Bern (novaradio.ch): Im November ist es wichtig, sich fundamentalen Wahrheiten unseres Lebens zu stellen. Dazu gehört vor allem die Erkenntnis, dass wir alle endliche Wesen sind, die nicht ewig hier auf Erden leben werden. Wir alle werden einmal diese Welt verlassen und vor Gott stehen. Eine andere fundamentale Wahrheit ist diejenige, dass Leid und Schmerz zum Leben dazugehören. Auch wenn die Medien uns weismachen wollen, dass das Leben nur aus Spass besteht, so weiss jeder Mensch, dass viele Momente in unserem Leben durch Leid geprägt sind. Eine Gesellschaft, die diese negativen Seiten ausklammert, lebt in einer ständigen Lüge. Diese Lüge führt dazu, dass viele Menschen verzweifeln, wenn sie mit negativen Dingen wie einer Krankheit, wirtschaftlichen Nöten oder dem Verlust einer geliebten Person konfrontiert werden. Als Christen müssen wir die Wahrheit akzeptieren, dass Gott auch das Schlechte zulässt. Auch wenn wir nicht wissen, weshalb es Leid und Schmerzen gibt, so sind sie doch Bestandteile des irdischen Lebens. Wir sollten versuchen, diese schlechten Seiten mit grosser Gelassenheit und Geduld hinzunehmen, ohne dabei das Vertrauen auf Gott zu verlieren. Meine Mutter sagte immer: «Alles Schlechte für etwas Gutes.» Damit wollte meine Mutter sagen, dass Gott das Schlechte nur zulässt, damit aus dieser Erfahrung etwas Gutes erwächst. Ich habe die Erfahrung in meinem Leben gemacht, dass diese Aussage stimmt. Das Schlechte in unserem Leben lässt uns innerlich reifen und eine Tiefe gewinnen, die uns befähigt, inniger zu leben und Gott und die Mitmenschen stärker zu lieben. Ein Leben, das diesen durch Leid und Schmerzen geprägten Erfahrungen ständig aus dem Weg zu gehen versucht (ist ja immer nur ein Versuch, da jeder Mensch solche Erfahrungen früher oder später machen muss), ist oberflächlich und bleibt innerlich leer.
Als Christen wollen wir natürlich immer glücklich sein. Gott möchte dies auch für uns und er weiss besser als wir, was uns langfristig glücklich macht. Daher sollten wir IHM vertrauen, dass auch dasjenige, was wir zurzeit als Unglück in unserem Leben betrachten, langfristig zu unserem Heil führt. DR
