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NEWS: Täglich Live – Heilige Messe

Am 2. Februar 2023 – dem Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) – wurde Jesus im Tempel als Licht für die Völker und Heil der Welt dargestellt.
An diesem grossen kirchlichen Feiertag startet die Liveübertragung der hl. Messfeier aus der Arche Noah CH auf novaradio.ch – Katholischer Radiosender und novaradio.ch/ArcheNoahCH (mixlr.com)in Zusammenarbeit mit der ArcheNoahCH.

Heilige Messfeier für Sie täglich in Liveübertragung:

Montag bis Freitag um 9.00h
Dienstag mit Anbetung auch um 19.00h
Samstag um 17.30h
Sonntag um 10.30h und 19.00h


Es ist ein Instrument der neuen Evangelisierung in der Welt von heute, damit die Menschen Jesus Christus als Licht ihres Lebens und Heil der ganzen Welt erkennen, und zum katholischen Glauben und der Glaubensquelle – heiligen Messfeier- zurückfinden können. Herzlich willkommen.

NEWS: Liturgie ist kein Experiment

Mit Datum vom 5. Januar erhiel­ten die Seel­sor­gen­den der Bis­tü­mer Basel, Chur und St. Gal­len einen Brief, der von allen drei Bischö­fen unter­zeich­net ist.

Zunächst wünschen Bischof Gmür, Bischof Bonnemain und Bischof Büchel allen viel Freude in ihrem seelsorgerlichen Wirken und Gottes reichen Segen. Doch bereits im nächsten Satz wird klar, dass es sich nicht einfach um einen routinemässigen Neujahrsbrief handelt: «Aus dem alten Jahr nehmen wir viele Freuden und auch eine Sorge mit, die wir mit Ihnen teilen wollen.»

Das gemeinsame Zeugnis braucht gemeinsame Formen und Regeln, betonen die Bischöfe. «Beim Respekt hierfür liegen wir mancherorts weit hinter unseren Möglichkeiten zurück. Wir Bischöfe bekommen deshalb immer wieder besorgte Anfragen und Rückmeldungen, besonders zu gottesdienstlichen Feiern.» Die Gläubigen hätten ein Recht auf Gottesdienste, die den Regeln und Formen der Kirche folgen. Die in ihren Grundformen einheitliche Liturgie sei ein Schatz unserer Kirche, der Heimat gebe. «Wir rufen deshalb nachdrücklich in Erinnerung, dass die liturgischen Formen und Regeln auch in unserem Land gemäss den Bestimmungen der Bischöfe gelten.»

Im weiteren Verlauf des Briefes erinnern die Bischöfe daran, dass nur ein Priester gültig der Eucharistie vorstehen, sakramentale Versöhnung zusprechen und die Krankensalbung spenden kann. Es gehe in der Befolgung dieser Regel nicht «um einen blinden Gehorsam und schon gar nicht um die Förderung eines patriarchalen Klerikalismus, sondern um die Überzeugung, dass Priester im Dienst und im Vollzug der Sakramente sichtbar machen, dass Jesus Christus selbst in und durch die Sakramente wirkt.»
Auch die liturgischen Texte seien nicht beliebig, «denn es sind nicht unsere Texte, sondern jene der ganzen Glaubensgemeinschaft.»

Die Bischöfe geben zu verstehen, dass sie die Anliegen nach der Beteiligung von Frauen in der Liturgie oder nach einer angemessenen Liturgiesprache zur Kenntnis genommen haben. «Dennoch bitten wir Sie nachdrücklich darum, das Zeichen der Einheit, die Liturgie, nicht zum Experimentierfeld persönlicher Vorhaben zu machen. Gerade in der weltweiten Feier der gleichen Liturgie sind wir katholisch und miteinander solidarisch.» Sie fordern die Seelsorgerinnen und Seelsorger auf, die Vielfalt liturgischer Feierformen zu nutzen. Besinnung, Predigt, Meditation, Fürbitten, Liedgut, Musik oder Stille würden sich eignen, um sich persönlich in die Liturgie einzugeben. Zum Schluss empfehlen sie allen, die sich mit der Liturgie vertieft auseinandersetzen möchten, die Lektüre des Schreibens «Desiderio desideravi» von Papst Franziskus.

