Gottes sichtbar machen.
  • Beruf und Schule: Verantwortung, Ehrlichkeit und Fairness zeigen, dass Glaube und Handeln zusammengehören. Jeder Arbeitsplatz, jeder Unterrichtstag ist eine Gelegenheit, ein Zeugnis für den Glauben zu geben.

Heiligkeit ist also keine Absonderung vom Alltag, sondern ein Leben mitten in der Welt, das Christus sichtbar macht.


Heilige Vorbilder für den Alltag

Auch wenn wir nicht alle grosse Werke vollbringen, können Heilige uns Orientierung geben:

  • Franz von Assisi zeigt, wie man in Einfachheit und Liebe lebt.
  • Theresia von Lisieux lehrt, dass jede kleine Tat, wenn sie mit Liebe geschieht, heilig ist.
  • Mutter Teresa erinnert uns daran, dass Dienst am Nächsten Ausdruck gelebter Heiligkeit ist.

Ihre Lebensweisen ermutigen uns, im eigenen Alltag aufmerksam auf das Wirken Gottes zu achten und selbst ein Licht für andere zu sein.


Fazit

Heiligkeit ist kein ferner Ideal, sondern eine praktische Berufung: ein Leben in Liebe, Wahrheit und Hingabe. Jeder Christ kann im Alltag heilig sein – durch kleine Gesten, durch Treue in Familie und Beruf und durch das bewusste Bemühen, Gottes Liebe weiterzugeben.

„Ihr seid das Licht der Welt.“ – Matthäus 5,14

Holyween oder Allerheiligen sind perfekte Gelegenheiten, sich dieser Berufung bewusst zu werden und die Heiligkeit des Alltags zu feiern.

Heilige als Vorbilder: 5 Leben, die verändern

Heilige sind nicht nur ferne Gestalten aus der Vergangenheit, sondern Menschen, die im Alltag den Glauben lebendig werden lassen. Ihre Lebenswege zeigen, dass Heiligkeit keine unerreichbare Perfektion ist, sondern gelebte Liebe, Mut und Hingabe. An Allerheiligen erinnern wir uns an diese Vorbilder und lassen uns von ihren Geschichten inspirieren.

Hier sind fünf Heilige, deren Leben heute noch Impulse geben:


1. Franz von Assisi (1181–1226)

Franziskus lebte radikal nach dem Evangelium. Er gab Besitz und Komfort auf, um in Armut und Einfachheit zu leben, den Armen zu dienen und die Schöpfung zu achten. Sein Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit macht ihn zu einem Vorbild für alle, die lernen wollen, Gottes Liebe praktisch zu leben.

Impuls: Heiligkeit zeigt sich in der Hingabe an andere und in der Achtung vor allem Leben.


2. Theresia von Lisieux (1873–1897)

Die „kleine Blume“ betonte die Kraft kleiner Taten voller Liebe. Theresia lebte ein verborgenes, einfaches Klosterleben, doch ihre geistliche Tiefe berührt Millionen Menschen weltweit. Sie lehrt: Es kommt nicht auf Grösse der Werke an, sondern auf die Liebe, mit der wir handeln.

Impuls: Jede Tat, so klein sie scheint, kann Heiligkeit ausdrücken, wenn sie aus Liebe geschieht.


3. Maria Goretti (1890–1902)

Maria Goretti starb jung als Märtyrerin, weil sie ihre Reinheit und ihren Glauben verteidigte. Ihre Bereitschaft zu Vergebung, selbst gegenüber ihrem Angreifer, zeigt aussergewöhnliche innere Stärke und Vergebungskraft.

Impuls: Mut und Vergebung sind Ausdruck gelebter Heiligkeit, auch in schwierigsten Situationen.


4. Johannes Paul II. (1920–2005)

Der polnische Papst überstand Krieg, Gefängnis und politische Unterdrückung und führte die Kirche mit einer starken Botschaft von Hoffnung, Versöhnung und Menschlichkeit. Er betonte die Würde des Menschen und die Wichtigkeit der Familie.

Impuls: Heiligkeit bedeutet, den Glauben unter Herausforderungen treu zu leben und Zeichen der Hoffnung zu setzen.


5. Mutter Teresa von Kalkutta (1910–1997)

Mutter Teresa widmete ihr Leben den Ärmsten der Armen. Durch ihr Wirken in Slums, Krankenhäusern und Armenvierteln der Welt wurde ihre Botschaft der Liebe und Barmherzigkeit sichtbar. Sie zeigt, wie gelebter Glaube die Gesellschaft verändern kann.

Impuls: Heiligkeit ist Dienst – und wer liebt, verändert die Welt.


Fazit

Heilige sind Vorbilder, weil sie zeigen: Heiligkeit ist keine ferne Idee, sondern gelebtes Leben im Glauben. Sie inspirieren uns, jeden Tag kleine und große Entscheidungen mit Liebe, Mut und Hoffnung zu treffen.

„Ihr seid das Licht der Welt.“ – Matthäus 5,14

Holyween und Allerheiligen sind Gelegenheiten, diese Vorbilder bewusst ins Leben zu holen – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ob durch Geschichten, Kostüme, Gebet oder das eigene Handeln: Heilige begleiten uns und zeigen, dass Heiligkeit möglich ist.

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