Mittwochskolumne: Was ist die Kirche?

Bern (novaradio.ch): Nach Ostern bewegen wir uns auf Pfingsten zu, das als Anbeginn der Kirche gefeiert wird. Dieses Nähern auf Pfingsten sollte uns motivieren, uns die Frage zu stellen, was die Kirche eigentlich ist. Benedikt XVI. hat einmal darauf hingewiesen, dass die Kirche nicht in erster Linie eine Institution oder ein Moralsystem ist, sondern dass wir als Christen Jesus folgen. Wir folgen als Christen dem menschgewordenen Wort Gottes. Für mich ist dies eine ganz zentrale und wichtige Definition. Die Kirche besteht nicht in erster Linie aus schönen Kirchen, aus einer schönen Liturgie oder schönen religiösen Texten und Gesängen, schon gar nicht besteht die Kirche aus einer Steuergemeinschaft (wie in vielen Kantonen der Schweiz): Die Kirche besteht aus Menschen, die bereit sind, Jesus Christus zu folgen und seinen Willen zu erfüllen. Alle Glieder der Kirche, vom Papst bis zum einfachen Laien, müssen sich ständig die Frage stellen, was der Wille Jesu ist. Ich möchte damit nicht in Abrede stellen, dass es eine Hierarchie braucht, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass unser Glaube ganz auf Jesus Christus gegründet ist. Er ist der Weg, auf dem wir schreiten und er ist die Wahrheit. Als Christen dürfen wir daher nicht in eine Lethargie und Nostalgie verfallen, wenn es darum geht, diese Wahrheit zu verkünden. Viele Menschen sind traurig darüber, dass das Pfarreileben nicht mehr so ist wie früher. Sie trauern den Zeiten nach, als sich alle noch im Dorf und in der Pfarrei gekannt haben. Dieses Nachtrauern nach vergangenen Zeiten bringt nichts. Der Christ muss sich an die Begebenheiten anpassen, die heute vorherrschen und er (oder sie) muss versuchen, Christus in allen möglichen Situationen nachzufolgen, ohne seinen Willen und seine verkündete Wahrheit zu relativieren. Ich kann Menschen, welche äussere Umstände dafür verantwortlich machen, dass sie nicht mehr ihren Glauben praktizieren, nicht verstehen. Wenn beispielsweise im eigenen Dorf nicht mehr die Heilige Messe angeboten wird, dann müssen wir halt bereit sein, längere Wege in Kauf zu nehmen, um die Eucharistie zu feiern. In religiösen Fragen dürfen wir nicht faul sein, sondern willig, um aus unseren Gewohnheiten und unserer Bequemlichkeit auszubrechen. Denken wir an die ersten Jünger, die Juden waren und das Christentum annahmen. Wie flexibel mussten sie sein, um den Glauben anzunehmen und zu praktizieren? Ist es heute zu viel verlangt, dass wir auf unsere Bequemlichkeit zugunsten einer authentischen Kirche verzichten? Bitten wir Jesus, dass er uns die Kraft schenkt, ihm zu folgen. Schreiten wir auf Pfingsten zu, indem wir den Willen Jesu ständig versuchen zu erfüllen. DR

NEWS: Kardinal Grech distanziert sich von FS

Kardinal Mario Grech, der Generalsekretär des Generalsekretariats der Bischofssynode, erklärte in einem Interview, daß die umstrittene Homo-Erklärung Fiducia supplicans in keinem Zusammenhang mit der Synodalitätssynode stehe, weder mit dem bereits stattgefundenen noch dem bevorstehenden Teil. Ist das eine Form der Distanzierung?

Der Malteser Mario Grech machte unter Papst Franziskus eine steile Karriere. Als Bischof von Gozo, einer Diözese mit gerade einmal 28.000 Katholiken, kleiner Suffragan des Erzbischofs von Malta, katapultierte sich Msgr. Grech 2016 auf das internationale Parkett, als die Maltesische Bischofskonferenz, als erste weltweit, bergoglianische Richtlinien für die Umsetzung der umstrittenen nachsynodalen Erklärung Amoris laetitia einführte,.

Dem Papst war Msgr. Grech bereits im Zuge der ersten Familiensynode 2014 durch eine sehr „inklusive“ Rede bezüglich „Personen in komplexen familiären Situationen“, Homosexuellen und Eltern von Homosexuellen aufgefallen. Als Vorsitzender der Maltesischen Bischofskonferenz hatte er eine sichere Eintrittskarte auch zur zweiten Familiensynode, auf der er seine Ausführungen vertiefte. Er gilt als Hauptautor der maltesischen Richtlinien für Amoris laetitia.

Papst Franziskus wußte das und auch Interventionen politischer Art, etwa zur Migrationsagenda und Kritik am damaligen italienischen Innenminister Matteo Salvini (Lega), zu schätzen und ernannte den Erzbischof von Malta, Msgr. Charles Scicluna, zum beigeordneten Sekretär der römischen Glaubenskongregation und Bischof Grech zum Pro-Generalsekretär der Bischofssynode.

Dann zog der Suffragan an seinem jüngeren Erzbischof vorbei, indem Grech im September 2020 nicht nur zum Generalsekretär der Bischofssynode aufrückte, sondern im selben Jahr von Franziskus auch zum Kardinal kreiert wurde. Als verläßlicher Parteigänger Santa Martas ist er heute auch Mitglied des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und des Dikasteriums für die Bischöfe. Der 67jährige Malteser gilt in Rom als entschlossen, einflußreich, wenn auch intern nicht unbedingt als Sympathieträger.

Grech stellte sich vor zwei Jahren öffentlich auch hinter den deutschen Synodalen Weg, denn er vertraue den deutschen Bischöfen, „daß sie wissen, was sie tun“.

Habe von Fiducia supplicans erst erfahren, als es veröffentlicht wurde
Am vergangenen Wochenende äußerte sich der Kardinal in einem Interview in Irland hingegen bemerkenswert zurückhaltend. Er war Hauptredner der Konferenz „Synodality Explored: Facing the Future Together“ („Synodalität erkunden: Die Zukunft gemeinsam angehen“), die am nationalen irischen Marienheiligtum in Knock in der Grafschaft Mayo stattfand. Dort gab er Sarah MacDonald von OSV News ein Interview, das am Montag veröffentlicht wurde.

Die Kernaussage Grechs lautete: Die Erklärung Fiducia supplicans des Glaubensdikasteriums über die Zulassung von Segnungen für Homo-Paare und andere irreguläre Verbindungen stehe in keinem Zusammenhang mit der Synodalitätssynode und werde auch keinen Einfluß auf diese haben.

Grech legte in dem Interview Wert auf die Feststellung, nicht über das Veröffentlichungsdatum oder den Inhalt von Fiducia supplicans informiert gewesen zu sein. Er habe das Dokument „wie jeder andere auch“ erst „zur Kenntnis genommen, als es veröffentlicht wurde“. Er wolle damit nicht sagen, daß sein Amt konsultiert hätte werden müssen, denn jedes Dikasterium habe „das Recht und die Pflicht, mit der Kirche zu kommunizieren. Das ist die normale Praxis der römischen Kurie.“ Faktisch sagte Kardinal Grech damit aber genau das, denn Fiducia supplicans wurde vor allem mit Verweis auf die zwei Monate zuvor abgehaltene Synodalitätssynode gerechtfertigt. Wie konnte es also sein, daß die Synode der Grund oder zumindest die Ursache für die umstrittene Erklärung ist, aber der ranghöchste zuständige Kurienvertreter nichts davon weiß?

Kardinal Grech relativierte seine Kritik aber sogleich etwas mit dem Zusatz, daß die Dikasterien „dazu da sind, dem Heiligen Vater bei der Erfüllung seiner Mission zu helfen“.

Auf die Frage, ob Fiducia supplicans in den zweiten Teil der Synodalitätssynode im kommenden Herbst einfließen werde, sagte er, das Dokument habe damit „nichts zu tun“, weder mit der vorherigen Synodenversammlung noch mit der bevorstehenden.

Kritik an Äußerlichkeiten, nicht am Substantiellen
Es wäre allerdings verwunderlich, von Kardinal Grech eine substantielle Kritik an der päpstlichen Homo-Agenda zu hören. In der Tat erinnerte der Synoden-Generalsekretär in bezug auf die Synodalität und kontroverse Themen wie Homo-Beziehungen daran, wie auf der Synodalitätssynode im Herbst 2023 die Frage „der Integration von Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung in einem der Entwürfe des Syntheseberichts aufkam, wobei der Begriff ‚LGBTQ‘ verwendet wurde“.

„Wir haben festgestellt, daß einige Leute Schwierigkeiten mit dieser Formulierung hatten und haben sie geändert. Wir haben nicht den Inhalt, sondern den Wortlaut geändert, und auf diese Weise haben wir eine Mehrheit der Stimmen erhalten. Hätten wir die Formulierung beibehalten, wäre die Abstimmung sicher nicht so ausgefallen.
Wir müssen die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten aller berücksichtigen, denn unsere Aufgabe ist es, einen Konsens zu finden und als Kirche zu lernen, wie man zu etwas kommt, dem ein möglichst breites Spektrum zustimmt.“

Das klingt weder lehramtlich überzeugend noch vertrauenserweckend, sondern nach Taktik und Demokratisierungsbestrebungen.

Auch in Knock zeigte sich Kardinal Grech als Verfechter der Synodalitätsidee. Vor den Teilnehmern aus verschiedenen irischen Diözesen und Ordensgemeinschaften hob er hervor, daß die Teilnahme an der Synodalität der Kirche helfen werde, die bereits vorhandenen Strukturen zum Funktionieren zu bringen.

Inklusion über alles, doch wer sind die Ausgeschlossenen?
Dabei betonte Grech mehrfach die Inklusionsthese von Papst Franziskus: „Ein dringendes Bedürfnis ist die Bildung, die Bildung für uns alle, ohne jemanden auszuschließen.“
Ebenso die Notwendigkeit, „daß das Volk Gottes zusammenkommt und gemeinsam lernt, ohne daß jemand ausgeschlossen wird“.

Wer aber sind die Ausgeschlossenen, um die sich die Kirchenführung so sorgt? Die einzigen wirklich Ausgeschlossenen sind Priester und Gläubige der Tradition. Doch die meinte der Kardinal natürlich nicht, denn das sind die Vergessenen, regelrechte Desaparecidos, um es mit einem Wort zu sagen, das Argentiniern ein Begriff ist. Der Rekurs auf die Inklusion ist also ein Instrument. Die „Ausgeschlossenen“ sind die Sünder, denen man nicht mehr Reue und Beichte nahelegen will, um in die Gemeinschaft zurückzukehren, sondern die Abschaffung ihrer Sünde und damit ihres sündhaftes Zustandes.

Darauf weist indirekt eine weitere Aussage Grechs hin, indem er erklärte, daß sich zwar „das Evangelium nicht ändern wird, aber mein Verständnis des Evangeliums kann sich ändern“, und daß die Kirche in den zwei Jahrtausenden ihrer Geschichte mit diesem dynamischen Verständnis vorangegangen sei.

Demgegenüber wirken Aussagen wie die folgende wie inhaltsleere Füllsätze. Als ein Konferenzteilnehmer nach den Grenzen der Synodalität fragte, sagte Kardinal Grech, er habe immer betont, daß sich der synodale Prozeß im Lichte des Wortes Gottes, der Tradition und des Lehramtes weiterentwickeln müsse. Um ergänzend hinzuzufügen, daß er daher keine Gefahr sehe, daß ein synodaler Ansatz den Glauben der Menschen gefährden könnte.

Wenn diese Gefahr nicht gegeben ist, warum spricht der Kardinal dann darüber?

Das Interview von Kardinal Grech läßt eine verhaltene Distanzierung von Fiducia supplicans erkennen, die allerdings nicht inhaltlicher Natur ist, sondern so verhalten, daß sie Kritikern von Fiducia supplicans zwar auffallen muß, aber Santa Marta nicht verärgert und vor allem ganz bergoglianisch bleibt. Zudem wurde das Interview in Irland geführt, wo die Bevölkerung soeben erst in einer Volksabstimmung der Gender-Ideologie eine Absage erteilte.

Positioniert sich Kardinal Grech für die Nach-Bergoglio-Zeit, als Bergoglianer ohne Bergoglio?

Quelle: Katholisches.info

NEWS: Vatikan will mit China Vertrag verlängern

Der Heilige Stuhl beabsichtigt das Geheimabkommen mit der Volksrepublik China ein weiteres Mal zu erneuern. Dies bestätigte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gegenüber LifeSiteNews.

Das Abkommen geht auf den Herbst 2018 zurück und war auf zwei Jahre befristet. Seither wurde es 2020 und 2022 verlängert. Im Oktober 2024 läuft es wieder aus. Der Inhalt des Abkommens ist bis heute geheim. Nur soviel ist bekannt, daß es um den Modus der Bischofsernennungen geht. Papst Franziskus soll das Nominierungsrecht an die kommunistischen Machthaber in Peking abgetreten haben, was indirekt durch die Praxis der seither erfolgten Bischofsernennungen bestätigt wird.

Der schärfste Kritiker des Abkommens, Kardinal Joseph Zen, emeritierter Bischof von Hongkong und graue Eminenz der chinesischen Untergrundkirche, verurteilte das Abkommen wegen seiner Intention schon vor seiner Unterzeichnung. Er hält an seiner Kritik fest, daß Rom vor Peking kapituliert habe, das Abkommen tot sei, aber damit Chinas Katholiken dem kommunistischen Regime ausgeliefert wurden. Für seinen Widerstand wurde er mit Gerichtsverfahren überzogen. Der Kardinal, der für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, paßt in kein politisches Schema, weshalb er vom Nobelpreiskomitee nicht berücksichtigt wurde und wegen seiner Kritik am aktuellen Pontifikat auch in Rom zu den unerwünschten Personen gehört. So warf er dem Sekretariat der Synodalitätssynode vor, „sehr effektiv in der Kunst der Manipulation“ zu sein, und forderte Ende Januar den Rücktritt von „Pornopräfekt“ Tucho Fernández.

Der Vatikan beharrt hingegen darauf, so auch Papst Franziskus, ohne auf Details einzugehen, daß das Abkommen „funktioniert“ Im Juli 2023 hatte Kardinalstaatssekretär Parolin erklärt, warum der Heilige Stuhl das Abkommen akzeptiert.

Die Bekehrung Chinas
Die bis heute nicht durchschlagenden Bekehrungsversuche Chinas spiegeln eine ebenso spannende wie dramatische Geschichte wider. Der Glauben an Jesus Christus gelangte spätestens 635 nach China, zur gleichen Zeit, als sich im Nahen Osten der Islam auszubreiten begann. Die ersten Missionare waren Nestorianer der ostsyrischen Heiligen Apostolischen und Katholischen Kirche des Ostens, so die Selbstbezeichnung, die sich 424 auf dem Gebiet des persischen Sassanidenreiches von der katholischen Kirche getrennt hatte.

Sie bekehrten eine Reihe von Turk- und Mongolenvölkern zu Christus, darunter die Naimanen, Ogusen, Keraiten, Mekiten und Uiguren.

1299 erbaute der italienische Franziskaner Giovanni da Montecorvino, der noch eine bedeutende nestorianische Präsenz in China vorfand, in Kambaluk, dem heutigen Peking, die erste katholische Kirche, die 1307 zur ersten katholischen Kathedrale des Landes wurde.

Wie auch zuletzt 1949 mit der kommunistischen Machtübernahme machten immer wieder politische Umbrüche das Erreichte zunichte. Das seit 2018 geltende Geheimabkommen erbrachte zwar eine einseitige Vorleistung von Papst Franziskus, indem er alle schismatischen regimehörigen Bischöfe anerkannte, doch umgekehrt wurde die Frage der Patriotischen Vereinigung, der vom Regime geschaffenen schismatischen Parallelkirche, nicht geklärt.

Vatikan hält am Geheimabkommen fest
Nach einem langen Stillstand ging es dann zu Jahresbeginn Schlag auf Schlag, als innerhalb weniger Tage drei neue Bischöfe im Rahmen des Geheimabkommens ernannt wurden.

Kardinalstaatssekretär Parolin bekräftigte nun gegenüber Michael Hynes, dem Vatikan-Korrespondenten von LifeSiteNews, bezüglich einer Erneuerung des Geheimabkommens:

„Wir hoffen, es zu erneuern. (…) Auch zu diesem Punkt stehen wir im Dialog mit unseren chinesischen Gesprächspartnern.“

Das deckt sich mit der Linie des kommunistischen Regimes. Wang Wenbin, Sprecher des volkschinesischen Außenministeriums, sagte am 2. Februar:

„In den vergangenen Jahren haben China und der Vatikan die Kommunikation aufrechterhalten, und das Interimsabkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen wurde gut umgesetzt. China ist bereit, die Beziehungen zum Vatikan im Geiste des gegenseitigen Respekts und des gleichberechtigten Dialogs zu verbessern.“

Die Aussage ist zum Großteil eine Standardfloskel, mit der die chinesische Diplomatie eine Nicht-Aversion signalisiert. Sie wird seit der Unterzeichnung des Geheimabkommens vor bald bald sechs Jahren verwendet, ganz egal ob in der betreffenden Zeit Bischöfe im Einvernehmen mit Rom oder einseitig ernannt oder sogar verhaftet wurden. Die Regeln des Spiels diktiert, soviel scheint offensichtlich, Peking.

Zunehmende geopolitische Unruhe
Immerhin akzeptiert das kommunistische China, zumindest in rudimentären Ansätzen, eine eigenständige Rolle des Heiligen Stuhls. Dieser unterhält nämlich als nur mehr einer von zwölf Staaten diplomatische Beziehungen mit der Republik China, dem anderen China, das nach dem Bürgerkrieg, in dem die Nationalchinesen den Rotchinesen unterlagen, 1949 auf der Insel Taiwan (Formosa) errichtet wurde.

Offizielle diplomatische Vertretungen zwischen Rom und Peking gibt es hingegen seit 75 Jahren nicht mehr. Von den Staaten, die solche wollen, verlangen die Kommunisten, die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abzubrechen. Das haben fast alle der weltweit derzeit 193 anerkannten Staaten getan, auch die USA, bereits 1979. Auf niederschwelliger Ebene sind die Beziehungen natürlich aufrechtgeblieben. Taiwan lebt vom Schutz durch die USA.

Auf Insel-China sind derzeit zwei Bewegungen im Gange: einmal die Entsorgung des Personenkultes um den 1975 verstorbenen Staatsgründer Tschiang Kai-schek, dem Anführer von Nationalchina, der übrigens ein Schwager von Mao Tse-tung, dem Anführer von Rotchina, war; zum anderen die massive Aufrüstung der Insel. Beide Staaten, Festland-China und Insel-China, betrachten China als Einheit und leiten daraus gegenseitige Ansprüche ab. Die Situation ist vergleichbar dem Dualismus BRD und DDR und Nordkorea und Südkorea als Folge des Ost-West-Konfliktes nach 1945.

Insgesamt sind die weltweiten Militärausgaben so hoch wie nie zuvor, das gilt auch für den Fernen Osten, wie das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) soeben in einem Bericht vorlegte. Sie sind 2023 gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent angestiegen. Die Welt rüstet auf. Der Konflikt zwischen der Volksrepublik China und der Republik China gilt nach dem Ukrainekrieg und dem Nahost-Konflikt als die dritte große Gefahrenzone für einen bewaffneten Zusammenprall.

In diesem Kontext agiert die vatikanische Diplomatie.

Quelle: Katholisches.info

Programmhinweis: Was sind die Apokryphen?

Ab nächster Woche werden wir sie informieren (in einigen Teilen) was die Apokryphen sind.

NEWS: FREISPRUCH

LUGANO / BELLINZONA – Freigesprochen. Dies ist das Urteil des Strafgerichts von Bellinzona gegen Manfred Hauke, Professor an der Theologischen Fakultät von Lugano (FTL), die seit 2021 mit der USI verbunden ist. Laut Richterin Petra Vanoni „gibt es in dem Artikel keine abwertenden Begriffe gegen homosexuelle Menschen im Allgemeinen oder Homosexualität selbst. Aus dem Text geht keine diskriminierende Ideologie hervor.“

Die Vorwürfe – Nach der Beschwerde des Schweizerischen Verbandes der Homosexuellen und Bisexuellen Pink Cross wurde dem Lehrer Diskriminierung und Aufstachelung zum Hass vorgeworfen: Als Redakteur hatte er sich für die Veröffentlichung eines Artikels in einer deutschen Zeitschrift ausgesprochen, in dem Homosexuelle innerhalb der Kirche mit Krebs und einer Mafia verglichen wurden.

Der Theologieprofessor Manfred Hauke durfte am Montag aufatmen. Die Einzelrichterin Petra Vanoni vom Strafgericht in Bellinzona sprach ihn vom Vorwurf frei, gegen das Diskriminierungsverbot verstossen und zu Hass gegen Homosexuelle aufgerufen zu haben. Sie hob einen Strafbefehl der Tessiner Staatsanwaltschaft auf, die Hauke im Dezember 2022 zu einer bedingten Geldstrafe von 9450 Franken sowie einer Busse in Höhe von 1800 Franken verurteilt hatte. Statt einer Busse erhält der in Lugano lehrende Theologe nun eine Entschädigung von 20 000 Franken, mit der er das Honorar seines Strafverteidigers Luigi Mattei begleichen kann.

«Plage» und «Krebsgeschwür»

Im Mittelpunkt des Justizfalls steht ein äusserst umstrittener Aufsatz mit mutmasslich homophoben Passagen, der 2021 in der konservativen katholischen Monatszeitschrift «Theologisches» erschienen ist, für die Hauke als Herausgeber verantwortlich zeichnet. Autor des Artikels mit dem Titel «Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen» war der polnische Theologe Dariusz Oko. Dieser spricht in seinen Ausführungen im Zusammenhang mit Homosexuellen unter anderem von «rücksichtslosen Parasiten», «Plage», «Krebsgeschwür, das sogar bereit ist, seinen Wirt zu töten» und «Homomafia».

Die Einzelrichterin Vanoni kritisierte zwar das grobe Vokabular, konnte aber – im Gegensatz zur Staatsanwältin – keinen Verstoss gegen die Rassismusstrafnorm (Artikel 261bis des Schweizerischen Strafgesetzbuches) feststellen, die im Jahr 2020 um das Verbot des Hasses wegen sexueller Orientierung erweitert worden war. Es habe sich um eine lange wissenschaftliche Fachpublikation gehandelt, die sich nicht allgemein über Homosexuelle ausgelassen habe, sondern sich um deren Einfluss in der katholischen Kirche gedreht habe. Sie sezierte die inkriminierten Passagen im Detail im deutschen Original und in der italienischen Übersetzung mitsamt Fussnoten, um den jeweiligen Kontext herzustellen. Zwei in der Anklageschrift zitierte Abschnitte waren ihrer Meinung nach äusserst grenzwertig, etwa die folgende Aussage: «Es ist auch wichtig zu wissen, dass etwa 20 Prozent der Homosexuellen eine ephebophile oder päderastische Vorliebe haben, was eine ihrer typischen Störungen ist.»

Quelle: tio.ch, nzz

Im Gespräch mit: Pater Martin Ramm FSSP

Pater Martin Ramm, von der Petrusbruderschaft Schweiz, stellte sich den Fragen von Davor Novakovic zum neuen Buch „Heiliges Land“.

Erklärung der Liturgie: Teil 13

NEWS: TC in Baltimore

Erzbischof Lori von Baltimore exekutiert Traditionis Custodes

Erzbischof William Lori von Baltimore hat mitgeteilt, daß das römische Indult für die weitere Feier der überlieferten Liturgie in der Pfarrkirche St. Mary’s im August ausläuft und nicht verlängert wird. Überraschen kann das niemanden, denn wie der Erzbischof mitteilt:

bestand das Ziel des Indults darin, den Gläubigen, die an die Messe nach dem Missale von 1962 gewöhnt waren, Gelegenheit zu geben, Katechese und Information entgegenzunehmen, die sie dazu befähigen würde, den Novus Ordo von ganzem Herzen anzunehmen.

Das gibt die Zielsetzung von Traditionis Traditores in der Tat zutreffend wieder, und die Bergoglianer haben daraus auch nie ein Geheimnis gemacht.

Von Maryland GovPics – Meeting Archbishop Lori, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=144159680

Nun, die Gläubigem, die der Feier der überlieferten Liturgie anhängen, hatten inzwischen in der Katechese von Franziskus und seines Handlangers Fernandez mehr als genug Gelegenheit, zu erfahren, worum es denen geht, die am aggressivsten versuchen, die Neue Ordnung von Liturgie und Lehre durchzusetzen: Sie wollen tatsächlich mit Hilfe der neuen lex orandi eine neue lex credendi durchsetzen, die in vielem schon eine neue Religion darstellt. Eine Säkularreligion, die in vielem nicht mehr die apostolische Tradition, sondern die jeweils opportunen Strömungen des Zeitgeistes zur Richtschnut macht – bis hin zu seinen verderblichsten Spielarten.

Nicht alle, die den Novus Ordo feiern oder mitfeiern, verfolgen dieses Zeil – das kann man gerade in den USA an vielen Beispielen belegt finden. Es ist auch nicht mit Sicherheit zu belegen, daß die Architekten der neuen Ordnung bewußt auf dieses Ziel hinsteuerten. Aber 60 Jahre praktische Erfahrung, „Katechese der Realität“, wenn man so sagen kann, haben zur Genüge verdeutlicht, daß diese neue Ordnung, denen, die dieses Ziel verfolgen, reichlich Ansatzpunkte und Mittel dazu in die Hand gibt.

Und genau daraus erklärt es sich, daß die Propagandisten der neuen Säkularreligion jetzt auch Schritt für Schritt und Diözese für Diözese die Schraube weiter anziehen, um die Gläubigen in die neue Ordnung hinein zu pressen. Dazu scheuen sie auch nicht vor der Anwendung von Mitteln zurück, die man als Gewissenszwang und geistlichen Mißbrauch bezeichnen muß. Sie mißbrauchen die vielen Katholiken nachgerade in der DNA eingebaute Neigung zum Gehorsam, um den eigenen Ungehorsam und die eigene Widersetzlichkeit gegen Lehre und Tradition der Kirche durchzusetzen.

Damit stellt sich immer dringlicher die Frage, wie die Katholiken, die dieses schändliche Spiel durchschaeun, sich zur Wehr setzen können. In Baltimore – nebenbei bemerkt die älteste Diözese in den Vereinigten Staaten – gibt es jetzt nur noch eine offiziell geduldete „alte Messe“ am Sitz der Petrusbruderschaft in Baltimore selbst. Bewohner anderer Teile des Bistums werden künftig Fahrten von 90 Minuten oder länger auf sich nehmen müssen, wenn sie nicht gefahr laufen wollen, in der nächstgelegenen Novus-Ordo-Pfarrei üblen liturgischen Mißbräuchen oder häretischen Predigten ausgesetzt zu werden. Ganz abgesehen davon, daß viele es auch als Gewissenspflicht ansehen, nicht nur für sich selbst einen Meßort zu finden, an dessen Liturgie sie ohne Bauchschmerzen teilnehmen können, sondern auch ein weiterreichendes Ziel im Auge zu behalten: Alles dafür zu tun, daß auch ihre Kinder noch solche Orte der überlieferten Lehre und Liturgie vorfinden.

Einen ersten Hinweis, wie das zu erreichen ist, gibt das oben gebrauchte „offiziell geduldet“. Wo die offizielle Duldung für das, was nicht verboten und nicht geändert werden kann, entzogen wird, müssen inoffizielle Mittel gefunden werden. Das gilt umso mehr, als derzeit niemand sicher sagen kann, wie lange der Petrusbruderschaft noch offiziell gestattet wird, ihrem Gründungscharisma zu folgen.

Wie diese Mittel dann konkret aussehen, ist nach der Situation am Ort und nach der Leistungsfähigkeit der Gemeinden zu entscheiden. Eines wird aber jetzt schon deutlich: Mit der in Europa über Jahrhunderte gewachsenen Konsumentenhaltung, in der die Gläubigen eine „Grundversorgung“ mit einigermaßen solider Liturgie und Lehre als von oben gegeben voraussetzen konnten, ist es auf absehbare Zeit vorbei. Eigenaktivität wird in den kommenden wirren Zeiten eine immer stärere Rolle spielen müssen. Viele Amerikaner sind darauf entsprechend ihrer Geschichte auch recht gut vorbereitet. Für Europäer und die Deutschen insbesondere zeichnet sich großer Nachholbedarf ab.

*

Nachtrag: Die Erzdiözese Baltimore scheint zu den nicht wenigen amerikanischen Diözesen zu gehören, in denen der Novus Ordo und seine „dem modernen Menschen angemessene“ Theologie ohne größeren Erfolg eingeetzt wird, um den Bewohnern des 21. Jahrhunderts eine spirituelle Heimat zu bieten und sie auf dem Weg zum ewigen Heil voranzubringen. Gerade vor wenigen Tagen hat die Diözese Pläne veröffentlicht, die bisherige Zahl von 61 Pfarreien in der von knapp 600 000 Menschen (darunter 15% Katholiken) bewohnten Stadt Baltimore auf 21 zu verringern. Es fehlt an Priestern und die zu vielen Kirchen sind zu wenig besucht. Diverse zum Teil recht ansehnliche Komplexe von Kirche mit Pfarrhaus und Schule werden zum Verkauf kommen.

Nun scheinen 61 Pfarreien für etwa 45 000 Seelen tatsächlich sehr reichlich bemessen – zumindest aus deutscher Perspektive gesehen. Aber es hat ja wohl mal Zeiten gegeben, in denen die vielen Pfarreien – womöglich auch noch mit Kaplänen und Gemeindeschwestern angereichert – einmal gut ausgelastet waren. Vermutlich irgendwann in den finsteren Zeiten vor DEM KONZIL und dem neuen Frühling. Lang, lang ists her…

Aber vielleicht hat der Schrumpfungsplan auch sein Gutes: Wenn sich genügend Traditionalisten finden, um eine der bald frei werdenden Nicht-Mehr-Pfarrkirchen zu erwerben, in der dann ganz regulär die überlieferte Liturgie gefeiert werden könnte.

Quelle: Summorum Pontificum.de

NEWS: Zwei Kardinäle zeigen den Ausweg

Die Beiträge zweier hochrangiger Prälaten dürfen nicht ignoriert werden: die eine von Robert Kardinal Sarah, die sich am 9. April an die Bischöfe von Kamerun wandte; die andere von Walter Kardinal Brandmüller, der am 30. März per kath.net an seine deutschen Landsleute schrieb. Obwohl sie sich in ihrem Inhalt, ihrem Ton und ihrer Art unterscheiden, schlagen sie doch den gleichen Ton an: Beseelt von der wahren Liebe zur Braut Christi, appellieren diese Nachfolger der Apostel an ihre Herde, den Glauben in der Kirche wiederzuerlangen – jeder erfüllt seine besonderen Pflichten je nach seinem Stand – als Bischöfe, Priester oder Laien. Die eindringlichen Bitten der Kardinäle kommen zur Halbzeit der laufenden Synode über Synodalität.

Kardinal Sarah lobte zu Beginn seiner bewegenden Rede in Kamerun seine Mitbrüder im Bischofsamt für ihre „mutige und prophetische“ Antwort auf die Bittsteller der Fiducia, in der sie die Möglichkeit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ablehnten, die durch das vatikanische Dokument autorisiert ist. „Wenn Sie an die katholische Lehre zu diesem Thema erinnern“, so der Kardinal, „haben Sie der Einheit der Kirche sehr und zutiefst gedient. Ihr habt ein Werk der pastoralen Nächstenliebe vollbracht, indem ihr euch an die Wahrheit erinnert habt.“

Insbesondere von den afrikanischen Bischöfen wird allgemein erwartet, dass sie, wenn nötig, in der bevorstehenden zweiten Sitzung der Synode über Synodalität im Oktober eine starke Haltung zur Sexualmoral einnehmen, und Kardinal Sarah betonte, dass es „wesentlich“ sei, dass sie dies „im Namen der Einheit des Glaubens und nicht im Namen bestimmter Kulturen“ tun.

Ihr unmissverständlicher Widerstand gegen die Fiducia Supplicans war von den vatikanischen Behörden als „Sonderfall“ Afrikas abgetan worden. Diese Ablehnung wiederholte die berüchtigten Äußerungen von Walter Kardinal Kasper, der, als er während der Familiensynode 2014 über die Opposition der afrikanischen Bischöfe gegen die homosexuelle Agenda sprach, zu Protokoll gab, dass sie „uns nicht zu viel sagen sollten, was wir zu tun haben“.

Kardinal Sarah verurteilte in scharfem Gegensatz dazu die Vorstellung, dass afrikanische Bischöfe die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aufgrund bestimmter kultureller Gegebenheiten, die für Afrika spezifisch sind, ablehnen, und forderte die Bischöfe auf, sich vor der nächsten Sitzung der Synode „mit großer Wachsamkeit“ vor diesem Punkt zu hüten. Der guineische Kardinal erklärte:

„Einige im Westen wollen uns glauben machen, dass Sie im Namen des afrikanischen kulturellen Partikularismus gehandelt haben. Es ist falsch und lächerlich, ihr solche Zwecke zuzuschreiben! Einige haben in einer Logik des intellektuellen Neokolonialismus behauptet, dass die Afrikaner aus kulturellen Gründen „noch“ nicht bereit seien, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Als ob der Westen den rückständigen Afrikanern voraus wäre. Nein! Sie haben für die ganze Kirche gesprochen »im Namen der Wahrheit des Evangeliums und für die Menschenwürde und das Heil der ganzen Menschheit in Jesus Christus«. Ihr habt gesprochen im Namen des einen Herrn, des einen Glaubens der Kirche. Wann sollte die Wahrheit des Glaubens, die Lehre des Evangeliums, jemals bestimmten Kulturen unterworfen werden? Diese Vision eines Glaubens, der den Kulturen angepasst ist, zeigt, wie sehr der Relativismus die Einheit der Kirche spaltet und korrumpiert.“

Kardinal Sarah verurteilte die „Diktatur des Relativismus“ und beschrieb sie als „Verletzung der Lehre und der Moral an bestimmten Orten unter dem Vorwand der kulturellen Anpassung“. Er sagte:

„Und sie werden Ihnen mit falscher Höflichkeit sagen: ‚Seien Sie versichert, dass wir Ihnen in Afrika diese Art von Innovation nicht aufzwingen werden. Du bist kulturell noch nicht bereit.“

„Aber wir, die Nachfolger der Apostel, sind nicht dazu bestimmt, unsere Kulturen zu fördern und zu verteidigen, sondern die universale Einheit des Glaubens! Wir, die Bischöfe von Kamerun, handeln nach Ihren Worten „im Namen der Wahrheit des Evangeliums und für die Menschenwürde und das Heil der ganzen Menschheit in Jesus Christus“. Diese Wahrheit ist überall dieselbe, in Europa ebenso wie in Afrika und den Vereinigten Staaten.“

Es waren natürlich die europäischen Missionare, die einst Afrika evangelisierten, und Kardinal Sarah, die den „geheimnisvollen Plan der Vorsehung“ erkannte, wies darauf hin, dass „es heute gerade die afrikanischen Episkopate sind, die die Universalität des Glaubens gegen die Verfechter einer zersplitterten Wahrheit verteidigen; die Verteidiger der Einheit des Glaubens gegen die Befürworter des Kulturrelativismus“ des Westens.

Er hielt es für nicht verwunderlich, dass »die Bischöfe Afrikas in ihrer Armut heute die Verkünder dieser göttlichen Wahrheit angesichts der Macht und des Reichtums gewisser Episkopate des Westens sind«, denn »was für die Welt töricht ist, hat Gott erwählt, um die Weisen zu verwirren; was für die Welt schwach ist, hat Gott erwählt, um die Starken zu verwirren; was in der Welt abscheulich und verachtet ist, was nichts ist, das hat Gott erwählt, um das zunichte zu machen, was ist.“ (1 Kor 1,28)

Als Kardinal Sarah über die Gründe für diese relativistische Zersplitterung der Wahrheit nachdachte, identifizierte sie „eine Art psychologische Angst“, die sich im Westen ausgebreitet hat: „die Angst, im Widerspruch zur Welt zu stehen“. Der Kardinal sprach insbesondere von den vielen westlichen Prälaten, die „von der Idee gelähmt sind, sich der Welt zu widersetzen“, die „davon träumen, von der Welt geliebt zu werden“ und in der Tat „den Willen verloren haben, ein Zeichen des Widerspruchs zu sein“, und stellte die Verbindung zum praktischen Atheismus her, der die Kirche heute befällt:

„Ich glaube, dass die Kirche unserer Zeit vom Atheismus versucht wird. Nicht intellektueller Atheismus, sondern dieser subtile und gefährliche Geisteszustand: fließender und praktischer Atheismus. Letzteres ist eine gefährliche Krankheit, auch wenn die ersten Symptome harmlos erscheinen. …

„Wir müssen uns dessen bewusst werden: Dieser fließende Atheismus fließt durch die Adern der zeitgenössischen Kultur. Sie wird nie beim Namen genannt, aber sie dringt überall ein, auch im kirchlichen Diskurs. Seine erste Wirkung ist eine Form der Schläfrigkeit des Glaubens. Es betäubt unsere Fähigkeit zu reagieren, Fehler und Gefahren zu erkennen. Sie hat sich in der ganzen Kirche ausgebreitet.“

Als weiteren Weg forderte Kardinal Sarah seine Mitbrüder im Bischofsamt auf, „anders zu denken“. Er plädierte:

„Wir dürfen uns nicht auf Lügen einlassen! Das Wesen des fließenden Atheismus ist das Versprechen eines Ausgleichs zwischen Wahrheit und Lüge. Es ist die größte Versuchung unserer Zeit! Wir alle sind schuldig der Anpassung, der Komplizenschaft mit dieser großen Lüge, die der fließende Atheismus ist! Wir geben vor, christliche Gläubige und Männer des Glaubens zu sein, wir zelebrieren religiöse Riten, aber in Wirklichkeit leben wir als Heiden und Ungläubige.“

Der Kardinal beendete seine große Berufung, einen anderen Weg in der Kirche zu finden, mit aller geistlichen Kraft, die ihm gegeben wurde:

„Als Pastor möchte ich Sie heute von ganzem Herzen einladen, diese Entscheidung zu treffen. Wir dürfen keine Parteien in der Kirche schaffen. Wir dürfen uns nicht zu den Rettern dieser oder jener Institution erklären. All dies würde zum Spiel des Gegners beitragen. Aber jeder von uns kann heute entscheiden: Die Lüge des Atheismus wird in mir keinen Platz mehr finden. Ich will nicht mehr auf das Licht des Glaubens verzichten, ich will nicht mehr aus Bequemlichkeit, Faulheit oder Konformismus Licht und Finsternis in mir zusammenleben lassen. Es ist eine sehr einfache Entscheidung, innerlich und konkret zugleich. … Wenn du die Welt nicht verändern kannst, kannst du dich selbst ändern. Wenn sich alle demütig dazu entschließen würden, würde das System der Lüge von selbst zusammenbrechen, denn seine einzige Stärke ist der Platz, den wir in ihm in uns schaffen. …

„Liebe Mitbrüder im Bischofsamt, indem Gott uns den Glauben anbietet, öffnet er seine Hand, damit wir unsere Hand dorthin legen und uns von ihm leiten lassen. Wovor werden wir Angst haben? Das Wichtigste ist, dass wir unsere Hand fest in seiner halten! … Den Geist des Glaubens zu bewahren bedeutet, auf jeden Kompromiss zu verzichten, sich zu weigern, die Dinge anders als durch den Glauben zu sehen. Es bedeutet, unsere Hand in Gottes Hand zu halten. …

„Der Glaube erzeugt Kraft und Freude zugleich. Der Herr ist meine Festung, vor wem soll ich mich fürchten?“ (Ps 27,1) Die Kirche liegt im Sterben, verseucht von Bitterkeit und Parteilichkeit, und nur der Geist des Glaubens kann ein wahres brüderliches Wohlwollen begründen. Die Welt stirbt, verschlungen von Lügen und Rivalität, und nur der Geist des Glaubens kann ihr Frieden bringen.“

Walter Kardinal Brandmüller, der Anfang dieses Jahres seinen fünfundneunzigsten Geburtstag feierte, schrieb über das gleiche Problem – den Verlust des Glaubens in der Kirche –, wandte sich aber an seine deutschen Landsleute. Er stellte zunächst fest, dass der „Synodale Weg“ erwartungsgemäß „längst vom Weg abgekommen“ sei. Er beklagte die „achtlose Verschwendung“ von Millionen an Kirchensteuergeldern und, was „viel schlimmer“ sei, Meinungsverschiedenheiten in „zentralen Fragen des Glaubens und der Moral“, auch innerhalb des Episkopats, die der Einheit der gesamten Kirche „schweren Schaden“ zufügten und zu „Häresie und Schisma“ führten. Der Kardinal fügte zu dieser „Massenabtrünnigkeit“ hinzu und hob die Tatsache hervor, dass von den getauften Katholiken noch etwa fünf Prozent am religiösen, sakramentalen Leben der Kirche teilnehmen.

