Bern (novaradio.ch): In der Ferienzeit wollen viele Menschen ihre Freizeit optimal ausnutzen, indem sie möglichst viel erleben. Anstatt die freie Zeit zu geniessen und den Druck des Alltaglebens zu vergessen, unterwerfen sie sich wiederum dem Druck der Konsum- und Spassgesellschaft. Natürlich ist nichts daran auszusetzen, dass man in den Ferien verreist, etwas Feines essen geht oder Ausflüge unternimmt. Gott möchte ja das Glück des Menschen und daher ist es sicherlich keine Sünde, wenn man dieses Glück am Strand, im Restaurant oder durch den Kauf eines neuen Autos anstrebt. Als Christ sollte man sich jedoch immer fragen, ob die Dienstleistungen und Güter, die man anstrebt, tatsächlich den eigenen Wünschen entsprechen oder sie dem Statusdenken und dem eigenen Stolz dienen. Gott ruft den Menschen in der Genesis auf, sich die Welt untertan zu machen und nicht umgekehrt der Untertan von irdischen Gütern und Eitelkeit zu sein. Wenn man sieht, wie viele Menschen heute getrieben sind vom Wunsch, anderen Menschen zu gefallen und gesellschaftlich akzeptiert zu sein, wissen wir, dass Gottes Aufruf heute aktueller ist denn je.
Das Gebet des Bruder Klaus ist für mich immer eine grosse Stütze, wenn ich mir überlegen muss, welche Dinge wirklich sinnvoll sind für mich.
Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.
Es ist unsere Aufgabe als Katholiken, uns zu überlegen, was uns wirklich zu Gott führt und was uns daran hindert, Gott nahe zu sein. Wir müssen dabei keine Asketen und Einsiedler wie Bruder Klaus werden, aber wir müssen uns kritisch fragen, welche Aktivitäten unser wahres Glück, das bei Gott liegt, fördern. Wenn wir die Sommerzeit nur dafür nutzen, um einen kurzfristigen Spass dem nächsten folgen zu lassen, ohne auch Ruhe und Frieden für unsere Seelen zu erbitten, dann verschwenden wir unsere Zeit. Bruder Klaus wusste, worauf es wirklich ankommt im geistigen Leben: Die Nähe Gottes. Versuchen wir uns daher auch in den Ferien, Gott zu nähern und alles zu tun, um SEINEN Willen zu erkennen. DR
