Bern (novaradio.ch): Am 22. Oktober feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Papst Johannes Paul II. Ich gehöre nicht zu den Katholiken, die Päpste bewertet und dadurch auch teilweise gegeneinander ausspielt. Der Papst muss vor allem die Menschen zu Jesus Christus führen, indem er das Evangelium verkündet. Als Katholik stehe ich hinter jedem Papst und bete für ihn, dass er diese schwierige Aufgabe meistern kann. Trotzdem möchte ich diese Kolumne diesem grossen polnischen Heiligen widmen, da er der Papst meiner Kindheit und Jugend war. Johannes Paul II. war ein grosser Philosoph und Theologe. Er verstand es, als Katholik in der modernen Welt zu leben und trotzdem konsequent den katholischen Glauben zu praktizieren. Vor allem in moralischen Fragen war Johannes Paul II. ein grosses Vorbild. Mit der Theologie des Leibes zeigte er auf, dass die Sexualität nichts Schlechtes ist, sondern etwas Gutes, das von Gott erschaffen wurde. Die Sexualität aber von Liebe und Ehe zu entkoppeln, erniedrigt den Menschen und macht ihn zum Sklaven seiner Triebe. Weiter ist Johannes Paul II. ein grosser Verteidiger der menschlichen Würde und Freiheit gewesen. Daher ist es kein Wunder, dass er es mit seinem Einsatz geschafft hat, den Kommunismus in Osteuropa zu stürzen. Johannes Paul II. war aber auch kritisch gegenüber dem ungezügelten Kapitalismus, der den Menschen zu einer reinen Ware degradiert.

Für mich persönlich wird aber Johannes Paul II. vor allem unvergessen bleiben aufgrund seines Einsatzes für die Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit. Er hat die Schwester Faustyna Kowalska heiliggesprochen und den ersten Sonntag nach Ostern zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit erklärt. Für ihn war die Barmherzigkeit Gottes ganz zentral.

Mögen wir auf die Fürsprache des Heiligen Papst Johannes Paul II. immer tiefer die Barmherzigkeit Gottes erkennen und Gottes Grösse rühmen. DR

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