„Wie lange noch?“, fragt der Kardinal, wird der Apparat seine Arbeit fortsetzen und dabei die Tatsache ignorieren, dass Millionen die Kirche verlassen, solange die Spendenbüchse voll ist. Er reflektiert über „den Erfolg des deutschen Wirtschaftswunders“ nach dem Zweiten Weltkrieg, der eine „immer dichter werdende Wolke des materialistischen Zeitgeistes“ mit sich brachte und „den Blick zum Himmel zu versperren begann“. Das Ergebnis der Flut materieller Güter ist „eine nachchristliche, atheistische Gesellschaft, in der das Christentum – die Kirche – nur ein Nischendasein fristet“, während es ignoriert, verachtet und bekämpft wird.

Der Kardinal reflektiert weiter, dass „eine nüchterne Bewertung schnell zeigt, dass die Versuche, die einstige Partnerschaft zwischen Staat, Gesellschaft und Kirche wiederzubeleben, längst aussichtslos geworden sind“.

„Die jüngste Gesetzgebung“, stellt er fest, „hat auch im Bereich der Ehe-, Familien- und Gesundheitspolitik Maßstäbe gesetzt, die die christliche Moral- und Soziallehre, ja die seit der Antike entwickelte Anthropologie ad absurdum führen.“ Er kommt zu dem Schluss, dass „kaum eine denkbare Perversion – von der In-vitro-Fertilisation über die Euthanasie bis hin zum assistierten Suizid – ausgeschlossen ist“.

Folglich müsse ein Christ, ein Katholik, „in dieser menschlichen, kulturellen Wüste Oasen finden und schaffen, in denen er noch frei atmen und überleben kann“. Der Kardinal erläutert den einzigen Weg, den er für möglich hält:

„So muss nun, je nach den gegebenen Umständen, der Übergang von der Landeskirche zur Gemeindekirche weitestgehend ohne schmerzhafte Unterbrechungen eingeleitet werden …

„Damit einher geht auch eine entschiedenere Betonung des Selbstverständnisses der Priester.“

Hier verweist der Kardinal auf den alten Weiheritus, in dem die Pflichten des Priesters aufgeführt waren: das heilige Opfer darzubringen, zu segnen, die Gemeinde zu leiten, zu predigen und zu taufen.

„Bezeichnend“, so Kardinal Brandmüller, „ist die Erwähnung der Pfarrverwaltung, der Ausschüsse, der Vermögensverwaltung und der Verwaltung sozialer Einrichtungen oder anderer Arbeiten nicht vorgesehen.“ Wie im Mittelalter ist auch heute noch die Liste der Pflichten, die im traditionellen Weiheritus festgelegt sind, die Arbeit, zu der der Priester geweiht ist.

Darüber hinaus müsse »diese Unterscheidung, die dem Priester nur die praeesse – den ›Vorsitz‹ oder die Leitung der Kongregation – vorbehält, vorgenommen werden, um dem Priester die Freiheit zu geben, seine eigentliche Sendung zu erfüllen: Verkündigung, Liturgie, Spendung der Sakramente und Seelsorge«, die von anderen nicht erfüllt werden kann.

Kardinal Brandmüller richtet seinen Blick auf die „Laien“ und fordert sie auf, auch ihrer eigenen Berufung zu folgen: „Ihr Verantwortungsbereich ist nicht die Kanzel und der Altar, sondern, wie das Zweite Vatikanische Konzil betont, ‚die Welt‘, in der die Kirche ihre Sendung zu erfüllen hat.“

„Eine solche Arbeitsteilung“, so der Kardinal, „ermöglicht es dem Priester, die notwendige Zeit für eine gewissenhafte Vorbereitung auf Predigten, Katechesen, pastorale Gespräche sowie für sein eigenes geistliches Leben zu gewinnen, solange die Mitarbeiter klug ausgewählt werden und gegenseitiges Vertrauen herrscht.“

Der Kardinal betont, dass „die Erfahrung zeigt, dass Laien und Priester die Grenzen ihrer Kompetenz nicht überschreiten dürfen“. Die Priester sollten „der Versuchung widerstehen, sich als Bauherren, Vermögensverwalter oder in anderen weltlichen Bereichen einen Namen zu machen“, während die Laien „Kanzel und Altar nicht als ihren ‚Arbeitsplatz‘ betrachten sollten“.

Abschließend äußert er die Hoffnung auf eine echte Komplementarität, die die Rolle des Klerus und der Laien gleichermaßen respektiert und auch heute ihre missionarische Wirkung unter Beweis stellt:

„Je mehr der gottlose Zeitgeist der Kirche ins Gesicht bläst, desto notwendiger wird eine enge Solidarität zwischen Gläubigen und Priestern. Vielleicht werden dann auch die ‚Heiden‘ von heute, wie sie es taten, in bezug auf die Christen sagen: ‚Seht, wie sie einander lieben.'“

„In der Tat“, sagt er, „könnten lebendige Gemeinschaften, wie Inseln im Meer, einen sicheren Hafen für Menschen bieten, die ziellos in den Wellen des Zeitgeistes treiben.“

Möge die Wahrheit der Äußerungen von Kardinal Sarah und Kardinal Brandmüller in der ganzen Welt widerhallen und Bischöfe, Priester und Laien über Kamerun und Deutschland hinaus erreichen. Ihre Stimme ist die Stimme der Nachfolger der Apostel, die zu ihren Herden spricht und jedem das gibt, was ihm gebührt, indem sie die Gerechten stärkt, die Entmutigten ermutigt und die Verlorenen auffordert, ihren Weg wiederzufinden. Möge es mehr solcher Stimmen geben!

Quelle: voice of the family

NEWS: Bergoglios „Indietrismus“

Nach viel Kritik am Indietrismus und an der Treue zur Tradition greift jetzt Papst Bergoglio selbst auf die Vergangenheit zurück, um einen historischen päpstlichen Titel zu manipulieren, aber nicht den des Stellvertreters Jesu Christi, auf den er 2020 verzichtete. In diesem Fall findet sich zumindest ein wenig Kohärenz, ein Attribut, das in seinem Pontifikat ansonsten völlig fehlt.

Die Päpstlichen Jahrbücher 2006 und 2020 im Vergleich: links Papst Benedikt XVI., rechts Papst Franziskus. Der Titel eines Patriarchen des Abendlandes fehlt in beiden Ausgaben, da er in jenem Jahr von Benedikt XVI. abgeschafft und erst 2024 von Franziskus wiedereingeführt wurde, zumindest als Fußnote.

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In den elf Jahren seines Pontifikats hat Jorge Mario Bergoglio als Franziskus deutliche Zeichen gesetzt, daß er die Kirche „reformieren“ will, indem er mit der zweitausendjährigen Vergangenheit der katholischen Kirche bricht. Einerseits indem er das zweitausend Jahre alte Lehramt, das ihm vorausging, und die lebendige Tradition beiseite läßt und andererseits indem er stattdessen oberflächliche oder falsche Neuinterpretationen der Heiligen Schrift vornimmt. Dies geschieht ohne die geringste exegetische, spirituelle oder mystische Verankerung, dafür aber mit psychologischen oder intimen Interpretationen, ähnlich wie bei den so sehr in Mode gekommenen Selbsthilfetechniken. Den jüngsten Beweis dafür lieferte das Regina Caeli vom vergangenen Sonntag, das die kerygmatische Verkündigung des Mysteriums des auferstandenen Jesus Christus auf das „Zeugnis“ des einzelnen Gläubigen reduziert und die Betonung auf „mich“, auf sich selbst, und nicht auf Christus legt: „Wann habe ich den Herrn gefunden? Wann ist der Herr mir nahe gekommen? Laßt uns in der Stille nachdenken. Und diese Begegnung mit dem Herrn, habe ich sie geteilt, um dem Herrn selbst die Ehre zu geben? Und habe ich dann den anderen zugehört, als sie mir von dieser Begegnung mit Jesus erzählten?“ 1 Typischer jesuitischer Psychologismus, aber eines Jesuiten nicht würdig.

Das Aufgeben und das Verbot der lateinischen Liturgie und des lateinischen Ritus, die im Leben der Kirche ebenfalls zweitausend Jahre widerspiegeln, zugunsten einer einzigen Form der liturgischen Feier, des sogenannten Novus Ordo Missae, der 1969 von Papst Paul VI. promulgiert wurde, war der andere große Schritt zur Beseitigung der Verbindung zwischen der lebendigen Tradition der Kirche und der neuen Ära, die durch das bergoglianische Pontifikat eingeleitet wurde (gemäß dem wahnhaften Geschwafel des pornographischen Theologenkardinals der Römischen Kurie, der für die Deformation des Glaubens verantwortlich ist).

In Wirklichkeit bedeutet das Pontifikat des gegenwärtigen Bischofs von Rom weder eine Kontinuität noch eine Reform der katholischen Kirche, sondern vielmehr einen Bruch mit ihrer zweitausendjährigen Geschichte, was sich deutlich in der Förderung der Synodalität als neuer exklusiver Form des institutionellen Lebens zeigt, wobei ihr katholisches, apostolisches und römisches Wesen außer Acht gelassen wird, um sie in ein Gremium parlamentarischer Beratungen zu verwandeln, in dem nur das Oberhaupt Macht hat. Damit verbunden ist der Vorrang der pastoralen vor der doktrinären Konzeption sowie die Verdrängung Jesu Christi als Zentrum, Fundament und Kern des kirchlichen Lebens, an dessen Stelle die Gemeinschaft von Gläubigen und Nicht-Gläubigen, die in Brüderlichkeit verbundenen Menschen, als höchster Wert tritt, eine Gemeinschaft, die durch einen horizontalen Dialog vereint wird.

Um diese „neue“ bergoglianische Kirche zu stärken, hat es sich der Jesuitenpater Jorge Mario zur Aufgabe gemacht, die lehrmäßige Orthodoxie und ihr Fundament in der reichen und lebendigen Tradition als eine Sache der Vergangenheit abzulehnen und zu verachten, indem er jene, die sich auf sie, auf das traditionelle Lehramt und auf die strikte Einhaltung der in der Heiligen Schrift enthaltenen Prinzipien stützen, als Traditionalisten, Essigsaure, Rückwärtsgewandte, Starrköpfe, Indietristen usw. abqualifiziert, weil sie in der Vergangenheit verankert geblieben sind. Laut Franziskus richten sich alle ihre Bezüge auf die Vergangenheit, auf das, was zurückgeblieben ist, und sie blicken nicht auf die Zukunft als Handlungsfeld mit neuen Kriterien und Paradigmen.

Im Grunde genommen ist diese Position des JMB nicht katholisch, denn in Wirklichkeit hat sich das Christentum von seinen Ursprüngen her entwickelt, ohne je seine Wurzeln – die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi, des Wortes Gottes – aufzugeben, sondern unter Berücksichtigung des kulturellen, geistigen und religiösen Umfelds, in dem es verkündet wurde, den Dialog des Glaubens mit der Vernunft und der Kultur zu fördern, um das zu verwirklichen, was der heilige Johannes Paul II. als schöpferische Treue bezeichnet hat2, d. h., eine erneuerte Evangelisierung zu fördern, die „neu ist in ihrem Eifer, in ihren Methoden des Apostolats und in ihrer Ausdrucksform, die dem heutigen Menschen zugänglich ist“, aber ihren „Inhalt unveränderlich und beständig bewahrt“.3 Vinzenz von Lérins nannte die Verkündigung „auf neue Weise, aber nicht Neues“ (non nova, sed noviter)4, eine Lehre, die in unseren Tagen von Maestro Aurelio Porfiri in einem Text, dessen Lektüre und Studium wir empfehlen, klar und tiefgründig erläutert und entwickelt worden ist.5

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Aber vor wenigen Tagen hat Bergoglio der Kirche und der Welt in einem wahren Akt des Indietrismus eine große Überraschung bereitet. Im Jahr 2020 verzichtete er auf die Titel, die bis dahin Teil des Petrusamtes waren,6 wie aus dem Päpstlichen Jahrbuch hervorgeht, das im März jenes Jahres veröffentlicht wurde, und die nur mehr unten auf der Seite als „Historische Titel“ aufgeführt wurden, d. h. als etwas Vergangenes (das nicht mehr aktuell ist), und alles ohne den Namen Franziskus, sondern nur mit dem bürgerlichen Namen JORGE MARIO BERGOGLIO (alles in Großbuchstaben und in einem größeren Format als die übrigen Buchstaben auf der Seite).

In der diesjährigen Ausgabe des Päpstlichen Jahrbuchs erscheint der Name von Franziskus jedoch auf der Seite, die dem Papsttum gewidmet ist, als Bischof von Rom und Patriarch des Abendlandes, ein Titel, den Benedikt XVI. 2006 aus den päpstlichen Attributen entfernt hatte, weil er, wie manche irrigerweise behaupteten, erst spät (1863) institutionalisiert worden sei und als veraltet gelte. Es handelt sich um einen Titel, der sich auf einen Zeitpunkt in der Geschichte bezieht, der derzeit weder kirchliche noch politische Gültigkeit oder Relevanz hat. Er wurde erstmals offiziell von Papst Theodor I. im Jahr 642 n. Chr. verwendet.

Jetzt, in einem Akt von echtem Indietrismus, von echter „Rückständigkeit“ und historischem Rückschritt, rehabilitierte ihn der Bischof von Rom – wenn auch nur als „historischen Titel“ –, vernachlässigt aber weiterhin die bedeutenderen Titel, die er selbst abgelegt hat, offensichtlich, weil sie ihm zu groß sind und ihn überragen, insbesondere der des Stellvertreters Jesu Christi, den er seit dem vergangenen Jahr nicht nur im Jahrbuch, sondern in einem echten ekklesialen Staatsstreich aus dem Zentrum des kirchlichen Lebens verdrängt hat, um den neuen ‚Geist‘ zu etablieren, den synodalen…

*José Arturo Quarracino, emeritierter Professor der Philosophie an der Universidad del Salvador in Buenos Aires, Neffe von Kardinal Antonio Quarracino, der als Erzbischof von Buenos Aires und Primas von Argentinien den Aufstieg des Jesuitenpaters Jorge Mario Bergoglio möglich machte.

Quelle: katholisches.info

Nachrichtensendung vom 19.04.2024

Afrikanische Bischofskonferenzen gegen FS
Papst Franziskus über die Rolle der Frauen

FSSP: Neue Termine

Die Petrusbruderschaft lädt sie an folgende Tagen ein:

  • Zum Seminar für Brautleute und Ehepaare vom 21. – 25. Mai in Marienfried sind noch Plätze frei. Es richtet sich an alle, die ihre Ehe vertiefen oder sie von vornherein auf ein richtig gutes Fundament stellen wollen. Gerne gebe ich weitere Informationen.
  • Zu Christi Himmelfahrt, 9. Mai 2024, werden wir wieder eine feierliche hl. Messe in der ehem. Klosterkirche in Rheinau feiern. Auch zum Zweck weiterer Werbung lege ich eine Information in den Anhang.
  • Mein Mitbruder P. Altmann pilgert vom 10. – 17. Mai nach Fatima und hätte dazu noch Plätze frei: JulianAltmann@gmx.de
  • Für die Priesterexerzitien vom 26. – 31. August in Wigratzbad sollte noch geworben werden. Sprechen Sie gerne Ihre Priester darauf an!

Quelle: FSSP Schweiz

NEWS: Beisetzung von Vitus Huonder in Ecône VS

Der ehemalige Churer Bischof Vitus Huonder wurde am Mittwoch in Ecône VS beigesetzt. Üblicherweise werden Bischöfe des Bistums in Chur bestattet. Der 81-jährige Huonder war Mitte März in ein Spital eingeliefert worden. Der amtierende Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain bestätigte damals gegenüber Medien, Huonder dort besucht zu haben. Details zu Huonders Erkrankung wurden nicht bekannt. Am 3. April ist er gestorben. Bereits 2022 hatte Huonder seinen Wunsch, nicht in Chur begraben zu werden, schriftlich dem Ordinariat in Chur mitgeteilt, wie das Bistum Chur auf seiner Webseite schrieb. Am vergangenen Ostermontag habe der amtierende Bischof Joseph Maria Bonnemain den schwerkranken Huonder in Wangs besucht und sie hätten dabei „offen über das bevorstehende Begräbnis gesprochen“.

Funérailles de Mgr Vitus Huonder – Écône – 17 avril 2024 – YouTube

Quelle: Keystone – SDA, Piusbruderschaft

Mittwochskolumne: Ein guter Hirte für seine Mitmenschen sein

Bern (novaradio.ch): Die katholische Kirche feiert diesen Sonntag den Guthirtensonntag. An diesem Sonntag soll speziell auch für Berufungen gebetet werden. Da die hiesige Kirche dringend Priester und Ordensleute benötigt, möchte ich Sie alle bitten, diesem Aufruf der Kirche nachzukommen und intensiv für Berufungen zu beten. In meiner Kolumne möchte ich jedoch der allgemeinen Frage nachgehen, was einen guten Hirten auszeichnet. Natürlich verstehen wir im kirchlichen Umfeld unter dem Begriff Hirte vor allem die Aufgabe, die dem Bischof und dem Priester zukommt. Im gewöhnlichen Alltag sind aber auch wir Laien oft in der Situation, Hirten für unsere Mitmenschen sein zu müssen. In einer immer stärker orientierungslosen Welt, in der Werte oft keine Rolle spielen, ist jeder Katholik aufgefordert, für seine Mitmenschen ein guter Hirte zu sein. Als Eltern, Geschwister, Arbeitskollegen, Lehrer, Ärzte, Arbeitgeber, Freunde oder Nachbarn sind wir als Christen berufen, Salz und Licht der Erde zu sein. Wie können wir dieser Funktion als guter Hirte gerecht werden? Meiner Meinung nach ist ein guter Hirt nicht jemand, der seine Mitmenschen einengt, sie verurteilt und ihnen besserwisserisch befiehlt, nach gewissen Grundsätzen zu handeln. Dies ist kontraproduktiv und führt dazu, dass Menschen sich eher von Gott abwenden. Das bedeutet nicht, dass man nicht die christlichen Gebote benennen und vertreten darf, sondern nur, dass man sehr darauf achten muss, wie man diese an die einzelne Person heranträgt. Von oben herab lässt sich das Christentum nicht lehren. Die Tatsache, dass Christus Mensch wurde, zeigt uns, dass Gott klar war, dass der Mensch seine Gebote nur annimmt, wenn man diese einfühlsam und auf Augenhöhe lehrt. Gott kommt nicht im Erdbeben oder im Sturm, sondern im stillen und sanften Sausen. Ein guter Hirt relativiert Gottes Gebote nicht, schafft es aber, diese sanft dem Individuum beizubringen. Natürlich kann es bei gewissen hartherzigen Menschen auch manchmal nötig sein, ganz laut und entschieden aufzuzeigen, dass sie Gottes Gebote übertreten. Bei den allermeisten der heute verletzten und verirrten Menschen ist es aber nötig, mit viel Empathie vorzugehen. Der gute Hirt geht immer mit gutem Beispiel voran, so wie es Jesus getan hat. Er stellt nicht nur abstrakte Ideale auf, sondern lebt diese vor. Er verlangt von sich selbst mehr als er von seinen Mitmenschen verlangt. Streng zu sich selbst, gütig zu seinen Mitmenschen – das ist für mich der gute Hirte. Wollen wir Mitmenschen für Christus gewinnen, so müssen wir als gute Hirten bei uns selbst anfangen und mit unserem Glaubensbeispiel vorangehen. Möge Jesus – der beste aller Hirten – uns dabei immer unterstützen. DR

NEWS: Papst Franziskus und der alte Ritus

Martin Mosebach, der preisgekrönte deutsche Schriftsteller, sagte 2013, im ersten Jahr des Pontifikats von Papst Franziskus, nüchtern und unumwunden, daß vom Wirken Benedikts XVI. nur dessen Motu proprio Summorum Pontificum Aussicht auf eine Zukunft habe. Damit erschütterte er damals viele. Doch er sollte damit ins Schwarze treffen und wird auf ungewöhnliche, für ihn aber vielleicht wenig überraschende Weise, noch weit mehr recht behalten. Dabei sieht die Gegenwart doch so anders aus und scheint manche den Mut verlieren zu lassen. Doch dafür gibt es keinen wirklichen Grund.

Es waren keine acht Monate seit der Wahl von Franziskus vergangen, als Martin Mosebach seine Analyse äußerte. Er hatte zuvor mit seinem 2002 erschienenen Werk „Häresie der Formlosigkeit“ dazu beigetragen, den Weg für Summorum Pontificum zu ebnen. Darin nahm er sich kein Blatt vor den Mund und zeigte auf bestechende Weise die Verfehlungen der nachkonziliaren Liturgieentwicklung auf. Seit Benedikt dann mit seinem Motu proprio 2007 darauf reagierte, insbesondere aber seit der Wahl von Franziskus 2013, verteidigte Mosebach Summorum Pontificum wiederholt.

Er attestierte dem deutschen Papst, daß dieser zwar die von ihm angestrebte „Reform der Reform“ angestoßen, diese dann aber durch seinen überraschenden Rücktritt schon in der Frühphase ihrer Umsetzung wieder aufgegeben hatte. Wörtlich sagte Mosebach im November 2013 gegenüber Paix Liturgique:

„Von Papst Benedikts Wirken hat nur Summorum Pontificum eine Chance auf Zukunft. Wahrscheinlich war eine ‚Reform der Reform‘ von Anfang an ein aussichtsloses Projekt. Bei der allgemeinen liturgischen Unbildung und Verständnislosigkeit des Klerus war es hoffnungslos, für die Rückkehr einzelner sakramentaler Formen zu werben, die erst aus dem Gesamten des sakramentalen Corpus ihren Sinn und ihre Bedeutung empfangen. Papst Benedikts Scheitern in dieser Frage bestätigt, daß das Maximalprogramm der ‚Uneinsichtigen‘ und ‚zu keinem Kompromiß Bereiten‘, das Realistischste war: die vorbehaltlose Rückkehr zur Überlieferung.“

Mosebach zeigte sich dennoch optimistisch und nannte bezüglich Summorum Pontificum zwei Aspekte:

„Auf der anderen Seite sind die Gruppen der Tradition stärker geworden; man kann sie nicht mehr einfach einschüchtern und wegfegen, wie das so viele Bischöfe ‚im Geist des Konzils‘ getan haben.“

Und ebenso:

„Die Chancen für die Tradition stehen nicht so schlecht, wenn sie sich darauf konzentriert, im Inneren stark zu bleiben, sich nicht in Streitereien zu verzetteln und vor allem junge Leute, junge Priester, für sich zu gewinnen. Wir hatten eine kurze Rekreationszeit, jetzt muß es wieder ohne Rom gehen; aber das kennen wir ja schon.“

Dann folgte jedoch im Juli 2021 das neue Motu proprio Traditionis custodes von Papst Franziskus, das die Wirkung von Summorum Pontificum in weiten Bereichen annullierte, nämlich genau dort, wo Benedikt XVI. ein befruchtendes Hineintragen des überlieferten Ritus in die Kirchenkreise des Novus Ordo angestrebt hatte.

Ist Summorum Pontificum seit Traditionis custodes erledigt?

Die Frage stellt sich so allerdings nicht, denn das Motu proprio von Benedikt XVI. war nur ein Mittel zum Zweck, eine Hilfe, mit der eine neue Etappe eingeläutet und eine weitere Hürde beim Aufstieg genommen werden sollte.

Mit Traditionis custodes, so sagen es andere, sei die Tradition mehr oder weniger wieder auf den Ist-Zustand von Ecclesia Dei, dem Motu proprio von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1988, zurückgeworfen und Summorum Pontificum eliminiert worden. In der Tat spricht vieles dafür. Immer wieder werden Priester und Gläubige durch traditionsfeindliche Hiobsbotschaften aus verschiedenen Erdteilen aufgeschreckt, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Und dennoch bewirkt Traditionis custodes das Gegenteil dessen, was es anstrebt, wie Kardinal Raymond Burke in diesen Tagen betonte. Aber nicht nur deshalb, weil die Gemeinschaften und Gemeinden der Tradition sich in Beharrlichkeit üben. Kardinal Burke, der Traditionis custodes 2021 als „revolutionär und hart“ kritisiert hatte, unterstrich in einem Vortrag in der Osterwoche, daß der überlieferte Ritus gar nicht ausgelöscht, abgeschafft und verboten werden könne, weil er untrennbarer Ausdruck der Kirche ist. Die Ausführungen des Kardinals sollen an dieser Stelle noch um einen Aspekt erweitert werden:

Franziskus und eine ganze Fronde von Liturgikern, die eine Marginalisierung des Opfercharakters und die Umdeutung der Heiligen Messe zu einer animierten Gemeindeversammlung anstreben, wollen mit Traditionis custodes eine Rückkehr des überlieferten Ritus in die Priesterseminare, den Diözesanklerus, die neurituellen Orden und in die Pfarreien abwehren und dort, wo sie bereits stattgefunden hat, diese wieder beseitigen.

Damit erzielt Santa Marta, dank der Machtfülle, seit bald drei Jahren immer neue Etappensiege, von denen jeder einzelne für die betroffenen Priester und Gläubigen äußerst schmerzlich ist.

In Wirklichkeit bewirkt das bergoglianische Motu proprio jedoch wider Willen das genaue Gegenteil. Durch den von Franziskus wieder aufgenommenen Kampf gegen den überlieferten Ritus, genau durch diesen destruktiven Rückfall, festigt er in den Köpfen, und zwar sowohl in den traditionsfreundlichen wie in den traditionsfeindlichen, wenn nicht das Bewußtsein, so zumindest die Ahnung, daß der überlieferte Ritus die wirkliche, letztlich sogar die einzige Alternative zur Überwindung der immer massiveren Kirchenkrise darstellt.

Obwohl der aktuelle Eindruck das Gegenteil nahezulegen scheint, zeichnet sich schon heute auf unsichtbare Weise ab, daß in Zukunft in der Kirche jene aufstehen werden, die heute noch keiner sieht und deren Namen noch keiner kennt, um in der Not und Ratlosigkeit nach dem überlieferten Ritus zu greifen, weil sie erkennen oder wenigstens erahnen, daß der verfolgte und bekämpfte, ja, verfemte überlieferte Ritus die echte Antwort auf die Kirchenkrise sein muß.

Es ist so gesehen einerlei, in welchem Ausmaß es Traditionis custodes gelingen wird, den überlieferten Ritus auszutilgen. Denn wie wenig auch von Summorum Pontificum übrigbleiben wird, sicher ist, daß etwas bleiben und fortdauern wird. Und in der Kirche wird man morgen gerade auch dank Traditionis custodes, dem härtesten Angriff seit der Liturgiereform von 1969/70, wissen, daß die Antwort auf die Krise einen Namen hat und untrennbar mit der Liturgiefrage, dem Herzstück der Kirche, zu tun hat.

Quelle: katholisches.info

Schule der Theologie: Interview mit Pater Kaufmann

Davor Novakovic hat mit Pater Bernhard Kaufmann, von der katholische-armenische Diözese Jerewan, über den lateinischen Ritus.

Bildquelle: Pater Kaufmann

Opus Dei: Impulse

Gelesen von Ivan

Erklärung der Liturgie: Tradition der Liturgie

Gelesen von Luka

Programmhinweis

Ab Montag, 15.04.24, um 16h können Sie folgende Sendungen hören:

– Interview mit Pater Bernhard Kaufmann, aus der armenische-katholische Diözese Jerewan
– Kurze Impulse von Opus Dei (gelesen von Ivan)
– Tradition der Liturgie (gelesen von Luka)

NEWS: Wird Erzbischof Gänswein Nuntius?!

Papst Franziskus hatte jüngst in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung ABC und in einem Gesprächsbuch über sein Verhältnis zu Benedikt XVI. ziemlich überzeichnet. Vor allem schlug er erstaunlich hart auf Msgr. Georg Gänswein, den langjährigen Sekretär von Benedikt XVI., ein, obwohl er diesen ohnehin bereits Anfang 2020 seines Amtes als Präfekten des Päpstlichen Hauses enthoben und im vergangenen Jahr sogar aus dem Vatikan entfernt hatte. Offenbar machte jemand das regierende Kirchenoberhaupt darauf aufmerksam, daß diese Prügelattacke viele nicht nur erstaunt, sondern auch verstört hatte. Nun bemüht sich der Journalisten-Stoßtrupp um Franziskus gegenzusteuern, um das päpstliche Image wieder in das „rechte“ Licht zu rücken.

Den Auftakt machte Elisabetta Piqué, die Vatikanistin der argentinischen Tageszeitung La Nación und persönliche Freundin des Papstes. Sie behauptete unter Berufung auf „im Vatikan kursierende“ Gerüchte, daß Franziskus den 67jährigen Gänswein wieder in den aktiven Dienst zurückzurufen und zum Apostolischen Nuntius ernennen wolle. Die Meldung ging sofort um die Welt. Doch was ist dran an der Sache? In Rom wird von tatsächlich informierter Seite weder bestätigt noch dementiert.

Gänsweins Entfernung aus Rom

Zum Jahresende 2022 war Benedikt XVI. hochbetagt verstorben. Die päpstlichen Unfreundlichkeiten rund um das Requiem und die Bestattung sind bekannt. Kurze Zeit danach gingen Stimmen um, Franziskus wolle den von ihm wenig geschätzten treuen Sekretär von Benedikt aus dem Vatikan und Rom entfernen. Gleich darauf wurde, als Gegenmaßnahme des päpstlichen Hofstaaates, das Gegengerücht gestreut, Gänswein werde zum Apostolischen Nuntius ernannt und mit der diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhls in einem der vielen Staaten betraut, mit denen dieser diplomatische Beziehungen unterhält. Während das erste Gerücht zutraf, war am zweiten nichts dran. Letzteres war ein Ablenkungsmanöver, gezielt gestreut, um in Sicherheit zu wiegen, zuviel Unruhe zu vermeiden und Gänsweins tatsächlichen Abgang für ihn umso härter sein zu lassen. Dieser wurde nämlich dann kurzerhand aufgefordert, seine Koffer zu packen und ohne Amt und Aufgabe in seine Heimatdiözese in der Bundesrepublik Deutschland zurückzukehren. Dort wurde er ebenso unfreundlich aufgenommen, wie er aus Rom hinauskomplimentiert worden war: Die Erzdiözese Freiburg ließ wissen, daß sie „keine Verwendung“ für den Titularerzbischof habe. Dabei ist es geblieben.

Neue Hiebe, neue Gerüchte

Nun, ein Jahr später, werden erneut Gerüchte gestreut, erneut von derselben Art. Wiederum soll eine Beauftragung als Nuntius winken. Warum aber jetzt und nicht schon damals? Ist man in Santa Marta nun etwa der Meinung, Gänswein sei durch die ihm zugefügten Demütigungen ausreichend „geläutert“, sprich „bergoglianisiert“? Wohl kaum.

Laut Piqué sei es bei der Audienz zum Jahreswechsel zu einer „Wende“ gekommen, als Msgr. Gänswein und die Memores Domini, die gottgeweihten Frauen, die Benedikt XVI. zuletzt den Haushalt geführt hatten, zum ersten Todestag Benedikts von Franziskus in Audienz empfangen wurden. Bei dieser Gelegenheit habe Msgr. Gänswein, so Piqué, sich selbst für einen Posten als Nuntius ins Spiel gebracht. Zur Begründung nennt Piqué, weil es Gänswein „unangenehm“ sei, schon so lange ohne Aufgabe zu sein. Klingt die Darstellung glaubwürdig?

Wir rekapitulieren: Am 12. April behauptete die Papst-Freundin Piqué:

  • Franziskus sei am vergangenen 31. Dezember, als Gänswein in den Vatikan kam, um eine Gedenkmesse für Benedikt zu zelebrieren, auf den deutschen Prälaten zugegangen und habe ihn begrüßt. Beim Empfang habe er dann Gänswein die „Zusammenarbeit“ angeboten. Dieser sei sogleich darauf eingegangen und habe sich für die Leitung einer diplomatischen Vertretung ins Spiel gebracht.
  • Am Ostersonntag, dem 31. März, also genau drei Monate später, veröffentlichte die spanischen Tageszeitung ABC das Franziskus-Interview von Javier Martínez-Brocal, in dem der Papst auf Gänswein einschlug und sich als wahren, vielleicht einzigen Freund Benedikts präsentierte und zugleich behauptete, dieser sei von anderen, wie zum Beispiel Gänswein, mißbraucht worden. 

Die Chronologie ergibt schlichtweg keinen Sinn, außer Santa Marta spielt ein Spiel.

Piqués Ehemann, der Rom-Korrespondent der US-amerikanischen Jesuitenzeitschrift America, berichtete dieselbe Darstellung, die zuvor seine Frau verbreitete. Eine Ergänzung lieferte hingegen Javier Martínez-Brocal, der ABC-Vatikanist, der am Ostersonntag mit seinem Interview die jüngste Gänswein-Kontroverse ins Rollen gebracht hatte. Martínez-Brocal wußte gestern, kurz nach Piqué, zu berichten: 

„Vor kurzem hat der Papst ihm [Gänswein] ein Aufgabe als Nuntius angeboten und ihm drei verschiedene Ziele zur Verfügung gestellt, damit er dasjenige auswählen kann, das er bevorzugt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er zum Nuntius in einer europäischen Botschaft ernannt wird und dass die Ernennung bekanntgegeben wird, sobald er die Zustimmung dieser Regierung erhalten hat.“

Als Nicht-Diplomat an die „Front“ des neuen Kalten Krieges?

Italienische Medien berichteten, daß Gänswein „irgendwo auf der Welt“ hinkommen werde. Die Tageszeitung Il Giornale widersprach der Rehabilitierungsthese, konkretisierte aber die Angabe, indem sie „Indiskretionen“ zitierte, laut denen Msgr. Gänswein als Nuntius nach Litauen entsandt werde. Der dortige Botschaftsposten ist frei, seit Msgr. Petar Rajič, ein kanadischer Vatikandiplomat kroatischer Abstammung, am 11. März von Franziskus zum neuen Botschafter in Italien und San Marino ernannt wurde. Rajič war zuvor fast fünf Jahre Nuntius in Litauern gewesen.

Mit Litauen unterhält der Heilige Stuhl wieder diplomatische Beziehungen, seit das Land nach dem Ende der Sowjetunion die Selbständigkeit zurückerlangte. Ein Nuntius war bereits in der Zwischenkriegszeit in der litauischen Hauptstadt tätig. Als die baltischen Republiken im Zweiten Weltkrieg jedoch von der UdSSR annektiert wurden, kündigte diese die entsprechenden Abkommen auf.

Wilna gilt aktuell als „Frontlinie“ des neuen Kalten Krieges zwischen Rußland und dem US-dominierten Westen. Die Staatsführungen in Polen und Litauen sind aufgrund der Geschichte der vergangenen 200 Jahre besonders antirussisch und daher derzeit die aktivsten Verbündete der angelsächsischen Mächte auf dem europäischen Festland. Manche bemühen sich entlang dieser Linien derzeit recht aktiv darum, daß aus dem kalten ein heißer Krieg wird. Es erscheint zumindest ungewöhnlich, daß der Heilige Stuhl in einer so heiklen Situation ausgerechnet einen Nicht-Diplomaten auf einen solchen Posten berufen könnte. Die Riege der Vatikandiplomaten gehört zudem zu den stäksten Stützen des derzeitigen Pontifikats und mag bekanntlich nicht, wenn „Berufsfremde“ auf ihre Posten gesetzt werden. Da kann der Hinweis, Gänswein habe als Präfekt des Päpstlichen Hauses viel Erfahrung im Umgang mit den „Mächtigen“ dieser Welt gesammt, nicht überzeugen. Allerdings gibt es bereits einen Präzedenzfall, den eines anderen ehemaligen Sekretärs von Benedikt XVI.

