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Mittwochskolumne 23.03.2022

Verkündigung des Herrn – Weihen wir unsere Herzen Maria

Bern (novaradio.ch): Der Krieg in der Ukraine muss jeden Christen traurig machen. Traurig auch deshalb, weil es jahrelang nicht gelungen ist, diesen Krieg zu vermeiden. Ich habe es bereits vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich es nicht verstehe, wie wenig Menschen sich an Friedensdemonstrationen beteiligen. Vor allem für Christen, unabhängig davon, welcher Konfession sie angehören, müsste es jetzt zentral sein, sich für den Frieden einzusetzen. Stattdessen wird in den Medien und leider auch im privaten Umfeld nur Hass gepredigt. Wenn der Papst am kommenden Freitag, am Fest Verkündigung des Herrn, die Ukraine und Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens weiht, müssen wir alle ebenfalls unsere Herzen der Gottesmutter anvertrauen. Denn nicht nur in der Ukraine herrscht Krieg, sondern oft auch in unseren Herzen und in unserer Gesellschaft. Wir führen auch in unserem Land Krieg: Krieg gegen die Ungeborenen, gegen die Behinderten, gegen die Alten und Einsamen – schlussendlich gegen Gott. Wenn uns dies nicht endlich bewusst wird, steuern wir auf eine Katastrophe zu, die noch schlimmer ist als diejenige, welche die Menschen momentan in der Ukraine erleiden. Häuser und Städte kann man schnell wieder aufbauen, für zerstörte und entleerte Seelen braucht es mehr Zeit, diese wieder aufzubauen und mit Leben zu füllen.

Das Fest Verkündigung der Herrn macht uns darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dem Willen Gottes zu vertrauen. Maria vertraute dem Wort Gottes und machte dadurch die Geburt des Heilands möglich. Maria vertraute jedoch nicht blind. Sie fragte kritisch nach, wie denn die Geburt eines Kindes möglich ist, wenn sie sich doch entschieden hat, jungfräulich zu bleiben. Das Gespräch Mariens mit dem Erzengel Gabriel lehrt uns, wie wahrer Glaube sein muss. Es ist kein naiver Glaube, sondern ein reifer und trotzdem von Vertrauen geleiteter Glauben an die Güte Gottes. Gott hat dem Menschen eine Vernunft gegeben, die dieser auch gebrauchen soll. Die Vernunft darf aber nicht die Existenz Gottes und seine Vollmacht infrage stellen, da sie sonst ihre Möglichkeiten übersteigt. Nutzen wir unsere Vernunft wie Maria zur Ehre Gottes und nicht um Gott zu leugnen, wie es heute in unserer Gesellschaft oft der Fall ist. Bitten wir Gott, dass er uns ein Herz schenkt, das wie Mariens Herz offen für die Liebe Gottes ist. Schaffen wir Frieden in unserem Herzen, so tragen wir dazu bei, dass sich der Frieden auf der ganzen Welt ausbreitet. rc