Das Bundesamt für Statistik hat jüngst die neusten Zahlen zu Schwangerschaftsabbrüchen veröffentlicht: 12’301 Kinder starben im Jahr 2025 durch Abtreibungen. In der offiziellen Sterblichkeitsstatistik der Schweiz tauchen diese Zahlen jedoch nicht auf. Eine Gegenüberstellung, die angesichts der aktuellen Debatte rund um den anstehenden «Marsch fürs Läbe» zu denken gibt und Grundsatzfragen zum Lebensschutz sowie zu den Grundrechten aufwirft.
Eine offizielle Statistik und ihre blinden Flecken
Die neusten Publikationen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeichnen ein deutliches Bild, wenn man die Daten genauer analysiert. Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 12’301 Schwangerschaftsabbrüche registriert. In den regulären Tabellen der nationalen Sterblichkeitsstatistik finden diese ungeborenen Kinder jedoch keine Erwähnung.
Setzt man diese Zahlen jedoch in Bezug zu den verstorbenen Einwohnern der Schweiz, entsteht ein drastisches Bild: Würden die durch Abtreibung gestorbenen Kinder in der Statistik mitberücksichtigt, läge die Gesamtzahl der verstorbenen Menschen unter 65 Jahren nicht bei den offiziell ausgewiesenen 8’176, sondern bei 20’477. Das bedeutet, dass rund ein Viertel aller Todesfälle in dieser Altersgruppe auf Schwangerschaftsabbrüche zurückzuführen wäre. Eine Zahl, die nicht nur schockiert, sondern gerade vor dem Hintergrund des anhaltenden demografischen Wandels und der Überalterung der Gesellschaft fundamentale Fragen an die Zukunft der Schweiz stellt.
Fokus 2026: Die Rolle des Mannes im Zentrum
Vor diesem Hintergrund bereiten sich die Organisatoren auf die diesjährige Kundgebung vor. Am Samstag, 19. September 2026, findet die nationale Veranstaltung in Zürich-Oerlikon statt. Das diesjährige Motto setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt: Unter dem Titel «Together for life – Männer im Fokus vom Marsch fürs Läbe!» möchten die Veranstalter die Verantwortung und die Rolle der Männer und Väter beim Thema Lebensschutz sichtbarer machen.
Für ein Baby sollte der Bauch der Mutter der sicherste Ort sein. Doch auch die Mutter braucht Sicherheit – den Vater des Kindes an ihrer Seite, der mit ihr gemeinsam Ja zum Kind sagt, selbst wenn die Situation schwierig erscheint. Das Organisationskomitee betont, dass der Mann viel zu oft die Frau mit der Entscheidung allein lässt, sie zur Abtreibung drängt oder gar keine Chance bekommt, Verantwortung zu übernehmen («Es ist meine Entscheidung!»). Beim diesjährigen Marsch fürs Läbe kommen deshalb bewusst Männer und Väter zu Wort, um Mut zu machen, auch bei überraschenden Schwangerschaften für Partnerin und Kind einzustehen.
Scharfe Kritik an der Zuweisung nach Zürich-Oerlikon
Für erhebliche politische und rechtliche Diskussionen sorgt jedoch bereits im Vorfeld der Austragungsort. Die Stadt Zürich hat den Kundgebungsort erneut nach Zürich-Oerlikon an den Stadtrand verlegt. Die städtischen Behörden begründen diesen Schritt primär mit komplexen Sicherheitsüberlegungen und der Vermeidung von Konfrontationen mit Gegendemonstranten.
Seitens des Organisationskomitees stösst diese Entscheidung auf entschiedenen Widerstand. Nach Auffassung der Veranstalter greift die Begründung der Stadt zu kurz und verkennt die eigentliche Ursache des Problems:
«Wer Sicherheit gewährleisten will, muss die Quelle der Aggression begrenzen – nicht jene einschränken, die ihre verfassungsmässigen Grundrechte friedlich wahrnehmen.»
Versammlungsfreiheit und die Frage der öffentlichen Wirkung
Der Veranstalter hebt hervor, dass die öffentliche Sichtbarkeit im Zentrum einer Stadt ein essenzieller Bestandteil der verfassungsmässig garantierten Versammlungs- und Meinungsäusserungsfreiheit ist. Eine Demonstration lebe vom öffentlichen Diskurs und der Wahrnehmung im Strassenbild.
Aus Sicht des OKs wird der «Marsch fürs Läbe» gegenüber anderen Kundgebungen benachteiligt: Keine andere Demonstration mit vergleichbar nationaler Ausrichtung werde systematisch in ein Aussenquartier an den Stadtrand abgedrängt. Ein Standort in Oerlikon erreiche eine bedeutend geringere Öffentlichkeit als die Zürcher Innenstadt. Dennoch kündigen die Veranstalter an, friedlich in Oerlikon Präsenz zu zeigen, während sie parallel weiter für einen öffentlichkeitswirksameren Platz in der Innenstadt kämpfen.
Veranstaltungshinweise & Programm auf einen Blick
- Datum & Ort: Samstag, 19. September 2026, Zürich-Oerlikon
- 14:00 Uhr: Eintreffen, Gemeinschaft, Infostände & Bastelstand für Kinder
- 15:00 Uhr: Hauptkundgebung mit Bekenntnismarsch
- Redner & Mitwirkende: Nationalrat Nicolas Kolly (SVP, Freiburg), Georg Winkler (Männercoach, SaveOne-Kursleiter), em. Weihbischof Marian Eleganti sowie persönliche Lebensberichte
- Musik: Allianzband Baden-Wettingen, Special Guest MIKE
- Moderation: Beatrice Gall
- ca. 17:45 Uhr: Ende der Veranstaltung
Trägerschaft & Hilfsangebote:
Der «Marsch fürs Läbe» ist eine breite Aktion von evangelischen, katholischen und freikirchlichen Christen (unterstützt u.a. von PRO LIFE, Zukunft CH, Ja zum Leben, Die Schweiz betet, Schweizerische Evangelische Allianz SEA, Human Life International u.a.). Neben der Kundgebung verweisen die Organisatoren auf bestehende Hilfsnetze für Frauen und Paare in Schwangerschaftskonflikten (www.marschfuerslaebe.ch/ausweg).
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