Eine Ernennung Gänswein ist bisher nicht erfolgt und solange das nicht geschehen sein wird, sind Zweifel an dem jüngsten Sinneswandel von Santa Marta angebracht. Wozu das Theater der vergangenen 15 Monate, wenn nun auf diese Weise die Rehabilitierung Gänsweins folgen sollte? Warum die Schläge vom Ostersonntag, wenn das angeblich so „harmonische“ Friedensangebot und der Wunsch nach „Zusammenarbeit“ bereits am 31. Dezember erfolgte?

Eine Ernennung zum Nuntius, so falsch das Gerücht noch vor einem Jahr war, kann laut aktuellen Stimmen aus dem Vatikan zwar nicht mehr ganz ausgeschlossen werden. Die Zweifel überwiegen aber. Auszuschließen ist jedoch die von Piqué und Co. in Umlauf gebrachte Darstellung. Kein Zweifel kann auch daran bestehen, falls es tatsächlich zur Ernennung zum Nuntius kommen sollte, egal ob in Litauen oder sonstwo, daß Franziskus Gänsweins Berichte und vor allem seine Empfehlungen für Bischofsernennungen konsequent ignorieren würde. 

Franziskus rehabilitiert niemanden, den er einmal als Gegner identifiziert hat. Er hat vielmehr, wie es in Argentinien heißt, seine ganz eigene Art, seine Gegner „auf dem Feuer zu braten“.

Quelle: Katholisches.info

NEWS: Papst Franziskus reist Südostasien

Papst Franziskus will im Spätsommer nach Südostasien reisen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche will vom 2. bis 13. September die Länder Indonesien, Papua-Neuguinea, Osttimor und Singapur besuchen, wie der Sprecher des Heiligen Stuhls am Freitag mitteilte.

Während der geplanten Reise wird der 87 Jahre alte Franziskus nach Angaben des Vatikans die Hauptstädte Jakarta, Port Moresby, Dili und Singapur besuchen. In Papua-Neuguinea ist neben dem Besuch von Port Moresby zudem ein Zwischenstopp in der Kleinstadt Vanimo geplant. Das genaue Reiseprogramm, also die einzelnen Veranstaltungen und Begegnungen, wolle der Heilige Stuhl zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Bereits seit einigen Monaten wurde über eine grössere Reise des Papstes spekuliert. Franziskus selbst erwähnte bei öffentlichen Auftritten einen Besuch des ostasiatisch-pazifischen Raums. Er ist jedoch seit geraumer Zeit gesundheitlich angeschlagen. Es ist noch unklar, in welchem Ausmass die Termine und Begegnungen während der verhältnismässig langen Reise getaktet sein wird. Franziskus kämpfte zuletzt mit diversen Atemwegsinfekten. Im November musste er eine Reise nach Dubai auf Anraten seiner Ärzte absagen.

Im laufenden Jahr sind bisher nur drei weitere Reisen des Papstes offiziell angekündigt worden: Inlandsreisen nach Venedig, Verona und Triest. Im Gespräch ist nach Franziskus‘ Worten jedoch auch ein Besuch seines Heimatlandes Argentinien. Anfang des Jahres sagte er im italienischen Fernsehen: „Ich würde gern hingehen.“

Quelle: Keystone-SDA

Nachrichtensendung vom 12.04.2024

Papst Franziskus wieder „Patriarch von Westen“
EU-Parlament will Abtreibung durchsetzen

Mittwochskolumne: Die Österliche Freude leben

Bern (novaradio.ch): Die Fastenzeit und Ostern sind für viele Katholiken neben Weihnachten kirchliche Höhepunkte im Jahr. Tatsächlich ist es so, dass Ostern das höchste Fest der katholischen Kirche ist. Es ist aber wichtig, nach Ostern nicht wie ein Sportler zu sein, der auf einen bestimmten Wettbewerb trainiert und nachher in eine Lethargie fällt, wenn der Wettbewerb überstanden ist. Auch im Glaubensleben ist häufig die Gefahr da, dass man alle Energie auf einen Anlass wie Ostern bündelt und später enttäuscht ist, wenn das Hochfest da ist und man nicht das erlebt, was man erwartet hat. Als Katholiken muss uns bewusst sein, dass jede Eucharistiefeier ein kleines Osterfest ist, da wir den Kreuzestod und die Auferstehung Christi feiern. Jedes Gebet, jede Eucharistie, jede gute Tat aus Liebe zu Gott kann unser Leben ändern. Ohnehin glaube ich, dass wir den Glauben vor allem dann vertiefen können, wenn wir bei ganz gewöhnlichen Gelegenheiten Taten der Gottes- und Nächstenliebe praktizieren. Ein kleines Gebet im Alltag, das Beten des Rosenkranzes am Morgen und am Abend, ein gutes Wort und eine helfende Tat für den Nächsten – dies ist im Alltag gelebter Glaube. Nach Ostern sollten wir nicht in ein nachösterliches Loch fallen, sondern ganz im Gegenteil aus der österlichen Freude leben. Als Christen dürfen wir uns freuen, dass Jesus den Tod überwunden hat und kein Leid und kein Schmerz so gross sind, dass sie die Freude über unser ewiges Leben bei Gott übertönen könnten. Der Lärm dieser Welt und die Angst, welche unseren Alltag oft beherrscht, sollten niemals grösser sein als die Freude über Ostern. Wenn wir uns die heutige Gesellschaft anschauen, dann erkennen wir, dass die Freudlosigkeit dominiert, auch wenn oft darüber geschrieben wird, dass wir in einer sogenannten Spassgesellschaft leben. Menschen ohne Glauben ärgern sich über jede Kleinigkeit und machen sich auch Sorgen über jede Kleinigkeit. Als Christen dürfen wir nicht in diesem gleichen Geist leben, sondern uns auch über die kleinsten und scheinbar unbedeutendsten Dinge im Alltag erfreuen. Damit zeigen wir auch unseren Mitmenschen, die den katholischen Glauben noch nicht kennen, dass unser Glaube keine Last ist, sondern uns befreit und glücklich macht. Lassen Sie uns also alle aus der österlichen Freude leben. Gott möge uns dabei unterstützen, damit wir Licht und Salz der Erde sind. DR

NEWS: EU-Parlament hat sich für die Tötung entschieden!

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag (11. April) dafür gestimmt, das Recht auf Abtreibung in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union aufzunehmen. Die Chancen dafür stehen jedoch schlecht, da alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen müssen.

Das Europäische Parlament hat kürzlich für die Aufnahme des Rechts auf Abtreibung in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union gestimmt336 Abgeordnete befürworteten diese Aufnahme, während 163 dagegen stimmten1. Diese Entscheidung hat symbolischen Wert, da sie nicht bindend ist. Tatsächlich müssten alle 27 Mitgliedsstaaten zustimmen, um das Recht auf Abtreibung in die rechtlich verbindliche EU-Charta der Grundrechte aufzunehmen. Es ist jedoch anzunehmen, dass einige Länder ihr Veto einlegen würden, sollte es überhaupt so weit kommen.

In Polen und Malta ist der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen stark eingeschränkt. Im März nahm Frankreich als erster EU-Mitgliedsstaat das Recht auf Abtreibung in seine Verfassung auf. Präsident Emmanuel Macron kündigte damals an, sich für die Aufnahme des Rechts in die EU-Grundrechtecharta einzusetzen.

Bitte beachte, dass dies eine symbolische Entscheidung ist und die tatsächliche Umsetzung von Land zu Land unterschiedlich sein kann.

Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass das Anliegen des Parlaments Erfolg haben wird. Die Revision der EU-Grundrechtecharta, die im Dezember 2000 verabschiedet wurde, erfordert Einstimmigkeit unter den Mitgliedsstaaten.

„Es ist klar, dass es in den letzten Jahren weltweit einen Rückschritt gegeben hat, insbesondere im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte von Frauen“, schrieb die spanische Abgeordnete Soraya Rodríguez Ramos (Renew) in einer Pressemitteilung.

Der maltesische Abgeordnete Cyrus Engerer (S&D) sagte nach der Abstimmung, dies sei ein klares Signal, wo das Parlament in der Abtreibungsfrage steht. Es ist an der Zeit, dass die EU zu einem Ort wird, an dem Abtreibung für alle Frauen und Menschen, die schwanger werden können, Realität wird und sie vollen Zugang zu diesem Grundrecht haben.

Am 5. März stimmte Frankreich in einer historischen Abstimmung als erstes Land der Welt dafür, das Recht der Frauen auf Abtreibung in der Verfassung zu verankern, was Präsident Emmanuel Macron als „französischen Stolz“ bezeichnete.

Geringe Chancen, dass es passiert
In mehreren EU-Ländern ist der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch stark eingeschränkt. In Malta, wo das Gesetz 2023 gelockert wurde, ist eine Abtreibung nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder der Fötus nicht überlebensfähig ist.

In Polen ist eine Abtreibung nur bei Vergewaltigung, Inzest oder Lebensgefahr für die Mutter erlaubt. In Ungarn müssen Frauen seit 2022 den Herzschlag des Fötus hören, bevor sie abtreiben dürfen.

In Italien kämpfen feministische Vereinigungen seit dem Amtsantritt von Giorgia Meloni im Jahr 2022 unermüdlich für den Zugang zur Abtreibung in einem Land, in dem sich viele Ärzte unter Berufung auf die Gewissensklausel weigern, Abtreibungen vorzunehmen.

Die von den Europaabgeordneten verabschiedete Resolution besagt, dass Ärzte nicht das Recht haben sollten, Gesundheitsdienstleistungen aufgrund der sogenannten Gewissensklausel zu verweigern.

Die Lücken beim Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Europa wurden von der S&D Fraktion als „inakzeptabel“ bezeichnet, die der Kommission und dem Rat vorwarf, sich „ständig hinter dem Argument der ’nationalen Zuständigkeit‘ zu verstecken“.

„Das Fehlen von EU-Standards in diesem Bereich führe zur Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, zu schwerwiegenden Einschränkungen des Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen und zu heimlichen Abtreibungsverfahren, hieß es in ihrer Pressemitteilung.

Die Grünen/EFA erklärten in einer eigenen Pressemitteilung, dass die Verweigerung des Rechts auf Abtreibung geschlechtsspezifische Gewalt und eine Verletzung der Rechte darstelle.

„In Polen, Malta, Italien, der Slowakei und Rumänien muss sich etwas ändern. Und anderswo müssen ausreichende Ressourcen bereitgestellt werden, um sicherzustellen, dass diese Rechte Wirklichkeit werden“.

Quelle: EURACTIV, novaradio.ch

NEWS: Theologieprofessor vor Gericht

Nun ist es soweit! Die links extreme Sozialisten mit ihren Lobbyisten beherrschen die Meinungsfreiheit. Wenn es ihnen nicht passt, rufen die sofort „Homophobie“.

Der an der theologischen Fakultät in Lugano lehrende Professor Manfred Hauke musste am Montag vor dem Strafgericht in Bellinzona als Beschuldigter erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, einen Artikel publiziert zu haben, der gegen das Verbot der Diskriminierung verstösst und zu Hass gegen Homosexuelle aufruft.

Genaugenommen ist Hauke im Dezember 2022 von der Tessiner Staatsanwältin Petra Canonica Alexakis bereits per Strafbefehl zu einer auf zwei Jahre bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 9450 Franken sowie einer Busse in Höhe von 1800 Franken verurteilt worden. Dieser Strafbefehl erfolgte nach einer Anzeige durch die Schweizer Schwulenorganisation Pink Cross. Doch Hauke akzeptierte den Entscheid nicht und legte Einsprache ein. Daher kam es nun zur öffentlichen Verhandlung vor der Pretura penale.

Etliche Priester und Studierende waren gekommen, um den fast 68-jährigen Professor im Gerichtssaal zu sehen. Einlass fanden aber nur wenige, da die Zahl der Besucher auf ein gutes Dutzend limitiert ist.

Homosexuelle als «Plage» und «Krebsgeschwür»

Der umstrittene Aufsatz mit schwulenfeindlichen Passagen erschien als Fortsetzung in den ersten beiden Ausgaben des Jahres 2021 in der konservativen katholischen Monatszeitschrift «Theologisches», für die Manfred Hauke als Herausgeber verantwortlich zeichnet. Geschrieben hatte den 56 Spalten langen Artikel der polnische Theologe Dariusz Oko. Dieser spricht in seinen Ausführungen im Zusammenhang mit Homosexuellen unter anderem von «rücksichtslosen Parasiten», «Plage» und «Krebsgeschwür, das sogar bereit ist, seinen Wirt zu töten», und «Homomafia». Der Titel seines Aufsatzes lautete: «Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen».

Vor Gericht verteidigte Hauke die Publikation mit dem Hinweis, dass im Impressum klar entnommen werden könne, dass die in den Artikeln vertretenen Meinungen nicht identisch seien mit der Auffassung der Chefredaktion und des Herausgebers. Zudem seien viele Zitate aus dem Kontext gerissen worden.

Sein Verteidiger, Anwalt Luigi Mattei, führte diese Argumentation im Detail weiter, indem er unter anderem darlegte, dass homosexuelle Priester nicht generell diskriminiert worden seien, sondern die Analyse bestimmte Gruppen und Lobbys von Geistlichen betreffe, die quasi zu einer Mafia-Organisation innerhalb der katholischen Kirche und damit zu einer Gefahr geworden seien. Oko habe vielfach Papst Franziskus zitiert und im Übrigen dafür geworben, eine Synode zur Homosexualität abzuhalten.

Manfred Hauke
Manfred HaukePD

Luigi Mattei zerzauste weiterhin den Strafbefehl, der zur Anklageschrift geworden ist, weil er an keiner Stelle ausführe, wie die Straftat seines Mandanten begangen worden sei, denn sie habe sich im Wesentlichen auf die Auflistung langer, ins Italienische übersetzter Passagen beschränkt. Staatsanwältin Petra Canonica Alexakis war ihrerseits nicht einmal zur Verhandlung erschienen, was mehr als bedauerlich ist, weil dem Fall durchaus Präzedenzcharakter zukommt, wie der Verteidiger Mattei ausführte.

Denn bis anhin gibt es offenbar keine Urteile, welche die Strafnorm betreffen, welche Hass wegen sexueller Orientierung unter Strafe stellt. Der entsprechende Artikel 261bis im Strafgesetzbuch war nach einer Volksabstimmung im Jahr 2020 um diesen Passus erweitert worden. Hauke selbst erklärte in seinem Schlusswort, dass er sich für unschuldig halte und daher für eine Aufhebung des Strafbefehls plädiere.

Strafuntersuchung in Deutschland

Der fragwürdige Aufsatz hat bereits in Deutschland, wo sich der Verlag befindet, einigen Staub aufgewirbelt und zu einer Strafuntersuchung geführt. Der Münchner Priester Wolfgang Rothe hatte Anzeige erstattet. Das Amtsgericht Köln stellte im Mai 2022 aber das Verfahren wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung ein. Oko hatte dort argumentiert, nicht über homosexuelle Priester im Allgemeinen geschrieben zu haben, sondern über solche, «die Straftaten begehen und die Kirche zerstören». Doch wurden ihm sowie dem Chefredaktor Johannes Stöhr Geldbussen in Höhe von 3150 Euro und 4000 Euro auferlegt. Sie gelten aber nicht als vorbestraft. Auch die polnischen Medien hatten das Verfahren in Deutschland genau verfolgt.

Das Urteil im Prozess von Bellinzona gegen den Herausgeber Hauke wird am kommenden Montag eröffnet. Hauke ist der amtsälteste Professor der theologischen Fakultät von Lugano, die 1992 vom damaligen Bischof Eugenio Corecco gegründet wurde und 2021 der Universität der italienischen Schweiz (USI) angegliedert wurde. Die USI erklärte noch am Abend in einer Medienmitteilung, dass der fragliche Theologe nicht vertragsmässig Angestellter der Universität sei. Trotzdem werde die Uni eine Ad-hoc-Kommission auf die Beine stellen, die abklären soll, ob Professor Hauke mit seinem Verhalten gegen die fundamentalen ethischen Richtlinien der Universität verstossen hat.

Quelle: NZZ, novaradio.ch

NEWS: Dignitas Infinita

Papst Franziskus veröffentlicht ein neues Dokument mit dem Titel „Dignitas Infinita“. In diesem Dokument geht es, um die Abtreibung, Leihmutterschaft und Gender.

Dignitas infinita heißt das lehramtliche Dokument des Dikasteriums für die Glaubenslehre über die Menschenwürde und die Ideologien und Praktiken, die sie verletzten. Dazu gehören Abtreibung, Euthanasie, Gender-Ideologie und andere mehr. Ein erster Blick in das Dokument, das heute von Kardinal Victor Manuel Fernández und dem Leiter der Ersten Sektion des Dikasteriums, Msgr. Armando Matteo, veröffentlicht wurde. Papst Franziskus billigte das Dokument in der Audienz am vergangenen 25. März.

Das Dokument Dignitas Infinita nennt eine „vierfache Unterscheidung des Begriffs der Würde“ und zählt die „ontologische Würde“, die „moralische Würde“, die „soziale Würde“ und schließlich die „existentielle Würde“ auf.

„Die wichtigste Sinngebung ist an die ontologische Würde gebunden, die der Person als solcher allein durch die Tatsache zukommt, daß sie existiert und von Gott gewollt, geschaffen und geliebt ist. Diese Würde kann niemals ausgelöscht werden und bleibt über alle Umstände hinaus gültig, in denen sich der Einzelne befinden kann“, (DI, 7)

„Wenn wir dagegen von sittlicher Würde sprechen, beziehen wir uns vielmehr auf die Ausübung der Freiheit durch das menschliche Geschöpf. Dieses ist zwar mit einem Gewissen ausgestattet, bleibt aber immer offen für die Möglichkeit, gegen dieses Gewissen zu handeln. Damit verhält sich der Mensch in einer Weise, die seiner Natur als von Gott geliebtes und zur Liebe zu seinen Brüdern und Schwestern berufenes Geschöpf ‚unwürdig ist‘. Aber diese Möglichkeit besteht“, (DI, 7).

Und weiter:

„Die Geschichte bezeugt, daß die Ausübung der Freiheit gegen das vom Evangelium geoffenbarte Gesetz der Liebe unermeßliche Ausmaße des Bösen erreichen kann, das anderen zugefügt wird. Wenn dies geschieht, stehen wir vor Menschen, die jede Spur von Menschlichkeit, jede Spur von Würde verloren zu haben scheinen“ (DI, 7).

Bezüglich der „sozialen Würde“:

„Wenn wir von sozialer Würde sprechen, beziehen wir uns auf die Bedingungen, unter denen ein Mensch lebt. Wenn beispielsweise in extremer Armut nicht die Mindestvoraussetzungen gegeben sind, damit ein Mensch ihrer ontologischen Würde entsprechend leben kann, sagen wir, daß das Leben dieses armen Menschen ein ‚unwürdiges‘ Leben ist. Dieser Ausdruck bedeutet keineswegs eine Verurteilung der menschlichen Person, sondern soll die Tatsache hervorheben, daß ihre unveräußerliche Würde durch die Situation, in der sie zu leben gezwungen ist, beeinträchtigt wird“ (DI, 8).

Und schließlich die „existentielle Würde“:

„Immer häufiger sprechen wir heute von einem ‚würdigen‘ und einem ‚unwürdigen‘ Leben. Und mit dieser Bezeichnung beziehen wir uns auf Situationen, die eben existenziell sind: zum Beispiel der Fall eines Menschen, dem es an nichts Lebensnotwendigem fehlt, der aber aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten hat, in Frieden, Freude und Hoffnung zu leben. In anderen Situationen ist es das Vorhandensein schwerer Krankheiten, gewalttätiger familiärer Verhältnisse, bestimmter pathologischer Abhängigkeiten und anderer Schwierigkeiten, die jemanden dazu bringen, seine Lebensverhältnisse gegenüber der Wahrnehmung jener ontologischen Würde, die niemals verdunkelt werden kann, als ‚unwürdig‘ zu erleben“ (DI, 8).

Der Text unterstreicht „den unveräußerlichen Wert jener ontologischen Würde“:

„die im Wesen der menschlichen Person selbst verwurzelt ist und unabhängig von allen Umständen besteht“ (DI, 8).

Dignitas Infinita wirft einen Blick auf die Bibelstellen, die die Würde des Menschen bekräftigen, und erinnert daran:

„Während seines gesamten Wirkens bekräftigt Jesus den Wert und die Würde all derer, die das Ebenbild Gottes tragen, unabhängig von ihrem sozialen Status und ihren äußeren Umständen“ (DI, 12).

Im Folgenden wird die Entwicklung des christlichen Denkens zu diesem Thema von den Kirchenvätern bis heute zusammengefaßt, wobei hervorgehoben wird, daß der Katholizismus nichtchristliche Autoren beeinflußt habe und umgekehrt:

„Diese ontologische Würde in ihrer privilegierten Manifestation durch das freie menschliche Handeln wurde später vor allem durch den christlichen Humanismus der Renaissance betont. Selbst in der Sicht moderner Denker wie Descartes und Kant, die ebenfalls einige der Grundlagen der traditionellen christlichen Anthropologie in Frage stellten, sind Anklänge an die Offenbarung deutlich zu erkennen. Auf der Grundlage einiger neuerer philosophischer Überlegungen zum Status der theoretischen und praktischen Subjektivität hat die christliche Reflexion dann die Tiefe des Begriffes der Menschenwürde weiter hervorgehoben und hat im 20. Jahrhundert eine originelle Sichtweise erreicht, so z. B. den Personalismus. Diese Perspektive greift nicht nur die Frage der Subjektivität auf, sondern vertieft sie in Richtung Intersubjektivität und Beziehungen, die die menschlichen Personen miteinander verbinden. Das zeitgenössische christliche anthropologische Konzept wurde auch durch die Überlegungen aus dieser letztgenannten Sichtweise bereichert“ (DI, 13).

Das zweite Kapitel des Dokuments trägt die Überschrift „Die Kirche verkündet, fördert und macht sich zum Garanten der Menschenwürde“:

„Die Kirche verkündet die gleiche Würde aller Menschen, unabhängig von ihren Lebensumständen und ihren Eigenschaften. Diese Verkündigung beruht auf einer dreifachen Überzeugung, die im Lichte des christlichen Glaubens der Menschenwürde einen unermeßlichen Wert verleiht und die ihr innewohnenden Forderungen verstärkt“ (DI, 17).

Es wird versichert:

„Der Glaube trägt also entscheidend dazu bei, der Vernunft bei der Wahrnehmung der Menschenwürde zu helfen und ihre Wesenszüge anzunehmen, zu bestärken und zu verdeutlichen, wie Benedikt XVI. betonte: ‚Ohne die Korrekturfunktion der Religion kann jedoch auch die Vernunft den Gefahren einer Verzerrung anheimfallen, wenn sie zum Beispiel von Ideologien manipuliert wird oder auf einseitige Weise zur Anwendung kommt, ohne die Würde der menschlichen Person voll zu berücksichtigen. Ein solcher Mißbrauch der Vernunft war es ja auch, der den Sklavenhandel und viele andere gesellschaftliche Übel erst ermöglicht hat, nicht zuletzt die totalitären Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts‘“ (DI, 22).

Vor allem beruft sich das Dokument auf das Zweite Vatikanische Konzil:

„Deshalb spricht das Zweite Vatikanische Konzil von ‚der erhabenen Würde, die der menschlichen Person zukommt, da sie die ganze Dingwelt überragt und Träger allgemeingültiger sowie unverletzlicher Rechte und Pflichten ist.‘Wie es im Vorwort der Konzilserklärung Dignitatis humanae heißt, ‚kommt [d]ie Würde der menschlichen Person […] den Menschen unserer Zeit immer mehr zum Bewußtsein.‘ Diese individuelle und gemeinschaftliche Gedanken- und Gewissensfreiheit beruht auf der Anerkennung der Würde des Menschen, ‚wie sie durch das geoffenbarte Wort Gottes und durch die Vernunft selbst erkannt wird’. Das kirchliche Lehramt selbst hat mit immer größerer Einsicht die Bedeutung dieser Würde eingedenk der damit verbundenen Erfordernisse und Konsequenzen erkannt und ist zur Erkenntnis gelangt, daß die Würde eines jeden Menschen über alle Umstände hinweg dieselbe ist“ (DI, 16).

Die Menschenrechte

Dignitas Infinita befaßt sich ausführlich mit der Frage der Menschenrechte in der heutigen Zeit: Dabei wird die unveräußerliche Menschenwürde eines jeden Menschen betont, ohne das Naturrecht zu erwähnen. Die Unveräußerlichkeit wird ganz vom Schöpfungsakt durch Gott hergeleitet, ob das, ohne Rückgriff auf das Naturrecht und die durch die Natur erkennbare Wahrheit, Ungläubige und Gottlose überzeugen kann, werden die Reaktionen zeigen:

„Wie Papst Franziskus bereits daran erinnert hat, ‚in der modernen Kultur ist der Bezug, der dem Prinzip der unveräußerlichen Würde des Menschen am nächsten ist, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die der heilige Johannes Paul II. als einen, Meilenstein auf dem langen und schwierigen Weg der Menschheit‘ und als ‚eine der höchsten Ausdrucksformen des menschlichen Gewissens‘ bezeichnet hat“ (DI, 23).

Dignitas Infinita verweist auf das, was die Menschenrechte verletzt:

„Entsprechend dem Wunsch, auf einige der vielen schweren Verletzungen der Menschenwürde in der heutigen Welt hinzuweisen, darf daran erinnert werden, was das Zweite Vatikanische Konzil in dieser Hinsicht gelehrt hat. So muß zur Kenntnis genommen werden, daß gegen die Menschenwürde steht, ‚was […] zum Leben selbst in Gegensatz steht, wie jede Art Mord, Völkermord, Abtreibung, Euthanasie und auch der freiwillige Selbstmord’. Gegen unsere Würde verstößt auch, ‚was immer die Unantastbarkeit der menschlichen Person verletzt, wie Verstümmelung, körperliche oder seelische Folter und der Versuch, psychischen Zwang’. Und schließlich ‚was immer die menschliche Würde angreift, wie unmenschliche Lebensbedingungen, willkürliche Verhaftung, Verschleppung, Sklaverei, Prostitution, Mädchenhandel und Handel mit Jugendlichen, sodann auch unwürdige Arbeitsbedingungen, bei denen der Arbeiter als bloßes Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche Person behandelt wird.‘ Auch das Thema Todesstrafe muß hier erwähnt werden: Auch die letztere verletzt unter allen Umständen die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen“ (DI, 34).

In Dignitas Infinita werden einige schwerwiegende Verstöße gegen die Menschenwürde genannt und erläutert, die besonders aktuell sind: das Drama der Armut, Krieg, die Arbeitsbedingungen von Migranten, Menschenhandel, sexueller Mißbrauch, Gewalt gegen Frauen, Abtreibung, Leihmutterschaft, Sterbehilfe – und assistierter Suizid –, die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen, Gender-Theorie, Geschlechtsumwandlung und digitale Gewalt. Hier einige Auszüge zu zentralen Themen unserer Zeit:

Abtreibung

Zur Abtreibung sagt Dignitas Infinita:

„Die Billigung der Abtreibung in Gesinnung, Gewohnheit und selbst im Gesetz ist ein beredtes Zeichen für eine sehr gefährliche Krise des sittlichen Bewußtseins, das immer weniger imstande ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, selbst dann, wenn das Grundrecht auf Leben auf dem Spiel steht. Angesichts einer so ernsten Situation bedarf es mehr denn je des Mutes, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen und die Dinge beim Namen zu nennen, ohne bequemen Kompromissen oder der Versuchung zur Selbsttäuschung nachzugeben. In diesem Zusammenhang klingt der Tadel des Propheten kategorisch: ‚Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen‘ (Jes 5,20)“ (DI, 47).

Und mahnt:

„Gerade in bezug auf die Abtreibung ist die Verbreitung eines zweideutigen Sprachgebrauchs festzustellen, wie die Formulierung, Unterbrechung der Schwangerschaft‘, die darauf abzielt, deren wirkliche Natur zu verbergen und ihre Schwere in der öffentlichen Meinung abzuschwächen. Vielleicht ist dieses sprachliche Phänomen selber Symptom für ein Unbehagen des Gewissens. Doch kein Wort vermag die Realität der Dinge zu ändern: die vorsätzliche Abtreibung ist, wie auch immer sie vorgenommen werden mag, die beabsichtigte und direkte Tötung eines menschlichen Geschöpfes in dem zwischen Empfängnis und Geburt liegenden Anfangsstadium seiner Existenz“ (DI, 47).

Leihmutterschaft

„Die Kirche wendet sich auch gegen die Praxis der Leihmutterschaft, durch die das unermeßlich wertvolle Kind zu einem bloßen Objekt wird“ (DI, 48).

Und weiter:

„Die Praxis der Leihmutterschaft verletzt in erster Linie die Würde des Kindes. Jedes Kind besitzt nämlich vom Moment der Empfängnis, der Geburt und dann in seinem Heranwachsen als Junge oder Mädchen bis hin zum Erwachsenwerden eine unantastbare Würde, die in jeder Phase seines Lebens deutlich zum Ausdruck kommt, wenn auch in einzigartiger und differenzierter Weise. Das Kind hat daher kraft seiner unveräußerlichen Würde das Recht auf eine vollständig menschliche und nicht künstlich herbeigeführte Herkunft und auf das Geschenk eines Lebens, das zugleich die Würde des Gebers und des Empfängers zum Ausdruck bringt“ (DI, 49).

Und ebenso:

„Die Praxis der Leihmutterschaft verletzt zugleich die Würde der Frau selbst, die dazu gezwungen wird oder sich aus freien Stücken dazu entschließt, sich ihr zu unterwerfen. Durch eine solche Praxis wird die Frau von dem Kind, das in ihr heranwächst, losgelöst und zu einem bloßen Mittel, das dem Profit oder dem willkürlichen Wunsch anderer unterworfen ist. Dies widerspricht in jeder Hinsicht der grundlegenden Würde eines jeden Menschen und seinem Recht, immer als er selbst und niemals als Instrument für etwas Anderes anerkannt zu werden“ ( DI, 50).

Euthanasie (alias Sterbehilfe)

Eindringlich ist auch die Kritik von Dignitas Infinita an der Euthanasie:

„Es gibt einen besonderen Fall der Verletzung der Menschenwürde, der zwar leiser ist, aber immer mehr an Bedeutung gewinnt. Seine Besonderheit besteht darin, daß ein falscher Begriff von Menschenwürde verwendet wird, um ihn gegen das Leben selbst zu wenden. Diese heute weit verbreitete Verwechslung tritt bei der Diskussion über die Euthanasie zutage. So werden Gesetze, die die Möglichkeit der Sterbehilfe oder des assistierten Suizids anerkennen, manchmal als „Gesetze zum würdevollen Sterben“ („death with dignity acts“) bezeichnet. Es herrscht die weit verbreitete Auffassung, daß Sterbehilfe oder Beihilfe zum Suizid mit der Achtung der Würde des Menschen vereinbar seien. Angesichts dieser Tatsache muß mit Nachdruck bekräftigt werden, daß das Leiden nicht dazu führt, daß der kranke Mensch die ihm innewohnende und unveräußerliche Würde verliert, sondern daß es zu einer Gelegenheit werden kann, die Bande der gegenseitigen Zugehörigkeit zu stärken und sich der Kostbarkeit eines jeden Menschen für die gesamte Menschheit bewußter zu werden“ (DI, 51).

Gender-Ideologie

Die Gender-Theorie, vielmehr Gender-Ideologie, wird in Dignitas Infinita sehr negativ beurteilt:

„Im Hinblick auf die Gender-Theorie, über deren wissenschaftliche Konsistenz in der Fachwelt viel diskutiert wird, erinnert die Kirche daran, daß das menschliche Leben in all seinen Bestandteilen, körperlich und geistig, ein Geschenk Gottes ist, von dem gilt, daß es mit Dankbarkeit angenommen und in den Dienst des Guten gestellt wird. Über sich selbst verfügen zu wollen, wie es die Gender-Theorie vorschreibt, bedeutet ungeachtet dieser grundlegenden Wahrheit des menschlichen Lebens als Gabe nichts anderes, als der uralten Versuchung des Menschen nachzugeben, sich selbst zu Gott zu machen und in Konkurrenz zu dem wahren Gott der Liebe zu treten, den uns das Evangelium offenbart“ (DI, 57).

Die Gender-Ideologie, so Dignitas Infinita, versucht:

„den größtmöglichen Unterschied zwischen Lebewesen zu leugnen: den der Geschlechter. Dieser fundamentale Unterschied ist nicht nur der größtmöglich vorstellbare, sondern auch der schönste und mächtigste: Er bewirkt im Paar von Mann und Frau die bewundernswerteste Gegenseitigkeit und ist somit die Quelle jenes Wunders, das uns immer wieder in Erstaunen versetzt, nämlich die Ankunft neuer menschlicher Wesen in der Welt“ (DI, 58).

Transsexualität

Dignitas Infinita verurteilt Verfahren zur Geschlechtsumwandlung:

„Daraus folgt, daß jeder geschlechtsverändernde Eingriff in der Regel die Gefahr birgt, die einzigartige Würde zu bedrohen, die ein Mensch vom Moment der Empfängnis an besitzt. Damit soll nicht ausgeschlossen werden, daß eine Person mit bereits bei der Geburt vorhandenen oder sich später entwickelnden genitalen Anomalien sich für eine medizinische Behandlung zur Behebung dieser Anomalien entscheiden kann. In diesem Fall würde die Operation keine Geschlechtsumwandlung in dem hier beabsichtigten Sinne darstellen“ (DI, 60).

Schlußfolgerung

Dignitas Infinita schließt mit einem Aufruf zur Verteidigung der Menschenwürde:

„Jeder einzelnen Person und zugleich jeder menschlichen Gemeinschaft kommt die Aufgabe zu, die Menschenwürde konkret und wirksam zu verwirklichen, während es die Pflicht der Staaten ist, sie nicht nur zu schützen, sondern auch jene Bedingungen zu gewährleisten, die notwendig sind, damit sie sich in der ganzheitlichen Förderung der menschlichen Person entfalten kann: „Im politischen Einsatz muß man daran erinnern: ‚Jenseits aller äußeren Erscheinung ist jeder unendlich heilig und verdient unsere Liebe und unsere Hingabe‘“ (DI, 65).

Und zuletzt heißt es:

„Auch heute, angesichts so vieler Verletzungen der Menschenwürde, die die Zukunft des Menschengeschlechts ernsthaft bedrohen, ermutigt die Kirche zur Förderung der Würde jeder menschlichen Person, unabhängig von ihren körperlichen, geistigen, kulturellen, sozialen und religiösen Eigenschaften. Sie tut dies in der Hoffnung und in der Gewissheit der Kraft, die vom auferstandenen Christus ausgeht, der die ganzheitliche Würde eines jeden Menschen in ihrer ganzen Fülle offenbart hat. Diese Gewissheit wird in den Worten von Papst Franziskus zu einem Appell: ‚Jeden Menschen dieser Welt bitte ich, diese seine Würde nicht zu vergessen; niemand hat das Recht, sie ihm zu nehmen‘“ (DI, 66).

Quelle: katholisches.info
Ganzes Dokument: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2024-04/wortlaut-dignitas-infinita-erklaerung-vatikan-menschenwuerde0.html

https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2024-04/wortlaut-dignitas-infinita-erklaerung-vatikan-menschenwuerde0.html

Erklärung der Liturgie: Teil 12

Nachrichtensendung vom 05.04.2024

Abtreibungsgegnerin wird zu Prolife
Rowling gegen Transgender

Trauerzirkular für Bischof Vitus Huonder

Programmhinweis: Nachrichtensendung vom 05.04.2024

Abtreibungsgegnerin wird zu Prolife
Rowling gegen Transgender

Heute auf novaradio.ch

Mittwochskolumne: Barmherzigkeit Gottes

Am kommenden Sonntag feiert die Kirche den Weissen Sonntag und zugleich den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit. Der Heilige Papst Johannes Paul II. führte dieses Fest auf Wunsch der Ordensschwester Faustina ein, die von Jesus den Auftrag erhalten hat, der Welt die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden. Es ist wichtig, dass wir uns als Christen immer wieder vertiefen in das Geheimnis der Göttlichen Barmherzigkeit und Liebe. Sich in das Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes zu vertiefen bedeutet jedoch nicht, dass wir die Göttlichen Gebote relativieren und so tun dürfen, als gäbe es die Göttliche Gerechtigkeit nicht. Gott ist heilig und er verlangt von uns, seine Gebote zu halten, da diese Gebote unserem Heil dienen. Einige sich selbst als progressiv bezeichnende Theologen behaupten, dass Gott dem Menschen alle Freiheit gibt und der Mensch sich nicht an die Gebote Gottes halten muss. Wer so etwas lehrt, belügt die Menschen. Die Gebote Gottes sind nicht einengend, sondern befreien uns, da sie der Liebe dienen und der Mensch für die Liebe zu Gott und den Mitmenschen erschaffen wurde. Da wir aber schwache Menschen sind, die immer wieder fallen, zeigt Gott jedem Menschen seine unendliche Barmherzigkeit, indem er ihm immer wieder Chancen gibt. Wir können die Grösse Gottes Barmherzigkeit nur erkennen, wenn wir auch seine Gerechtigkeit erkennen. Gott lehnt jede Sünde ab, macht aber einen grossen Unterschied zwischen dem Sünder und der Sünde. So sehr Gott die Sünde hasst, so sehr liebt er trotzdem den Sünder. Persönlich glaube ich, dass der Weg zur Neuevangelisierung gelingen kann, wenn wir vermehrt betonen, wie barmherzig Gott ist. Viele Menschen verzweifeln heute an ihrer Lebenssituation und sehen keine Zukunft für sich. Wenn wir die Frohe Botschaft verbreiten wollen, müssen wir allen Mitmenschen verkünden, dass Gottes Barmherzigkeit keine Grenzen kennt. Jesus Christus hat sein Leben für uns alle hingegeben, damit wir das Leben in Fülle haben. Die Kraft dieser Botschaft ist so gross, dass wir neue Menschen für den Glauben gewinnen werden und die Kirche auch im dritten Jahrtausend weiter wachsen wird. Es ist eine einfache Botschaft, aber eine solch tiefe, dass jedes Herz dadurch berührt wird. Versuchen wir daher in unserem Leben Apostel der Barmherzigkeit Gottes zu sein, indem wir von Gottes Liebe und Barmherzigkeit erzählen und auch selbst Taten der Barmherzigkeit vollbringen. Nur schon eine kleine Tat, die aus Barmherzigkeit geschieht, kann die Welt zum Guten verändern. Ich bin davon überzeugt. DR

NEWS: Hinschied von Msgr. Vitus Huonder

Mit tiefer Trauer haben wir erfahren, dass Bischof Vitus Huonder an diesem Ostermittwoch zu Gott heimgerufen wurde. Er hat seine schöne Seele nach einer kurzen Krankheit, deren tödlichen Ausgang er in voller Klarheit erkannte, Gott übergeben.

