Bern (novaradio.ch): Der Monat Juni ist dem Herzen Jesu gewidmet. Für mich ist die Verehrung des Herzen Jesu ganz zentral. Als Katholiken glauben wir daran, dass Gott nicht ein ferner Gott ist, der die Welt erschaffen und nun kein Interesse an der Welt mehr hat. Diese deistische Auffassung wurde von vielen Wissenschaftlern im 18. und 19. Jahrhundert vertreten. Als Katholiken glauben wir daran, dass Gott ein brennendes Herz für uns hat und ER uns mit ganzem Herzen liebt. Aus dem Herzen Jesu sind Blut und Wasser geflossen. Aus diesem Blut und Wasser leben wir, da aus seinem Herzen alle Gnaden fliessen. Daher ist es wichtig, dass wir den Monat Juni, der sich ja oft durch heisse Temperaturen auszeichnet, nutzen, um uns klarzumachen, wie gross und glühend die Liebe Gottes ist. Auch die Sonne ist nicht so glühend wie die Liebe Jesu zu uns Menschen. ER ist kein ferner Gott.
Gerade deswegen, weil Gott kein ferner Gott ist, ist es auch wichtig, dass wir seine Gebote halten. Die Gebote Gottes sind uns nicht deswegen gegeben worden, weil Gott unsere Freiheit einschränken möchte. Wenn wir uns bewusst machen, dass Gottes Liebe grösser als alles andere ist, dann wird uns auch klar, dass auch seine Gebote ein Teil dieser Liebe sind. Seine Gebote wurden uns gegeben, damit wir ein erfülltes Leben führen können und damit unser Herz dem Herzen Jesu ähnlich wird. Das Ziel unseres irdischen Daseins ist es, wahre Kinder Gottes zu werden, indem wir Jesu immer ähnlich werden. Auch wenn wir es nie ganz schaffen werden, sündfrei zu leben, muss es unser Ziel sein, unser Leben immer stärker an SEINEM auszurichten. Dies bedeutet aber auch, manchmal grosse Schmerzen zu erfahren, da wir unser Herz für das Leben anderer Menschen öffnen müssen. Viele Menschen erfahren heute in unserer Gesellschaft eine grosse Herzlosigkeit, da der Egoismus sehr gross ist. Wer nur sich selbst sieht, verschliesst sein Herz vor den Nöten der Mitmenschen. Ein wahrer Katholik geht jedoch das Risiko ein, Schmerzen zu erfahren und sein Herz bluten zu lassen, weil er daran glaubt, dass die Liebe zum Mitmenschen wichtiger ist als das eigene Wohl. Gott schenkt uns die Kraft zu so einem selbstlosen Verhalten. Ehren wir daher das Herz Jesu dadurch, dass wir uns Herz für das Gegenüber öffnen und ein Leben führen, wie Gott es gefällt. DR
