Bern (novaradio.ch): Der Monat November ist den letzten Dingen gewidmet, den eschatologischen Fragen. Wir wissen nicht, wieso uns Gott so geschaffen hat, wie wir sind. Wir wissen auch nicht, welche Pläne Gott mit uns hat. Und vor allem wissen wir nicht, ob unser Ende ein glückliches Ende sein wird. Vielleicht schockiert diese letzte Aussage einige Leser, aber ich halte es für wichtig, diese Wahrheit zu benennen. Niemand von uns kann wissen, ob er oder sie durch sein Leben die ewige Aufnahme in den Himmel verdienen wird. Wer von sich selbst behauptet, er führe ein gottgefälliges Leben, der ist hochmütig. Deswegen – auch wenn diese Aussage hart tönt – muss jeder gläubige Christ mit der Unsicherheit leben, in den Himmel zu kommen oder auf Ewigkeit von Gott getrennt zu sein. Heutzutage möchten viele Katholiken dieser Unsicherheit entfliehen, indem sie behaupten, jeder Mensch komme in den Himmel. Natürlich hoffe ich auch, dass jeder Mensch gerettet wird, aber wir können nicht die Worte Jesu ignorieren, der die Existenz der Hölle und der Verdammnis bezeugt. Vielleicht wird die Hölle am Ende der Zeiten tatsächlich leer sein, aber wir können dies nicht wissen und wir würden die Menschen in die Irre führen, wenn wir behaupten würden, es gebe keine Verdammnis. Eine weitere Möglichkeit, die Unsicherheit zu umgehen, ist zu glauben, dass man sich durch gewisse Taten von den Mitmenschen abhebt. Man ist dann wie der Pharisäer, den Jesu im Gleichnis erwähnt, der aber vor Gott weniger gerecht ist als der Zöllner, da der Pharisäer im Gegensatz zum Zöllner hochmütig ist. Gerade in einer Welt, die sehr säkular ist und bei der viele Menschen nicht in die Kirche gehen, dürfen wir nicht der Versuchung erliegen zu glauben, wir seien bessere Menschen als die anderen, die nicht praktizierende Katholiken sind. Gott sieht das Herz der Menschen und weiss, wie gut oder schlecht jeder Mensch ist. Wir sollen nicht die Richter unsere Mitmenschen sein.
Es gibt meines Erachtens nur einen Weg, mit der Unsicherheit umzugehen, die uns Gott zumutet. Vertrauen wir Gott völlig! Völliges Vertrauen in Gott ist der einzige wahre Weg, um ein Leben zu führen, das nicht von Angst geprägt ist, sondern vom Glauben, dass Gott uns liebt und diese Liebe auch mit unserem Tod nicht enden wird. Beten wir gerade im November, dem Monat der letzten Dinge, um diese Gnade des Vertrauens auf die Barmherzigkeit Gottes. DR