Am Fest des Heiligen Josef, dem 19. März, war er ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Diagnose wurde am Montag, dem 25. März, dem Tag Mariä Verkündigung, gestellt. Von da an zeigte Bischof Huonder eine vollkommene Fügsamkeit gegenüber den Wegen der Vorsehung und opferte sein Leiden immer wieder für die heilige Kirche auf. Er war auch der Priesterbruderschaft St. Pius X. und insbesondere dem Institut Sancta Maria in Wangs stets dankbar, wo er seine letzten Jahre in der tiefen Freude verbringen konnte, noch einen schönen Dienst als Seelenhirte zu erfüllen. Er gab ein bewundernswertes Beispiel des Gebets und der Liebe zum Heiligtum.

Wir empfehlen die Ruhe seiner Seele Ihren inständigen Gebeten, damit er so bald wie möglich in die ewige Seligkeit gelangt.

Wir werden in Kürze die Einzelheiten seiner Beerdigung bekannt geben.

Der Schweizer Distrikt der Bruderschaft

Quelle: Piusbruderschaft

NEWS: Papst Franziskus kritisiert Erzbischof Gänswein

Papst Franziskus hat Erzbischof Georg Gänswein für die Veröffentlichung seines Buches „Nichts als die Wahrheit“ kurz nach dem Tod von Papst Benedikt XVI. kritisiert.

In einem Interview mit dem Titel „Der Nachfolger“, das am 3. April auf Spanisch erscheinen soll, sprach Franziskus über seine Beziehung zu seinem Vorgänger, Papst Benedikt XVI. Während seines Interviews mit dem spanischen Journalisten Javier Martínez-Brocal sagte Franziskus, dass es ihn „schmerze“, als Gänswein, der von 2003 bis zum Tod des emeritierten Papstes im Jahr 2022 Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. war, sein Buch über seine Erfahrungen mit Benedikt veröffentlichte, das Kritik an einigen Handlungen von Franziskus enthielt.

Die Veröffentlichung von „Nichts als die Wahrheit“ am Tag von Benedikts Beerdigung zeige einen „Mangel an Edelmut und Menschlichkeit“, sagte Franziskus.

Er erklärte, dass der ehemalige Privatsekretär von Benedikt XVI. „einige sehr schwierige Dinge mit mir gemacht hat“.

In einer wahrscheinlichen Anspielung auf Gänswein behauptete Franziskus, dass einige Leute in der katholischen Kirche Papst Benedikt XVI. benutzten, um ihn anzugreifen, wenn sie keine guten Argumente hatten, indem sie „Benedikt Dinge zuschrieben, die nicht wahr sind“.

Kurz nach Benedikts Tod sagte Gänswein, dass Papst Franziskus‘ Einschränkung der traditionellen lateinischen Messe (TLM) Benedikt „Schmerz im Herzen“ bereitet habe, und offenbarte in seinem Buch, dass Benedikt die Einschränkungen für „einen Fehler“ hielt.

Franziskus sagte Martínez-Brocal, dass er Benedikt nicht konsultiert oder vor seiner Entscheidung gewarnt habe, das TLM einzuschränken und die Arbeit seines Vorgängers zu kippen, und bestätigte damit die Behauptung des Gänsweins, dass Benedikt von Franziskus‘ Angriff auf die lateinische Messe durch die Zeitung des Vatikans erfahren habe.

Papst Benedikt erweiterte 2007 mit seinem Motu proprio Summorum Pontificum die damals geltenden Erlaubnisse, die traditionelle lateinische Messe zu feiern, und sagte, dass die ältere Form des Römischen Ritus nie aufgehoben worden sei. In einem Begleitbrief zu seinem Motu proprio schrieb Benedikt über das TLM: „Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch für uns heilig und groß, und es kann nicht plötzlich völlig verboten oder gar als schädlich angesehen werden.“

Am 16. Juli 2021 erließ Papst Franziskus jedoch die Traditionis Custodes, die das TLM einschränkten und Benedikts Summorum Pontificum faktisch außer Kraft setzten. In direktem Widerspruch zu seinem noch lebenden Vorgänger erklärte Franziskus, dass die Liturgie Pauls VI. oder der Novus Ordo der „einzigartige Ausdruck der lex orandi des römischen Ritus“ sei.

Wenige Monate nach der Veröffentlichung von Gänsweins Buch schickte Franziskus den deutschen Erzbischof zurück in seine Heimatdiözese Freiburg, ohne ihm eine Aufgabe oder ein Amt zuzuweisen.

Franziskus behauptete, Benedikt habe „mir nie seine Unterstützung entzogen“.

„Vielleicht gab es etwas, mit dem ich etwas getan habe, mit dem er nicht einverstanden war, aber er hat es nie gesagt“, fügte er hinzu.

Einige von Benedikts engsten Vertrauten, wie Gänswein und Benedikts Biograf Peter Seewald, betonten jedoch, wie verletzt und enttäuscht der emeritierte Papst über einige Entscheidungen seines Nachfolgers sei.

„Benedikt vertraute Franziskus. Aber er wurde mehrfach bitter enttäuscht“, sagte Seewald in einem im Dezember 2023 veröffentlichten Interview.

Seewald sagte dem New Daily Compass, Franziskus habe „wiederholt von den Gaben seines Vorgängers gesprochen und ihn einen ‚großen Papst‘ genannt, dessen Vermächtnis von Generation zu Generation deutlicher werden wird“.

„Aber wenn man wirklich aus Überzeugung von einem ‚großen Papst‘ spricht, sollte man dann nicht alles tun, um sein Vermächtnis zu pflegen? So wie es Benedikt XVI. mit Johannes Paul II. getan hat? Wie wir heute sehen können, hat Papst Franziskus in der Tat sehr wenig getan, um in Kontinuität mit seinen Vorgängern zu bleiben“, so Seewald.

Zu Franziskus‘ Umgang mit Gänswein sagte Seewald: „Das macht ihn [Franziskus] unglaubwürdig.“

„Man kann nicht mit der Bibel in der Hand ständig von Nächstenliebe, gegenseitiger Achtung und Barmherzigkeit sprechen und gleichzeitig diese Tugenden mit Füßen treten. Die Brutalität und öffentliche Demütigung, mit der ein verdienter Mann wie Gänswein abserviert wurde, ist beispiellos. Nicht einmal die Sitte, einem scheidenden Mitarbeiter ein Wort des Dankes zu sagen, wie es in der kleinsten Firma üblich ist, wurde eingehalten.“

„Der Papst hat Gänswein herabgestuft, aber er meinte den, für den Gänswein steht“, sagte Seewald in einer offensichtlichen Anspielung auf Franziskus‘ Angriff auf Benedikts Vermächtnis.

Quelle: Lifesitenews

NEWS: Biden erklärt „Transgender-Tag“

Nach einem schrecklichen, beleidigenden Fehltritt nach dem anderen – einschließlich des Verbots, Ostereier mit „offenkundig“ religiösen Botschaften für das jährliche Ostereierrollen im Weißen Haus einzureichen – bestritt Präsident Joe Biden, dass er den Ostersonntag zum „Tag der Sichtbarkeit von Transgendern“ erklärt habe, obwohl er am Karfreitag ein sehr öffentliches Dekret erlassen hatte.

Am Freitag, den 29. März, erklärte das Weiße Haus unter Biden den 31. März zum „Tag der Sichtbarkeit von Transgendern“, ohne jedoch eine so verheißungsvolle Erklärung zu Ehren desselben Tages wie den Ostersonntag abzugeben.

Kurz darauf wurde der Schritt von Biden und seiner Regierung weithin als eine gewaltige Beleidigung der Christen verurteilt.

Erzbischof Carlo Maria Viganò, ehemaliger Apostolischer Nuntius in den Vereinigten Staaten von Amerika, sprach von einer „skandalösen Proklamation“ und assoziierte sie mit einem „luziferischen Hass auf Gott“.

Das Wahlkampfteam des ehemaligen Präsidenten Donald Trump sprach von einer „blasphemischen Erklärung“.

Der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson aus Louisiana, sagte, das „Weiße Haus unter Biden hat den zentralen Grundsatz von Ostern verraten“ und bezeichnete es als eine „empörende und abscheuliche“ Entscheidung.

„Dies ist ein direkter Angriff auf das Christentum“, bemerkte der republikanische US-Abgeordnete Alex Mooney aus West Virginia. „Ein weiterer Angriff auf Religion und Traditionen durch diese Regierung.“

„Bidens Schändung des Ostersonntags mit einem imaginären Transgender-Feiertag war eine Strafentscheidung“, hieß es in einer Schlagzeile von The Federalist. Der Autor B.L. Hahn sagte, der Schritt des Weißen Hauses sei „eine abscheuliche Zurschaustellung von ideologischem Wahnsinn und Anbiederung der schlimmsten Art“.

Der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Vivek Ramaswamy, ein Hindu, nannte es „einen Schlag ins Gesicht für jeden Amerikaner, unabhängig von seinem Glauben“.

Das Weiße Haus achtete darauf, spanischsprachige Amerikaner nicht zu beleidigen

Während das Weiße Haus mit Hochdruck den 31. März als „Transgender Day of Visibility“ für die englischsprachige Bevölkerung des Landes bewarb, gab es für spanischsprachige Wähler keinen Hinweis auf den 31. März als etwas anderes als den Ostersonntag, als ob die Regierung darauf achten würde, nicht das zu beleidigen, was sie für einen wichtigen Wählerblock der Demokraten hält.

„Das Weiße Haus verbreitet absichtlich unterschiedliche Botschaften an sein Publikum mit unterschiedlichen Sprachen“, bemerkte End Wokeness auf X.

„Auf dem englischen Hauptaccount wurde heute der Transgender Day of Visibility gefeiert. Auf dem spanischsprachigen Konto gibt es keine Verweise auf den Trans Day of Visibility. Stattdessen ehrte sie den César-Chávez-Tag.“

Ostereier mit religiösen Botschaften bei jährlicher Kinderveranstaltung im Weißen Haus verboten

Inmitten des Aufruhrs kam auch ans Licht, dass das Weiße Haus Richtlinien für den Ostereier-Dekorationswettbewerb für Kinder herausgegeben hatte, der Teil seiner jährlichen Ostereierrollen-Traditionen ist.

Beiträge von Kindern der Nationalgarde, die an der Veranstaltung teilnehmen, „dürfen keine fragwürdigen Inhalte, religiösen Symbole, offen religiösen Themen oder parteipolitischen Äußerungen enthalten“.

„Es ist entsetzlich und beleidigend, dass Joe Bidens Weißes Haus Kindern verboten hat, religiöse Eierdesigns für ihre Osterkunstveranstaltung einzureichen“, sagte ein Sprecher der Trump-Kampagne.

„Der Kunstwettbewerb ist eine Tradition beim Ostereierrollen im Weißen Haus“, schrieb Collin Rugg, Mitinhaber von Trending Politics, auf X. „Der katholische Präsident will jedoch nichts Religiöses sehen.“

Biden hat Amerika „gaslighted“, indem er leugnete, was jeder als wahr erkannte

Das Weiße Haus veröffentlichte am späten Sonntagmorgen ein blutleeres „Frohe Ostern“-Statement – oder wahrscheinlicher ein schneller Versuch der Schadensbegrenzung.

Als das Weiße Haus am Ostermontag wieder öffnete, bestritten Biden und seine Stellvertreter dreist, den 31. März zum „Transgender Day of Visibility“ erklärt zu haben.

„‚Ich habe das nicht getan‘, sagte Biden, als er gefragt wurde, ob er den Ostersonntag zum ‚Trans-Tag der Sichtbarkeit‘ erklärt habe“, schrieb Philip Melanchthon Wegmann von RealClearPolitics.

Biden ging sogar so weit, Johnson, der ihn dafür kritisiert hatte, dass er den Ostersonntag zum „Transgender-Tag der Sichtbarkeit“ erklärt hatte, als „durch und durch uninformiert“ zu beschuldigen.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, verteidigte ihren Chef und bezeichnete Berichte, wonach Biden den Ostersonntag zum „Tag der Sichtbarkeit von Transgendern“ erklärt habe, als „Fehlinformation“.

„Hey Joe Biden – du hast das nicht nur ‚getan‘, wie du in der Nachrichtenmitteilung des Weißen Hauses unten sehen kannst, sondern du hast es auch hier auf X gepostet“, sagte der konservative Kommentator Robby Starbuck und konterte damit die Lügen des Weißen Hauses.

„Als ob das, was Sie getan haben, nicht schon schlimm genug wäre, betreiben Sie jetzt auch noch Gaslighting in Amerika“, sagte Starbuck.

„Du bist verrückt, inkompetent, böse oder vielleicht alle drei“, fügte er hinzu.

„Sie wollen, dass die Menschen die Trans-Flagge anbeten statt Gott“

Zu Beginn der Kontroverse bemerkte Donald Trump Jr.: „Das ist die neue Religion der Linken. Sie wollen, dass die Menschen die Trans-Flagge anbeten und nicht Gott.“

„Sie müssen gestoppt werden“, warnte er.

Später verlinkte er auf eine Art liturgischen Kalender, eine Liste von „LGBTQ+ Awareness Days“, die im Wesentlichen als heilige Tage für woke neomarxistische LGBTQ+-Revolutionäre dienen.

Als die Aktivitäten der Easter Egg Roll-Kinder wegen Blitz und Donner verschoben wurden, schlug Trump Jr. vor: „Nach dieser Blasphemie am Wochenende muss das ein Zeichen Gottes sein!“

Quelle: Lifesitenews

Erklärung der Liturgie: Teil 11

Theologiestunde: Aus dem Kloster Einsiedeln

Wallfahrtsmotto 2024 im Kloster Einsiedeln «Ich bin mit euch!» – P. Philipp Steiner OSB, Kloster Einsiedeln. Zur Verfügung gestellt, von den Kollegen aus Radio Gloria.

Opus Dei: Ostern

Die Auferstehung – Opus Dei

Frohe und gesegnete Ostern

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Das ganze novaradio.ch Team wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Karsamstag

Karfreitag

Alles zum Thema Karfreitag

Jugendsendung: Karfreitag

Luka informiert Sie über den Karfreitag

Mittwochskolumne: Gründonnerstag

Morgen fängt das Triduum Sacrum, die Heiligen drei Tage an. Ich möchte meine Kolumne dem Hohen Donnerstag widmen. An diesem Tag hat Jesus zwei Sakramente eingesetzt, welche die Geburt der Kirche darstellen. Er setzte das Priestertum ein und er setzte die Eucharistie ein. Auf diesen beiden Sakramenten ist die Kirche aufgebaut, da aus der Eucharistie alle Gnaden fliessen und ohne die Priesterweihe alle anderen Sakramente nicht möglich wären. Wenn heute über Reformen in der Kirche geredet wird, müssen wir uns vergegenwärtigen, dass jede Reform, welche das Priestertum und die Feier der Eucharistie angreift, nicht eine Reform, sondern eine Zerstörung der Kirche darstellt. Wollen wir die Kirche wirklich erneuern und ihr neues Leben schenken, müssen wir im Volk die Liebe zur Eucharistie und zur Priesterberufung entfachen. Es ist auch nicht nur die Aufgabe der Bischöfe und Priester, sich für die Eucharistie und die Priesterberufung einzusetzen, sondern auch von den Laien. Hierzu müssen wir alle mit gutem Beispiel vorangehen, indem wir selbst die Heilige Messe regelmässig besuchen. Wir werden niemanden von der Wichtigkeit der Eucharistie überzeugen, wenn wir nicht selbst Feuer und Flamme für die Heilige Messe sind. Dabei ist es ebenfalls wichtig, Menschen Auskunft geben zu können, die Fragen zur Messe und ihrem Ablauf haben. Als Gläubige müssen wir auch Wissende sein, die über ihre Kirche Bescheid wissen. Auch um die Priesterberufung zu stärken ist es entscheidend, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen. Das bedeutet nicht, dass wir selbst Priester werden müssen, sondern dass wir unseren Mitmenschen aufzeigen, dass wir auch bereit sind, uns selbst ein Stück weit aufzuopfern für den Glauben an Jesus Christus. Viele Männer hadern mit dem Schritt, Priester zu werden, da sie sich nicht vorstellen können, Gott ganz zu dienen und sich dadurch aufzuopfern. In einer säkularen Gesellschaft, die keinen Sinn im Leid und in der aufopfernden Nächstenliebe sieht, ist es schwierig, Männer für das Priestertum zu gewinnen. Wenn wir aber diese Opferbereitschaft als Laien aufbringen, erleichtern wir am Priestertum interessierten Männer die Entscheidung, tatsächlich Priester zu werden. Diese Aufopferung kann aus Gebet, tätiger Nächstenliebe oder anderen guten Taten bestehen, bei denen wir uns überwinden müssen. Weiter ist es wichtig, dass wir die jetzigen Priester in ihrer Berufung stärken und ihnen helfen, ihrem Weiheversprechen treu zu bleiben. Nichts ist demotivierender für angehende Priester, als wenn jetzige Priester ihren Weg verlassen.

Wenn wir morgen den Hohen Donnerstag feiern, müssen wir die Freude über dieses Ereignis, das die Geburt der Kirche darstellt, im Alltag in die Energie umwandeln, uns vermehrt für die Eucharistie und bestehende sowie zukünftige Priester einzusetzen. Möge der Auferstandene Herr uns die Kraft hierzu schenken. DR

Theologiestunde/Zoom: Passion/Kreuzweg

Gelesen von: Luka und Ivan Severdija sowie Davor Novakovic

KARFREITAG»LEIDEN UND STERBEN UNSERES HERRN«

KREUZWEG

Kreuzweg am Kolosseum unter Vorsitz des Heiligen Vaters Papst Franziskus – Meditationen (Karfreitag, 29. März 2024) (vatican.va)

Pax Vobis: Pasija 2024

Citaju: Pero Martinic, Vera Novakovic, Drazenka Pavlic i Klaudija Severdija

Zoom: Maria: Annunziata – Verkündigung des Herrn

Jugendsendung: Karwoche

Jugendsendung: Vater, Sohn und heiliger Geist (Ivan)

Programmhinweis: Karwoche

Montag 25.03.2024
Jugendsendung: Vater, Sohn und heiliger Geist (Ivan)
Maria: Annunziata – Verkündigung des Herrn

Gründonnerstag 28.03.2024
15:30h Kroatische Sendung
Alles zum Thema Gründonnerstag
Jugendsendung: Vater, Sohn und heiliger Geist (Ivan)

Karfreitag 29.03.2024
14h Kroatische Sendung: Kreuzweg
16h Jugendsendung: Gott herrscht die Welt (Luka)
Alles zum Thema Karfreitag
Passion Christi: Vorgetragen von Ivan, Luka und Davor Novakovic
Kreuzweg: Vorgetragen von Ivan, Luka und Davor Novakovic

Karsamstag 30.03.2024
Alles zum Thema Karsamstag

Ostern 31.03.2024
14h Kroatische Sendung: Pax Vobis
16h Ostersendung

Palmsonntag 2024

Alles zum Thema Palmsonntag

Nachrichtensendung vom 22.03.2024

Nach 340 Jahren hat Zypern wieder ein Bischof
TLM hat mich gerettet

Mittwochskolumne: Karwoche

Bern (novaradio.ch): Mit dem Palmsonntag steigen wir in die Karwoche ein. Ostern rückt näher und die Karwoche erinnert uns daran, dass es kein Ostern ohne das Kreuz gibt. Alle Freude, die für uns die Auferstehung Christi bedeutet, erlöst uns nicht im Hier und Jetzt von den Leiden, die das menschliche Leben mit sich bringt. Für den Glauben und das Denken eines Katholiken ist es zentral, sich immer wieder die Verbindung zwischen Kreuz und Auferstehung vor Augen zu führen. Durch das Kreuz hat Jesus die ganze Welt erlöst und auch wir sind aufgerufen, unseren Beitrag zu leisten, um in das Himmelreich Gottes einzugehen. Für viele Nicht-Christen ist es schwierig nachzuvollziehen, weshalb diese enge Verbindung zwischen Leid und Freud existiert. Der Sündenfall hat uns in eine Welt hineingeworfen, in der Tod und Leid existieren. Der ursprüngliche Plan Gottes war ein anderer, aber der Mensch hat sich durch seine Sünde in diese Lage gebracht. Ganz rational verstehen werden wir diese Verbindung zwischen Ursünde und Leid nie, jedoch können wir uns mit unserer Vernunft annähern an dieses grosse Geheimnis. Die Sünde der ersten Menschen war das fehlende Vertrauen und die Lieblosigkeit, die sie ihrem Schöpfer entgegenbrachten. Wir müssen dieses Leben nutzen, um dieses Vertrauen und diese Liebe zu Gott zu erlernen. Denn die höchste Form des Glücks ist die Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Durch diese Liebe werden wir zu vollkommenen Menschen. Damit wir diese Liebe stärken, ist es wohl unausweichlich, manchmal auch Leid zu erfahren, auch wenn wir dies natürlich nie aktiv suchen. Wenn es keine Überwindung kostet, einem Menschen, den wir nicht mögen, etwas Gutes zu tun, erfahren wir nie, wie gross unsere Liebe sein kann. Auch bei geliebten Menschen ist es wichtig, über sich hinauszuwachsen, um zu erkennen, wie gross unsere Liebe sein kann. Heutzutage wird in den Medien so häufig das Wort Liebe verwendet, ohne sich zu überlegen, was dieses Wort wirklich bedeutet. Wenn das Wort nicht nur eine Hülle bleiben soll, muss es gefüllt werden mit Tugenden, die auch mit grosser Überwindung und Schmerzen verbunden sind. Der Begriff Liebe muss gefüllt werden mit Demut, Gehorsam und Opferbereitschaft. Jesus hat uns am Kreuz gezeigt, wie gross die Liebe Gottes zu uns Menschen ist. Wir werden seinem Beispiel in dieser Radikalität nie folgen können, wir können aber wie Simon von Cyrene helfen, das Kreuz zu tragen. Gott kann uns nicht ohne unseren Willen erlösen. Es braucht unser Ja zu seinem Heilsplan. Dieses Ja darf nicht nur ein Ja mit den Lippen sein, sondern muss auch durch unsere Taten bezeugt werden. Wenn wir unser eigenes Leiden willig annehmen, dann werden wir zu liebevolleren Menschen. Wir werden zu vollkommenen Menschen. Haben wir keine Angst, auch die Karwochen unseres Lebens anzunehmen und dadurch zum grossen Osterfest zu gelangen. DR

FSSP: Letzte Chance

Für Jugendliche und junge Erwachsene …

  • Karwoche in St. Pelagiberg: Die heiligen Tage von Gründonnerstag bis Ostern in glaubensfroher Gemeinschaft intensiv miterleben: P. Andreas Brem FSSP pab@ckj.de
  • Osterwoche in Marienfried: Exerzitien für Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene bis ca. 30 Jahre. Es sind noch Plätze frei! p.ramm@fssp.ch
  • Pfingsten in Chartres: Einmal so richtig pilgern, drei Tage zu Fuß, 100 km, mit mehr als 15.000 Gleichgesinnten? https://www.parischartres.info/

Die Frühlingswallfahrt ins Heilige Land ist nun ausgebucht. Weiterhin darf für die Herbstwallfahrt vom 3. – 17. November geworben werden. Gerne sende ich ganz unverbindlich die detaillierten Anmeldeinformationen.

Ich wünsche eine gesegnete Passionszeit!

P. Martin Ramm FSSP

Heilige: Heiliger Joseph

Alles zum Thema Heiliger Joseph

Erklärung der Liturgie: Teil 9

Fastenzeit: Kreuzverhüllung

Alles zum Thema Kreuzverhüllung

Fastenzeit: Fünfter Fastensonntag mit Evangelium

Nachrichtensendung vom 15.03.2024

Skandalöse Kunst in einer Kirche

Kardinal Parolin zu Aussage vom Papst

Heilige: St. Patrick

Am 17. März feiern Iren auf der ganzen Welt den Saint Patrick’s Day. Der Heilige, der im 5. Jahrhundert lebte und wirkte, ist Anlass für Paraden, Festlichkeiten – und grüne Flüsse. Einmal im Jahr färbt sich in New York der Hudson River grün, in Dublin malen sich die Menschen dreiblättrige Kleeblätter auf ihre Gesichter. In vielen Ländern gibt es bunte Paraden und Festumzüge. Es ist kein Karneval, sondern St. Patrick’s Day. Am 17. März feiert man den populären Nationalheiligen Irlands.

Entstehung des St. Patrick’s Day: Der Heilige Patrick, dessen Todestag am 17. März gefeiert wird, war Bischof und ist Schutzpatron der Iren. Wie bei den frühen Heiligen üblich, gibt es auch über Patricks Leben kaum gesicherte Fakten. Der Legende nach kam er als Sklave nach Irland, wurde später in Frankreich zum Priester ausgebildet und missionierte dann als Bischof die Insel. Patrick soll nicht nur die Schlangen, also den heidnischen Glauben, aus dem Land vertrieben, sondern auch Klöster und Schulen gegründet haben. So leistete er einen beträchtlichen Beitrag zur Bildung der Bevölkerung.

Bräuche zum St. Patrick’s Day: Der Feiertag wird nicht nur auf der grünen Insel begangen. Iren in der ganzen Welt – besonders in Einwanderungsländern wie Australien oder den USA – feiern am 17. März ihren Schutzpatron. In Großbritannien, Nordirland sowie der kanadischen Provinz Neufundland ist der Tag sogar, wie in Irland selbst, ein gesetzlicher Feiertag. Am St. Patrick’s Day werden große Prozessionen und Umzüge veranstaltet und die Menschen finden sich zu Gottesdiensten zusammen. Typisch für die Feierlichkeiten sind auch die Céilís: Irische Volkstänze, die von irischer Musik begleitet werden. Seit 1997 gibt es außerdem das „St. Patrick’s Festival“, eine mehrtägige Festlichkeit zu Ehren des Heiligen. Den Besuchern werden Livemusik, Theater, Feuerwerk und Paraden geboten. Gut nur, dass die Kirche am 17. März, der eigentlich in die Fastenzeit fällt, die Fastengebote für einen Tag aufhebt. Ein weiterer Brauch bezieht sich auf die grüne Farbe – Symbol der Insel. Die Menschen kleiden sich in Grün oder heften sich zumindest ein grünes Kleeblatt an. Das geht sogar so weit, dass das Bier an diesem Tag grün eingefärbt wird und auch Flüsse einen grünen Anstrich erhalten, wie etwa der Chicago River.

Wissenswertes zu St. Patrick’s Day: Das Kleeblatt als Symbol der Iren geht auf den Heiligen St. Patrick zurück: Anhand der drei Blätter der Pflanze soll er den Iren die Dreifaltigkeit erklärt haben. Wenn der 17. März in die Osterwoche fällt, kann er auch ganz pragmatisch verschoben werden – wie es in den Jahren 1940 und 2008 der Fall war.

Missionarischer Erfolg

Höchstwahrscheinlich wurde Patrick im römischen Britannien geboren. Sein Vater war Beamter der römischen Besatzungsmacht und außerdem Diakon der römischen Kirche, sein Großvater war Priester. Mehr erfährt man aus seinen selbst verfassten Schriften: Demnach wurde er im Alter von 16 Jahren von Piraten aus seinem Heimatort entführt und als Sklave nach Irland gebracht. Mit 22 Jahren wurde er – nach erfolgreicher Flucht in seine alte Heimat – selbst zum Priester geweiht und studierte zunächst als Mönch in Gallien Theologie. Doch die „Stimme der Iren“ rief ihn im Traum in das Land seiner Gefangenschaft zurück. Trotz Bedenken seiner kirchlichen Oberen wurde er zum irischen Missionsauftrag berufen. Verbürgt ist sein Eintreffen im Jahr 432 in Irland zusammen mit 24 Gefährten, wo er ungefähr 30 Jahre lang so erfolgreich als Missionar im Norden der Insel wirkte, dass diese fortan als christliches Land erscheint.

Glaubhaft ist die Überlieferung, dass sich Patrick vor allem mit widerspenstigen keltischen Druiden auseinanderzusetzen hatte und auf viele Widerstände gegen seine Glaubenspredigten stieß. Allen Widerständen zum Trotz gewann er jedoch viele Menschen für das Christentum und ließ zahlreiche Kirchen bauen.

Da Patrick während seiner Gefangenschaft die irisch-keltische Sprache gelernt hatte, konnte er in Liturgie und Lehre auf die Landessprache zurückgreifen, ein wichtiger Grund für die tiefe Verwurzelung des Glaubens in Irland. Zahlreiche irische Mönche zogen aufs Festland nach Gallien, Germanien und Italien. Sie nahmen sich die zunächst unfreiwillige Heimatlosigkeit des heiligen Patrick zum Vorbild und wurden Prediger des Evangeliums und Gründer klösterlicher Niederlassungen.

Viele Legenden ranken sich um die Person Patricks, die folkloristisch säkularisiert oder aber auch in religiösen Brauchtumsformen bis heute weiterleben. Dublin feiert Sankt Patrick mit einer großen Parade und vier feierlichen Tagen. Dabei werden Kunstschlangen, die ihre roten Zungen bedrohlich aus Papier- und Plastikleibern recken, durch die Stadt getragen, ein Verweis auf die Legende, Patrick habe von der Grünen Insel die letzten Schlangen vertrieben.

Der Berg, das Grab und das Kleeblatt

Bis heute ist der Croagh Patrick genannte Berg in der Grafschaft Mayo, wohin sich der Heilige zum vorösterlichen Fasten zurückgezogen haben soll, die wichtigste Pilgerstätte in Irland (siehe Bild ganz oben). Scharen von Pilgern ziehen auf den westirischen Berg, viele gehen mit bloßen Füßen oder rutschen auf den Knien, um Buße zu tun. Seinen Gläubigen veranschaulichte Patrick die Dreifaltigkeit anhand eines dreiblättrigen Kleeblattes. Es wurde zum irischen Nationalsymbol, dem Shamrock.

In Downpatrick (Nordirland) zeigt man Patricks angebliches Grab mit einem großen, neuzeitlichen Granitbrocken. Westlich von Downpatrick soll Patrick auf einem Hügel seine Hauptkirche gebaut haben, genau dort, wo heute die Kathedrale der anglikanischen Church of Ireland steht – in Sichtweite der katholischen Kathedrale. In den Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten versuchen beide Seiten bis heute, Patrick für ihre Sicht der Dinge zu vereinnahmen.

Patron von Irland, der Bergleute, Schmiede, Friseure und Böttcher; des Viehs; gegen Ungeziefer, Viehkrankheiten, Anfeindungen des Bösen; für die armen Seelen.

Schutzschild des Heiligen Patrick

Ich erhebe mich heute durch eine gewaltige Kraft die Anrufung der Dreifaltigkeit,

durch den Glauben an die Dreiheit, durch das Bekennen der Einheit,

ich mache mich auf den Weg, dem Schöpfer zu begegnen.

Ich erhebe mich heute durch Gottes Kraft, sie lenke mich.

Gottes Macht halte mich,

Gottes Weisheit führe mich,

Gottes Auge schaue auf mich,

Gottes Ohr höre für mich,

Gottes Wort spreche für mich,

Gottes Hand schütze mich,

Gottes Weg liege vor mir,

Gottes Schild schirme mich.

Gottes Heerschar rette mich vor den Schlingen des Teufels,

vor den Versuchungen des Bösen,

vor den Verlockungen des Fleisches,

vor jedermann, der mir übel will,

fern und nah, allein und in der Masse.

Ich erhebe mich heute kraft der Geburt Christi und seiner Taufe,

kraft seiner Kreuzigung und seiner Grablegung,

kraft seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt,

kraft seiner Wiederkunft zum letzten Gericht.

Ich erhebe mich heute kraft der Liebe der Cherubim

Im Gehorsam der Engel,

im Dienen der Erzengel,

in der Hoffnung auf die Auferstehung und ihre Gaben,

in den Gebeten der Patriarchen

in den Weissagungen der Propheten,

in der Verkündigung der Apostel,

in dem Glauben der Bekenner,

in der Unschuld der heiligen Jungfrauen,

in den Werken der Gerechten.

Christus mit mir,

Christus vor mir,

Christus hinter mir,

Christus in mir,

Christus unter mir,

Christus über mir,

Christus mir zur Rechten,

Christus mir zur Linken,

Christus, wo ich liege,

Christus, wo ich sitze,

Christus, wo ich mich erhebe.

Christus im Herzen eines jeden, der meiner gedenkt,

Christus im Munde eines jeden, der zu mir spricht,

Christus in jedem Auge, das mich sieht,

Christus in jedem Ohre, das mich hört.

Ich erhebe mich heute durch eine gewaltige Kraft,

die Anrufung der Dreifaltigkeit,

durch den Glauben an die Dreiheit,

durch das Bekennen der Einheit,

ich mache mich auf den Weg, dem Schöpfer zu begegnen.

NEWS: Verlängerung der Synode

Papst Franziskus findet solchen Gefallen an der Synodalitätssynode als bisherigem Höhepunkt der Synodalität, daß er eine Verlängerung verfügte. Die Synodalitätssynode wird acht Monate länger dauern als ursprünglich veranschlagt. Das ursprünglich vorgesehene Ende im kommenden Oktober wurde von Franziskus auf Juni 2025 verschoben.

Als Grund für diese Änderung werden „wichtige theologische Fragen“ genannt, die beim ersten Teil der Synode aufgetaucht seien, vor allem die Frage nach einer „verstärkten Präsenz von Frauen in Entscheidungspositionen“.

Das am 28. Oktober 2023 veröffentlichte Schlußdokument der ersten Synodalsession regte an, Frauen mehr Verantwortung in der Kirche zu übertragen und die Möglichkeit eines weiblichen Diakonats zu prüfen. 

Und darum geht es.

Seit Wochen gilt es in Rom als sicher, dass Franziskus Frauen zum Weihesakrament zulassen will, wenn auch mit den für seine Neuerungen üblichen behaupteten Einschränkungen, angeblichen Vorbehalten und vielen Nebelkerzen, die Kritiker beruhigen sollen.

Scheibchenweise bereitete Franziskus den Boden. Zunächst fand die Amazonassynode statt, auf der bereits alle „heißen“ Eisen der progressiven Agenda geschmiedet, aber am Ende nicht umgesetzt wurden. Zur Synodalitätssynode lud Franziskus dann erstmals auch Laien und Frauen als stimmberechtigte Synodalen ein, obwohl es sich eigentlich um eine Bischofssynode handelt. Als solche wurde die Versammlung im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils von Papst Paul VI. ins Leben gerufen, um im kleinen einen permanenten Konzilshauch atmen zu können.

Franziskus erweiterte das Konzept und baute die Bischofssynode zu einer allgemeinen Synode um. Im Vatikan ist schon lange keine Rede mehr von einer Bischofssynode. Es wird nur mehr von „Synode“ gesprochen.

Nun sind es die „vielen wichtigen theologischen Fragen, die nicht ohne rechtliche und pastorale Auswirkungen sind“, die im Herbst 2023 aufgetaucht seien und beim zweiten Synodenteil und darüber hinaus besprochen werden sollen.

„Diese Fragen müssen ihrer Natur nach in einem tieferen Geist angegangen werden. Da diese Untersuchung auf der zweiten Tagung (Oktober 2024) nicht möglich ist, ordne ich an, daß spezielle Gruppen beauftragt werden, eine angemessene Untersuchung durchzuführen“, so die Anweisung, die Franziskus dem Generalsekretär der Synode, Kardinal Mario Grech, erteilte.

Im Klartext sollen handverlesene, hermetisch geschlossene Kleinstgruppen für die Umsetzung vorbereiten, was Santa Marta wünscht.

„Die Studiengruppen werden bei der zweiten Synodensession [im Herbst] einen ersten Bericht über ihre Tätigkeit vorlegen und ihr Mandat möglicherweise bis Juni 2025 abschließen“, so Franziskus in seinem Schreiben an Kardinal Grech.

Franziskus hat diese Gruppen beauftragt, sich mit zehn Themen zu befassen, die von den Beziehungen zu den Ostkirchen, dem „Hören auf den Schrei der Armen“, der Digitalisierung bis zur „Ökumene“ reichen.

Zudem deutete Franziskus den offensichtlich wichtigsten Themenbereich vage an, wenn er schreibt, daß die Studiengruppen sich auch mit „einigen theologischen und kanonischen Fragen zu bestimmten Amtsformen“ befassen sollen, die in den Artikeln 8 und 9 des Synodendokuments vom Oktober 2023 enthalten sind.

Worum geht es darin? 

Artikel 9 hält es für „dringend erforderlich, daß Frauen an Entscheidungsprozessen teilnehmen und verantwortungsvolle Aufgaben in der Pastoral und im Dienst übernehmen können“. Dazu wird eine „umfassende Reflexion“ über ein Frauendiakonat angemahnt.

Trotz der sehr einseitigen Synodenzusammensetzung durch Papst Franziskus zeigte sich die Synodalitätssynode zu diesem Thema tief gespalten. Die Synodenverlängerung läßt erkennen, daß es für Franziskus‘ Geschmack noch immer zu viel Widerstand gibt.

Kardinal Grech stellte gestern zwei Vorbereitungsdokumente für die Synodenversammlung im kommenden Oktober vor und kündigte an, das zentrale Thema werde sein, „wie wir eine synodale Kirche in der Mission sein können“, jener Mission, die Franziskus gleich im ersten Jahr seines Pontifikats de facto für beendet erklärte.