Dass der Brief von allen drei Bischöfen der Deutschschweiz zusammen verfasst wurde, ist ein mutiges und deutliches Zeichen. Es war überfällig. Zu offensichtlich sind die liturgischen Missbräuche, die sich in den letzten Jahren in die kirchliche Alltagspraxis eingeschlichen haben.  Der bewusst provozierte Eklat anlässlich der Verabschiedung der Effretiker Gemeindeleitern Monika Schmid war da nur noch der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Mit ihrem Schreiben zeigen die Bischöfe damit nicht nur den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, dass es Grenzen gibt, sondern auch, dass sie die Not und den Schmerz jener Gläubigen ernst nehmen, die unter liturgischen Irrwegen leiden. Es stellt sich aber die Frage, ob dieser Brief auch wirklich Konsequenzen nach sich ziehen wird. Ist er von den Bischöfen als ein ernst zu nehmendes «Stoppschild» gedacht oder nur ein Versuch, gegenüber den Gläubigen eine Handlungsbereitschaft zu signalisieren, deren Umsetzung in der Schwebe bleibt?

Die Zukunft wird zeigen, welche Wirkung dieser Brief zeitigen wird. Bleiben wir optimistisch und freuen wir uns, dass sich die Bischöfe für eine würdige, dem Selbstverständnis der Kirche gerecht werdende Liturgie einsetzen. Sollten gewisse Seelsorgerinnen und Seelsorger weiterhin eine «selbst gestrickte» Liturgie inszenieren, haben wir Gläubigen nun einen Brief in der Hand, mit dem wir uns an unseren zuständigen Bischof wenden können.

Der Brief der Bischöfe in ganzer Länge

5. Januar 2023

Brief der Bischöfe von Chur, St. Gallen und Basel zum neuen Jahr

Liebe Schwestern und Brüder in der Seelsorge unserer Bistümer

Zum neuen Jahr wünschen wir Ihnen viel Freude in Ihrem seelsorgerlichen Wirken und Gottes reichen Segen. Aus dem alten Jahr nehmen wir viele Freuden und auch eine Sorge mit, die wir mit Ihnen teilen wollen. 

Unser Dank gilt Ihnen für alles, was Sie tagtäglich zum Wohl der Menschen im Dienst der Kirche leisten. Ob in der Katechese, in der Spezialseelsorge, als Mitarbeiterin in der Pfarrei, als Priester, als Seelsorgerin, Sie sind Jüngerinnen und Jünger Jesu in der heutigen Zeit. Die befreiende Botschaft Jesu Christi immer wieder neu zu ergründen und zu verkündigen, ist für uns ein grosses Geschenk und Privileg. 

Wir wissen sehr wohl, dass Ihre Arbeit nicht selten einen doppelten Spagat erfordert. Es gibt den Spagat zwischen dem, wofür Sie brennen, Ihrem ganz persönlichen Glauben und der Konfrontation mit allem, wo die Kirche so schmerzhaft hinter dem Evangelium zurückbleibt. Hinzu kommt manchmal auch der Spagat zwischen dem, was Ihnen Heimat im Glauben gibt und der Gesellschaft, in der einem vermehrt hochgezogene Augenbrauen entgegenblicken, wenn man sich als in der Kirche aktive und engagierte Person zu erkennen gibt.

Wie Sie bewegen auch wir uns in diesen Spannungsfeldern und geben unser Bestes, sie auszuhalten und in der Haltung der Hoffnung zu leben. Wir sind sehr dankbar für den synodalen Prozess, der uns noch einmal mehr vor Augen führt, dass wir gemeinsam unterwegs sind und nur gemeinsam glaubwürdig Zeuginnen und Zeugen Jesu Christi sein können.

Gemeinsames Zeugnis braucht gemeinsame Formen und Regeln. Beim Respekt hierfür liegen wir mancherorts weit hinter unseren Möglichkeiten zurück. Wir Bischöfe bekommen deshalb immer wieder besorgte Anfragen und Rückmeldungen, besonders zu gottesdienstlichen Feiern. Die Gläubigen haben ein Recht auf Gottesdienste, die den Regeln und Formen der Kirche folgen. Die inkulturierte, aber in ihren Grundformen einheitliche Liturgie ist ein Schatz unserer Kirche, der den Gläubigen, besonders auch den Migrantinnen und Migranten, weltweit Heimat gibt. Wir rufen deshalb nachdrücklich in Erinnerung, dass die liturgischen Formen und Regeln auch in unserem Land gemäss den Bestimmungen der Bischöfe gelten.

