Bern (novaradio.ch): Am 8. Dezember durften wir Mariä Empfängnis feiern. Mitten im Advent werden wir durch dieses Hochfest auf die Muttergottes aufmerksam gemacht, die ohne Erbsünde empfangen wurde. Christus konnte nur Mensch werden, weil Maria Ja sagte zum Plan Gottes. Da Maria nicht durch die Erbsünde vorbelastet war, erkannte sie den Willen Gottes klar und konnte der Menschwerdung zustimmen. Dieses Hochfest sollte uns auch anregen darüber nachzudenken, was die Erbsünde für einen Einfluss in unserem Leben hat. Durch den Sündenfall von Adam und Eva hat die Schöpfung einen Makel. Auch wenn immer noch alles gut ist, was Gott geschaffen hat, so ist die Welt kein Paradies mehr. Im Alltag erleben wir diese Unvollkommenheit ständig. Menschen leiden daran, dass sie nicht ihre Träume verwirklichen. Sie haben nicht den Job, den sie wollen, die gesellschaftliche Anerkennung, die sie wünschen und sind auch im Privatleben oft unzufrieden. In den sozialen Medien wird oft das perfekte Leben vorgespielt, was viele Menschen in den Irrglauben führt, dass sie Versager sind. Der katholische Glaube bringt hier Heil, da er aufzeigt, dass es nicht unsere individuelle Schuld ist, dass nicht alles rund läuft in unserem Leben. Dieser Zustand, der alle Menschen betrifft, ist eine Folge des Sündenfalls und wir dürfen darauf hoffen, dass Gott trotzdem alles zum Guten wendet. Gerade deswegen, weil die Welt nicht perfekt ist, gibt uns dies die Gelegenheit, uns in Geduld und Liebe zu üben, die uns ein immer tieferes Glück erfahren lässt. Anstatt mit den Folgen der Erbsünde zu hadern, sollten wir daran glauben, dass Gott uns weiterhin liebt und vorhat, uns ein Leben in übergrosser Fülle zu schenken.

Weihnachten wurde deswegen notwendig, da Gott keine andere Wahl hatte, den Menschen wieder die Türen zum Paradies zu öffnen, als dass ER selbst Mensch werden musste und später für uns gekreuzigt wurde. Stellen wir uns dieses unglaublich grosse Geheimnis unseres Glaubens vor!

Verzweifeln wir daher nicht an unserem unvollkommenen Leben, verzweifeln wir auch nicht an unserer Sündhaftigkeit. Gott liebt uns und ER wird uns retten, wenn wir daran fest glauben und seinen Worten folgen. DR

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