Bern (novaradio.ch): Die Kirche gedenkt heute der Heiligen Hildegard von Bingen. Sie war eine starke Frau, eine Universalgelehrte, deren Schriften bis heute eine grosse Relevanz haben. Es ist traurig, dass es Frauen in unserer Kirche gibt, die glauben, nur das Priesteramt ermögliche ihnen die Gleichberechtigung. In Tat und Wahrheit gibt es in der katholischen Kirche viele Männer und Frauen, die ohne Priester zu sein, die Kirche entscheidend geprägt haben. Die Heilige Hildegard hat nicht nach Macht gestrebt, sondern nach dem Willen Gottes. Dies muss das Ideal sein jeder gläubigen Person, unabhängig davon, ob sie männlich oder weiblich ist. Wenn jemand ein Amt benötigt, um sich stark zu fühlen, ist er oder sie schwach. Ich bin überzeugt, dass Jesus die Priesterberufung nicht deswegen den Männern vorbehalten hat, weil ER glaubte, Männer seien besser als Frauen, sondern weil ER den Frauen nicht zumuten wollte, dieses schwere Amt zu übernehmen. Ein richtig verstandenes Priestertum ist ein Dienst an allen Menschen. Ein Priester macht sich zum Diener aller Menschen. Es ist kein Privileg, Priester zu sein, sondern eine Berufung zum Dienst. Wenn wir heute der Heiligen Hildegard gedenken, ehren wir ihre Verdienste, die sie für die Kirche erbracht hat. Sie sollte uns Vorbild sein, unser Talent der Kirche und den Mitmenschen zu schenken, damit wir Salz und Licht der Erde werden. Unsere Aufgabe ist es nicht, nach Macht zu streben, sondern nach der Liebe. Die Liebe macht uns heilig. Mögen wir auf die Fürsprache der Heiligen Hildegard immer Gottes Willen folgen und ein Leben in Liebe führen. DR
