Bern, (novaradio.ch): Heute feiert die Kirche den Gedenktag der Heiligen Therese von Lisieux. Letzten Winter war ich in der Basilika, die zu Ehren der Heiligen Therese in Lisieux gebaut wurde. Dabei habe ich mich intensiver mit ihrem Leben beschäftigt und wurde tief berührt durch ihr kindliches Vertrauen, das sie Gott entgegenbrachte. Therese von Lisieux hatte Tugenden, die jeder Katholik beherzigen muss. Ihr war bewusst, dass alles Gute von Gott stammt und wir als Menschen nur dann Grosses bewirken können, wenn wir uns Gott anvertrauen und auch bereit sind, kleine Taten mit Liebe zu vollbringen. Heutzutage gibt es zwei Gefahren für den Christen, denen man durch das Studiums des Lebens der Heiligen Therese entgegenwirken kann. Einerseits den Glauben, dass das Gute, das wir tun, unser eigener Verdienst ist. Andererseits die Meinung, dass nur grosse Taten vor Gott zählen. Wenn wir langfristig Gottes Willen erfüllen wollen, ist die Demut die wichtigste Tugend. Es muss uns immer klar sein, dass Gott uns die Kraft gibt, gute Werke zu tun. Wir sind nicht die Herren der guten Werke, Gott ist es. Auch dürfen wir nie dem Irrtum verfallen, irgendeine gute Tat nicht zu tun, weil wir sie für zu gering erachten. Es sind vor allem die kleinen Taten, welche Therese von Lisieux so gross gemacht haben. Niemand von uns kann wissen, ob nicht eine gute Handlung im Alltag für unsere Mitmenschen ein grosses Geschenk sein kann. Dies kann nur schon ein gutes Wort im Zug sein, das wir einer fremden Person zusprechen oder ein kleines Gebet. Wenn wir in den kleinen Dingen, bei den kleinen Taten, nicht zuverlässig sind, werden wir es auch bei den grossen Taten nicht sein. Wollen wir daher die Welt zum Besseren verändern, müssen wir die Demut der Heiligen Therese besitzen und ganz im Kleinen anfangen. Möge Gott uns auf die Fürsprache dieser grossen Heiligen ermöglichen, die Demut zu erlernen, die uns befähigt, uns und die Welt zu heiligen. DR
