Bern (novaradio.ch): Am 15. August feiert die Kirche das grosse Fest Maria Himmelfahrt. Maria wurde leiblich in den Himmel aufgenommen. Für mich ist Maria Himmelfahrt eines der ganz wichtigen Ereignisse im Kirchenjahr, da Maria so einen wichtigen Platz einnimmt im Leben jedes gläubigen Katholiken. Es geht nicht darum, dass wir Jesus etwas wegnehmen, wenn wir seiner Mutter viel Beachtung und Liebe schenken. Maria wird deswegen so geehrt, da sie uns ein grosses Vorbild ist. Mit ihrem freien Ja zu Gott hat sie die Erlösungstat Christi erst möglich gemacht. Durch die Liebe zu Maria werden wir zu Gott geführt.
Es ist aber wichtig, nicht nur auf der Gefühlsebene eine Beziehung zu Maria zu pflegen, sondern sich auch zu überlegen, wie wir Maria nachahmen können. Für mich ist die Muttergottes der Mensch, der am meisten auf den Willen Gottes gehört und danach gehandelt hat. Wenn wir Maria folgen wollen, müssen wir lernen, in unserem Leben auf Gottes Stimme zu hören und ihr zu folgen. Natürlich wird es bei uns nicht der Erzengel Gabriel sein, der zur Türe hineinkommt und uns den Willen Gottes überbringt. Bei uns wird es wohl eher die leise Stimme unseres Gewissens sein, die uns ermahnt und uns mitteilt, was Gott von uns erwartet. Im Lärm der heutigen Zeit, die geprägt ist durch Computer, Natels und viele andere Dinge, ist es oft schwierig, Gottes Stimme zu vernehmen. Deshalb sollten wir uns immer wieder viel Zeit für das Gebet nehmen. Gerade der Rosenkranz, bei dem wir durch Maria das Leben Jesu betrachten, hilft, Gottes Willen zu erkennen. Nachdem wir Gottes Willen gehört haben, müssen wir dann aber auch den Mut und die Tatkraft haben, diesen Willen in unserem Leben umzusetzen. Gegen viel Widerstand hat Maria den Willen Gottes erfüllt. Auch wir sollten bereit sein, Gottes Willen mehr zu achten als unsere Bedenken und Ängste. Maria hatte vor allem ein unglaubliches Vertrauen in Gott, was sie befähigt hat, alles durchzustehen, was Gott von ihr verlangt hat. Auch wir sollten dieses Vertrauen haben. Wenn wir bald Maria Himmelfahrt feiern, sollte uns dies ein Ansporn sein, unsere Beziehung zu Gott neu zu festigen. Möge die Muttergottes uns mit ihrer Fürsprache dabei helfen, immer tiefer Christus zu lieben und ihm nachzufolgen. DR