Quelle: Katholisches.info

PRO LIFE: «Stand up for life!» am 14. September 2024 in Zürich

Das Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich hat den Veranstaltern des «14. Marsch fürs
Läbe» die Durchführung eines Bekenntnismarsches zum Lebensrecht und eine
Platzkundgebung zugesagt. Der nächste Marsch fürs Läbe findet somit am 14.
September 2024 wieder in Zürich-Oerlikon statt.
«Stand up for life!» So lautet das Motto beim diesjährigen Marsch fürs Läbe in Zürich-Oerlikon.
Die Organisatoren rufen dazu auf, sich mit der Teilnahme am 14. September 2024 zum
Lebensschutz zu bekennen. Sie fordern, die Bedingungen für werdende Mütter zu verbessern
und Hilfsangebote für Familien in Not auszubauen. Eine 25-köpfige Samba-Band, die den
Marschzug begleitet, sorgt dabei nicht nur für mitreissende Musik, sondern auch für
Lebensfreude.

Mitmenschlichkeit gefordert

Täglich werden in der Schweiz ca. 30 Kinder bereits vor der Geburt getötet. Ein Armutszeugnis
für die reiche Schweiz und ein lauter Appell an die Handlungsmacht der Politiker sowie die
Herzen der Mitmenschen in diesem Land. Denn Mitmenschlichkeit ist das Merkmal einer
zivilisierten Gesellschaft.
Entsprechend forderte bereits im letzten Jahr eine der Referentinnen beim Marsch fürs Läbe:
«Wir brauchen mehr Orte, wo helfende Menschen auf Hilfesuchende treffen, so dass alle
Frauen in Not eine Chance bekommen, ihr Kind auf die Welt zu bringen und Unterstützung zu
finden». Selbst durch Gewalteinwirkung schwanger geworden, erlebte sie in ihrer Not
Unterstützung und Hilfe, sodass sie ihr Kind lieben und ihm das Leben schenken konnte.
Der diesjährige Marsch fürs Läbe möchte mithelfen, dass solche Unterstützungsangebote in der
Schweiz zunehmen und mehr Mütter und Väter Ja zu ihren Kindern sagen können. Dadurch soll
eine Schweiz entstehen, in der für Familien in Not Hilfe und Unterstützung greifbar ist – damit
jedes Kind leben darf.

Quelle und mehr Infos unter: www.marschfuerslaebe.ch

Mittwochskolumne: Heiliger Josef

Am 19. März feiert die Kirche den Heiligen Josef. Er ist der Patron der ganzen Kirche. Ich möchte diese Kolumne nutzen, um darüber zu schreiben, welche Tugenden den Heiligen Josef auszeichnen, die ihn zum Patron der ganzen Kirche machen. Wenn wir uns diese Tugenden vergegenwärtigen, wird uns klar, welche Eigenschaften wir entwickeln oder an uns stärken müssen, um der Kirche neuen Aufschwung zu geben. Die erste Tugend ist der Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes. Der Heilige Josef hat seinen Willen nicht über den Willen Gottes gestellt. Auch für uns ist es wichtig, Gottes Wort, das wir in der Heiligen Schrift lesen, nicht zu verdrehen, sondern zu versuchen, danach zu leben. Das bedeutet nicht, dass wir wie die evangelikalen Christen alles wortwörtlich nehmen müssen, aber es bedeutet auch nicht, dass wir jedes Gebot relativieren sollen. Gott hat uns seine Gebote gegeben, damit wir danach handeln. Die zweite Tugend ist die Demut. Josef war das Oberhaupt der Heiligen Familie, ist aber in den Hintergrund getreten, da ihm klar war, dass die Muttergottes und Jesus wichtiger waren als er. Demut ist wohl die schwierigste Tugend für einen Menschen, da wir lernen müssen, uns nicht an die erste Stelle zu setzen, sondern das Wohl unserer Mitmenschen im Auge zu behalten. Es gibt wenig Schlimmeres, das die Kirche heute mehr zerstört als Menschen, die sich so in den Vordergrund rücken, sodass die ganze Gemeinschaft darunter leidet. Die dritte Tugend ist die Bereitschaft, aktiv zu helfen und tätig zu sein. Kein Wort ist vom Heiligen Josef in den Evangelien überliefert. Wir wissen aber, dass er Zimmermann war und stets den Willen Gottes tat. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass Josef ein sehr aktiver Mensch war, der alles für Maria und Josef tat. Ohne viele Worte hat er sehr viel geleistet. Diese Tugend braucht es in unserer heutigen Kirche. Menschen, die viel Gutes leisten, ohne darüber zu reden. Die letzte Tugend, die es braucht, ist ein unerschütterlicher Optimismus, der aus einem tiefen Glauben stammt. Der Heilige Josef war mehrfach in schwierigen Situationen, hat aber den Mut nicht aufgegeben, sondern darauf gehofft, dass Gott die Heilige Familie errettet. Auch wir brauchen in der Kirche wieder mehr Mut und den Glauben, dass Gott seine Kirche leitet und alles zum Guten führt. Es gibt zu viele Schwarzmaler heute in unserer Kirche.

Lassen Sie uns im März immer wieder den Heiligen Josef bitten, uns die Tugenden zu schenken, die wir brauchen, um die nötige Neuevangelisierung und den Triumph der Kirche zu ermöglichen. DR

NEWS: Heftige Kritik an Papst (Teil 2)

Mittwochs immer, wenn es die Gesundheit zulässt, bittet der Papst zur Generalaudienz. Morgens gegen neun Uhr kommt Franziskus auf den Petersplatz, leitet die Messe, spendet seinen Segen und spricht zu den vielen Tausend Gläubigen dann meist auch ein paar Sätze. Ein Routinetermin.

An diesem Mittwoch allerdings, auf den Tag genau elf Jahre nach seiner Wahl, wäre die Audienz für das Oberhaupt von immerhin mehr als 1,4 Milliarden Katholiken eine ausgezeichnete Gelegenheit, einige Dinge klarzustellen, die seit seinem Interview im Schweizer Fernsehen weltweit für Aufregung sorgen.

Insbesondere, an wen genau sein Ratschlag ging, nach jetzt schon mehr als zwei Jahren Krieg in der Ukraine mit vielen Zehntausend Toten die Weisse Fahne zu hissen. Galt das nur der Führung in Kiew, deren Armee offensichtlich massive Schwierigkeiten hat? Oder auch für den Angreifer im Kreml? Und auch, was die Weisse Fahne für ihn eigentlich bedeutet: ein Friedenszeichen einfach nur, zum Auftakt von Verhandlungen unter internationaler Vermittlung? Oder etwa doch die bedingungslose Kapitulation?

Verheerendes internationales Echo

Auf jeden Fall ist auch dem Vatikan inzwischen klar, welch verheerendes Echo das Interview zur Folge hatte. US-Präsident Joe Biden, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz – sie alle machten, „bei allem Respekt vor dem Heiligen Vater“, ihre Missbilligung deutlich. In Deutschland nannte selbst der christdemokratische Partei- und Fraktionschef Friedrich Merz die Äusserungen „grundfalsch“. Am grössten ist der Ärger aber naturgemäss in der Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj liess den Apostolischen Nuntius in Kiew – praktisch der Botschafter des Vatikans – zum Rapport einbestellen.

Offensichtlich war dem 87-Jährigen und auch keinem in seiner Umgebung so recht bewusst, welche Folgen die eher dahingeplauderten Sätze haben könnten. Das Interview fand schon vor mehr als einem Monat statt, für eine Kultursendung, in der es eher grundsätzlich um die Bedeutung der Farbe Weiss gehen sollte – beispielsweise, warum der Papst weiss trägt. Dann jedoch liess sich Franziskus auch auf die Frage ein, ob die Ukraine nicht den Mut haben solle, die Weisse Fahne zu hissen, oder ob dies bedeute, dem Stärkeren Recht zu geben.

Franziskus schon länger unter Pro-Russland-Verdacht

Die Antwort war dann eher ein allgemeines Sinnieren, aber Franziskus sagte eben auch: „Das ist eine Frage der Sichtweise. Aber ich denke, dass derjenige stärker ist, der die Situation erkennt, der an das Volk denkt, der den Mut der weissen Fahne hat, zu verhandeln.“ An anderer Stelle fügte er später hinzu: „Verhandlungen sind niemals eine Kapitulation“, was weniger beachtet wurde. Viele sehen in dem Interview eine einseitige Parteinahme für Russland – was auch daran liegt, dass der Papst schon länger unter Verdacht steht, prorussisch zu sein.

Beispielsweise stellte Franziskus schon im Mai 2022 die Frage, ob die Nato mit ihrer Osterweiterung durch „Kläffen vor den Toren Russlands“ zum Kriegsbeginn beigetragen habe. Im vergangenen Sommer, nach vielen Kriegsverbrechen, fand er Grund zum Lob für das „grosse Russland“, was in der Ukraine enorm schlecht ankam. Für Papst-Kritiker in Kiew und anderswo passen die neuen Äusserungen also ins Bild. In den Vermittlungsbemühungen des Vatikans – namentlich des Sonderbeauftragten für die Ukraine, Kardinal Matteo Zuppi – sehen sie keinen grossen Sinn mehr.

„Ich bin Sünder und ich bin fehlbar“

Andere gehen mit Franziskus nicht so streng ins Gericht. Viele Vaticanisti – wie die professionellen Papst-Beobachter in Rom heissen – verweisen darauf, dass der Pontifex eben kein gelernter Diplomat sei, mit einer gewissen Eigenwilligkeit vieles anders mache als die Vorgänger und seinen Gedanken im Gespräch ganz gern freien Lauf lasse. Tatsächlich gibt Franziskus Interviews wie kaum ein Papst zuvor. Im Gespräch mit der „Zeit“ sagte er vor Jahren auch: „Ich bin Sünder und ich bin fehlbar.“ Andere erinnern daran, dass er der gebürtige Argentinier den grössten Teil seines Lebens weitab von Europa verbrachte und deshalb einen anderen Blick auf die Welt habe.

Hinter vorgehaltener Hand bringen manche auch sein Alter und die Gesundheit ins Spiel. Mit 87 Jahren ist Franziskus inzwischen der älteste Papst seit mehr als einem Jahrhundert. Zuletzt musste er – offiziell wegen einer langwierigen Erkältung – häufiger Termine absagen. Oft sitzt er im Rollstuhl, kürzlich war er wieder im Krankenhaus, manchmal ist er nur mit Mühe zu verstehen. Auf einer längeren Auslandsreise war er seit dem Sommer nicht mehr. Ob aus den Reisen für dieses Jahr – Belgien, Pazifik, seine Heimat Argentinien – etwas wird, ist ungewiss. In der Ukraine, auch eine mögliche Station, wäre er gerade wenig willkommen.

Ohnehin ist der Vatikan aktuell vor allem um Schadenbegrenzung bemüht. Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin – Nummer Zwei im Kirchenstaat – stellte in der Zeitung „Corriere della Sera“ (Dienstag) klar, gerechter und dauerhafter Frieden sei nur durch Anstrengungen beider Kriegsparteien möglich. Ob der Papst in der Generalaudienz an diesem Mittwoch selbst nochmals Stellung nehmen wird, dazu äusserte sich Parolin nicht. Aber wer, um Himmels willen, weiss das bei diesem Papst schon genau?

Quelle: Keystone-SDA

Theologiestunde: Synoptische Evangelien

Gesprochen von Luka

Schule der Theologie: Fastengesetz

Gesprochen von Luka

Erklärung der Liturgie: Teil 7

NEWS: Heftige Kritik an Papst Franziskus

Papst Franziskus I. ist wegen einer Aussage zum Ukrainekrieg in Teufels Küche geraten: Er hatte von der «weissen Fahne» geredet – das nimmt ihm die Ukraine übel.

Papst Franziskus hat zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine aufgerufen – und ist dabei voll in ein Fettnäpfchen getreten. «Wenn man sieht, dass man besiegt wird, dass die Dinge nicht gut laufen, muss man den Mut haben, zu verhandeln», sagte der Papst in einem am Samstag vom Schweizer Sender RSI veröffentlichten Interview. «Schämt euch nicht, zu verhandeln, bevor es noch schlimmer wird», fügte er hinzu.

Er sei der Ansicht, dass derjenige Stärke zeige, «der die Situation erkennt, der an das Volk denkt, der den Mut hat, die weisse Fahne zu hissen und zu verhandeln», sagte der Papst. Es gebe viele Akteure, die als Vermittler bereitstünden, darunter die Türkei.

Begriff falsch verstanden?

Das Bild der weissen Fahne, welche in Kriegen von Unterhändlern vor sich hergetragen wird, hatte der Journalist zuerst eingebracht, Franziskus nahm den Begriff aber dankbar auf. Häufig wird die weisse Fahne oder Flagge als Symbol für eine Kapitulation verwendet. Und genau das brachte die Menschen in der Ukraine auf die Palme. 

«Es erscheint merkwürdig, dass der Papst nicht zur Verteidigung der Ukraine aufruft, nicht Russland als Aggressor verurteilt, der Zehntausende Menschen tötet», schrieb der frühere Abgeordnete und Vizeinnenminister Anton Geraschtschenko auf X. «Wenn Papst Franziskus im Jahr 1940 leben würde, würde er Grossbritannien wahrscheinlich vorschlagen, sich zu ergeben, die Waffen vor Deutschland niederzulegen und mit Hitler zu verhandeln.»

Papst als «Kleingläubigen» bezeichnet

Olexander Scherba, der frühere ukrainische Botschafter in Österreich, nannte den Papst mit einem Bibelwort einen «Kleingläubigen». Offizielle Kiewer Stellen äußerten sich bisher nicht. Schon frühere Äusserungen des Pontifex hatten bei den Ukrainern das Gefühl geweckt, dass Franziskus mehr Verständnis für Russland aufbringt als für ihr angegriffenes Land.

«Wie wäre es, wenn man zum Ausgleich Putin ermutigt, den Mut zu haben, seine Armee aus der Ukraine abzuziehen? Dann würde sofort Frieden einkehren, ohne dass Verhandlungen nötig wären», schrieb Polens Aussenminister Radoslaw Sikorski am Sonntag auf X. Auch aus Deutschland kam Kritik: «Unglaublich, das Oberhaupt der katholischen Kirche stellt sich auf die Seite des Aggressors», schrieb Kiesewetter im Internetdienst X. Der Papst liefere damit Russlands Präsident Wladimir Putin eine «Blaupause für weiteres Vorgehen», schrieb der CDU-Aussenpolitiker Roderich Kiesewetter.

Vatikan-Sprecher Matteo Bruni erklärte später in einem von «Vatican News» veröffentlichten Statement, dass Franziskus von der «weissen Flagge» gesprochen habe, «um eine Einstellung der Feindseligkeiten zu bezeichnen, einen Waffenstillstand, der mit dem Mut zur Verhandlung erreicht wurde». Er wiederholte den Aufruf des Papstes zu einer «diplomatischen Lösung auf der Suche nach einem gerechten und anhaltenden Frieden» in der Ukraine.

Quelle: dpa

Fastenzeit: Lataeresonntag und Tagesevangelium

NEWS: Die christliche Gemeinde in Gaza durchlebt die schlimmste Zeit seit Ausbruch des Krieges

Die Telefonleitungen sind gekappt, und Anrufe über Online-Dienste werden ständig unterbrochen. Die Ordensschwester Nabila ist kaum zu verstehen: „…ziemlich…“, „…gut…“, „…Kirche… “, dann ist die Leitung wieder tot. So das geht schon seit einigen Wochen. Nur ab und zu kommen ein paar Textnachrichten an: „Uns geht es gut“. Wenn man aber nachfragt, wird deutlich, dass „gut“ bedeutet, dass sie am Leben sind. Denn es fehlt ihnen an allem.

Doch in den Nachrichten von Schwester Nabila scheinen zwischen den Zeilen immer Hoffnung und Dankbarkeit auf: „Das Wenige, das wir haben, verdanken wir der Gnade Gottes. Die Menschen draussen leiden noch mehr als wir, weil sie diesen Trost im Moment nicht haben.“

Selbst für Geld gibt es kaum etwas

Die christliche Gemeinde in Gaza durchlebt die schlimmste Zeit seit Ausbruch des Krieges. Ein anderer Projektpartner von «Kirche in Not (ACN)», zu dem die Telefonverbindung stabil ist, der aber aus Angst vor Repressalien lieber anonym bleiben möchte, sagt: „Unsere Leute leiden, jede Minute. Jedes Mal, wenn beide Seiten über einen Waffenstillstand sprechen, nimmt die Intensität der Militäroperationen zu.“ In den vergangenen zwei Wochen war das Viertel Al Zeyton, in dem sich die Pfarrei der Heiligen Familie befindet, von heftigen militärischen Zusammenstössen und von Beschuss betroffen. Auf dem Gelände der Pfarrei leben nach «Kirche in Not (ACN)» vorliegenden Informationen derzeit 128 Familien – insgesamt 512 Christen –, Katholiken und Orthodoxe, darunter 120 Kinder unter 18 Jahren, 60 von ihnen mit Behinderungen, sowie 84 Menschen über 65 Jahren.

Die Lebensmittelversorgung ist sehr, sehr eingeschränkt. „Das Problem hat nichts mit verfügbarem Bargeld zu tun“, erklärt dieselbe Quelle. „Es ist einfach so, dass die Lebensmittel knapp sind und es schwierig ist, sie irgendwo zu finden“. Und: „Die christliche Gemeinschaft ergreift jede Gelegenheit, um Trinkwasser und Lebensmittel zu sichern“, so der Projektpartner.

Grosse Herausforderungen für die Helferinnen und Helfer

Mit Hilfe von «Kirche in Not (ACN)» und anderen Organisationen ist das Lateinische Patriarchat in der Lage, zwei Mahlzeiten pro Woche und jeden zweiten Tag einen Laib Brot pro Person bereitzustellen. An den anderen Tagen muss die Gemeinde jedoch ebenfalls mit

diesen Vorräten auskommen oder versuchen, auf andere Weise Nahrung zu finden. „Die Menschen sind stundenlang unterwegs, um eine kleine Kiste mit Lebensmitteln zu bekommen, die am Ende nicht einmal für drei Personen reicht. Bei dieser erzwungenen Diät wird das Teilen zu einem Teil des täglichen Lebens und einer neuen christlichen Identität“, sagt der Projektpartner gegenüber «Kirche in Not (ACN)».

Kirche hilft pragmatisch

Die Wasserversorgung stellt derzeit eine grosse Herausforderung dar. Es gibt Probleme mit der Reinigung des Trinkwassers, während das Wasser für Toiletten und Sanitäranlagen verschmutzt ist. Die Gesundheitssituation ist besorgniserregend, mit Menschen, die aufgrund von Mangel an Gewicht verlieren und Kinder, die an einem Virus leiden, das Übelkeit und Durchfall verursacht. Es gibt ältere Menschen, die dringend medizinische Hilfe benötigen, aber derzeit nicht ins Krankenhaus gebracht werden können. Trotz allem gibt der Glaube der kleinen Gemeinde Hoffnung. In der Pfarrei werden neben religiösen Aktivitäten auch Treffen zur Trauma Heilung durch Gebet organisiert. Die Mitarbeiter des katholischen Thomas-von-Aquin-Zentrums, die nach der Bombardierung ihres Gebäudes im Pfarrgebiet tätig sind, leisten ebenfalls wichtige Arbeit. Der Priester und die Ordensschwestern, wie Schwester Nabila, setzen sich heldenhaft für die Menschen ein.

Obwohl sie erschöpft sind, fühlen sich die Kinder durch ihren Glauben gestärkt. Es ist ein aussergewöhnliches Osterfest, das die Gemeinde näher zum gekreuzigten Erlöser bringt.

Obwohl die Kommunikation mit Schwester Nabila sehr schwierig ist, gibt es eine Sache, die sie «Kirche in Not (ACN)».  immer wieder bittet, an alle weiterzugeben: „Betet für uns, betet für die gesamte Bevölkerung, damit dieser Krieg aufhört.“

Das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» stellte für Nothilfe-Projekte in den vergangenen Monaten in Palästina und Israel rund CHF 700 000 zur Verfügung.

Quelle: Kirche in Not Schweiz

NEWS: Papst feiert Gründonnerstag im Gefängnis

Am 28. März, dem Gründonnerstag, wird Papst Franziskus um 16.00 Uhr das römische Frauengefängnis Rebibbia besuchen, um dort die Heilige Messe In Cœna Domini zu feiern und mit den Insassinnen und Mitarbeitern der Einrichtung zusammenzutreffen. Das teilte die Präfektur des Päpstlichen Hauses an diesem Mittwoch mit.

Auch in der zwölften Karwoche seines Pontifikats macht Papst Franziskus den Gründonnerstag unsichtbar. 2024 wird er an diesem Tag das Frauengefängnis Rebibbia von Rom besuchen und seine Bischofskirche und Diözese verwaist lassen. Dabei handelt es sich nicht um eine zufällige, sondern um eine programmatische Abwesenheit.

Das vatikanische Presseamt veröffentlichte gestern eine entsprechende Mitteilung der Präfektur des Päpstlichen Hauses:

„Am 28. März, dem Gründonnerstag, wird der Heilige Vater um 16.00 Uhr dem Frauengefängnis Rebibbia in Rom einen Privatbesuch abstatten, um die Heilige Messe in Coena Domini zu feiern und mit den Gefangenen und dem Personal der Einrichtung zusammenzutreffen.“

Erstmals wurde damit der Besuchsort etwas früher bekanntgegeben. Bisher geschah dies erst im letzten Augenblick. Beachtenswerter ist der ebenfalls neue Hinweis, daß es sich dabei um einen „Privatbesuch“ handeln wird, also so, wie Franziskus am 24. September 2023 überraschend dem römischen Palazzo Madama einen „Privatbesuch“ abstattete, um sich ohne Kreuzzeichen und ohne erkennbares Gebet am Sarg von Giorgio Napolitano, dem kommunistischen ehemaligen italienischen Staatspräsidenten, zu verabschieden.

Der einzige Tag im Jahr, doch Franziskus…

Der Gründonnerstag ist der einzige Tag im Kirchenjahr, an dem den Bischöfen der katholischen Kirche vorgeschrieben ist, die heilige Liturgie in ihrer Bischofskirche mit ihrer Diözese – und daher für alle Gläubigen des Bistums zugänglich – zu zelebrieren. Die Missa in Coena Domini bildet den sichtbaren Auftakt zu den heiligsten Tagen der Christenheit, dem Triduum Paschale oder Triduum Sacrum, also den drei heiligen Tagen, die vom Letzten Abendmahl über den Kreuzestod bis zur Auferstehung reichen. Dieses Ostertriduum ist von einer immensen Bedeutungsdichte.

Als Bischof von Rom zelebriert der Papst die Gründonnerstagsliturgie also in seiner Bischofskirche, der Lateranbasilika, die nicht von ungefähr die „Mutter aller Kirchen“ genannt wird. So war es zumindest bis 2012, als Papst Benedikt XVI., sein letztes Ostertriduum als Kirchenoberhaupt feierte. Seit der Wahl von Franziskus ist die Gründonnerstagsliturgie des Papstes verschwunden. Franziskus macht sie systematisch unsichtbar. Nicht ein einziges Mal feierte er sie öffentlich und mit seiner Diözese, obwohl er mehr als jeder Vorgänger darauf pocht, „Bischof von Rom“ zu sein. Dieser Widerspruch ist dabei noch der unbedeutendste.

Bedeutend ist, daß am Gründonnerstag der Einsetzung des Allerheiligsten Altarsakraments durch Jesus Christus und untrennbar damit verbunden der Einsetzung des Weihepriestertums gedacht wird. Anders ausgedrückt: An diesem Tag setzte Jesus Christus die heilige Liturgie ein. Damit ist ebenso untrennbar die Bedeutung der Kirche als Sakralraum verbunden, insbesondere des Presbyteriums, für das gilt, was Gott in der ersten direkten Begegnung zu Moses sagte: „Der Ort, wo Du stehst, ist heiliger Boden“ (Ex 3,5).

Quelle: Vatican News, Katholisches.info

Nachrichtensendung vom 08.03.2024

Vatikan rügt Bischof Felix Gmür

Vatikan verurteilt Verfassung in Frankreich

Mittwochskolumne: Die Eucharistie lieben

Bern (novaradio.ch): Vor einigen Tagen habe ich auf «swiss-cath.ch» einen Artikel über einen ehemaligen Gläubigen einer Freikirche gelesen, der zur katholischen Kirche konvertiert ist. Als ausschlaggebenden Grund für seine Entscheidung gab er die Eucharistie an. Dieser Artikel hat mich einmal mehr in meiner Überzeugung gestärkt, dass das Zentrum des katholischen Lebens die Eucharistie darstellt. Unser Glaube, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, sich in Brot und Wein ganz hingibt, ist zentral für den Katholizismus. Wir glauben an einen Gott, der uns so sehr geliebt hat, dass er ans Kreuz für uns gestiegen ist. Wir glauben an einen Gott, der sich Tag für Tag – immer, wenn wir die Eucharistie feiern – für uns aufopfert.

Es ist unsere Aufgabe als Katholiken, unseren Mitbrüdern und Mitschwestern die Wichtigkeit der Feier der Heiligen Messe aufzuzeigen. Ausser bei Krankheit oder anderen Notfällen gibt es keinen Grund, die sonntägliche Messe zu versäumen. Was könnte wichtiger sein, als bei diesem unblutigen Opfer, das Jesus Christus für uns bringt und aus dem alle Gnaden strömen, jeden Sonntag (oder Samstagabend) dabei zu sein? Viele verstehen das Wort Sonntagspflicht als einengend und als eine Art Freiheitsberaubung, da unsere zur Verfügung stehende Zeit beansprucht wird. Dies ist jedoch eine völlig falsche Interpretation. Wenn wir diesem heiligen Geheimnis fernbleiben, verpassen wir das Wichtigste in unserem Leben. Das Leben ist voller wunderschöner Erlebnisse und Erfahrungen, aber das wichtigste Erlebnis und die wichtigste Erfahrung ist die Liebe Gottes. Es gibt keinen besseren Ort, diese Liebe zu erfahren, als in der Feier der Heiligen Eucharistie. Ich kann auch nur empfehlen, die Heilige Messe nicht nur am Samstagabend bzw. Sonntag zu besuchen, sondern auch während der Woche, falls die Zeit und Kraft dies erlaubt.

Ich möchte noch einen Punkt erwähnen, der mir sehr wichtig ist. Als Katholiken müssen wir missionarisch sein. Wir dürfen unseren Glauben nicht nur für uns behalten, sondern möglichst viele Menschen mit der Frohen Botschaft in Berührung bringen und sie damit begeistern. Daher dürfen wir nicht einfach nur «Konsumkatholiken» sein, die ihre Heilige Messe besuchen und sich sonst nicht um die Belange der Kirche kümmern. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass in möglichst vielen Pfarreien wieder die Eucharistie gefeiert wird und nicht durch andere Formen der Liturgie ersetzt wird, beispielsweise durch Wortgottesdienste. Vor allem im Bistum Basel wird die Eucharistie mehr und mehr an den Rand gedrängt. Es ist unsere Pflicht als Katholiken, der Feier der Heiligen Messe den Stellenwert zu geben, den sie verdient. Setzen wir uns daher innerkirchlich, gesellschaftlich und politisch ein, dass die Kirche authentisch ihren Glauben an die Heiligen Geheimnisse verkündet und praktiziert. Lieben wir die Eucharistie nicht nur mit Worten, sondern auch mit unseren Taten. Wie sagte es der Heilige Pater Pio so schön: « Eher könnte die Welt ohne die Sonne bestehen, als ohne das Heilige Messopfer.» DR

Im Gespräch mit: Interview mit röm.-katholischer Bischof, Kiro Stojanov aus Mazedonien

Auf Einladung von Kirche in Not Schweiz, besuchte Bischof Kiro Stojanov (von 28.02.2024 bis 03.03.2024) die Schweiz. Das kleine Bistum in Mazedonien braucht finanzielle Unterstützung.

Wir haben mit Bischof Stojanov, über die Situation der Kirche in Mazedonien, gesprochen.

Das ganze Interview können Sie hier hören:

Für weitere Informationen und Spenden, können Sie die folgende Links benützen:

kirche-in-not.ch/news/news-detail/nordmazedonien-kleine-kirche-grosse-aufgaben/

Spende | Kirche in Not (kirche-in-not.ch)

Fastenzeit: Fasten bei Urchristen

Liturgie: Teil 6

Dritter Fastensonntag

NEWS: Mazedonien: Kirche im Aufbau

In Kumanovo, der zweitgrössten Stadt Nordmazedoniens, bemüht sich eine kleine Kirchengemeinde trotz fehlender Ressourcen um ein eigenes Gotteshaus. Auch dem Bischof von Mazedonien, Kiro Stojanov, ist dies ein wichtiges Anliegen. Er ist noch bis 03.03.2024 zu Gast in der Schweiz, um über die Lage der katholischen Kirche Mazedoniens zu Informieren.

Kumanovo ist eine Stadt mit etwa 75 000 Einwohnern. In der gesamten Stadt leben heute gerade einmal 400 Katholiken. Die Anzahl der Gläubigen ist seit der Zeit des Kommunismus stark zurückgegangen. Früher trafen sie sich in einer kleinen Kapelle. Doch diese wurde von den Kommunisten kurz nach dem zweiten Weltkrieg zerstört. Der Staat beschlagnahmte damals zahlreiche kirchliche Besitztümer im ganzen Land.

Die Mazedonische Kirche leidet unter den Folgen des Kommunismus

Nach dem Abriss ihrer Kirche trafen sich die Gläubigen mit Genehmigung der Obrigkeit in einem kleinen Raum am Rande der Stadt. Doch auch dieser Gebetsort wurde den Gläubigen von der religionsfeindlichen Regierung genommen. Die Gemeindemitglieder in Kumanovo mussten aufhören gemeinsam zu beten, weil sie keinen Ort mehr hatten, an dem sie sich versammeln durften. Einige hielten aber am Glauben fest. Für den Empfang der Sakramente nahmen sie den 50km langen Weg nach Skopje auf sich. Die Folgen der kommunistischen Herrschaft sind in Mazedonien vielerorts noch immer spürbar. Der katholischen Bevölkerung Kumanovos fehlt bis heute ein angemessenes Gotteshaus.

Gottesdienste in einem feuchten Kellerraum

Der Raum, in dem sich Kumanovos Katholiken gegenwärtig treffen, befindet sich im Keller eines Hauses, das von aussen nicht an eine Kirche erinnert. Unten in der kleinen Kapelle ist die feuchte Luft ist deutlich zu spüren – Wasserflecken sind am Boden und den Wänden erkennbar. Jüngst drang nach anhaltenden Regenfällen Wasser durch die Aussenwände des Kellerraums, in dem die katholische Bevölkerung von Kumanovo ihre Gottesdienste feiert. Schimmel beginnt sich an den feuchten Wänden auszubreiten und die Gesundheit der Gläubigen zu gefährden. Maximal 60 Personen haben Platz, sich zum Gottesdienst zu versammeln. Das Haus, in dem sich die unterirdische Kapelle befindet, wurde von der Kirchengemeinde angemietet. Dass sie sich dies überhaupt leisten kann, verdankt sie einem Spender aus dem Ausland, der für sie die Miete des Hauses übernimmt. Auch die liebevoll bemalten Wände täuschen kaum darüber hinweg, dass der aktuelle Gebetsort mehr ein Provisorium darstellt als eine dauerhafte Lösung.

Der Traum von einer richtigen Kirche in der zweitgrössten Stadt Mazedoniens

«Eine neue Kirche ist bereits in Arbeit. Doch das Geld für die Fortsetzung der Bauarbeiten ist uns ausgegangen; gestiegene Preise für Baustoffe und Handwerker sowie der Mangel an finanziellen Ressourcen haben für einen Stillstand auf der Baustelle gesorgt», berichtet Anton, der Architekt, der neuen Kirche, von der gerade einmal das Kellergeschoss erkennbar ist. «Viele Arbeiter arbeiten gerade lieber im Ausland, wo die Inflation weniger stark zugeschlagen hat als in Mazedonien. Die verbliebenen Arbeiter haben ihre Preise stark erhöht», erklärt Anton. Er ist der Kreative Kopf hinter den Bauplänen für die neue Kirche, die in Kumanovo entstehen soll. 18 Meter hoch soll der Kirchturm später in die Höhe ragen. Die Spitze soll ein grosses Kreuz zieren. Im Untergeschoss der Kirche, dessen Form bereits an Fundament und Betonwänden erkennbar ist, soll sich einmal ein Begegnungsraum für die Gemeinde befinden. Bisher ist dieser allerdings alles andere als einladend.

Kirchenbaustelle wartet auf Unterstützer

Die Decke fehlt. Der Boden ist von Nägeln und Bauschutt bedeckt. Armierungseisen ragen in die Luft. Der Architekt würde zumindest den ersten Bauabschnitt gerne bald abschliessen. «Die Baustelle ist gefährlich und wir haben Angst, dass die Nachbarskinder auf die Idee kommen, auf der Baustelle zu spielen und sich verletzen», sagt der Architekt, der mit dem gegenwärtigen Projekt seinen ersten Kirchenneubau realisiert. Das an die Kirche anschliessende Pfarrhaus besitzt schon zwei Stockwerke. Es soll Pfarrer Tomasz den Priester der Gemeinde, sowie Gäste der Pfarrei beherbergen können und auch die Möglichkeit für pastorale Arbeit bieten.

Die Neue Kirche soll der Barmherzigkeit Gottes geweiht sein.

«Wir wollen die Barmherzigkeit Gottes zu den Menschen in Kumanovo bringen», erläutert Pfarrer Tomasz, der vor 10 Jahren aus dem katholischen Polen in die Nordmazedonische Diaspora kam, um der kleinen Kirche des Landes beizustehen. «Wir wollen als katholische Kirche in Kumanovo Präsenz zeigen und für die Menschen da sein. Die Menschen kommen mit ihren Sorgen und Nöten zu mir und fragen mich bei den kleineren und grösseren Problemen ihres Alltags um Rat. Als Priester ist man auf dem Balkan Mädchen für alles.» Mit dem Kirchenbau hofft der junge Priester den Menschen ihre Sehnsucht nach einem Ort für das gemeinsame Gebet gerecht werden zu können. «Viele Leute haben das Bedürfnis nach einer Kirche. Nordmazezedonien ist ein Multikulturelles und multireligiöses Land. Die Orthodoxen und die Muslime haben alle ihre Gebetshäuser und auch wir brauchen ein Gotteshaus. Es ist hier ist ein sehr belebtes Viertel, es gibt viele junge Familien mit Kindern. Als wir den Bauplatz segneten und Kirchenlieder sangen, öffneten sich die Fenster der angrenzenden Hochhäuser und Kinder fingen an zu klatschen. Das macht uns Hoffnung», erklärt Pfarrer Tomasz, «Aber nur wenn es Hilfe gibt, kann ein Raum entstehen, in dem unsere Kirche weiter wachsen kann».

Quelle: Kirche in Not Schweiz

FSSP: Audienz bei Papst Franziskus

Offizielles Kommuniqué der Priesterbruderschaft St. Petrus – Fribourg, 1. März 2024.

Am Donnerstag, den 29. Februar 2024, wurde P. Andrzej Komorowski, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Petrus, von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen. Begleitet wurde er dabei von Pater Benoît Paul-Joseph, Distriktoberer der Bruderschaft in Frankreich, und Pater Vincent Ribeton, Regens des Priesterseminars St. Petrus in Wigratzbad. Die Einladung erfolgte auf Anfrage der Petrusbruderschaft.

Bildquelle: Vatican Media

Das Treffen bot die Gelegenheit, dem Heiligen Vater für das Dekret vom 11. Februar 2022 zu danken, mit dem der Papst die besondere liturgische Stellung der Priesterbruderschaft St. Petrus bestätigt hatte. Dem Papst wurde aber auch von den Schwierigkeiten berichtet, die sich bei der Anwendung dieses Dekrets gezeigt hatten. Der Heilige Vater zeigte sich verständnisvoll und ermunterte die Priesterbruderschaft St. Petrus, durch ihr eigenes Charisma der kirchlichen Gemeinschaft immer mehr zu dienen. Pater Komorowski teilte dem Heiligen Vater außerdem mit, dass das Dekret von 2022 genau an dem Tag erlassen wurde, an dem sich die Petrusbruderschaft dem Unbefleckten Herzen Mariens weihte. Dieses Zusammentreffen der Ereignisse würdigte der Heilige Vater als ein Zeichen der göttlichen Vorsehung.

Quelle: fssp.org

Liturgie: Teil 5

Fastenzeit: Alles zum Thema Fastentuch

NEWS: Papst Franziskus, „Gender-Ideologie“ ist schlimmste Gefahr

Krieg? Klima? Hunger? Nein. Für Papst Franziskus kommt die Bedrohung aus einer ganz anderen Ecke.

Papst Franziskus hat «Gender-Ideologie» als schlimmste Gefahr der heutigen Zeit bezeichnet. Sie hebe die Unterschiede auf und mache alles gleich, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer Audienz am Freitag. «Unterschiede aufzuheben bedeutet, die Menschlichkeit aufzuheben.» Mann und Frau stünden jedoch in einer fruchtbaren Spannung, sagte der Pontifex weiter.

Der 87-Jährige leidet nach Angaben des Vatikans seit einigen Tagen an einer «leichten Grippe». Er liess daher den Rest seiner Ansprache von einem Mitarbeiter vorlesen. «Ich bin immer noch erkältet und werde müde, wenn ich eine Zeit lang lese», sagte Franziskus. Die Gesundheit macht dem Papst seit einiger Zeit zunehmend zu schaffen. In den vergangenen Monaten hatte er auch mehrfach schon Probleme mit Entzündungen der Atemwege.

Quelle: MSN, dpa

Nachrichtensendung vom 01.03.2024

Kardinal Burke ruft 9ige Novene aus.

Empörung in Uruguay nach „Homo-Segnung“

FSSP: Einkehrtag u.v.m.

Einkehrtag

An der Schwelle zur Passionszeit ergeht eine herzliche Einladung, zum Einkehrtag nach Zürich zu kommen. Während die Erwachsenen den Vorträgen lauschen, dürfen die Kinder schöne Heimosterkerzen gestalten.

