Mittwochskolumne

Frieden

Bern (novaradio.ch): In Europa herrscht wieder Krieg. Für viele Menschen ist dies schockierend. Doch Krieg wurde in den letzten Jahren in vielen Ländern auf der Erde geführt. In Syrien starben unglaublich viele Menschen. Ebenfalls im Irak und in anderen Teilen der Welt. Wenn wir als Christen daran glauben, dass jeder Mensch vor Gott gleich ist, müssen uns alle Kriege auf der Welt schockieren, nicht nur diejenigen, die in Europa stattfinden. Wichtig wäre auch, dass wir uns fragen, was wir persönlich dafür tun können, um der Welt Frieden zu schenken. Heute fängt die Fastenzeit an, die Zeit der Umkehr. Sicherlich sind Gebet und Fasten ganz wichtige Mittel, um der Welt Frieden zu schenken. Als Katholiken sind wir aber auch Menschen der Tat. Wir müssen aktiv handeln, um Frieden zwischen den Nationen zu fördern. Es braucht die katholische Stimme der Nächstenliebe dringlicher denn je. Wenn sogar Politiker, die sonst gegen das Militär sind, nun Aufrüstung fordern, sehen wir, wie stark das christliche Element in Politik und Gesellschaft fehlt. Die Welt braucht Christus, nicht Waffen. Jeder Katholik soll sich nun bemühen, auf nationalistische Kriegsrhetorik zu verzichten und den Frieden im Alltag zu leben. Beginnen wir damit, den Frieden in unserem eigenen Herzen zu suchen. Nutzen wir die Fastenzeit, um uns Gott wieder zu nähern. Nutzen wir auch die Fastenzeit, um unseren Mitmenschen zu dienen. Wir können als Individuen keine geopolitischen Kriege, die momentan stattfinden, stoppen. Aber wir können in unserem Umfeld dafür sorgen, dass der Frieden im Kleinen vorherrscht. Als Kind habe ich den Krieg im ehemaligen Jugoslawien sehr nah mitverfolgt. Ich bin stolz auf viele Kroaten, Serben und Bosnier, die es nach dem Krieg in den 90er Jahren geschafft haben, auf zwischenmenschlicher Ebene Frieden zu schliessen. Dabei hat der Glaube an Jesus Christus eine grosse Rolle gespielt. Nach dem zweiten Weltkrieg waren es auch die katholischen Politiker wie de Gaulle und Adenauer, die den Frieden in Europa förderten. Der Christ ist ein Mensch des Friedens. Wenn alle Menschen erkennen würden, dass es wichtiger ist, in Christus Brüder und Schwestern zu sein, anstatt irgendeiner Nation anzugehören, würden Kriege der Vergangenheit angehören. Mich hat kürzlich jemand gefragt, ob ich mich als Kroate, Ungare oder Schweizer fühle. Die Antwort war für mich sehr klar. Als katholischer Christ. Als allumfassender, die Grenzen der Nationen überwindender Christ.  

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