Bern (novaradio.ch): Am letzten Sonntag war der erste Advent. In der säkularen Welt wird der Advent vor allem als Möglichkeit genutzt, viele Waren zu verkaufen und Geld zu machen. Die Kommerzialisierung vom Advent und von Weihnachten verdrängt den wahren Sinn dieses grossen Fests. Im Advent warten wir auf die Ankunft des Herrn, der Mensch wird, um uns alle zu erretten. Es sollte nicht um Geld oder weltliche Genüsse gehen, sondern um die Besinnung darauf, dass Gott den Menschen so sehr liebte und weiterhin liebt, dass ER Mensch wurde. Für mich ist der Advent auch eine geistliche Übung, um geduldiger zu werden. Wir alle warten ja in unserem Leben auf Gott und darauf, dass ER mit seiner Allmacht unser Leben verbessert. Oft erkennen wir nicht, wie ER uns dabei leitet und führt. Im Glaubensleben braucht es daher viel Demut und Geduld. Genau diese Demut und Geduld verlangt auch der Advent von uns. Jesus wird nicht am ersten Advent geboren, auch nicht am zweiten, auch nicht am vierten. An all diesen Tagen warten wir auf Gott und bereiten unser Herz auf IHN vor. Wir müssen als Christen wieder lernen, uns in Geduld zu üben und nicht alles sofort von Gott zu erwarten. Gott weiss, wann er uns was gibt. Nicht unsere Wünsche sind dabei entscheidend, sondern die Absichten und Wünsche Gottes. Gerade deswegen bin ich auch sehr kritisch gegenüber dieser Kommerzialisierung von Weihnachten, die wir in den letzten Jahren zunehmend erleben. Die Wirtschaft gaukelt uns vor, uns alle Wünsche sofort befrieden zu können. Alles hängt nur von unserem Willen und unserem Portemonnaie ab – so die Werbung. Der christliche Glaube sagt genau das Gegenteil. Alles hängt von Gott ab.

Besinnen wir uns daher darauf, geduldig und demütig zu sein und diese Adventszeit wirklich als eine Zeit des Wartens zu betrachten. Mit der Menschwerdung Gottes veränderte sich alles. Deswegen ist es wichtig, dass wir versuchen, diese Adventszeit zu nutzen, um uns selbst zuerst zu ändern. Machen wir unser Herz für die Geburt des Herrn bereit. DR

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