Bern (novaradio.ch): In dieser Woche feiern viele katholische Orte Fastnacht. Auch wenn ich persönlich nie so begeistert war von der Fastnacht, so finde ich es trotzdem schön, dass viele Menschen ausgelassen feiern und aus dem Alltag heraustreten können. Es braucht in der heute so von der Arbeits- und Konsumwelt bestimmten und oft sehr monoton wirkenden Welt Gelegenheiten wie die Fastnacht, an denen die Menschen ihre Sorgen vergessen und sich einfach nur freuen können. Es ist sicherlich viel besser, an der Fastnacht zu tanzen und auch einmal ein Bier zu viel zu trinken, als zum Psychiater zu rennen, wie es heute von so vielen Menschen getan wird.
Wir sollten aber nie vergessen, was der christliche Hintergrund der Fastnacht ist. Auch wenn diese Tradition vielleicht noch älter ist als das Christentum und mit dem Wunsch zu tun hat, den Winter zu vertreiben, so hat die Kirche die Fastnacht toleriert und zu einem Kulturgut gemacht. Der Name leitet sich ja von der «Nacht vor dem Fasten» ab, also von der Zeit vor dem Beginn der Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Die Fastenzeit hingegen ist die Vorbereitung auf Ostern, welches das höchste Fest der Katholiken ist. Die Fastnacht und das Fasten, das Feiern und die Entbehrungen, dienen alle dem gleichen Ziel: Gott zu ehren und zu verherrlichen. Wenn wir dies berücksichtigen, gelingt uns die Vorbereitungszeit auf Ostern sowie ein glückliches Leben, welches neben der Arbeit auch viele schöne und ausgelassene Momente ermöglicht. Vergessen wir also zu keiner Zeit, dass unser Leben ein Geschenk Gottes ist und wir ihm dankbar für alles sein müssen, was unser Leben ausmacht. DR
