Am 23. September feiert die Kirche den Gedenktag eines der bekanntesten Heiligen. Pater Pio ist sehr vielen Gläubigen bekannt – und auch Menschen, die nicht regelmässig in die Kirche gehen. Pater Pio hat es geschafft, sehr viele Menschen zu Christus zu führen. Der Kapuzinermönch hat sehr viele Gnaden von Gott erhalten, mit denen er auch vielen Zweiflern aufgezeigt hat, dass Gott existiert. Natürlich können wir keine genauen Zahlen nennen, aber ich bin überzeugt, dass durch das Leben des Heiligen Pater Pio Millionen von Menschen entweder in ihrem Glaubensleben gefestigt oder sogar zu einer Bekehrung geführt wurden. Wenn wir einen Heiligen ehren wollen, ist es vor allem wichtig, seine Tugenden zu betrachten. Pater Pio war der Kirche gegenüber sehr gehorsam. Er hat sehr viel Unrecht erlitten, hat dieses aber angenommen, da er der Kirche nicht widersprechen wollte. Dies bedeutet nicht, dass wir schweigen sollen, wenn kirchliche Würdenträger Falsches tun. Als Laien sind wir aufgefordert, unsere Meinung zu sagen, wenn wir sehen, dass die katholische Lehre von Priestern und Bischöfen missachtet wird. Was jedoch falsch und nicht im Sinne von Pater Pio wäre, ist die heutige Tendenz bei einigen Katholiken, masslos Kritik zu üben an den Priestern, Bischöfen und sogar am Papst. Vor allem ist jede Spaltung von der Kirche kein Grund, um stolz zu sein, sondern ein Fehler und ein Laster des Hochmuts. Wir müssen – genau wie Pater Pio – in der Einheit bleiben.

Die wichtigste Tugend, die Pater Pio oft betont hat, ist der Kampf gegen sich selbst. Wir müssen als Christen nicht gegen andere Menschen kämpfen, sondern gegen die Laster, die in uns wohnen. Als Katholiken sind wir nicht befreit von den Sünden dieser Welt, sondern müssen versuchen, den Versuchungen zu widerstehen. Pater Pio musste dies ebenfalls. Wenn wir an Heilige denken, haben wir oft ein zu romantisches Bild. Oft waren Heilige in erster Linie grosse Kämpfer, die jeden Tag mit sich selbst im Streite lagen, um Schritt für Schritt heiligen zu werden. Jeder Heilige hat seine Vergangenheit und jeder Sünder seine Zukunft. Wenn wir heute an Pater Pio denken und seine Fürsprache erbitten, dann müssen wir vor allem seine Tugenden nachahmen. Seien wir gehorsam und kämpferisch zugleich. So erneuern wir die Kirche. DR

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