Sie betreffen insbesondere diejenigen, welche den Feiern vorstehen. Sie alle wissen, dass nur der Priester gültig der Eucharistie vorsteht, sakramentale Versöhnung zuspricht und die Krankensalbung spendet. Gerade auch dazu wird er geweiht. Diese römisch-katholische Glaubensregel gilt es auch in unseren Bistümern uneingeschränkt zu respektieren. Es geht hier nicht um einen blinden Gehorsam und schon gar nicht um die Förderung eines patriarchalen Klerikalismus, sondern um die Überzeugung, dass Priester im Dienst und im Vollzug der Sakramente sichtbar machen, dass Jesus Christus selbst in und durch die Sakramente wirkt. Sie halten gleichsam die Leerstelle für Gottes Wirken in der Liturgie offen. Deshalb hält die Kirche seit dem frühen Christentum daran fest – und dies im ökumenischen Konsens mit fast allen anderen christlichen Kirchen –, dass es zum Vorsitz bei der Eucharistiefeier und zum Mitsprechen des Hochgebets als konzelebrierender Priester einer sakramentalen Beauftragung, sprich: einer Ordination bedarf. Auch die liturgischen Texte sind nicht beliebig, denn es sind nicht unsere Texte, sondern jene der ganzen Glaubensgemeinschaft. Die Kirche kennt eine Vielfalt von Texten, auch in der Ökumene, aber sie alle folgen einer Grundstruktur, die zu respektieren ist. 

Wir hören die Fragen vieler, sich in der Liturgie anders beteiligen zu können, etwa als Frau. Wir hören das Anliegen um eine angemessene Sprache und schätzen Ihre Sorge um eine gute Sprache in der Liturgie. Dennoch bitten wir Sie nachdrücklich darum, das Zeichen der Einheit, die Liturgie, nicht zum Experimentierfeld persönlicher Vorhaben zu machen. Gerade in der weltweiten Feier der gleichen Liturgie sind wir katholisch und miteinander solidarisch. Nutzen Sie die Vielfalt liturgischer Feierformen, die die Kirche anbietet. Und nutzen Sie Orte in der Liturgie wie Besinnung, Predigt, Meditation, Fürbitten, Liedgut, Musik, Stille, um sich persönlich eingeben zu können. Allen, die sich vertieft damit auseinandersetzen möchten, empfehlen wir die Lektüre des Schreibens Desiderio desideravi von Papst Franziskus. 

Wir danken Ihnen allen herzlich für Ihr Glaubensengagement und Ihre Loyalität und grüssen Sie mit den besten Segenswünschen für das noch junge Jahr. 

+ Joseph Maria Bonnemain, Bischof von Chur 

+ Markus Büchel, Bischof von St. Gallen 

+ Bischof Felix Gmür, Bischof von Basel

Quelle: swiss-cath

NEWS: Kardinal Sarah und die Liturgie

Die französische Wochenzeitung Valeurs Actuelles (Aktuelle Werte) veröffentlichte ein ausführliches Interview mit Kardinal Robert Sarah, dem emeritierten Präfekten der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung (heute Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung). Der Kardinal, der bis 2021 im Amt war, erteilt darin, so das Wochenmagazin, eine „Lektion“ in Sachen Zivilisation. Er nimmt aber auch zum Motu proprio Traditionis custodes Stellung und sagte: „Es gibt in der Kirche ein tiefes Unbehagen und ein echtes Leiden an der Liturgie“. Hier die betreffende Stelle des Interviews:

Valeurs Actuelles: Das Motu proprio Traditionis Custodes hat bei den Katholiken, die dem traditionellen Ritus verbunden sind, viel Unverständnis und Entmutigung hervorgerufen: Was sagen Sie Priestern, die in lateinischer Sprache zelebrieren und durch die Anfeindungen, denen sie ausgesetzt sind, entmutigt sind? Wie erklären Sie die Diskrepanz zwischen dem Erfolg dieser Liturgie, vor allem bei der Jugend, und dem Mißtrauen, das sie in einem Teil der Kirche hervorruft?