Sonntag, 17. März 2024, Pfarrsaal der Pfarrei Herz-Jesu, Schwamendingenstrasse 55, Zürich-Oerlikon. 14.30 Uhr Vortrag von P. Ramm: „SACERDOS ET HOSTIA – Das Priestertum Jesu“ Die Vorträge sollen zu einem tieferen Verständnis dessen führen, was der Heiland in seiner Passion für uns getan hat und was er uns im heiligen Messopfer schenkt. Abschluss mit einer feierlichen hl. Messe um 17.00 Uhr.

Für die Kinderbetreuung ist Voranmeldung nötig (mit Namen und Alter): p.ramm@fssp.ch

Pfingstwallfahrt von Paris nach Chartres

Zu Pfingsten werden es wieder viele Tausende sein, die in glaubensfroher Gemeinschaft den Pilgerweg von Paris nach Chartres unter die Füße nehmen. Möchten Sie nicht dabei sein? Es lohnt sich auf jeden Fall, zumindest ein wenig auf der Website zu stöbern: https://www.parischartres.info/

Venite! – Videte!

Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass ein Haus wie St. Pelagiberg Schwierigkeiten hat, genügend Pensionäre zu finden. Ich selbst hätte keinen Zweifel, dass es gut ist, hier und sonst nirgends die Tage des Alters zu verbringen. Wer immer sich für das ‚Kurhaus Marienburg‘ interessiert, wird kompetent und detailliert beraten. Gerne weise ich auf das Angebot hin, vom 4. – 13. März 2024 einen Gratisaufenthalt zu ‚buchen‘, um ganz unverbindlich hineinzuschnuppern und das Haus kennenzulernen. (Kontakt: 0041 71-433 11 66 / info@kurhaus-marienburg.ch)

Heiliges Land

Es ist absehbar, dass wir vom 21. April bis zum 5. Mai eine ganz besonders schöne Heilig-Land-Wallfahrt haben werden. Voraussichtlich wird nicht viel los sein. Zugleich wird sich das Land in seiner allerschönsten Frühlingspracht zeigen. Israel ist nicht gefährlicher als Hamburg, München oder Zürich. Gerne sende ich detaillierte Informationen. – Man müsste sich aber rasch entscheiden …

Exerzitien für Jugendliche und junge Erwachsene

Eine Frühjahrskur für die Seele? Es ist erhebend, in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten sich dem wirklich Wesentlichen zuzuwenden. Das tut gut!!! – Möchtest Du nicht in der Osterwoche nach Marienfried kommen?

Ich würde mich freuen, im ein oder anderen Punkt Ihr Interesse geweckt zu haben, und wünsche frohes Fasten!

P. Martin Ramm FSSP

NEWS: Römisch-katholischer Bischof aus Mazedonien kommt in die Schweiz

Kleine Kirche – Grosse Aufgaben
Die Katholische Kirche in Nordmazedonien

In Nordmazedonien leben Schätzungen zufolge 15.000 bis 20.000 Katholiken. Für sie ist Kiro Stojanov als Bischof verantwortlich. Er ist vom 28.02.2024 bis 03.03.2024 zu Gast in der Schweiz und gibt in verschiedenen Pfarreien Zeugnis über die Situation der kleinen katholischen Minderheit in seiner Heimat und informiert darüber, was die Kirche dort für die Gesellschaft leistet.

Bischof Kiro Stojanov aus Nordmazedonien kommt in die Schweiz! (youtube.com)

«Ich möchte den Menschen in der Schweiz über die Geschichte der katholischen Kirche Mazedoniens* berichten, wie sich unsere Kirche heute entwickelt und warum sie in unserer Gesellschaft gebraucht wird, auch wenn wir zahlenmässig nur einen kleinen Anteil ausmachen», erklärt Bischof Stojanov. In Nordmazedonien leben Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften friedlich zusammen: Etwa zwei Drittel der 2,1 Millionen Einwohner des Landes sind orthodoxe Christen, ein Drittel sind Muslime. Die Katholiken machen weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Bischof zweier katholischer Riten
Die kleine katholische Minderheit teilt sich zwischen denen des byzantinischen und des lateinischen Ritus auf. Bischof Kiro Stojanov ist für beide verantwortlich. Er ist gleichzeitig Oberhaupt für die Katholiken der Mazedonischen Griechisch-katholischen Kirche der Eparchie Mariä Verkündigung Strumica-Skopje und der Katholiken des römischen Ritus im Bistum Skopje. «Die lateinische Diözese Skopje ist uralt. Die Eparchie hingegen gibt es erst seit 2018», erklärt Bischof Stojanov. Zuvor gab es für die Gläubigen des byzantinischen Ritus eine Diözese, die sich über das gesamte ehemalige Jugoslawien erstreckte. «Zwischen beiden Riten gibt es ein gutes Miteinander. Die Priester, Schwestern und Gläubigen leben gut zusammen», stellt Bischof Stojanov fest. «Dass es im Land zwei Riten gibt, hat auch zur Folge, dass die Feiertage zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefeiert werden, da beide unterschiedliche Kalender benutzen. Ich bin es gewohnt zweimal Weihnachten und zweimal Ostern zu feiern», erklärt der Bischof. «Dass die Feiertage an verschiedenen Terminen gefeiert werden, hat den Vorteil, dass ich in den Pfarreien gut aushelfen kann».

Die Kirche ist ein Zeichen in der Gesellschaft Nordmazedoniens
Obwohl, sie eine kleine Minderheit darstellt, nimmt die katholische Kirche in Nordmazedonien eine wichtige gesellschaftliche Rolle ein. Sie ist sehr engagiert in Bildungs- und Sozialprojekten. «Wir haben die Caritas, die wichtige Arbeit leistet. Es gibt zwei Bildungszentren, ein Zentrum für Behinderte Kinder. Und Radio Maria sendet in Strumica ein wertvolles Programm, das nicht nur von Katholiken gerne gehört wird. Die Kirche ist ein Zeichen in der Gesellschaft! Unsere Jugendlichen sind eng mit der Kirche verbunden und unsere Kirchen sind gut besucht. Der Glaube spielt eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen», berichtet Bischof Stojanov. «Für uns ist wichtig, dass der Glaube weitergegeben wird, dass es guten Religionsunterricht gibt. Es ist uns ein Anliegen, dass die jungen Leute eine solide christliche Bildung erhalten und dass wir, obwohl wir eine Minderheit sind, ein Zeichen für das Christentum sind.»

Herausforderungen für die kleine Kirche Mazedoniens
Doch die Situation in Nordmazedonien gestaltet sich für die kleine katholische Kirche nicht immer einfach. «Unsere Probleme sind materielle Probleme», beklagt der Bischof. «Wenn wir etwas organisieren, ist es immer problematisch, weil alles mit Kosten verbunden ist. Die steigenden Preise stellen unsere kleine Kirche vor grosse Herausforderungen. Weil wir nur wenige Gläubige sind, spüren wir das stärker als andere.» Ein weiteres Problem sei laut dem Bischof, dass junge Familien häufig nach Westeuropa auswandern. «Auch wenn die Gläubigen bei uns sehr engagiert sind, merkt man besonders in kleinen Pfarreien sofort, wenn engagierte junge Familien fehlen, denn unsere Kirche lebt von der Freiwilligenarbeit.»

Kirchenvertreter arbeiten ohne festes Gehalt
«Keiner unserer Priester hat ein festes Monatsgehalt. Wir leben nur von Messtipendien», berichtet der Bischof. Messstipendien sind Spenden, die Priester dafür erhalten, dass sie eine Heilige Messe im Anliegen eines Wohltäters feiern. «Auch die Ordensschwestern in Mazedonien haben kein Gehalt. Das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» unterstützt die Ordensschwestern in Mazedonien mit Existenzbeihilfe. Diese Hilfe, die

unsere sie erhalten, ist wichtig, denn die Schwestern helfen überall, wo es ihnen möglich ist», so der Bischof. Die Schwestern unterstützen die Arbeit der Pfarreien, sie kümmern sich um notleidende Menschen, darunter auch Waisenkinder.

Unterstützung für die Kirche in Mazedonien

«Ohne die Zuwendungen der Hilfswerke wäre es für uns sehr schwierig. Wir sind sehr dankbar für die Hilfe der Wohltäter von «Kirche in Not (ACN)». Wir brauchen Ihre Unterstützung für unsere Arbeit, für unsere Bildungszentren und pastorale Entwicklungen. Auch Renovierungs- oder Bauprojekte wären ohne Unterstützung von aussen nicht möglich», bemerkt der Bischof. «Im Moment möchten wir in einer Pfarrei in Kumanovo eine Kirche bauen. Die Gläubigen in der zweitgrössten Stadt unseres Landes müssen bisher im Keller eines Hauses Gottesdienst feiern.» Die Bauarbeiten für eine neue Kirche haben zwar bereits begonnen, doch kann die Diözese wegen der gestiegenen Preise, den Bau nicht fortsetzen. «Darum», erklärt der Bischof, «haben wir die Wohltäter von «Kirche in Not (ACN)» um Unterstützung gebeten».

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den Dienst der Kirche in Nordmazedonien, die sich trotz bescheidener finanzieller Mittel engagiert für Bedürftige und junge Menschen einsetzt.

Zeitplan

Datum Zeit Ort
Mittwoch, 28.02.2024  19.00hKillwangen AG, Bruder Klaus Hl. Messe, Anschliessend kurzer Vortrag und Gespräch im Pfarreisaal

Donnerstag, 29.02.2024  09.30h   19.00hMuttenz BL, Johannes Maria VianneyHl. Messe, Anschliessend Austausch bei Kaffeeim Pfarreisaal

Neuendorf SO, Maria Heimsuchung
Hl. Messe

Freitag, 01.03.2024  09.00h   19.00hEiken AG, St. Vinzenz
Hl. Messe

Solothurn SO
, Kirche Kloster Namen Jesu
Hl. Messe

Samstag, 02.03.2024  09.30h   17.00hBasel BS, St. Clara
Hl. Messe Arlesheim BL, Dom
Hl. Messe, Anschliessend Gespräch im Pfarreisaal

Sonntag, 03.03.2024  09.00h

10.30h


14.30h
Gunzgen SO, St. Katharina
Hl. Messe Kappel SO, St. BarbaraHl. Messe Solothurn SO, St. Marien
Hl. Messe in Kroatischer Sprache

Bischof Kiro Stojanov, Nordmazedonien,

zu Gast in der Schweiz vom 28.02.-03.03.2024

Quelle: Kirche in Not Schweiz, novaradio.ch

Mittwochskolumne: Herz-Jesu-Freitag

Bern (novaradio.ch): Für mich geht es in der Fastenzeit nicht darum, möglichst aussergewöhnliche Dinge zu leisten, sondern mich bewusster der Frage zu widmen, wie ich Gott und den Mitmenschen dienen kann. Bei den Gebeten und Andachtsübungen macht es für mich auch mehr Sinn, Gebete zu praktizieren, die mir auch sonst im Verlaufe des Jahres wichtig sind, anstatt mit neuen Gebetsübungen zu starten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass nach der Fastenzeit das religiöse Leben bei Null anfängt und ich auf meinem Glaubensweg nichts mitnehmen kann, was mir im normalen Alltag hilft. Daher geht es mir persönlich eher um eine Intensivierung als um das Ausprobieren neuer Praktiken. Deshalb widme ich diese Kolumne einer Andachtsübung, die mir sehr viel bedeutet. An diesem Freitag begehen wir einerseits den Weltgebetstag und andererseits den Herz-Jesu-Freitag. Beide Anlässe sind sehr wichtig, wobei ich heute speziell den Herz-Jesu-Freitag erwähnen möchte, der immer am ersten Freitag im Monat gefeiert wird.

Wenn wir eine wahre Umkehr hin zu Gott schaffen wollen, dann benötigen wir hierfür das feste Vertrauen in die Liebe Gottes zu uns. Sich in das Herz Jesu zu vertiefen, gibt uns dieses Vertrauen. Das Herz Jesu ist voller Liebe und Erbarmen zu uns Menschen und wir dürfen sicher sein, dass Gott auch den grössten Sünder liebt. Wir müssen uns die Szene am Kreuz vorstellen: Das Herz Jesu, das Herz Gottes wird durchbohrt für unsere Sünden. Welche andere Religion glaubt daran, dass der Herrscher der ganzen Schöpfung sich so erniedrigt, um am Kreuz für uns zu sterben und sein Herz durchbohren zu lassen? Hier wird eine radikale Liebe zum Menschen gezeigt, die jede Vernunft übersteigt. Es gibt heute viele Menschen, die in der Fastenzeit nicht den Mut fassen, ihr Leben ändern zu wollen. Sie glauben nicht daran, dass Gott ihnen vergibt und sie einen Neuanfang wagen können. Ich bin überzeugt, dass die Andacht zum Allerheiligsten Herzen Jesu auch dem grössten Zweifler hilft, an Gottes Vergebung und Liebe zu glauben. Tausend Worte über Gottes Barmherzigkeit sind nicht so stark und eindrücklich wie das Bild der geöffneten Seite des Herrn. Es ist eine schöne Fügung, dass der Weltgebetstag und der Herz-Jesu-Freitag in der Fastenzeit zusammenfallen. Gebet erfordert Vertrauen. Auf das Herz Jesu zu blicken, stärkt unser Vertrauen und dadurch auch den Willen, sich stärker ins Gebet zu vertiefen. Versuchen Sie es und Sie werden sehen, wie viele Gnaden ein Mensch aus der Andacht zum Allerheiligsten Herzen Jesu schöpfen kann. DR

Schule der Theologie: Der heilige Geist (Teil 1)

Gelesen von Luka

Theologiestunde: Was wir über die Wiederkunft Jesu wissen

Die Wiederkunft Jesu, auch bekannt als Zweiter Advent oder Parusie, ist der Glaube, dass Jesus auf die Erde zurückkehren wird. Der Bibel zufolge hat Christus, bevor er in den Himmel auffuhr, seinen Jüngern versprochen, dass er wiederkommen wird. Seit Jahrhunderten warten die Gläubigen auf seine Rückkehr, aber wann wird Jesus wiederkommen und warum?

In dieser Galerie tauchen wir tief in die Bibel ein und bringen Ihnen die Antworten auf diese und viele andere Fragen. Klicken Sie weiter und finden Sie heraus, was wir über die Wiederkunft Jesu wissen.

Was ist die Wiederkunft?

Die Wiederkunft Jesu ist der Glaube, dass Christus wiederkommen wird, nachdem er nach der Auferstehung in den Himmel aufgefahren ist.

Nach Johannes 14,1-3 sagte Jesus: „Euer Herz erschrecke nicht… In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, werde ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr auch dort seid, wo ich bin.“

Woher wissen wir, dass Jesus wiederkommen wird?

Johannes 14,1-3 ist diesbezüglich ziemlich eindeutig: „Er kommt, weil er es versprochen hat.“

Warum kommt Jesus zurück?

Die Bibel erklärt dies in Johannes 5,25-29: „Er kommt wieder, um den Heilsplan zu vollenden, der unsere Auferstehung, unsere Gegenwart vor Gott und das ewige Leben mit ihm auf der neu geschaffenen Erde beinhaltet.“

Hebräer 9,28 gibt auch Aufschluss darüber, warum Jesus wiederkommen wird. „So wird Christus, der einmal geopfert wurde, um die Sünden vieler zu tragen, ein zweites Mal erscheinen, nicht um mit der Sünde abzurechnen, sondern um die zu retten, die auf ihn warten.“

Dies ist eine sehr häufige Frage, die auch die Jünger Jesus stellten. Aber es scheint, dass nur Gott die Antwort auf diese Frage kennt. In Markus 13,32 heißt es: „Von jenem Tag oder jener Stunde weiß niemand etwas, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater.“

Jesus hat seinen Jüngern keinen Zeitrahmen genannt, aber er hat gesagt, dass er wiederkommen wird. Ob das morgen oder in tausend Jahren ist, weiß niemand so genau.

Seien Sie bereit für seine Rückkehr

Die Bibel sagt uns jedoch, dass wir uns darauf vorbereiten sollen, denn es kann jederzeit passieren. „Seid auf der Hut, wacht und betet; denn ihr wisst nicht, wann die Zeit kommt“ (Markus 13,33).

Der Gedanke der Bereitschaft wird auch in Matthäus 24,44 betont: „Darum sollt auch ihr bereit sein, denn der Sohn Gottes kommt zu einer Stunde, die ihr nicht erwartet.“

Jesus kommt bald

Es gibt jedoch in der Offenbarung 22,12 einen Hinweis darauf, dass Jesus bald wiederkommt. Es steht geschrieben: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden nach seinem Werk zu vergelten.“

Seien Sie geduldig

Jakobus 5,7-9 sagt uns: „Darum seid geduldig, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn.“

Warum ist es noch nicht geschehen?

Unsere Vorstellung von Zeit ist anders als die von Gott. „Bald“ im Sinne Gottes ist ein Begriff, den wir vielleicht nicht ganz verstehen. Die Bibel erklärt dies im 2. Petrusbrief 3,8-9.

Eine andere Auffassung von Zeit

„Aber, meine Lieben, vergesst das eine nicht: Bei dem Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr ist nicht träge an seiner Verheißung, wie manche meinen, sondern er ist langmütig gegen uns und will nicht, dass jemand umkommt, sondern dass alle zur Buße kommen“ (2. Petrusbrief 3,8-9).

Anzeichen für die bevorstehende Wiederkunft

Die Jünger Jesu fragten ihn nach den Zeichen seines Kommens. In Matthäus 24,3 heißt es: „Wann wird dies geschehen, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und des Endes des Zeitalters?“ Werfen wir einen Blick auf die in der Bibel erwähnten Zeichen.

Zeichen: falsche Messiasse

Matthäus 24,5 warnt davor. Dort steht: „Viele werden in meinem Namen kommen und sagen: ‚Ich bin der Messias‘, und sie werden viele verführen.“

Jesus warnte uns außerdem in Matthäus 24,24 vor falschen Messiassen: „Wenn euch nun jemand sagt: ‚Seht, hier ist der Messias!‘ oder ‚Hier drüben!‘, so glaubt ihm nicht. Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, um möglichst auch die Auserwählten in die Irre zu führen.“

Zeichen: falsche Propheten

Falsche Propheten werden in Matthäus 24,8 erwähnt: „Viele falsche Propheten werden aufstehen und viele verführen.“

Zeichen: Kriege

Jesus warnte uns, dass Kriege und Konflikte vor seiner Wiederkunft zunehmen würden. In Matthäus 24,6-7 steht: „Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören, aber seht zu, dass ihr euch nicht erschreckt. Das muss geschehen, aber das Ende ist noch nicht gekommen. Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich.“

Zeichen: Die Erde wird beben und die Menschen werden verhungern

Naturkatastrophen und massenhaftes menschliches Leid sind ein weiteres Zeichen, das in der Bibel erwähnt wird. „Es wird Hungersnöte und Erdbeben an verschiedenen Orten geben“ (Matthäus 24,7).

Zeichen: moralischer Verfall

Matthäus 24,12 warnt uns, dass die Menschen aufhören werden, sich zu kümmern. „Weil die Gesetzlosigkeit zunehmen wird, wird die Liebe vieler erkalten.“

Zeichen: Es wird dunkel

Die Bibel sagt uns, dass nach den Ereignissen, die der Ankunft Jesu vorausgehen, „die Sonne verfinstert werden wird und der Mond seinen Schein nicht abgeben wird; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden“ (Matthäus 24,29).

Wie werden wir wissen, wann Jesus wiederkommt?

Die Bibel sagt, dass es ein Zeichen am Himmel geben wird. In Matthäus 24,30 steht: „Dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen.“

Wer wird Jesus bei seiner zweiten Wiederkunft sehen?

Wird Jesus allen Menschen erscheinen? Nun, die Bibel sagt uns, dass „alle Völker der Erde wehklagen werden, wenn sie den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit“ (Matthäus 24,30).

Wie wird die Ankunft von Jesus aussehen?

Offenbarung 1,7 bestätigt, wie Jesus auf der Erde ankommen wird. „Seht, er kommt mit den Wolken, und alle Augen werden ihn sehen, auch die, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker auf Erden werden um ihn trauern. So wird es sein! Amen.“

In Matthäus 24,27 wird das Ereignis weiter beschrieben: „Das Licht kommt vom Osten und blitzt bis zum Westen, so wird auch die Ankunft des Menschensohns sein.“

Was werden wir hören?

Nach 1. Korinther 15,52 wird „die Posaune ertönen“ und die Wiederkunft ankündigen.

Auch in 1. Thessalonicher 4,16 ist von einem Posaunenschall die Rede, der die Herabkunft Jesu vom Himmel „mit einem Jauchzen, mit der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes“ beschreibt.

Auch die Menschen werden gehört

Der Bibel zufolge werden Menschen aus allen Teilen der Welt ihr Erstaunen ausdrücken und die Ankunft Jesu preisen. In Römer 14,11 heißt es: „Jedes Knie wird sich vor mir beugen, und jede Zunge wird Gott loben.“

Was wird passieren?

Die Bibel sagt uns, dass diejenigen, die den Lehren Jesu gefolgt sind, gerettet werden, auch wenn sie bereits tot sind. Diejenigen aber, die Böses getan haben, werden gerichtet werden. In Johannes 5,28-29 heißt es: „Wundert euch nicht darüber, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die, die Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“

Quelle: Bibelinfo, novaradio.ch

Pax Vobis: Pokrivanje kriza i veliki tjedan

Citaju: Drazenka Pavlic, Vera Novakovic i Pero Martinic

Fastenzeit: Zweiter Fastensonntag

Das Tagesevangelium und die Botschaft dazu.

NEWS: BEJAHT FIDUCIA SUPPLICANS HÄRESIE?

Von Gerhard Kardinal Müller
Enthält die jüngste Erklärung des Vatikans Fiducia Supplicans Lehren, die dem göttlichen und katholischen Glauben widersprechen? Das Dikasterium für die Glaubenslehre (DDF) hat sich mit dieser Frage in einer Pressemitteilung vom 4. Januar befasst und damit auf die Besorgnis vieler Bischöfe und ganzer Bischofskonferenzen reagiert. Die Pressemitteilung verteidigt die Orthodoxie der Fiducia Supplicans, indem sie sie zitiert und argumentiert, dass die Erklärung die Lehre der katholischen Kirche über Ehe und Sexualität nicht ändere und nichts Häretisches aussage. Sie argumentiert, dass es bei Fiducia Supplicans nicht um die Lehre, sondern um praktische Fragen geht und dass sie einfach an unterschiedliche Kontexte und Empfindlichkeiten angepasst werden muss.

Aber ist das auch so einfach? In Wirklichkeit ist die Kritik der besorgten Bischöfe nicht, dass die Erklärung ausdrücklich die kirchliche Lehre über Ehe und Sexualität leugnet. Die Kritik lautet vielmehr, dass sie durch die Zulassung der Segnung von Paaren, die außerehelichen Sex haben, insbesondere von gleichgeschlechtlichen Paaren, die katholische Lehre in der Praxis, wenn auch nicht in Worten, leugnet. Die Kritik stützt sich auf ein solides traditionelles Prinzip: lex orandi, lex credendi – das Prinzip, dass die Art und Weise, wie die Kirche betet, das widerspiegelt, was die Kirche glaubt. Im Katechismus heißt es: „Wenn die Kirche die Sakramente feiert, bekennt sie den Glauben, den sie von den Aposteln empfangen hat.“

Es gibt in der Tat katholische Praktiken, die nicht geändert werden können, ohne die katholische Lehre abzulehnen. Denken wir zum Beispiel an das, was das Konzil von Trient die Substanz der Sakramente nennt, das heißt an jene Elemente der Sakramente, die von Christus selbst eingesetzt wurden. Eine Änderung, die diese Substanz betrifft, selbst wenn es sich um eine praktische Änderung handelt, wäre eine Ablehnung der katholischen Lehre. Wenn zum Beispiel jemand die katholische Lehre über die Taufe in Worten bejahen würde, dann aber die Nichtgetauften zur Eucharistie zuließe, würde er die katholische Lehre ablehnen. Der heilige Thomas sagte, dass solche Widersprüche „Falschheit in den sakramentalen Zeichen“ hervorriefen.

Die Frage ist also, ob die Annahme der „pastoralen“ und nicht-liturgischen „Segnungen“, die von den Fiducia Supplicans für Paare in irregulären Situationen vorgeschlagen werden, bedeutet, die katholische Lehre zu leugnen – nicht in ausdrücklicher Bekräftigung, sondern in der Praxis. Die Pressemitteilung der DDF beantwortet diese Frage nicht. Es ist daher erforderlich, sie im Einzelnen zu prüfen.

Zunächst müssen wir die Unterscheidung zwischen liturgischen Segnungen und rein pastoralen Segnungen betrachten, denn auf diese Unterscheidung stützt sich Fiducia SupplicansFiducia Supplicans argumentiert, dass diese neuen „pastoralen Segnungen“ für Paare in irregulären Situationen nicht liturgisch sind. Nun, diese Unterscheidung zwischen Segnungen ist eine Neuerung, die Fiducia Supplicans einführt, die nicht die geringste Grundlage in der Heiligen Schrift, den Heiligen Vätern oder dem Lehramt hat. Fiducia Supplicans behauptet, dass „pastorale Segnungen“ nicht liturgisch sind. Sie haben jedoch eine liturgische Struktur, wie in der Pressemitteilung der DDF (ein Gebet mit Kreuzzeichen) angeführt wird. Und auf jeden Fall wird das, was im Christentum liturgisch ist, nicht, wie in anderen Religionen, an Gegenständen, Gewändern oder Altären gemessen. Die Tatsache, dass es ein Priester ist, der Christus repräsentiert, der diesen »pastoralen Segen« erteilt, macht ihn zu einem liturgischen Akt, bei dem die Autorität Christi und der Kirche auf dem Spiel steht. Das Zweite Vatikanische Konzil betont die untrennbare Verbindung zwischen allen Handlungen des Priesters und der Liturgie (vgl. Presbyterorum ordinis).

Darüber hinaus impliziert jeder Segen, wie feierlich er auch sein mag, die Zustimmung zu dem, was gesegnet wird. Das ist es, was die beständige Tradition der Kirche, die sich auf die Heilige Schrift gründet, gelehrt hat. Tatsächlich ist das griechische Wort, das im Neuen Testament für „Segen“ verwendet wird, eulogein, was wie das lateinische benedicere wörtlich „sagen, dass etwas gut ist“ bedeutet. Darüber hinaus bedeutet in der Heiligen Schrift etwas zu segnen nicht nur, es für gut zu erklären, sondern zu sagen, dass es gut ist, weil es vom Schöpfer kommt. Segnungen gelten der Schöpfung Gottes, die er als sehr gut ansah, damit Gott selbst sie zur Reife und Fülle bringe. Aus diesem Grund kann ein Segen nicht über Beziehungen oder Situationen angerufen werden, die der Schöpfungsordnung widersprechen oder sie ablehnen, wie z.B. Verbindungen, die auf homosexuellen Praktiken beruhen und die der heilige Paulus als Folge der Verleugnung des Plans des Schöpfers ansieht (Röm 1,21-27). Dieses Bedürfnis, in Harmonie mit der Ordnung der Schöpfung zu sein, gilt für jede Art von Segen, unabhängig von ihrer Feierlichkeit.

Wir sollten beachten, dass die DDF implizit anerkennt, dass diese Segnungen (einschließlich der pastoralen Segnungen) das gutheißen, was gesegnet wird. Deshalb wird in der Pressemitteilung darauf geachtet, zwischen dem Segen des Paares und dem Segen der Verbindung zu unterscheiden. Wenn es wahr wäre, dass diese pastoralen Segnungen nichts legitimieren, gäbe es kein Problem, die Union pastoral zu segnen. Das Bemühen der DDF, klarzustellen, dass die Verbindung nicht gesegnet ist, verrät, dass die DDF die „pastorale Segnung“ als Billigung betrachtet und daher darauf besteht, dass es das Paar und nicht die Vereinigung ist, die gesegnet wird.

Angesichts der Unmöglichkeit, zwischen liturgischen und pastoralen Segnungen zu unterscheiden, muss man daher zu dem Schluss kommen, dass Fiducia Supplicans doktrinär problematisch ist, egal wie sehr sie die katholische Lehre in Worten bekräftigt. Man kann also nicht sagen, dass es sich um eine rein praktische Frage handelt, sondern dass sie von den Befindlichkeiten der verschiedenen Regionen abhängt. Wir haben es mit einem Thema zu tun, das sowohl das Naturrecht als auch die evangelikale Bejahung der Heiligkeit des Leibes berührt, die sich in Malawi nicht unterscheiden als in Deutschland.

Aber die DDF hat auch zwei andere Unterscheidungen verwendet, um nicht zuzugeben, dass Fiducia Supplicans die Billigung homosexueller Partnerschaften impliziert. Die erste Unterscheidung besteht zwischen dem Segen der Verbindung und dem Segen des Paares. Ist diese Unterscheidung möglich? In der Tat, wenn man das Paar als Paar segnet, d.h. als durch eine andere sexuelle Beziehung als die Ehe verbunden, dann billigt man diese Verbindung, da es die Verbindung ist, die sie als ein solches Paar ausmacht. Etwas anderes wäre es, wenn das Paar nicht als gleichgeschlechtliches Paar gesegnet würde, sondern zum Beispiel als Pilgerpaar, das sich einem Heiligtum nähert. Aber das ist nicht das, was Fiducia Supplicans meint, und deshalb spricht es von der Segnung von Paaren in einer irregulären Situation, einschließlich gleichgeschlechtlicher Paare.

Betrachten wir nun eine zweite Unterscheidung: Könnte man sagen, dass das, was gesegnet ist, nicht das Paar ist, das durch die sexuelle Beziehung verbunden ist, sondern das Paar, das durch andere Aspekte seines Lebens verbunden ist, zum Beispiel durch die Hilfe, die es sich gegenseitig während einer Krankheit leistet? Diese Unterscheidung ändert nichts an der Tatsache, dass das Paar als ein Paar gesegnet ist, das durch außereheliche sexuelle Beziehungen verbunden ist. Denn was das Paar als solches ausmacht, ist die sexuelle Beziehung, die sie verbindet. Die anderen Aspekte ihres Lebens als Paar sind nicht das, was sie als Paar ausmacht, und all diese Aspekte schaffen es auch nicht, den sexuellen Lebensstil auszugleichen, der sie zu einem Paar macht, wie das Responsum 2021 der Kongregation für die Glaubenslehre bereits bekräftigt hat.

Als Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt der DDF, darüber sprach, wie diese Segnungen erteilt werden können, deutete er an, dass es nicht darum gehe, das Paar zu segnen. Er schlug zum Beispiel vor, dass das Kreuzzeichen auf jeder Person gemacht werden sollte, nicht auf dem Paar. Der Kardinal wollte jedoch nicht klarstellen, dass das Paar nicht gesegnet werden kann, und akzeptierte weiterhin Zeichen – wie das gemeinsame Gebet über die beiden Personen –, die in den Augen der Kirche der Existenz des Paares als Gut für die vereinten Personen Legitimität verleihen. Der Kardinal hat sich auch geweigert, bestimmte Segnungen zu verurteilen, wie z.B. den, den Pater James Martin öffentlich gegeben hat und die eindeutig an das Paar gerichtet sind.

In letzter Zeit haben wir eine neue semantische Veränderung in den offiziellen Erklärungen von Fiducia Supplicans festgestellt. Sie sprechen nicht mehr davon, „Paaren“ den Segen zu geben, sondern „Personen“ und fügen hinzu, dass es sich um Personen handelt, die „zusammen“ sind. Nun, zwei Menschen zusammen zu segnen, die gerade wegen der homosexuellen Beziehung, die sie verbindet, zusammen sind, ist nichts anderes, als die Verbindung zu segnen. Ganz gleich, wie oft man wiederholt, dass man die Vereinigung nicht segnet, ist es genau das, was man durch die Objektivität des Ritus, der vollzogen wird, tut.

Nachdem wir festgestellt haben, dass die grundlegende Frage doktrinär ist, wie sollen wir dann den Irrtum der Fiducia Supplicans beschreiben? Ist das Ketzerei?

Betrachten wir die klassische Lehre über die verschiedenen Gegenstände der lehramtlichen Lehre und über das Festhalten des Gläubigen an ihr. Diese Lehre ist im Motu proprio Ad tuendam fidem von Johannes Paul II. enthalten, das drei „Paragraphen“ des Glaubensbekenntnisses enthält, das bei der Übernahme verschiedener kirchlicher Ämter abgelegt wurde. Der erste Absatz bezieht sich auf die Wahrheiten, die in der Offenbarung enthalten sind; Die Leugnung dieser Wahrheiten stellt Ketzerei dar. Der zweite Absatz bezieht sich auf Wahrheiten, die zwar nicht in der Offenbarung enthalten sind, aber eng mit ihr verbunden und für die Bewahrung des offenbarten Depositums notwendig sind. Das sind Wahrheiten, die aufgrund ihres historischen oder logischen Zusammenhangs mit den geoffenbarten Wahrheiten akzeptiert und fest und endgültig festgehalten werden müssen. Diejenigen, die solche Wahrheiten leugnen, stehen im Gegensatz zur Lehre der katholischen Kirche, auch wenn ihre Behauptungen an sich nicht als häretisch angesehen werden können. Der dritte Absatz des Glaubensbekenntnisses bezieht sich auf die Wahrheiten, die vom ordentlichen Lehramt gelehrt werden und denen die religiöse Zustimmung des Geistes und des Willens gegeben werden muss.

Wie trifft das auf unseren Fall zu? Die Behauptung, dass homosexuelle Handlungen gegen das Gesetz Gottes verstoßen, ist eine offenbarte Wahrheit; sie zu leugnen, würde gegen den ersten Absatz des Glaubensbekenntnisses verstoßen und wäre ketzerisch. Diese Verleugnung findet sich nicht bei Fiducia Supplicans. Es wäre auch ketzerisch, einen Ehesegen für gleichgeschlechtliche Paare anzunehmen. Dies ist auch bei Fiducia Supplicans nicht zu finden. Fiducia Supplicans scheint also nicht gegen den ersten Absatz zu verstoßen. Wie ordnen wir dann seine Behauptung ein, dass sexuelle Verbindungen außerhalb der Ehe mit einem nichtehelichen Segen gesegnet werden können? Selbst wenn man argumentieren würde, dass diese Aussage in der Offenbarung nicht ausdrücklich zurückgewiesen wird, verstößt diese Behauptung zumindest gegen den zweiten Absatz des Glaubensbekenntnisses, denn, wie wir gesehen haben, bedeutet die Segnung dieser Personen als gleichgeschlechtliche Paare, ihre Lebensgemeinschaften anzuerkennen, auch wenn sie nicht mit der Ehe gleichgesetzt werden. Es handelt sich also um eine Lehre, die der Lehre der katholischen Kirche widerspricht, da ihre Annahme, auch wenn sie nicht direkt häretisch ist, logischerweise zur Häresie führt.

Aus all diesen Gründen muss die Fiducia Supplicans als doktrinär problematisch angesehen werden, denn sie enthält eine Verleugnung der katholischen Lehre. Aus diesem Grund ist es auch aus pastoraler Sicht problematisch. In der Tat nähert sich ein guter Seelsorger jedem Menschen in Schwierigkeiten als Lehrer der Gebote Gottes, empfiehlt ihn dem Gebet Gottes und führt ihn im Falle einer schweren Sünde zur Buße, zur Beichte und zur Erneuerung des Lebens durch Vergebung in der sakramentalen Absolution. Was er in der Seelsorge für Katholiken in irregulären sexuellen Beziehungen niemals tun wird, ist, Analogien zwischen dem Segen Gottes für die Ehe von Mann und Frau und einem sogenannten nicht-liturgischen Segen für Personen in sündigen Beziehungen zu ziehen. Welchen pastoralen Grund gibt es, wenn zwei Personen in einer irregulären Situation leben, die Personen gemeinsam und nicht als Individuen zu segnen? Warum sollten diese Menschen gemeinsam gesegnet werden wollen, wenn nicht, weil sie Gottes Zustimmung zu ihrer Verbindung wünschen? Sie gemeinsam zu segnen bedeutet also, sie in ihrer Sünde zu bestärken und sie so Gott zu entfremden.

Auch der Grundsatz, dass wir alle Sünder sind und dass daher kein Unterschied zwischen einigen Sündern und anderen gemacht werden kann, geziemt sich nicht für einen guten Hirten. Die Heilige Schrift unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Sünde, wie wir im Johannesevangelium lesen: „Alles Unrecht ist Sünde, aber es gibt Sünde, die nicht tödlich ist“ (1. Johannes 5,17). Die Lehre der Kirche, die sich auf die Heilige Schrift stützt, unterscheidet zwischen lässlichen Sünden (die nicht unbedingt die sakramentale Absolution erfordern, um vergeben zu werden) und Todsünden (die es erfordern). Es unterscheidet auch die Sünden, die öffentlich sind, von denen, die es nicht sind, sowie die Sünder, die hartnäckig auf ihren Sünden beharren, von den Sündern, die offen für die Buße sind. Diese Unterscheidungen sind wichtig, nicht um Menschen zu verurteilen, sondern um ihnen Heilung anzubieten. Ebenso muss ein guter Arzt für verschiedene Fälle unterschiedliche Diagnosen stellen, denn nicht jede Krankheit kann auf die gleiche Weise behandelt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die DDF, solange sie die Fiducia Supplicans nicht korrigiert, indem sie klarstellt, dass der Segen nicht dem Ehepaar gegeben werden kann, sondern nur jeder Person einzeln, Aussagen billigt, die mindestens dem zweiten Absatz des Glaubensbekenntnisses widersprechen – das heißt, sie billigt Aussagen, die der Lehre der katholischen Kirche widersprechen. die, ohne an sich ketzerisch zu sein, zur Ketzerei führen. Das bedeutet, daß diese pastoralen Segnungen für irreguläre Lebensgemeinschaften von den katholischen Gläubigen nicht angenommen werden können, insbesondere nicht von denen, die mit der Übernahme eines kirchlichen Amtes das Glaubensbekenntnis und den Eid der Treue abgelegt haben, die vor allem zur Bewahrung des Glaubensguts in seiner Gesamtheit aufrufen.

