Bern (novaradio.ch): Heute vor 80 Jahren wurde auf die japanische Stadt Hiroshima eine Atombombe abgeworfen, die Zehntausenden Menschen das Leben kostete. Es ist traurig, dass Menschen die Fähigkeiten, die Gott ihnen gab, dazu nutzen, um andere Menschen zu töten. Der Atombombenabwurf stellt uns vor Augen, dass die Technologie, die in den letzten Jahrzehnten unser Leben prägte und materiell verbesserte, auch sehr viele negative Aspekte hat. Die Atombombe ist ein Extrembeispiel, aber es gibt auch andere Fälle, bei denen offenbar wird, dass gewisse Erfindungen, die der Mensch macht, das Leben negativ beeinflussen können. Wenn wir beispielsweise betrachten, wie stark Kinder und Jugendliche – aber auch Erwachsene – vom Handy oder dem Computer abhängig sind, dann zeigt dies, dass die Technologie unser Leben nicht nur einfacher macht, sondern teilweise erschwert. Damit möchte ich nicht alle technischen Errungenschaften, welche die Welt gemacht hat, schlechtreden. Vieles davon ist gut und verbessert unser Leben. Mir geht es aber um einen Satz aus der Schöpfungsgeschichte, der für mich ganz zentral ist. Gott spricht zum Menschen, dass er sich die Welt untertan machen solle. Für mich bedeutet dies nicht, dass er die Natur ausbeuten und zerstören darf, sondern dass er die Welt so nutzen solle, damit er über die Welt herrscht und nicht umgekehrt die Welt über ihn. Wenn man sich Jugendliche anschaut, die ihre Augen nicht vom Handy wegnehmen können, dann ist es unschwer zu erkennen, dass heutzutage die Welt bzw. die Technologie über die meisten Menschen herrscht und nicht umgekehrt. Genauso verhält es sich mit den Massenvernichtungswaffen, die produziert werden. Eine Zivilisation, die ständig Angst haben muss, dass ein Krieg alles vernichtet, herrscht nicht über die Technologie, sondern die Technologie herrscht über sie.
Am heutigen Tag feiert die Kirche „Verklärung des Herrn“. Für mich ist dieses Fest ein Zeichen, dass wir nicht durch die Technologie eine Verklärung erfahren werden, sondern durch die Begegnung mit Gott. Das bedeutet nicht, dass wir nicht jeden Tag unser Bestes geben sollen, um die Welt durch unser Können und unseren Erfindungsreichtum zu einem besseren Ort zu machen. Aber es bedeutet, dass schlussendlich nur Gott unser Schicksal in seinen Händen hält und wir darauf vertrauen müssen, von IHM verwandelt und verklärt zu werden. Wir müssen unsere Augen und Ohren für Gott offenhalten. Denn ER ist unser Heil. DR