Kardinal Sarah: Die Liturgie ist keine Nebensache, sie drückt unsere Art und Weise aus und formt sie, mit Gott in Beziehung zu treten. Die Liturgie ist keine vage Wahlmöglichkeit, sondern eine grundlegende Quelle der christlichen Seele. Sie ist die Anerkennung, Verehrung und die Zelebration der christlichen Mysterien und des göttlichen Handelns. Die Formen des Gottesdienstes prägen unsere christliche Kultur. In der Tat sind alle unsere Gesten und Worte in der Liturgie durch jahrhundertelange christliche Erfahrung geläutert und geformt worden. Die Liturgie folgt kodifizierten Mustern, die über die Generationen von Jahrtausenden hinweg weitergegeben wurden.
Wir müssen aber den Mut und die Klarheit haben zu erkennen, daß die katholische Liturgie heute krank ist. Papst Franziskus selbst hat dies unterstrichen. Warum sind so viele junge Menschen von der alten Liturgie fasziniert? Seien wir ehrlich: Es wäre allzu einfach, ihnen bewußt ein fehlgeleitetes psychologisches Bedürfnis nach Identität zu unterstellen. Sollten wir nicht vielmehr zugeben, daß viele Feiern sie enttäuschen, daß sie dort nicht das finden, wonach ihre Seele zutiefst dürstet? Viele entkirchlichte Liturgien lassen sie hungernd zurück.
Jede Seele sucht nach Gott, seiner Größe, seiner Majestät und seiner Schönheit. Man kann sich aber Gott nur mit Ehrfurcht, religiösem Respekt und kindlichem Zittern nähern. Wir brauchen heilige Zeichen, um zu Ihm zu gehen. Unser Körper muß sich hinknien, damit unsere Seele von Gott umarmt werden kann. Wir müssen uns vom Profanen im Alltag abwenden, damit Gott uns an der Hand nehmen und zu seinem heiligen Herzen führen kann. Manchmal wird die Auffassung vertreten, daß die Liturgie durch die Verwendung profaner Musik, durch künstlich gelockerte Haltungen, durch die Beseitigung sakraler Trennungen und durch die architektonische Nivellierung der Kirchen zugänglicher gemacht werden sollte. Das ist eine tragische Illusion. All diese Optionen führen uns von Gott weg, anstatt uns Ihm näherzubringen.
Da Sie mich nach dem Motu proprio Traditionis custodes fragen, möchte ich mich ausdrücklich dazu äußern. In der Kirche gibt es ein tiefes Unbehagen und ein echtes Leiden an der Liturgie. Dies beweist, daß die vom Zweiten Vatikanischen Konzil angestrebte Reform noch nicht abgeschlossen ist. Sie hat ihr Gleichgewicht noch nicht gefunden.
Benedikt XVI., der das Zweite Vatikanische Konzil treu liest, hat uns definitiv gelehrt, daß die alte Liturgie und die neue Liturgie weder widersprüchlich noch gegensätzlich sind, sondern in organischer Kontinuität gedacht werden müssen. Das ist eine Lehre, die sich inzwischen durchgesetzt hat. Papst Franziskus seinerseits erinnerte uns daran, daß sich diese beiden Liturgien nicht als zwei einander fremde Welten nebeneinander entwickeln sollten. Er lehrt auch nachdrücklich, daß das Zweite Vatikanische Konzil die Praxis dieser beiden Liturgien leiten und erhellen sollte. Allzu oft sind die Liturgien der Pfarreien jedoch nicht konzilstreu. Zum Beispiel: Kommt dem Gregorianischen Gesang die Stellung zu, die verlangt wird?
Von nun an und in den kommenden Jahren wird es Aufgabe der Bischöfe und Päpste sein, die praktischen Konsequenzen daraus zu ziehen. Es ist richtig, daß sich die derzeitige liturgische Praxis weiterentwickeln muß. Sie muß die besten Elemente des Alten im Lichte des Konzils integrieren. Die Zelebrationsrichtung ad Deum bzw. zum Kreuz, der weitgehende Gebrauch der lateinischen Sprache, die Verwendung des alten Offertoriums und der Gebete, die „zu Füßen des Altars“ [Stufengebet] gesprochen werden, der wichtige Platz, der der Stille eingeräumt wird, sind für mich Elemente, die es ermöglichen würden, endlich den liturgischen Frieden zu erreichen und die Reform durchzuführen, die das Zweite Vatikanische Konzil wirklich wollte und die wir noch nicht erreicht haben.

Quelle: Katholisches.info

Nachrichtensendung vom 01.07.2022

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Adventssendung vom 15.12.2018

 

 

 

 

 

 

Advent und Liturgie theologisch erklärt Teil 2.