Bern (novaradio.ch): Vorgestern feierte die Kirche den Heiligen Blasius, morgen feiern wir die Heilige Agatha. All diese Heilige sind grosse Fürsprecher, die wir im Alltag anrufen können, um sie zu bitten, unsere Anliegen vor Gott zu tragen. Viele Reformierte haben Mühe damit, dass wir Katholiken Heilige verehren. Sie glauben, dass wir dadurch die Rolle Jesu schmälern würden. Auch Nichtchristen verstehen nicht, weshalb Katholiken verstorbene Menschen würdigen. Wir sollten als Katholiken versuchen, allen Menschen, die nicht katholisch sind, zu erklären, weshalb wir die Fürsprache der Heiligen erbitten.
Zuerst einmal ist festzustellen, dass auch in der säkularen Welt Menschen Idole haben, die bereits längst verstorben sind. Ob nun in der Musik, in der Kunst, Politik oder Sport: Viele Menschen haben Vorbilder, die sie verehren. Weshalb sollte es in der katholischen Kirche anders sein? Auch für uns Katholiken ist es ermutigend, wenn wir an Menschen denken, die mit ihrem Leben gezeigt haben, dass man Jesus authentisch nachfolgen und IHN lieben kann. Dies macht Mut, trotz vieler Schwierigkeiten, welche die Nachfolge Jesu uns aufbürdet, weiterhin sein Bestes zu versuchen, um Christ zu sein. Was bei den Katholiken jedoch speziell ist – und hier unterscheidet sich die Idol-Kultur der Welt von derjenigen des Katholizismus – ist die Tatsache, dass wir den Verdienst für das Leben der Heiligen vor allem Christus zuschreiben und nicht den jeweiligen Personen. Wenn man sich mit dem Leben der Heiligen beschäftigt, stellt man schnell fest, dass ihr grösster Verdienst vor allem darin lag, sich Gottes Willen zu überlassen. Die Heiligen der katholischen Kirche sind keine Superhelden, sondern schwache Menschen, denen bewusst war, dass sie schwach sind und die ihre ganze Hoffnung auf Gott setzten. Deswegen ist auch das Argument der reformierten Mitchristen, dass die Heiligenverehrung der Katholiken die Gläubigen von Christus wegführt, falsch. Ganz im Gegenteil: Das Beispiel der Heiligen zeigt uns auf, wie gross Christus ist und was ER in unserem Leben machen könnte, wenn wir uns IHM voller Vertrauen schenken.
Die Heiligen haben die Nöte des irdischen Lebens kennengelernt und sind daher unsere Fürsprecher, weil sie wissen, wie schwierig es sein kann, Christus nachzufolgen. Deshalb sollten wir sie im Alltag immer wieder um ihre Fürsprache bitten. DR