Diese Weigerung, Fiducia Supplicans anzunehmen, die öffentlich zum Ausdruck gebracht werden kann, soweit es das Gemeinwohl der Kirche betrifft, bedeutet nicht, dass es dem Heiligen Vater an Respekt mangelt, der den Text der Fiducia Supplicans unterzeichnet hat; Im Gegenteil. Denn der Dienst am Heiligen Vater gebührt ihm gerade insofern, als er der Garant für die Kontinuität der katholischen Lehre ist, und dieser Dienst wird vor allem dadurch gewürdigt, dass er die schweren Mängel der Fiducia Supplicans aufdeckt.

Kurz gesagt, die Ausübung des Lehramtes kann sich nicht darauf beschränken, dogmatisch richtige Informationen über die »Wahrheit des Evangeliums« (Gal 2,14) zu geben. Paulus wandte sich offen und ohne Zögern gegen die zweideutige Ausübung des Primats durch Petrus, seinen Bruder im Apostolat, weil dieser durch sein falsches Verhalten den wahren Glauben und das Heil der Gläubigen gefährdete, nicht gerade im Hinblick auf das dogmatische Bekenntnis des christlichen Glaubens, sondern in Bezug auf die Praxis des christlichen Lebens.

Gerhard Kardinal Müller ist ehemaliger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.

Quelle: First Things

Nachrichtensendung 23.02.2024

Birgit Weiler für Frauenpriester

Skandalöse Fastentücher

Mittwochskolumne: Kathedra Petri

Bern (novaradio.ch): Am 22. Februar feiert die Kirche Kathedra Petri. An diesem Fest gedenkt die Kirche der Übernahme des Römischen Bischofsstuhls und damit der Leitung der Weltkirche und des Lehramts durch den Nachfolger des Apostels Petrus. Dieses Fest erinnert uns daran, dass wir nicht Einzelkämpfer sind auf dem Weg des Glaubens, sondern in einer Gemeinschaft mit über einer Milliarde anderer Menschen sind, die ebenfalls der Katholischen Kirche angehören. Das sichtbare Zeichen dieser Einheit ist der Bischof von Rom, der Papst. Ich möchte kurz einige Gedanken niederschreiben, die der Frage nachgehen, was es benötigt, dass eine Gemeinschaft, die sich als Einheit sieht, funktioniert.

Zuerst möchte ich hier die wichtige Tugend Demut nennen. Es erstaunt mich manchmal, wie gewisse Laien, Priester und Bischöfe das Gefühl haben, sie seien anderen Teilen der Weltkirche intellektuell und moralisch überlegen. Wenn in einer Gemeinschaft jemand sich als überlegen sieht, gefährdet er die Gemeinschaft, da er seine Person wichtiger als das Kollektiv erachtet. Wenn beispielsweise Schweizer Bischöfe sich nicht an die Vorgaben der Weltkirche halten, dann führen sie ihre Gläubige in einen Gewissenskonflikt, da die Gläubigen sich entscheiden müssen zwischen dem Lehramt und der Praxis der Ortskirche. Dies führt zu unnötigen Spannungen und Spaltungen in der Gemeinschaft. Besonders tragisch ist es, wenn die Reformen, die durchgeführt werden sollen und von denen die hiesigen Bischöfe glauben, sie seien fruchtbringend, seit Jahren zu einer Entleerung der Kirche führen. In diesem Fall stehen die Reformen nicht nur im Widerspruch zum Lehramt, sondern auch noch zur Realität.

Eine weitere Tugend ist die Objektivität. Oft interessiert Katholiken ein spezielles Thema im Glauben. Beispielsweise sind einige Christen Verehrer eines Heiligen oder eines speziellen Wallfahrtsortes. Teilweise können es auch Privatoffenbarungen sein, die für das Leben eines einzelnen Gläubigen grosse Bedeutung haben. Solange man hier nicht fanatisch ist und einsieht, dass man hier vielleicht eine subjektive Sichtweise hat, stellt dies kein Problem dar. Zur Zerreisprobe einer Gemeinschaft wird es, wenn die Gläubigen andere Katholiken krampfhaft überzeugen wollen, dass nur ihre Spiritualität die richtige ist. Ein Katholik wird, solange es nicht die Dogmen der Kirche betrifft, tolerant sein müssen, um die Einheit zu wahren. Tolerant bedeutet hier nicht, dass er gleichgültig sein soll, sondern dass er akzeptieren muss, dass das religiöse Leben eines anderen Katholiken andere Akzente setzen darf, solange es nicht die zentralen Glaubenssätze der Kirche betrifft.

Die letzte wichtige Tugend ist die Grossherzigkeit. Ein Katholik muss ein grosses Herz für seine Mitmenschen haben und stets versuchen, nachsichtig zu sein gegenüber den Fehlern und Sünden seiner Mitchristen. Jesus verlangt von uns, unseren Mitmenschen ihre Sünden zu verzeihen, damit der himmlische Vater unsere Sünden verzeiht. Wenn wir grossherzig sind, können wir eine Gemeinschaft aufbauen, in der jeder Mensch Platz hat, um im Glauben zu wachsen.

Lassen Sie uns dieses Fest Kathedra Petri würdig feiern und arbeiten wir alle daran, die Einheit durch unsere Tugenden zu stärken und weiter wachsen zu lassen. DR

NEWS: Freimaurer im Vatikan

Charles Theodor Murr ist ein katholischer Priester, der in Rom in engem Kontakt mit Kardinal Edouard Gagnon* (1918–2007) arbeitete. Eine wertvolle Rekonstruktion der Untersuchung der vatikanischen Kurie, die Paul VI. dem kanadischen Kardinal anvertraute, bietet uns Murr in seiner kürzlich im Verlag Fede & Cultura erschienenen italienischen Ausgabe seines Buches: „Murder in the 33rd Degree: The Gagnon Investigation into Vatican Freemasonry“, Independently published, 2022 (Titel der ital. Ausgabe: „Massoneria vaticana. Logge, denaro e poteri occulti nell’inchiesta Gagnon“, „Freimaurerei im Vatikan. Logen, Geld und okkulte Mächte in der Gagnon-Untersuchung“, Verona 2023, S. 218, Euro 20). Eine deutsche Ausgabe fehlt noch. 

Der Bericht des amerikanischen Priesters entfaltet sich in fünfzehn Kapiteln, die denkwürdigen Begegnungen und Dialogen zwischen den Protagonisten entsprechen: Neben Erzbischof Gagnon sind dies Don Mario Marini, Bischof Giovanni Benelli und die drei Päpste, die im Jahr 1978 aufeinander folgten, dem Jahr des turbulenten Übergangs vom Pontifikat Pauls VI. zu dem von Johannes Paul II. mit dem kurzen einmonatigen Interregnum von Johannes Paul I.

Zwischen 1972 und 1974 hatten zwei bedeutende Kardinäle, Dino Staffa und Silvio Oddi, bei Paul VI. wiederholt Kardinal Sebastiano Baggio, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe, und Msgr. Annibale Bugnini, Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst, beschuldigt, aktive Freimaurer zu sein. Die Infiltration der Freimaurerei in die Zentralregierung der Kirche schien umfassender zu sein, als man es sich hätte vorstellen können.

Auf Vorschlag von Kardinal Benelli beauftragte Paul VI. Msgr. Gagnon mit einer Untersuchung der Römischen Kurie, der sich dieser mit der ihm eigenen Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit widmete. Am 16. Mai 1978 kam es zu einem denkwürdigen Treffen zwischen Paul VI., den der Tod von Aldo Moro schwer betrübte, und Msgr. Gagnon, der ihm das Ergebnis seiner Untersuchung der Römischen Kurie übergab und ihn auf den Ernst der Lage hinwies. Der Papst, müde und leidend, bat Gagnon, die Papiere zu bewahren und sie seinem Nachfolger zu übergeben. Den weiteren Verlauf schildert Murr in einem Zeugnis, das Prof. Roberto de Mattei in seiner Einleitung wie folgt beurteilt: 

„Was sein Buch fesselnd macht, ist nicht nur der angenehme und fesselnde Erzählstil, sondern auch die genaue Beschreibung der Charaktere und vor allem die beunruhigende Geschichte, nämlich die Untersuchung der Freimaurerei im Vatikan, die von einem aufrechten Prälaten durchgeführt wurde. Ich habe einige der in Don Murrs Buch beschriebenen Fakten und Personen gekannt und kann die absolute historische Genauigkeit der Ereignisse, deren Zeuge er war, bestätigen. Sein Buch ist nicht nur eine Erinnerung, sondern ein wertvoller historischer Beitrag zum besseren Verständnis einer komplexen Realität wie der der römischen Kurie.“

Der kanadische Sulpizianer P. Édouard Gagnon, promovierter Kanonist, war 1969 von Papst Paul VI. zum Bischof von St. Paul in Alberta ernannt, aber schon drei Jahre später für höhere Aufgaben an die Römische Kurie berufen worden. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn zum ersten Vorsitzenden des neuerrichteten Päpstlichen Rats für die Familie und kreierte ihn 1985 zum Kardinal. 1987 unternahm er Visitationsreisen zu den Priesterseminaren der Priesterbruderschaft St. Pius X. und bemühte sich bis an sein Lebensende als Vermittler zwischen dieser und dem Heiligen Stuhl.

Quelle: Katholisches.info

Liturgie: Geschichte, Gestaltung und Entwicklung der Liturgie

Fastenzeit: Speise

Botschaft zum ersten Fastensonntag

Opus Dei: Der Weg Teil 14

Liturgie: Teil 3

Nachrichtensendung vom 16.02.2024

Franzosen werden konservativer

Milei will Abtreibung verbieten

Alles zum Thema Fastenzeit

U.a. Jugendsendungen (Luka und Ivan), Interview mit Don Nerio Medici

Fastenzeit 2024: Durch die Wüste führt Gott uns zur Freiheit | Franziskus (vatican.va)

FSSP: 40 Tage für den Herrn

Schon im vergangenen Jahr haben unsere Seminaristen aus Wigratzbad mit großem Einsatz eine Reihe von geistlichen Beiträgen gestaltet, um die Gläubigen durch die Fastenzeit zu begleiten.

Nun geht das segensreiche Projekt in die zweite Runde: https://petrusbruderschaft.de/pages/themen/bruderschaft/quadracast-2024.php

Vielleicht möchten auch Sie davon profitieren?

Außerdem:
– Für die Ignatianischen Exerzitien vom 19. – 24. Februar in St. Pelagiberg sind noch wenige Plätze frei.
– Für die Exerzitien für Jugendliche und junge Erwachsene in der Osterwoche in Marienfried darf ebenfalls noch geworben werden.

– Für die Heilig-Land-Wallfahrt vom 21. April – 5. Mai sind weitere Mitpilger willkommen.

Gerne gebe ich weitere Informationen: p.ramm@fssp.ch

Ich wünsche einen gesegneten Aschermittwoch und frohes Fasten!

P. Martin Ramm FSSP

Opus Dei: Fastenzeit

Anläßlich des Beginns der Fastenzeit am Aschermittwoch, werden hier einige Auszüge aus der Homilie des hl. Josefmaria „Die Bekehrung der Kinder Gottes“ wiedergegeben.
Die Fastenzeit hat begonnen, eine Zeit der Buße, der Läuterung, der Umkehr. Leicht ist diese Aufgabe nicht. Christsein ist kein bequemer Weg: Es ist nicht damit getan, der Kirche anzugehören und dann einfach Jahr um Jahr verstreichen zu lassen. Die erste Bekehrung – ein einmaliger, unvergeßlicher Augenblick, in dem wir klar erkannt haben, was Gott von uns erwartet – ist in unserem Leben, im Leben des Christen, sehr wichtig; aber noch wichtiger und schwieriger sind alle anderen Bekehrungen, die der ersten folgen. Und um das Wirken der Gnade in diesen späteren Bekehrungen zu erleichtern, müssen wir die Seele jung erhalten, den Herrn anrufen, hellhörig sein, um Falsches in uns zu entdecken, und um Verzeihung bitten.
Christus Begegnen 57, 1 Wie könnten wir die Fastenzeit besser beginnen? Wir erneuern Glauben, Hoffnung und Liebe, und daraus erwächst die Bußgesinnung, das Verlangen nach Läuterung. Die Fastenzeit bietet uns nicht nur die Gelegenheit, mehr äußere Werke der Buße zu tun; bliebe es dabei, dann würde uns die tiefe Bedeutung dieser Zeit für das christliche Leben entgehen, denn diese äußeren Werke müssen, wie gesagt, aus dem Glauben, aus der Hoffnung und aus der Liebe entstehen.
Christus Begegnen 57, 4 Die Fastenzeit stellt uns heute vor diese entscheidenden Fragen: Wachse ich in meiner Treue zu Christus, in meinem Verlangen nach Heiligkeit? Lebe ich großzügig das Apostolat im Alltag, in meiner gewöhnlichen Arbeit, unter meinen Berufskollegen?
Christus Begegnen 58, 5 Wir müssen in dieser Fastenzeit mehr sehen als nur eine beliebige Zeitspanne, die im liturgischen Jahr regelmäßig wiederkehrt. Dieser Augenblick ist unwiederbringlich, er ist ein göttliches Hilfsangebot, das wir entgegennehmen müssen. Der Herr tritt an unsere Seite und erwartet von uns – hier und jetzt –, daß wir uns ernsthaft ändern.
Christus Begegnen 59, 4 Ecce nunc dies salutis, jetzt haben wir den Tag des Heiles vor uns. Der Ruf des Guten Hirten erreicht uns: ego vocavi te nomine tuo, ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Und wir müssen antworten, Liebe mit Liebe vergeltend: ecce ego quia vocasti me : Du hast mich gerufen, hier bin ich, fest entschlossen, diese Fastenzeit nicht spurlos dahinfließen zu lassen wie Wasser über Granit. Ich will mich durchtränken lassen, mich bekehren, mich erneut dem Herrn zuwenden und Ihn lieben, wie Er geliebt werden will. Christus Begegnen 59, 8

Mittwochskolumne: Fastenzeit

Bern (novaradio.ch): Heute beginnt die Fastenzeit. Persönlich habe ich mir vorgenommen, meinen Kaffeekonsum einzuschränken und auf Alkohol, Fleisch und Süssigkeiten zu verzichten. Viele Menschen nehmen sich Vorsätze für die Fastenzeit. Oft steht nicht das Religiöse im Vordergrund, sondern der Wunsch, gesünder zu leben. Für den gläubigen Christen ist die körperliche Gesundheit, die durch das Fasten gefördert wird, sicherlich auch ein positiver Effekt. Aber der Hauptgrund, mit dem Fasten zu beginnen, ist der Wunsch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Lärm des Alltags lässt uns oft vergessen, wie schön unser katholischer Glaube ist und wie glücklich wir sein dürfen, Christen zu sein. Der Glaube an Jesus Christus verspricht uns, ein ewiges Leben bei Gott führen zu dürfen. Die Hauptquelle unseres Glücks dürfen daher nicht Essen, teure Autos oder schöne Ferien sein, sondern die Gewissheit, dass Jesus uns so sehr liebt, dass er für uns am Kreuz gestorben ist. Aus dieser Freude heraus müssen wir lernen, unser Leben zu gestalten. Das bedeutet nicht, dass es schlecht ist, wenn wir uns an materiellen Dingen erfreuen. Es bedeutet nur, dass dies nicht das Fundament unseres Lebensglücks sein kann. In der 40-tägigen Fastenzeit schenkt uns die Kirche daher die Chance, neu zu einem Leben in Fülle zu finden, wie Jesus uns dies im Evangelium verheisst. In der Fastenzeit sind wir nicht nur aufgerufen, auf Speisen zu verzichten, sondern auch vermehrt zu beten und aktiv Gutes zu tun. Durch einen häufigen Besuch der Heiligen Messe und durch das unermüdliche Gebet tauchen wir immer mehr in Liebe Gottes zu uns Menschen ein. Dieses Eintauchen ermöglicht uns, unsere Mitmenschen als Mitbrüder und Mitschwestern zu sehen und Taten der Nächstenliebe zu vollbringen. Der Unterschied zwischen einem christlichen Fasten und einem Gesundheitsfasten ist derjenige, dass der gläubige Christ sich bei seinem Fasten nicht aus dem Alltag verabschiedet und seinem Körper durch den Entzug gewisser Speisen Ruhe gönnt, sondern seine Energie darauf konzentriert, vermehrt Gott und seinen Mitmenschen zu dienen. Grundsätzlich wäre eine solche Haltung immer wünschenswert, jedoch sind wir alles schwache Menschen, die es nicht schaffen, stets die Gebote der christlichen Liebe zu erfüllen. Die Fastenzeit hilft uns jedoch, auch nach Ostern den Fokus auf Gott auszurichten und beizubehalten.

Der letzte wichtige Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Beichte. Es ist wichtig, die Fastenzeit auch zu nutzen, um über sein eigenes Leben und die Fehler, die wir immer wieder machen, nachzudenken. Eine gelungene Fastenzeit beinhaltet auch eine Beichte, in der wir unsere Sünden bekennen und damit einen Neuanfang wagen. Das Beichtsakrament wird bei uns in der Schweiz sehr vernachlässigt, da viele Menschen meinen, sie hätten gar keine Sünden. Wir alles sind jedoch Sünder und wir alle bedürfen der Barmherzigkeit Gottes, die in der Beichte erfahrbar wird.

Ich wünsche Ihnen allen eine gelungene und segensreiche Fastenzeit. DR

Opus Dei: Unterwegs zur Hundertjahrfeier – Das Rahmendokument

Unterwegs zur Hundertjahrfeier.
Am 14. September hat der Vater die Gläubigen und Freunde des Opus Dei
zur Teilnahme an den Vorbereitungsarbeiten der Regionalversammlungen
eingeladen, deren Titel folgendermaßen lautet: Unterwegs zur
Hundertjahrfeier des Werkes. Das Charisma vertiefen und den Wunsch
auffrischen, uns für Gott, die Kirche und die Gesellschaft einzusetzen.1
Der sich nähernde Jahrestag lädt uns ein, uns zu fragen, wie wir uns den
Herausforderungen der gegenwärtigen Zeit vom Geist des Opus Dei her stellen.
Wir möchten das hundertjährige Bestehen des Werkes überall mit Blick in die
Zukunft feiern.
„Die Hundertjahrfeier“, hat uns der Vater geschrieben, „wird vom 2.
Oktober 2028 bis zum 14. Februar 2030 dauern, also bis zu dem Tag, an
dem die Arbeit des Opus Dei unter Frauen hundert Jahre lang bestanden
haben wird. Es wird also eine Feier mit zwei Daten sein, um die Einheit
zum Ausdruck zu bringen (…). Ich möchte, dass wir alle an der
Vorbereitung teilnehmen“ (Botschaft des Vaters, 10.6.2021). Für uns alle, die
wir dieser Familie des Werkes angehören, wird dies eine Gelegenheit sein, um
mit dem Licht des Glaubens und der göttlichen Gnade in zwei Wirklichkeiten
tiefer einzudringen: in die Größe der Liebe Gottes, der uns persönlich berufen
hat, und in die Schönheit der Sendung des Dienstes, den das Werk der Kirche
und der Gesellschaft leisten soll.
Diese Unterlage enthält einige Ideen, die zur Reflexion über das Jubiläum
inspirieren können, das die Tür zum zweiten Jahrhundert der Geschichte des
Opus Dei öffnet. Es soll uns alle zur Teilnahme anspornen, indem wir
Anregungen und Erfahrungen vorlegen, die dann in den regionalen
Arbeitswochen bearbeitet werden. Die Schlussfolgerungen dieser
Arbeitswochen werden die Leitlinie für die Vorbereitung des Jubiläums und

außerdem eine relevante Grundlage für den ordentlichen Generalkongress des
Jahres 2025 darstellen.
Mehr als um die Planung von Festveranstaltungen soll es bei der Vorbereitung
auf das Jahrhundertgedenken darum gehen, eine Dynamik der Vertiefung in
Gang zu setzen, die uns hilft, unseren Geist immer besser zu verstehen, zu
verkörpern und zu kommunizieren, im Dienst an der Kirche und allen
Männern und Frauen.
Die Hundertjahrfeier bietet uns vor allem eine neue Gelegenheit, das
Wesentliche unseres Lebens wiederzuentdecken: die Liebe Gottes zu jedem
einzelnen, der uns in seinem Sohn dazu beruft, durch die Gabe des Heiligen
Geistes seine Kinder zu sein. Der Vater hat uns vor einigen Jahren nochmals
daran erinnert: „Die Treue eines Christen ist eine dankbare Treue, denn
wir sind nicht einer Idee treu, sondern einer Person: Christus Jesus,
unserem Herrn, so dass jeder von uns sagen kann: ,Er hat mich geliebt und
sich für mich hingegeben‘ (Gal 2,20). Zu wissen, dass Gott uns persönlich
liebt, spornt uns mithilfe seiner Gnade zu einer treuen und beharrlichen
Liebe an. Zu einer Liebe, die voller Hoffnung auf das blickt, was Gott
durch das Leben einer jeden und eines jeden in der Kirche und in der Welt
vollbringen wird – bei all unserer Gebrechlichkeit (Botschaft des Vaters,
10.10.2017). Deshalb drängt uns die Vorbereitung auf dieses Datum dazu,
wahrhaft und täglich zunehmend beschauliche Seelen inmitten der Welt
zu sein.
Herausforderungen unserer Zeit
Dieser Jahrestag ist, wie auch der Vater gesagt hat, „ein günstige Gelegenheit,
um die Herausforderungen in den Blick zu nehmen, vor denen Kirche und
Gesellschaft stehen, und uns über unsere Möglichkeiten der Hilfestellung
Gedanken zu machen“ (ebd.). Der heilige Josefmaria hat uns eingeladen, „die
Welt leidenschaftlich zu lieben“. Er bezog sich auf die reale Welt, auf die Welt,
in der wir leben, mit ihren Möglichkeiten und Widersprüchen. Die Welt ist eine
lebendige Wirklichkeit, die sich weiterentwickelt und verändert. „Jede
Generation von Christen muss ihre eigene Zeit erlösen, muss sie heiligen“
(Christus begegnen, Nr. 132). Die Welt lieben setzt voraus, sie zu kennen und zu
verstehen. In diesen Sinn ermutigt uns das Jubiläum dazu, uns von der Lage
unserer Gesellschaften und unserer Zeit ein Bild zu machen, um sie mit dem
Licht des Evangeliums zu erhellen.

Das Charisma des Opus Dei entfaltet sich unter Bedingungen, die in vielerlei
Hinsicht nicht mehr dieselben sind wie vor hundert Jahren. „Die sich
verändernden historischen Umstände können – mit den Anpassungen, die sich
für das Gesellschaftssystem daraus ergeben – dazu führen, dass etwas, das zu
einem bestimmten Zeitpunkt gerecht und gut war, auch einmal aufhört,
gerecht und gut zu sein. Daher soll es bei euch stets Raum für konstruktive
Kritik geben, die dem starren und zerstörerischen Wirken der Trägheit den
Boden entzieht“ (Hl. Josefmaria, Brief 29, Nr. 18). Während sich die
Herausforderungen jeder Epoche ändern, erneuern sich die Generationen
derer, die den Geist des Opus Dei mit ihrem Leben verkörpern, so dass sie mit
der Kraft unserer ersten Brüder und Schwestern des Werkes aktuelle und
lebenspendende Antworten geben können.
Deshalb müssen wir uns über die gegenwärtige Situation von Arbeitswelt,
Familie, Beziehungen, Kultur, Gerechtigkeit und Frieden Gedanken machen,
die zu heiligen wir berufen sind; und auch über Themen, die in den
vergangenen Jahren besonders an Bedeutung gewonnen haben und unsere
Gesellschaften prägen oder die voraussichtlich in den kommenden
Jahrzehnten Relevanz gewinnen werden. Es geht darum, mit dem Blick eines
Kindes Gottes besser zu verstehen, wie diese Welt, die wir leidenschaftlich
lieben und für die wir uns einsetzen wollen, ist und was sie braucht; das heißt
also die zahlreichen guten Wirklichkeiten, von denen wir umgeben sind, zu
entdecken und zugleich die zahlreichen Aspekte zu sehen, die der
Menschenwürde nicht Genüge tun. Um es mit Worten des heiligen Josefmaria
zu sagen, geht es darum, sich zu fragen, wie wir für alles Gute aufnahmebereit
bleiben können, mit „einer positiven und offenen Haltung, angesichts des
aktuellen Wandels der gesellschaftlichen Strukturen und Lebensweisen” (Die
Spur des Sämanns, Nr. 428); oder wie wir, was dasselbe ist, unsere Wünsche
aktualisieren und vermehren, die Botschaft Christi in alle Kreise zu tragen, zu
den vielen Menschen, die es brauchen.
Schauen wir ebenso auf die gegenwärtigen Herausforderungen der Kirche, die
die unsrigen sind: die Säkularisierung und die Art der Verkündigung der Liebe
Gottes heute; die Rolle der Laien und der Familien bei der Evangelisierung; die
Dynamik von Tradition und Erneuerung; die Einheit und der Dialog; die
Implikationen der kirchlichen „communio“ usw. Das Charisma, das Gott dem
heiligen Josefmaria anvertraut hat, ist darauf gerichtet, „der Kirche zu dienen,
wie die Kirche will, dass ihr gedient werde“ (Worte des heiligen Josefmaria bei
der Eröffnung des Centro Elis, 21.11.1965). Wenn wir die Herausforderungen

der Kirche in jedem Land und in der Gesamtkirche gut kennen, wird sich
unsere Bereitschaft für diese Sendung erhöhen.
Die Gabe des Geistes wiederentdecken
In seiner Botschaft vom 10.6.2021 schlägt der Vater vor, dass dieses eine Zeit
der Reflexion über „unsere Identität, unsere Geschichte und unsere
Sendung“ sein soll, mit einer Zukunftsvision und dem Wunsch nach
persönlicher Erneuerung.
Der Beginn der Vorbereitung auf das Hundertjahrjubiläum fiel mit der
Veröffentlichung des Motu Proprio „Ad charisma tuendum“ zusammen, mit
dem der Heilige Vater uns aufmuntert, unseren Fokus auf die Gabe zu richten,
die Gott dem heiligen Josefmaria anvertraut hat, um sie in Fülle zu leben. Papst
Franziskus fordert uns auf, das Charisma des Opus Dei zu pflegen, „um das
evangelisierende Wirken seiner Mitglieder zu fördern“ und auf diese Weise
„den Ruf zur Heiligkeit in der Welt durch die Heiligung der Arbeit und der
familiären und gesellschaftlichen Aufgaben zu verbreiten“. Die Botschaft, die
der heilige Josefmaria dem Willen Gottes gemäß verbreiten sollte, besitzt eine
außergewöhnliche Anziehungskraft und einige Anwendungsmöglichkeiten, die
die Kreativität anregen.
Wenn wir überlegen, welche Texte uns bei dieser Reflexion zur Vorbereitung
der Arbeitswochen hilfreich sein könnten, werden uns viele Schriften des
heiligen Josefmaria in den Sinn kommen, die verschiedene Aspekte des
Charismas des Opus Dei entfalten. Unter vielen anderen Möglichkeiten werden
hier drei seiner Briefe empfohlen:
Als erstes der Brief 292, der geschrieben wurde, um verschiedene Aspekte der
Sendung der Gläubigen und Freunde des Werkes bei der Heiligung der Welt
und des ehelichen und familiären Lebens zu unterstreichen. Sein Inhalt stellt
einen Aufruf an alle Christen dar, mit Jesus Christus an der Erlösung
mitzuwirken, nicht gleichgültig zu bleiben, als Ferment in der Masse zu
wirken, Sauerteig zu sein, „der die Menschen vergöttlicht und sie, indem er
sie göttlich macht, zugleich wahrhaft menschlich macht“ (Nr. 7a).
Als zweites der Brief 63, der verschiedene Aspekte des Geistes des Opus Dei
behandelt. Der heilige Josefmaria reißt unterschiedliche Themen an, die durch
den roten Faden des Spezifischen des von ihm gelehrten Geistes, ihrer

Verwurzelung im Evangelium und ihrer Ausformung im Leben der ersten
Christen zusammengehalten werden.
Als drittes der Brief 44, in dem es um die Liebe bei der Weitergabe des
Glaubens geht. Der heilige Josefmaria erläutert, wie das Gespräch der
Glaubensverkündigung mit Männern und Frauen, die sich dem Glauben der
Kirche nähern wollen, sein soll und dabei Einfühlungsvermögen und die
Achtung der Gewissensfreiheit mit der Treue zum Glaubensgut in Einklang
gebracht werden.
Wenn wir einmal einen aufmerksamen Blick auf den Kontext, in dem wir
leben, geworfen und unsere Überlegungen mit den Menschen in unserem
Umkreis geteilt haben, werden wir sicher besser gerüstet sein, die
angemessensten Wege suchen, um mit unseren Worten und unserem Leben die
christliche Botschaft zu verkünden und den Geist des Opus Dei weiterzugeben.
Dieser stellt gerade wegen seiner säkularen Natur eine Brücke des Dialogs in
den Bereichen Arbeit, Familie, zwischenmenschliche Beziehungen, nahes
Umfeld, Wissenschaft, Kunst oder Politik dar; eine ausgestreckte Hand zur
Begegnung mit allen, die danach suchen, sich der Wahrheit zu nähern, die
Würde der Personen und der Schöpfung zu fördern, das Gute zu tun und
Schönes zu schaffen.
Angesichts komplexer Situationen und beschleunigter Veränderungen haben
die Worte des heiligen Augustinus auch heute ihre Gültigkeit: „Die Menschen
klagen darüber, dass die Zeiten böse sind. Hört auf mit dem Klagen. Bessert
euch selbst. Denn nicht die Zeiten sind böse, sondern unser Tun. Und wir sind
die Zeit“ (Sermo 8, 8). Daher ist die erste Erneuerung, die wir anstreben, die
eigene, die jedes einzelnen. Um die Welt Gott näherzubringen, bemühen wir
uns als erstes selbst um diese Nähe: beschaulich zu sein im Alltag.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
In der Hundertjahrfeier vereinen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft;
Dankbarkeit und Hoffnung, Bitte um Vergebung und um Gnade. Papst
Johannes Paul II. hat am Ende des Jubiläumsjahres 2000 dazu ermutigt,
dankbar auf die Vergangenheit zurückzuschauen, die Gegenwart mit
Begeisterung zu leben und sich voll Hoffnung der Zukunft zuzuwenden: „Duc
in altum“ (Apost. Schreiben Novo millennio ineunte, Nr. 1). Ebenso schlug
der selige Álvaro vor wichtigen Jahrestagen zu beten vor: „Danke, verzeih

mir, hilf mir mehr!“ Diese Worte können uns als Inspiration für die
Hundertjahrfeier dienen.
Es wird eine Zeit der Dankbarkeit sein: Anerkennung der Gabe Gottes, die das
Charisma des Werkes, das Leben unseres Gründers und die vielfachen Gnaden
bedeuten, die wir in diesen Jahren empfangen haben. Dankbarkeit allen
Menschen gegenüber, die sich eingesetzt haben, diesen Geist in ihrem
persönlichen Umfeld lebendig werden zu lassen. Und Dankbarkeit auch den
Personen und Institutionen gegenüber, die uns begleitet haben: Eltern und
Familien der Gläubigen des Werkes, Männer und Frauen, die mit dem heiligen
Josefmaria zusammengearbeitet haben, Katholiken und Nichtkatholiken, die
dem Opus Dei auf der ganzen Welt großzügig geholfen haben und dies
weiterhin tun. Wir möchten uns besonders auch all jener erinnern, die einen
Lebensabschnitt lang in diesen ersten hundert Jahren dieser Familie angehört
haben und mit welchen uns ein besonderes Band verbindet.
Wir danken, es wird aber auch eine Zeit des Um-Vergebung-Bittens sein: für
persönliche und kollektive Grenzen, für die Versäumnisse und den Schaden,
den jeder von uns verursacht hat. Die Erinnerung an die Vergangenheit
bedeutet eine Wiederentdeckung der Ursprünge und des Wesens des
Charismas, seiner Originalität und seines Wertes. Und auch ein vertieftes
Eindringen in die Geschichte, in Personen und konkrete Momente, mit ihren
Licht- und Schattenseiten: Die – persönliche wie institutionelle – Geschichte ist
Teil der Identität.
Schließlich wird es eine Zeit der Hoffnung sein, im Vertrauen in die Gnade und
in die Aktualität und Kraft des Charismas des Opus Dei, jetzt und in Zukunft die
komplexesten Wirklichkeiten zu erhellen. Wir vertrauen auf die Macht des
Heiligen Geistes, nicht auf unsere eigenen Kräfte. So bereiten wir uns auch auf
das Heilige Jahr 2025 vor, das erste des dritten Jahrtausends, das „Pilger der
Hoffnung“ zum Thema haben wird (Papst Franziskus, Brief an Msgr. R.
Fisichella zum Heiligen Jahr 2025, 11.2.2022).
Bei dieser Vertiefung in das Charisma gibt es eine individuelle Dimension, die
jedes Einzelnen, es gibt aber auch eine institutionelle Dimension, die jeder
einzelnen der so verschiedenartigen Initiativen, die die Mitglieder des
Opus Dei mit Gottes Gnade im Laufe der Jahrzehnte auf die Beine gestellt
haben. Wenn wir an diese Initiativen denken, ist der entscheidende Punkt der,
dass jede einzelne danach trachtet, treibende Kraft für einen bedeutsamen

christlichen Beitrag in ihrem Feld zu sein, sei dies nun Erziehung, Gesundheit,
Armut, Jugend, Familie, Kommunikation usw., und sich daher großherzig
entfaltet, um das Evangelium mit Weite und Tiefe zu verkünden. Jeder
einzelne, der an diesen Initiativen beteiligt ist, möge an ihren Ursprung
zurückdenken und überlegen, wie er den beruflichen und apostolischen
Träumen, die sie entstehen ließen, noch mehr Strahlkraft verleihen kann. Und
danach möge er mit neuem Schwung weitertun, die Richtung ändern, wenn
sich die ursprünglichen gesellschaftlichen Bedürfnisse geändert haben,
oder eine Etappe abschließen, was ihm erlaubt, eine neue zu beginnen,
die den gegenwärtigen Anforderungen der Kirche oder der Gesellschaft
besser entspricht.
Es geht um den Versuch, die eigene Identität und Geschichte zu erfassen,
transparent zu sein und sich zu bemühen, ein eigenes Narrativ zu finden. Zu
diesem Zweck wird es hilfreich sein, mit der Meinung von Angestellten,
ehemaligen Schülern, begünstigten Familien zu rechnen sowie mit Meinungen
aus dem Umfeld, in dem man agiert: die verschiedenen Auffassungen zu hören
und sich allen zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam auf die jeweiligen
örtlichen Bedürfnisse zu reagieren.
Unter den Notleidenden
Die Perspektive des Jahrestages eröffnet eine neue Möglichkeit, um, wie der
Vater schreibt, „die Liebe Gottes in unserem Leben dankbar zu erkennen
und sie unseren Mitmenschen, vor allem den Notleidenden, zu bringen“
(Botschaft, 10.6.2021).
Wir finden Christus im geoffenbarten Wort, in den Sakramenten und auch in
unseren Mitmenschen, besonders in den Armen. Papst Franziskus hat uns
auch darauf hingewiesen: „Wir sind aufgerufen, Christus in ihnen zu
entdecken, uns zu Wortführern ihrer Interessen zu machen, aber auch ihre
Freunde zu sein, sie anzuhören, sie zu verstehen und die geheimnisvolle
Weisheit anzunehmen, die Gott uns durch sie mitteilen will“ (Apost. Schreiben
Evangelii gaudium, Nr. 198). Der heilige Josefmaria erinnerte öfters daran,
dass er in den Armen und Kranken die Kraft fand, um das Opus Dei
voranzubringen, und dass er sich auf ihr Gebet stützte, das besonders
wertvoll ist.

