Bern (novaradio.ch): Jesus sagt uns im Evangelium immer wieder, dass wir nicht andere Menschen verurteilen sollen. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir unsere Mitmenschen nicht auf ihre Fehler und Sünden ansprechen dürfen und dass jede Handlung eines anderen Menschen, unabhängig davon, wie sündhaft sie ist, akzeptiert werden muss. Es bedeutet aber, dass wir nie einen Menschen abschreiben dürfen und dass wir nie glauben sollen, wir seien besser als unsere Mitmenschen. Als Christ muss man immer bei sich selbst anfangen und nicht zuerst versuchen, einen anderen Menschen zu verändern. Wenn wir die heutige Kirchenkrise betrachten, dann glaube ich fest daran, dass diese nur zu lösen ist, wenn jede und jeder bei sich selbst beginnt und versucht, durch sein bzw. ihr Verhalten zur Neuevangelisierung beizutragen. Wenn wir immer nur über andere Personen lästern und sie kritisieren, geben wir ein schlechtes Zeugnis ab. Denn das Lästern und Verurteilen findet heutzutage in den sozialen Medien statt. Dort werden Menschen bewertet und man versucht sich durch Kritik von anderen Menschen abzuheben, indem man diese erniedrigt. Wir Katholiken sollten genau umgekehrt handeln. Wir sollten andere Menschen erhöhen, indem wir uns demütig kleinmachen.

Versuchen wir daher, die Frohe Botschaft dort umzusetzen, wo wir es am einfachsten umsetzen können: Bei uns selbst! Fangen wir bei uns an, Gottes Gebote zu erfüllen und dadurch das Reich Gottes zu verwirklichen. Fangen wir bei uns selbst an, wahre Christen zu sein. DR

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