Bern (novaradio.ch): Momentan treffen sich in Davos die Mächtigen und Reichen dieser Welt. Viele Menschen kritisieren das Weltwirtschaftsforum, da sie glauben, dass über den Köpfen der Menschen hinweg Dinge entschieden werden, die vor allem den Menschen dienen, die ohnehin schon Geld haben. Mir geht es nicht darum, dieses Treffen zu kritisieren. Natürlich sind auch mir viele Leute, welche diese Bühne zur Selbstdarstellung nutzen, unsympathisch. Mir geht es vor allem darum darüber nachzudenken, wer die Macht auf dieser Welt wirklich hat.

Zuerst einmal müssen wir uns hierfür immer Jesu Worte in Erinnerung rufen, dass Gott uns nicht für diese Welt geschaffen hat. Es kann daher nicht unser erstes Ziel sein, Macht auf dieser Welt zu haben, sondern diese Welt zu nutzen, um Gottes Willen zu erfüllen und in das Reich Gottes zu gelangen. Auch müssen wir uns vergegenwärtigen, dass Gott dem Widersacher viel Spielraum eingeräumt hat, die Reiche dieser Welt zu kontrollieren. Dies bedeutet nicht, dass alles, was auf der Welt geschieht, böse ist. Gott hat ja die Welt gut erschaffen. Es bedeutet aber, dass wir gegenüber jeder Ansammlung von Macht kritisch sein müssen und nicht der Versuchung verfallen dürfen, Macht anzubeten. Denn viele Menschen sind leider fasziniert von der Vorstellung, Macht zu haben.

Wir müssen uns hier Jesus als Vorbild nehmen. Als Gottes Sohn hatte er alle Macht dieser Welt, verzichtete aber darauf und wurde Mensch. Als Katholiken sollten wir nicht nach Geld, Ruhm und weltlicher Dominanz streben, sondern danach, Gottes Willen zu erfüllen. Denn nur Gott hat das letzte Wort und daher hat auch nur Gott alle Macht in seinen Händen. All diese Personen, seien sie in Davos oder anderswo, die denken, sie hätten Macht, täuschen sich. Diese wurde ihnen nur vorübergehend gegeben. Gott hat alle Macht und wer seinen Willen nicht tut, wird kein Leben in Fülle haben.

Denken wir als Christen daher nicht kurzfristig, sondern in Kategorien der Ewigkeit. Streben wir nach der Fülle des Lebens und suchen wir diese in der Kirche beim Gebet und beim Feiern der Sakramente, nicht in Davos. DR

Von admin