Nach mehr als 50 Jahren an der Macht wurde das Asad-Regime in Syrien Anfang Dezember 2024 von Aufständischen verjagt. Nun wird Syrien von der Oppositionsmiliz HTS geführt. Der christlichen Minderheit in Syrien wurde den neuen Machthabern Religionsfreiheit zugesagt. Gleichwohl kommt es immer wieder zu Angriffen auf religiöse Minderheiten. «Kirche in Not (ACN)» unterstützt die Christen vor Ort weiterhin. Über die neusten Entwicklungen im Land wird Patriarch em. Gregorios III. Laham in der Deutschschweiz und italienischen Schweiz (8.-24.08.2025) berichten. Die politische Lage in Syrien, die zu einem drastischen Machtwechsel im Land geführt hat, prägt weiterhin das Leben der Bürger, insbesondere der christlichen Gemeinschaften. In den ersten Wochen unter den neuen Machthabern hat sich für die Christen noch kaum etwas geändert. Im Juni und Juli 2025 gab es einige Angriffe auf christliche Kirchen und Häusern von Christen – teilweise mit vielen Toten. Viele Christen in Syrien sind verunsichert und wissen nicht, ob sie unter der neuen Regierung eine Zukunft haben.
Gemachte Versprechen an Christen
Kurz nach der Machtergreifung gab es Treffen zwischen kirchlichen syrischen Würdenträgern und den neuen Machthabern. Dabei wurde die Rolle der Christen im neuen Syrien thematisiert. „Wir diskutierten über die Präsenz der Christen in Damaskus und Syrien und auch über die Rolle der Christen: Werden wir weiterhin unseren christlichen Glauben leben und bezeugen können oder nicht? Man versicherte uns, dass alles gut werden würde und wir uns keine Sorgen machen müssten“, so der an einem diesem Treffen teilnehmende armenisch-katholische Bischof von Damaskus Georges Assadourian gegenüber dem Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)».
«Kirche in Not (ACN)» bleibt vor Ort engagiert
Das Hilfswerk hat sein Engagement bekräftigt, weiterhin den gefährdeten christlichen Gemeinschaften in Syrien, die viele Jahre Krieg, Armut und Unsicherheit durchlebt haben, Nothilfe und spirituelle Unterstützung zukommen zu lassen. In dieser Zeit des Übergangs wird «Kirche in Not (ACN)» den Christen in Syrien beistehen und sich dafür einsetzen, dass ihre Stimme gehört wird und ihre Rechte geschützt werden. Hoffnung und Glaube bleiben die zentralen Säulen, um die kommenden Herausforderungen zu bewältigen. Allerdings bleibt nebst aller Hoffnung auch eine gewisse Skepsis, wie sich die Situation Syriens in den kommenden Monaten weiter entwickeln wird. Die Ereignisse der letzten Wochen lassen die syrischen Christen zweifeln, ob ihre Anwesenheit wirklich gewünscht ist. Die Anzahl der Christen in Syrien nahm in den letzten Jahren stark ab. Lag ihr Anteil vor Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 bei geschätzten 10%, so wird er heute auf nur noch 2-3% vermutet.
Patriarch em. Gregorios III. Laham

Der emeritierte Patriarch Gregorius setzt sich dafür ein, dass die Christen in Syrien bleiben. Ihm ist es ein grosses Anliegen, dass im aktuellen Transformationsprozess im Land, das Schicksal der Christen nicht vergessen geht. Patriarch em. Gregorios Laham ist im Jahr 1933 in Syrien unter dem Namen Lutfi Laham geboren. 1981 wurde er zum Bischof geweiht und im Jahr 2000 zum Patriarchen von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und Jerusalem gewählt. Papst Franziskus nahm am 6. Mai 2017 seinen Rücktritt als Patriarch an. Heute lebt er meistens im Süden Libanons, engagiert sich aber sehr stark für die Christen in seiner Heimat Syrien, die es seit Jahren schwer haben.
Im Jahr 2024 unterstützte «Kirche in Not (ACN)» Projekte der Kirchen in Syrien mit rund CHF 4.7 Mio.
Quelle: Kirche in Not Schweiz
