Der Besuch von Papst Leo XIV. in Angola hat am vergangenen Sonntag einen emotionalen Höhepunkt erreicht. Vor einer beeindruckenden Kulisse von über 100.000 Gläubigen in Kilamba und am geschichtsträchtigen Heiligtum von Muxima richtete das Kirchenoberhaupt eindringliche Worte an das Volk und die politische Führung des Landes.

Ein Appell gegen die Spaltung: Die Messe in Kilamba

Am Vormittag feierte der Papst eine feierliche Freiluftmesse in Kilamba, nahe der Hauptstadt Luanda. In seiner Predigt ging er direkt auf die tiefen Wunden ein, die der jahrzehntelange Bürgerkrieg hinterlassen hat. Er mahnte, dass wahre Heilung nur durch aktive Versöhnung und das Überwinden von Eigennutz möglich sei. Besonders scharf kritisierte er eine „Logik der Ausbeutung“ und forderte die Elite auf, das Gemeinwohl über persönliche Interessen zu stellen.

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„Vom Ort der Ketten zur Freiheit“: Die Botschaft von Muxima

Am Nachmittag reiste der Heilige Vater zum nationalen Marienheiligtum „Mama Muxima“. Dieser Ort, der historisch eng mit dem Sklavenhandel verknüpft ist, diente dem Papst als kraftvolles Symbol für die Transformation. Nach dem gemeinsamen Rosenkranzgebet richtete er eine bewegende Botschaft an die Gläubigen:

„Muxima bedeutet ‚Herz‘. An diesem Ort, der Zeuge so vieler Tränen und der Entwürdigung durch den Sklavenhandel war, bitten wir heute um ein neues Herz. Möge die Gottesmutter uns helfen, die Ketten der modernen Sklaverei – der Gier, der Korruption und der Gleichgültigkeit – zu sprengen. Lassen Sie uns diesen Ort nicht als Mahnmal des Leids, sondern als Quelle einer neuen Freiheit begreifen.“

Er wandte sich zudem speziell an die Jugend, die er ermutigte, den Widerstand gegen Resignation zu proben und eine Zukunft ohne Korruption aufzubauen.

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Die Heilung der Erinnerung

In seiner Ansprache nach dem Rosenkranzgebet am Heiligtum „Mama Muxima“ ging der Papst einfühlsam auf die dunkle Geschichte des Ortes ein. Wo früher Menschen in Ketten auf ihre Verschiffung warteten, stehe heute ein Symbol der mütterlichen Liebe.

Er betonte, dass die Geschichte nicht ignoriert werden dürfe, aber durch den Glauben verwandelt werden könne:

„Muxima bedeutet ‚Herz‘. An diesem Ort, der Zeuge so vieler Tränen und der Entwürdigung des Menschen durch den Sklavenhandel war, bitten wir heute um ein neues Herz. Möge die Gottesmutter uns helfen, die Ketten der modernen Sklaverei – der Gier, der Korruption und der Gleichgültigkeit – zu sprengen. Lassen Sie uns diesen Ort nicht als Mahnmal des Leids, sondern als Quelle einer neuen Freiheit begreifen, die aus der Versöhnung erwächst.“

Bildquelle: vatikannews.va

Die wichtigsten Kernpunkte der päpstlichen Reden:

  • Heilung der Erinnerung: Die schmerzhafte Geschichte Angolas darf nicht vergessen, muss aber durch Vergebung in eine Kraft für den Aufbau verwandelt werden.
  • Gegen die „Selbstvergötterung“: Ein klarer Appell gegen Gier und den Kult um Macht und Geld, der die Armen vernachlässigt.
  • Schutz der Schöpfung: Kritik an rücksichtslosem Ressourcenabbau, der Umwelt und Menschen schadet.
  • Solidarität: Ein Gebet für die Opfer der jüngsten Überschwemmungen in Benguela und der Ruf nach globaler Geschwisterlichkeit.

Ausblick: Montag, 20. April 2026 – Mission in Saurimo

Der heutige Montag führt den Papst in den Osten des Landes nach Saurimo (Provinz Lunda Sul). Der Tag steht ganz im Zeichen der sozialen Nähe und der regionalen Gemeinschaft:

  • Vormittag: Besuch eines Seniorenheims in Saurimo, um die Bedeutung der älteren Generation als „Weisheit des Volkes“ zu würdigen.
  • Mittag (12:15 Uhr): Grosse Heilige Messe auf der Esplanade von Saurimo, zu der Zehntausende aus der Region erwartet werden.
  • Abend: Rückkehr nach Luanda und Begegnung mit dem Klerus sowie Ordensleuten in der Pfarrei „Unserer Lieben Frau von Fatima“.

Am morgigen Dienstag wird der Papst seine Reise fortsetzen und nach Äquatorialguinea weiterreisen.

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