Wie unsere Umstände auch sein mögen, es wird in unserem Umkreis immer
bedürftige Personen geben. Die Liebe, die uns zur Begegnung führt, steht in
innigem Zusammenhang mit der Anerkennung, dass ein jeder Gott und die
anderen braucht, und mit dem Verzicht auf das, was uns in unsere bloß
persönlichen Interessen einschließt. Die Armut erinnert uns daran, dass
unsere Schätze in Gott und in den zwischenmenschlichen Beziehungen liegen
und dass wir, wenn wir ein großzügiges und frohes Leben führen wollen, alle
wirklich von den materiellen Gütern losgelöst leben müssen im Heute einer
Konsumgesellschaft. Diese persönliche Erfahrung wird unseren Blick reinigen,
so dass wir den anderen entdecken, wie der heilige Josefmaria sagte: „Die
Armen – sagte unser Freund – sind mein bestes geistliches Buch und das
Hauptmotiv für meine Gebete. Ich leide mit ihnen, und ich leide mit Christus
wegen ihnen … Und weil ich mit ihm leide, wird mir klar, dass ich ihn liebe
und dass ich sie liebe” (Die Spur des Sämanns, Nr. 827).
Durch unsere berufliche Arbeit – durch unseren Alltag – können wir dazu
beitragen, die Liebe Gottes unter denen zu verbreiten, die es am meisten nötig
haben. Die Welt der Familie, der Arbeit und der gesellschaftlichen Netze
brauchen Zeugnisse der Zusammenarbeit, der gegenseitigen Unterstützung
und der Zurückhaltung zum Wohl der anderen, unserer Schwestern und
Brüder, gemäß einem säkulären Stil der Nachfolge Jesu. Unser Lebensstil sitzt
im Kern einer glaubwürdigen Evangelisierung.
Die beispiellose Entwicklung, die die Menschheit in den Bereichen der
Technologie, der Wirtschaft und der Kommunikation erreicht hat, bietet eine
Fülle von Ressourcen, die dazu dienen können, die Ungleichheiten zu
beseitigen und die Mängel zu beheben, denen wir begegnen: sei es an Nahrung,
Zuwendung, Wohnung, Arbeit, Erziehung, Rechten, Gesundheit oder Freiheit …
Wir nehmen diese Mängel als Vorenthaltung von etwas wahr, das der
Menschenwürde und der rechten Ordnung der Gesellschaft zu eigen ist. Diese
individuellen und gesellschaftlichen, globalen und komplexen
Herausforderungen verlangen nach einer neuen „Fantasie der Liebe“ (Apost.
SchreibenNovo millennio ineunte, Nr. 50), wie Papst Johannes Paul II. sagte, die
aus der Nähe zum Leidenden zur integralen Entfaltung der Person beiträgt und
so Ausdruck der persönlichen Fürsorge Gottes für jeden einzelnen ist.
Unser Gründer betonte, dass „ein Mensch oder eine Gesellschaft, die auf die
Bedrängnisse und Ungerechtigkeiten nicht reagieren und sich nicht bemühen,
sie zu lindern, nicht Mensch und nicht Gesellschaft nach dem Maß des

liebenden Herzens Christi“ sind (Christus begegnen, Nr. 167). Auch heute bietet
sich uns vor dem Horizont des Jahrhundertjubiläums„eine besondere
Gelegenheit, den Dienst an den Bedürftigen auf persönliche und kollektive
Weise neu zu beleben und uns seiner Bedeutung in der Botschaft des
heiligen Josefmaria bewusst zu werden“ (Vortrag des Prälaten des Opus Dei
auf der Tagung Be to Care, 29.9.2022). Dieser Vortrag des Vaters enthält
wertvolle Gedanken für das Nachdenken darüber, was eine „neue Fantasie der
Liebe“ mit sich bringt.
In diesen Jahren der Vorbereitung auf die Hundertjahrfeier müssen wir uns
nach der sozialen Dimension der christlichen Berufung fragen, nach der
Geltung und Reichweite der Soziallehre der Kirche, nach den Folgen, die sich
aus der Heiligung der Arbeit für den Aufbau einer menschlicheren und
christlicheren Gesellschaft ergeben. Wir können auch nachdenken über das
mögliche soziale Vermächtnis dieses Jubiläums, als greifbaren Ausdruck der
Dankbarkeit, die wir für die erhaltenen Gaben empfinden.
Gott macht alles neu (Offb 21, 5)
„Ihr, die jungen Leute, werdet eine wichtige Rolle spielen“, erklärte der
Vater in seiner Botschaft vom 10.6.2021. Sie sind es, die die Botschaft des
heiligen Josefmaria in die nächsten hundert Jahre hineintragen werden. „Alles
ist getan, und alles ist noch zu tun“, sagte der heilige Josefmaria gelegentlich.
Jugend ist nicht nur ein biologisches Faktum. Sie ist ein Merkmal, das über die
Zeit erhalten werden kann. „Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser
äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert“ (2
Kor 4,16). Die Gnade Gottes verjüngt uns, wenn wir uns ihr öffnen. Gott
erneuert die Welt, alle Dinge, alle Bereiche – unter Mitwirkung der Christen,
die Botschafter seiner Barmherzigkeit sein wollen.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Opus Dei lud der heilige Josefmaria
ein zu „einer Erneuerung der Treue zum göttlichen Ruf, um inmitten der Welt
Säleute der Freude und des Friedens zu sein“ (Weihnachtsbrief 1952). Wenn
die Hundertjahrfeier jetzt näherrückt, werden wir die Schönheit des
Gründungscharismas wiederentdecken und es mit Treue, Kreativität und
Freude unter den aktuellen Umständen der Kirche und der Welt durchdenken,
leben und weitergeben können, und zwar sowohl persönlich als auch
institutionell. So antworten wir auf den Ruf von Papst Franziskus, der uns vom

Beginn seines Pontifikats an „zu einer neuen Etappe der Evangelisierung, die
von dieser Freude geprägt ist” (Apost. Schreiben Evangelii gaudium, Nr. 1),
eingeladen hat.
Wir vertrauen den Weg zum Hundertjahrjubiläum der heiligen Maria, der
Ursache unserer Freude, und dem heiligen Josef, dem Vorbild der Treue, an.
Rom, 18.12.2023
1 „Josefmaria Escrivá de Balaguer hat im Opus Dei die
Regionalversammlungen oder Arbeitswochen vorgesehen als Werkzeuge der
Reflexion, der Teilhabe und des Einander-Zuhörens unter den Mitgliedern des
Werkes. Von Anfang an hatten sie beratenden Charakter und dienten dazu,
jedem die Möglichkeit zu geben, die eigene Ansicht über Themen zu äußern,
die den Geist und die Formen der Ausbreitung des Opus Dei auf der ganzen
Welt betreffen“ (José Luis González Gullón, “Las semanas de trabajo en los años
fundacionales”, Studia et Documenta 17, 2023, S. 268).
2 Studia et Documenta n. 17 (2023): 279-351
(https://www.isje.org/setd/2023/SetD-17-2023-10-CANO.pdf).
3 Josemaría Escrivá de Balaguer, Cartas (II), Rialp (2022): Carta n. 6.
4 Josemaría Escrivá de Balaguer, Cartas (I), Rialp (2020): Carta n. 4
(https://opusdei.org/es-es/article/carta-caridad-san-josemaria/).

NEWS: Frauendiakonat schon beschlossen

Papst Franziskus empfing gestern die Teilnehmer der Vollversammlung des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung in Audienz und kam dabei auf die „Frauenfrage“ zu sprechen. Bekanntlich ist das Engagement von Franziskus in dieser Frage deutlich geringer als für die Homo-Agenda. Vorhanden ist es aber schon.

Es gilt in Rom nach allen uns vorliegenden Informationen als beschlossene Sache, daß ein Frauendiakonat eingeführt wird. Die Aussage von Sr. Linda Pocher, als Quintessenz der jüngsten Sitzung des Kardinalsrates, Papst Franziskus unterstütze die Einführung des Frauendiakonats, ist nur der jüngste Beleg. Sr. Pocher war eine der drei Beraterinnen, die Anfang der Woche zwei Tage lang mit Franziskus und dem C9-Kardinalsrat über die „Frauenfrage“ sinnierten. 

Getüftelt wird nur mehr am „richtigen Zeitpunkt“ sowie an Präsentation und Tarnung, damit „alle zufriedengestellt“ werden, also Feministinnen und Konservative.

Die Feministinnen, indem sich in der Praxis ihr Traum vom Zugang zum Weihesakrament verwirklicht. Die Konservativen, indem man ihnen erklärt, daß das, was in der Praxis wie ein Zugang aussieht, in Wirklichkeit gar keiner sei.

Die Traditionalisten sind, laut Santa Marta, per definitionem „Indietristen“, weshalb auf sie keine Rücksicht genommen werden muß.

Konkreter: Man wird die Frage nach Sakrament und Amt herunterspielen und möglichst verstecken. Stattdessen wird alles Gewicht auf die Deutung gelegt, es werde sich bei den neuen Diakoninnen um Diakonissen wie Phöbe handeln, nämlich um „Dienerinnen“: „Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die Dienerin der Gemeinde von Kenchreä“ (Röm 16,1).

Die gänzlich verschiedene Bedeutung von Diakonin und Diakonisse wird man dabei so lange durcheinanderwirbeln, bis alle vor Schwindel taumeln, wie es schon bisher unter Franziskus der Fall war (siehe u. a. Neuer Versuch zur Einführung des Frauendiakonats). Wer auf die Notwendigkeit der Begriffsklärung hinweist, ist ein „Indietrist“ und „Heuchler“.

In diesem Kontext ist aufmerksam zu lesen, was Franziskus gestern den Mitgliedern des Gottesdienstdikasteriums sagte – und was nicht:

„Jede Reform der Kirche ist immer auch eine Frage der ehelichen Treue: Die Brautkirche wird immer schöner sein, je mehr sie Christus, den Bräutigam, liebt, bis hin zur völligen Zugehörigkeit zu ihm, bis hin zur völligen Gleichgestaltung mit ihm. Und dazu sage ich eine Sache über die Dienstämter der Frauen. Die Kirche ist Frau, die Kirche ist Mutter, die Kirche hat ihre Gestalt in Maria, und die Kirchenfrau, deren Gestalt Maria ist, ist mehr als Petrus, das heißt, sie ist etwas anderes. Man kann nicht alles auf das Amtliche reduzieren. Die Frau an sich hat ein sehr großes Symbol in der Kirche als Frau, ohne daß man es auf das Amt reduzieren kann. Deshalb habe ich gesagt, daß jeder Fall von Kirchenreform immer eine Frage der ehelichen Treue ist, weil sie eine Frau ist. Die Konzilsväter wußten, daß sie die Liturgie in den Mittelpunkt stellen mußten, weil sie der Ort schlechthin ist, an dem man dem lebendigen Christus begegnet. Der Heilige Geist, der die kostbare Gabe ist, die der Bräutigam selbst mit seinem Kreuz für die Braut bereitgestellt hat, ermöglicht jene actuosa participatio, die das Leben in der Taufe ständig belebt und erneuert.“

Der Faktor Zeit ist die größte Unbekannte im derzeitigen Pontifikat. Der richtige Zeitpunkt, jener, der die geringsten Widerstände verspricht, spielt für Franziskus eine wichtige Rolle. Man bedenke, wieviel Zeit vergangen ist, seit er Bischof Erwin Kräutler aufforderte, „Vorschläge“ für eine Reform des Priestertums zu liefern, konkret, die Beseitigung des priesterlichen Zölibats. Als es Anfang 2020 soweit war, schreckte Franziskus zurück. Jeden Augenblick kann sich alles, in die eine oder andere Richtung, ändern.

Quelle: katholisches.info

NEWS: Geheimtreff von Prag

In Prag fand ein „geheimes Treffen“ hoher Prälaten statt, um über das jüngste Eindringen der Gender-Ideologie in die Kirche zu beraten. Das sorgt in Santa Marta für einige Unruhe.

Die Enthüllung erfolgte gestern durch Loup Besmond de Senneville, den Rom-Korrespondenten von La Croix, der Tageszeitung der französischen Bischöfe. Wenn die Öffentlichkeit von etwas noch nichts weiß, kann es entscheidend sein, wer sie informiert und wie sie informiert wird.

Besmond de Senneville beschrieb das Treffen ein wenig wie jene der Mafia von Sankt Gallen. Nur: In Prag trafen sich nicht progressive Geheimbündler und auch nicht jene, die das Treffen finanzierten, gehören jenen Zirkeln an. Im Gegenteil. Es soll also ein wenig der Eindruck erweckt werden, bei den Prager Beratungen handle es sich um eine Art Gegen-Mafia. Die Art der Enthüllung läßt jedenfalls erkennen, woher die Informationen kommen, und mehr noch, daß das Prager Treffen in Santa Marta für Unruhe sorgt.

Wahr ist: In Prag trafen sich im vergangenen September neun Kardinäle und elf Bischöfe, um über das Eindringen der Gender-Ideologie in die Kirche zu beraten. Zur Erinnerung: Mehrere Kardinäle hatten Papst Franziskus 2023 Dubia vorgelegt. Sie alle bezogen sich im weiteren oder engeren Sinn auf die Gender-Ideologie, entweder direkt auf das nachsynodale Schreiben Amoris laetitia oder auf das Arbeitsdokument und weitere Vorbereitungen zur Synodalitätssynode. Auch der ehemalige Prager Erzbischof Kardinal Dominik Duka OP hatte solche Dubia vorgelegt.

Die Finanzierung des Treffens hatte eine US-amerikanische katholische Denkfabrik übernommen, das Austin Institute for the Study of Family and Culture, das aus der Perspektive von Santa Marta dem „indietristischen“ Spektrum zuzurechnen ist. Treffpunkt war das Hotel Mozart in der Prager Altstadt nahe der Karlsbrücke. Das Thema der mehrtägigen Beratungen vom 26. bis 28. September lautete: „Gender-Ideologie, Wissenschaft und das Wesen der göttlichen Offenbarung“. Das Austin Institute lud auch die Referenten ein, darunter P. Robert Gahl, ein Opus-Dei-Priester und Professor in Harvard, der zum Thema: „Gender-Ideologie und Inkarnation: Heilung der anthropologischen Häresie“ sprach. Zu den Referenten gehörte auch Kardinal Willem Eijk, der anhand der „lesbischen Identität“ und „Gender-Studien über die Braut, Mutter und Tochter Gottes“ die „Bedrohung der Gender-Theorie für die Familie und die Verkündigung des christlichen Glaubens“ aufzeigte.

Die Unruhe in Rom hat damit zu tun, daß sich in Prag nicht die „üblichen Verdächtigen“ versammelten. Die Mehrzahl der Kardinäle stammte aus Asien: Patrick D’Rozario (Bangladesch), William Goh (Singapur), Virgilio Do Carmo da Silva (Osttimor) und Oswald Gracias (Indien). Letzterer vertritt Asien seit 2013 im C9-Kardinalsrat. Weitere anwesende Kardinäle waren Willem Eijk, Erzbischof von Utrecht und Primas der Niederlande, und Angelo Bagnasco, unter Papst Benedikt XVI. langjähriger Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz, und Ignatius Kaigama, der Erzbischof von Abuja (Nigeria). Kardinal Dominik Duka, der emeritierte Erzbischof von Prag und Primas von Böhmen, wurde bereits erwähnt.

Zu den in Prag anwesenden Bischöfen gehörte auch Msgr. Salvatore Cordileone, der Erzbischof von San Francisco in den USA.

Von einem „Geheimtreffen“ kann keine Rede sein, da Kardinal Kaigama sogar auf seiner Facebook-Seite davon berichtete.

Die Begegnung fand unmittelbar vor Beginn der Synodalitätssynode in Rom statt, die auch der Grund für das Prager Treffen war. Die meisten Teilnehmer reisten anschließend nach Rom weiter, um an der Synode teilzunehmen.

Das Austin Institute for the Study of Family and Culture hatte bereits Ende 2022 ein ähnliches Treffen organisiert. Bei diesem Treffen stellte der australische Kardinal George Pell sein in Buchform erschienenes Hafttagebuch vor und übte bei dieser Gelegenheit scharfe Kritik am Pontifikat von Franziskus. Wenige Tage später war der Kardinal tot. Seine Nachwirkung zeigte sich aber noch beim Prager Treffen, wo der ehemalige Pfingstlerpastor Robert Sirico, der sich zum katholischen Glauben bekehrt hatte und heute katholischer Priester ist, über das theologische Erbe von Kardinal Pell referierte.

Vorsitzender des 2012 gegründeten Austin Institute for the Study of Family and Culture ist Mark Regnerus, Professor an der Universität Austin. Ein Forschungsschwerpunkt von Prof. Regnerus sind Homosexualität und homosexuelle Bindungen. Auf diesem Gebiet zählt er zu den wissenschaftlichen Koryphäen. Seine Studien zeigen, was Homo-Lobby und Mainstream nicht hören wollen, den destruktiven Lebensstil und die negativen Folgen der Homosexualität auf, bspw. die Schwierigkeiten, die Kinder im Erwachsenenleben haben, die bei Homosexuellen aufwachsen. Die Homo-Lobby reagierte mit Diffamierungskampagnen gegen Regnerus, dessen Entfernung von der Universität man durchsetzen wollte.

Besmond de Senneville schreibt zu den Hintergründen: „Das geheime Treffen in der tschechischen Hauptstadt fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem das Gefühl wächst, daß die Kirche angesichts des Alters von Papst Franziskus und seiner zunehmenden gesundheitlichen Probleme dem ‚Ende seiner Herrschaft‘ entgegengeht.“

Tatsache ist, daß das Treffen in Prag themenbezogen war. Allerdings, wie bei Begegnungen üblich, werden Kontakte geknüpft und findet Vernetzung statt.

Quelle: katholische.info

Nachrichtensendung vom 09.02.2024

Anglikanische Bischöfin bei Papst

Churer Priesterrat illegal

NEWS: Wenige – Einige – Mehrere

Wenige freie Plätze gibt es für die Ignatianischen Exerzitien zu Beginn der Fastenzeit, vom 19. – 24. Februar 2024, in St. Pelagiberg.

Einige freie Plätze gibt es für die Heilig-Land-Wallfahrt vom 21. April – 5. Mai 2024. Bisher stehen 34 Teilnehmer auf der Liste. Etwa 10 weitere Pilger wären herzlichst willkommen.

Mehrere freie Plätze gibt es für die Exerzitien für Jugendliche und junge Erwachsene in der Osterwoche, vom 1. – 6. April 2024, in Marienfried.

Mehr Informationen können Sie Pater Martin Ramm FSSP anfragen: p.ramm@fssp.ch

Mittwochskolumne: Unsere Liebe Frau von Lourdes

Bern (novaradio.ch): Am 11. Februar feiert die Kirche «Unsere Liebe Frau von Lourdes» und gleichzeitig auch den Welttag der Kranken. Zu einer Zeit, als die Kirche durch viele Politiker, Philosophen und Wissenschaftler kritisiert und abgelehnt wurde, erschien dem Mädchen Bernadette 1858 die Muttergottes in Lourdes. Seit der Erscheinung sind viele Menschen in Lourdes geheilt worden und viele Atheisten und Agnostiker sind durch Lourdes zum Glauben gekommen. Auch im 21. Jahrhundert gehen viele Menschen nach Lourdes, um von körperlichen und seelischen Leiden befreit zu werden. Für mich ist Lourdes die Botschaft Gottes an die Menschen, dass Jesus Christus trotz aller technischen und wissenschaftlichen Fortschritte, die in den letzten beiden Jahrhunderten gemacht wurden, Herr der Welt bleibt. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, Gott durch irgendeine weltliche Weisheit oder materielle Dinge ersetzen zu können. Die menschliche Weisheit kann nur bis zu einem gewissen Grad die Welt verstehen. Einige Dinge werden uns nur durch den Glauben geoffenbart. Die Muttergottes stellte sich Bernadette als Unbefleckte Empfängnis vor, ein Dogma, das 1854 verkündet wurde. Bernadette konnte unmöglich von diesem Dogma wissen, da sie über keine theologische Ausbildung verfügte. Als Menschen sollten wir zwar den Drang haben, möglichst viel zu wissen, jedoch sollten wir auch die Demut zeigen, unsere Grenzen anzuerkennen. Lourdes ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen, da die Erscheinung der Muttergottes uns klarmacht, dass Maria an unserer Seite steht und wir alle ihre Kinder sind. Auch wenn nicht jede und jeder eine Heilung in Lourdes erfährt, so schenkt Lourdes uns einen neuen Blick auf unser Leben. Wir erkennen, dass Gott uns nie im Stich lässt – auch nicht in unseren grössten Leiden.

Lourdes sollte uns auch ermutigen, für kranke Menschen zu sorgen und sie nicht zu vergessen. Der Welttag der Kranken sollte uns Kraft geben, uns allen Personen zu widmen, die unsere Hilfe benötigen. Jesus sagt uns, dass alles, was wir für die geringsten seiner Mitschwestern und Mitbrüdern tun, wir für ihn getan haben. In diesem Geist schaffen wir es, eine wahre christliche Gemeinschaft aufzubauen, bei der uns die Welt daran erkennt, dass wir einander aufrichtig lieben. Möge die Liebe Frau von Lourdes uns auf diesem Weg beistehen. DR

Opus Dei: Der Weg Teil 13

Liturgie: Teil 4

NEWS: Indietrismus von Kardinal Tucho Fernández

Am vergangenen Samstag hat Tucho, der Präfekt für die Glaubenslehre, ein neues Dokument veröffentlicht, und in diesem Fall besteht die große lehrmäßige Neuerung, die er verkündet, darin, daß der Priester bei der Sakramentenspendung die von der Kirche festgelegten Formeln einhalten muß, da er sonst Gefahr läuft, diese Sakramente ungültig zu machen. Die katholische Welt ist von der theologischen Schärfe einer solchen Erklärung verblüfft, und die neokonservativen Kreise atmen auf: Der Heilige Stuhl mag einige beunruhigende Spielereien in bezug auf neuartige pastorale Segnungen für irreguläre Paare fördern, aber er ist auch in der Lage, Dokumente herauszugeben, die die doctrina perennis so klar wie Gestis verbisque darstellen. Die Kirche bleibt in guten Händen. Wie Pech und Schwefel.

Seine Eminenz kommt jedoch mit seiner Selbstdarstellung nicht zurecht und hat dem Dokument eine Einleitung vorangestellt, die in der ihm eigenen Mittelmäßigkeit verfaßt ist. Darin schreibt er Absätze wie den folgenden, um den ihn die päpstliche Kanzlei von Benedikt XIV. bis heute beneidet: „Wir Amtsträger müssen daher der Versuchung widerstehen, uns als Herren der Kirche zu fühlen. Wir müssen im Gegenteil besonders empfänglich werden für ein Geschenk, das vor uns steht: nicht nur das Geschenk des Lebens oder der Gnade, sondern auch die Schätze der Sakramente, die uns die Mutter Kirche anvertraut hat. Sie gehören nicht uns!“ Marcus Tullius hätte es nicht besser sagen können.

Um peinliche Mißverständnisse zu vermeiden, die den Geist der Offenheit und Lockerheit dieses Pontifikats verfälschen würden, beendet Kardinal Víctor Fernández seine Einleitung mit der Klarstellung: „Die Note, die wir hier vorlegen, befaßt sich also nicht mit einer rein technischen oder gar ‚rigoristischen‘ Frage“. Das fehlt noch gerade, daß sie uns in diesen Zeiten mit Formalitäten und Strenge kommen und uns vorschreiben wollen, wie wir diese und jene Worte sagen sollen.

Abgesehen von der Ironie, der einzigen Art und Weise, wie man auf solche Minimalcharaktere manchmal reagieren kann, ist es merkwürdig, daß ausgerechnet im Pontifikat von Franziskus, der sich in den letzten Jahren so sehr darum bemüht hat, vor den Indietristen zu warnen, jenen Bösen, die nicht einmal in die Kategorien „todos, todos, todos“, „alle, alle, alle“ fallen, eine Note von undenkbarem Indietrismus veröffentlicht wird. 

Schauen wir uns das näher an: Um die Mitte des 8. Jahrhunderts verließ ein Mönch namens Feirgil, latinisiert als Virgil, Irland mit der Absicht, zu den heiligen Stätten zu pilgern, wie es viele seiner Landsleute taten. Doch er blieb unterwegs stecken und wurde zum Bischof von Salzburg ernannt. Während seiner Amtszeit kam es zu einem Konflikt mit einem anderen Mönch und Bischof, dem heiligen Bonifatius, einem Sachsen aus England und großen Apostel der germanischen Völker. Tatsache ist, daß ein Priester der Diözese von St. Virgil – denn auch Feirgil ist ein Heiliger – aufgrund seiner Unkenntnis der lateinischen Sprache Taufen mit dieser oder einer ähnlichen Formel gefeiert hatte: „Baptizo te in nomine patria et filia et spiritu sancta“. Der heilige Bonifatius war der Ansicht, daß diese Gläubigen erneut getauft werden sollten. Virgil hingegen bekräftigte, daß die Taufe gültig gewesen sei. Um die Frage zu klären, wandten sie sich an den Papst in Rom, der zu jener Zeit Zacharias hieß, ein Pontifex, der sich noch die Zeit nahm, um die von seinen Bischöfen an ihn gerichteten Dubia (Zweifel) zu beantworten. Und er schickte ihnen die folgende kurze Note, der allerdings keine pfauenhafte Einleitung vorangestellt war:

Zacharias, Diener der Diener Gottes, an seinen hochwürdigen und heiligen Bruder und Bischof Bonifatius.

Wir haben von Virgil und Sedonius, Ordensmännern in Baiern, gehört, daß Du ihnen befohlen hast, einigen Christen die Taufe ein zweites Mal zu spenden. Dieser Bericht hat uns beunruhigt und, wenn die Fakten stimmen, sehr überrascht. Man hat uns erzählt, daß es in dieser Provinz einen Priester gab, der kein Latein konnte und daß er bei der Taufzeremonie aus Unkenntnis der lateinischen Grammatik den Fehler machte, zu sagen: „Baptizo te in nomine patria et filia et spiritus Sancti“, und daß Du deshalb eine zweite Taufe für notwendig hieltest. Aber, ehrwürdiger Bruder, wenn der Pfarrer nicht die Absicht hatte, irgendeinen Irrtum oder eine Häresie zu bekräftigen, sondern sich einfach aus Unwissenheit im Lateinischen versprochen hat, können wir einer Wiederholung des Taufritus nicht zustimmen. Denn Du weißt ja, daß auch jemand, der von einem Ketzer auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft worden ist, nicht noch einmal getauft werden muß, sondern einfach durch Handauflegung losgesprochen wird. Wenn es also wirklich so ist, wie es in dem Bericht steht, solltest Du keine entsprechenden Anweisungen mehr erteilen. Du mußt Dich bemühen, Dich der Lehre und Verkündigung der Kirchenväter anzupassen (Brief VII des Papstes Zacharias, PL 89, 929).

Wie schlimm muß es um die Kirche bestellt sein, daß man fast 1300 Jahre nach diesem Ereignis und nach dem großen Ereignis des Zweiten Vatikanischen Konzils, das das ganze Volk Gottes zu solcher Reife gebracht hat, auf dieses Thema zurückkommen muß! Indietrismus in Reinkultur.

Quelle: Katholisches.info

NEWS: Spuckangriff auf Abt Schnabel

Am Samstag wurde Abt Nikodemus Schnabel von der Dormitio-Abtei von Jerusalem Opfer einer Spuckattacke radikaler Juden. Der Benediktiner ist im Ordenskleid eindeutig als Christ zu erkennen. Das machte den deutschen Ordensmann mitten in Jerusalem zur Zielscheibe fanatischer Juden. Das Lateinische Patriarchat verurteilte den „unprovozierten und schändlichen Angriff“. Die Täter, zwei junge Juden, wurden festgenommen.

Die Angreifer hatten den Abt bespuckt und Christus und das Christentum auf übelste Weise beleidigt. Abt Schnabel dokumentierte den Angriff mit seinem Smartphone.

„Die Strafverfolgung der Täter solcher Haßverbrechen ist ein wichtiges Mittel zur Abschreckung und zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls christlicher Geistlicher im Heiligen Land, vor allem in Jerusalem“, so das Lateinische Patriarchat.

Ähnliche Attacken gegen Christen, insbesondere Priester und Ordensleute, häufen sich in Jerusalem. Die Regierung Netanjahu versprach ein hartes Durchgreifen, doch dazu ist es bisher nicht gekommen. Zu sehr scheint die Regierung von politischen Kräften abhängig, denen die Angreifer nahestehen. Siehe dazu: Warum spucken (manche) Juden auf Nichtjuden?

Gegenüber Radio Vatikan betonte der Abt, daß er für seine Angreifer bete. Schnabel war bereits mehrfach Ziel solcher Anfeindungen geworden, die längst nicht alle mediale Aufmerksamkeit fänden, wie er erklärte. Radio Vatikan berichtete gestern dazu:

„In Israel nehmen Spuckattacken und verbale Aggression radikaler Juden gegen Geistliche und Ordensleute seit Monaten zu, auch Abt Schnabel selbst hatte mehrfach darüber berichtet. Ebenso mehren sich Fälle von Vandalismus gegen Kirchen und religiöse Einrichtungen. Die Täter stammen oft aus strengreligiösen Talmud-Schulen (Jeschiwas) und sprechen Nichtjuden das Recht ab, ihre Religion in Israel zu praktizieren.“

Der Angriff, der tiefste Verachtung zeigt, wirft eine grundsätzliche Frage auf: Auf welchem Nährboden wächst der Haß auf Christus und das Christentum, daß junge, strenggläubige Juden an einem Sabbat zu einer solchen Tat schreiten? Was für ein Geist ist das, in dem sie erzogen werden?

Die sich häufenden Angriffe gegen Christen in Israel machen eine Seite des Judentums sichtbar, die zweitausend Jahre alt ist. Ausgangspunkt ist der Ruf: „Kreuzige ihn!“ Das nachchristliche Judentum ist aus dem Pharisäertum hervorgegangen, also aus einer dezidiert antichristlichen Richtung. Das fand seinen Niederschlag im Talmud, sowohl in der Jerusalemer als auch in der Babylonischen Ausgabe. Ein roter Faden im Talmud ist eine abscheuliche Christus‑, Marien- und Christenfeindlichkeit.

Das nachchristliche Judentum hat diese Seite ihrer Religion in der Öffentlichkeit kaum gezeigt, weil sie in der Minderheit waren. Sie pflegten diese Tradition aber offensichtlich weiter. In Israel tritt diese häßliche Seite heute auch wieder an die Öffentlichkeit.

Wer Antworten auf die Frage nach dem Nährboden sucht, findet eine in dem Buch von Thomas Schäfer: „Jesus im Talmud“ (2007). Der 1943 geborene Schäfer war bis 1983 Professor für Judaistik am Martin-Buber-Institut der Universität Köln, ab 1983 an der Freien Universität Berlin und ab 1998 gleichzeitig Professor an der Universität Princeton. Er hatte Gastprofessuren an der Hebräischen Universität Jerusalem, am Oxford Centre for Postgraduate Hebrew Studies, an der Universität Yale und am Jewish Theological Seminary of Ameri. Neben zahlreichen anderen Preisen erhielt er 1994 den Leibniz-Preis, 2006 den Mellon Award und 2021 den Orden Pour le Mérite. Bis 2019 war er Direktor des Jüdischen Museums in Berlin.

Die Lektüre des Buches ist allerdings nur für jene empfehlenswert, die starke Nerven und einen guten Magen haben.

Die Angriffe haben zahlreiche politische Implikationen. Sie konterkarieren den von zionistischen Kreisen mit großem Aufwand betriebenen „Schulterschluß“ der Christen mit dem Judentum gegen den Islam. In den USA wurde dafür unter den protestantischen Freikirchen eine eigene Richtung mit eindeutig politischer Zielsetzung aufgebaut.

Obwohl die Angriffe in einem für Israel heiklen Moment diese „Allianz“ gefährden, da sie Christen weltweit vor den Kopf stoßen und eine verborgene Seite des Judentums sichtbar machen, finden sie dennoch statt. Die Frage ist nicht die nach den jungen Burschen, deren Handeln als „Jugendsünde“ abgetan werden könnte, sondern nach den Erwachsenen, die hinter ihnen stehen und in ihnen diesen Geist genährt haben.

Quelle: katholisches.info

Nachrichtensendung vom 02.02.2024

Papst sagt:“Wer beschimpft ist ein Ideologe“

Abtreibung in der französischen Verfassung

Themenwoche: Liturgie Teil 3

Mittwochskolumne: Darstellung des Herrn

Darstellung des Herrn

Bern (novaradio.ch): Am 2. Februar feiert die Kirche das Hochfest Darstellung des Herrn, volkstümlich auch Mariä Lichtmess genannt. Maria und Josef bringen Jesus in den Tempel, wie es das jüdische Gesetz vorschreibt. Dort begegnen ihnen Simeon und Hanna, die auf das Heil Israels warten. Beide erkennen in Jesus die ersehnte Rettung und preisen Gott für seine Grösse und Güte.

Was sagt uns dieses Fest heute? Für mich ist die Demut zentral, mit der Maria und Josef die jüdischen Tempelgesetze befolgen. Beide wussten, dass Jesus kein normales Kind war. Sie hätten voller Stolz und Hochmut alle Gesetze des alten Bundes ignorieren können, was sie aber nicht getan haben. In der heutigen Zeit gibt es so viele Menschen, die das Gefühl haben, sie müssten sich nicht an die kirchlichen Regeln halten, da sie besser als die Kirche wissen, was richtig und was falsch ist. Beispielsweise gehen sie nicht der Sonntagspflicht nach, da sie glauben, Gott verlange dies nicht. Auch das Gebet vernachlässigen sie. Diese Menschen sollten sich an Beispiel an der Heiligen Familie nehmen. Diejenigen, die glauben, sie seien auserwählt, müssen noch mehr Demut zeigen und die Gebote Gottes noch intensiver befolgen als die anderen Menschen. Gott liebt die Demütigen und diejenigen, die sich nicht über die Regeln Gottes und seiner Kirche stellen. Der zweite Punkt hängt mit dem ersten zusammen. Simeon und Hanna warten auf das Heil Israels. Sie gehen hierfür ständig in den Tempel und beten. Auch wir sollten unser Heil nicht von materiellen Dingen oder anderen weltlichen Angelegenheiten erwarten, sondern vom Gebet. Papst Franziskus hat das Jahr 2024 zum Jahr des Gebets ausgerufen. Wir sollten alle seinem Aufruf folgen und uns vermehrt dem Gebet widmen. Wie Simeon und Hanna sollten wir hierbei die Geduld aufbringen, nicht aufzugeben, sondern beharrlich zu bleiben und auf unser Heil zu hoffen. Leider gibt es viele Menschen in unserer Gesellschaft, die traurig und unzufrieden sind mit ihrem eigenen Leben. Sie fallen in Depression und Verzweiflung, da sie keinen Ausweg sehen. Gerade diese Menschen sollten all ihre Kraft auf das Gebet konzentrieren. Im Gebet sehen wir unser Leben durch die Augen Gottes. Wir erkennen, dass Gott jeden von uns einzigartig erschaffen hat und uns alle liebt. Dies gibt uns die Stärke, unseren Alltag zu meistern. Nutzen wir daher das Hochfest Darstellung des Herrn, um uns neu darauf zu besinnen, dass die Kirche uns mit ihren Geboten, die Heilige Messe zu besuchen und zu beten, keine Last auferlegt, sondern diese Gebote zu unserem Heil einfordert. DR

Themenwoche: Liturgie Teil 2

NEWS: Kardinal Fernandez wieder bei Papst

Während sich weltweit Widerspruch gegen Fiducia supplicans regt, aber Papst Franziskus seinen Kritikern die kalte Schulter zeigt, begab sich die derzeit umstrittenste Person an der Römischen Kurie, Kardinal Victor Manuel „Tucho“ Fernández, erneut zu Papst Franziskus. Manche befürchten nichts Gutes. Als Fernández am 13. November in Audienz empfangen wurde, folgte darauf die Veröffentlichung von Fiducia supplicans.

Der Aufstieg von Tucho Fernández gilt in seinem Kontext seit der Zeit einiger in den Geschichtsbüchern verruchter Renaissance-Päpste als beispiellos. Der Karriere-Turbo wurde im vergangenen Jahr erst so richtig gezündet, indem ihn Franziskus offiziell nach Rom berief, zum Kardinal kreierte und an die Spitze der einstigen Glaubenskongregation setzte, einer römischen Institution, die beide vor ihrem Sprung nach Rom zutiefst verachteten. Wäre es nach Franziskus gegangen, hätte er Fernández bereits 2017 direkt zum Nachfolger des entlassenen Glaubenspräfekten Kardinal Gerhard Müller ernannt. Manchmal stehen Franziskus aber seine vielen strategischen und taktischen Überlegungen im Weg. Er wagte den zu offensiven und provokanten Schritt noch nicht. Benedikt XVI. war noch zu rüstig. 

Er ist als Präfekt des Glaubensdikasteriums erst seit Ende September im Amt, schaffte es jedoch, innerhalb der ersten 50 Tage zur umstrittensten Gestalt am bergoglianischen Hof zu werden, den derzeit täglich Rücktrittsaufforderungen erreichen.

Doch Franziskus hält an seinem Lieblings-Zögling, der es sogar zum Übernamen „Pornopräfekt“ gebracht hat, fest. Der argentinische Blogger Caminante Wanderer, bestens vertraut mit Bergoglios Umfeld, schrieb am Tag nach der Veröffentlichung von Fiducia supplicans zu Victor Manuel Fernández:

„Ein Narr, der aus reiner Vetternwirtschaft an die Spitze des wichtigsten Dikasteriums der Kirche gesetzt wurde, ist in der Lage, die seit mehr als zwanzig Jahrhunderten geltende Lehre zu ändern, nur weil er, wer weiß mit welchen Mitteln, die Unterschrift des Papstes erhält. Früher hätten solche Wichtigtuer allenfalls eine luxuriöse Villa in irgendeinem Winkel des Kirchenstaates oder Zugang zu einem privilegierten Lupanar [antikes Bordell] erhalten. Heute bekommen sie die Aufhebung der Gebote des Gesetzes Gottes, und die Kirche hat keine angemessenen und wirksamen Mechanismen, um dies zu verhindern.“

Die Anspielung, „wer weiß mit welchen Mitteln“, bezieht sich auf das ungeklärte Verhältnis, das Papst Franziskus und Tucho Fernández verbindet. 

„Wahrscheinlich gibt es auch persönliche Motive. Bergoglio und Fernández besitzen labyrinthische Persönlichkeiten – der eine psychopathisch, der andere feminin…“, so Caminante Wanderer am selben 19. Dezember.

Gestern empfing Papst Franziskus erneut Kardinal Fernández in Audienz. Im Tagesbulletin des Heiligen Stuhls wurde bekanntgegeben:

Der Heilige Vater Franziskus hat heute morgen in Audienz empfangen:

– Seine Eminenz Kard. Victor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre.

Über den Inhalt des Gesprächs wurde nichts bekanntgegeben. Manche befürchten die nächste Aktion, für die sich Franziskus, laut eigenen Worten, auf den „Gott der Überraschungen“ beruft.

Quelle: katholisches.info

Themenwoche: Liturgie Teil 1

Opus Dei: Heilige Reinheit Teil 1

Pax Vobis: Korizma

Sve o korizmi.

NEWS: Bischof Felix Gmür unterstützt Homo-Segnungen

Diese Ideologie muss gestoppt werden. Schreiben sie an Bischof Felix auf kanzlei@bistum-basel.ch

Nachrichtensendung vom 26.01.2024

Kardinal Fernandez steigt auf

Kardinal Koch: Christentum in der Krise

Heilige: Hl. Timotheus

Mitarbeiter des Apostel Paulus, erster Bischof von Ephesus, Märtyrer
* in Lystra, heute das Dorf Kilistra (Gökyurt) bei Konya in der Türkei
† 97 in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk in der Türkei

Timotheus wurde als Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter namens Eunice geboren. Der Tatsache, dass die Mutter eine Mischehe eingegangen war und dass sie ihren Sohn nicht hatte beschneiden lassen, lässt vermuten, dass Timotheus in einer nicht sehr gläubigen Familie aufgewachsen ist, auch wenn gesagt wird, dass er die Schriften von Kindheit an kannte (2. Timotheusbrief 3,15). Als Paulus zu Beginn der zweiten Missionsreise durch Lystra – das heutige Dorf Kilistra (Gökyurt) bei Konya – kam, wählte er Timotheus zum Gefährten, da er ein gutes Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium hatte; er wurde dann von Paulus beschnitten, um einen Konflikt mit Juden zu vermeiden (Apostelgeschichte 16, 2 – 3).

Als Mitarbeiter von Paulus wurde Timotheus mit wichtigen Missionen beauftragt. So wirkte er in den griechischen Städten Beröa – dem heutigen Veria – (Apostelgeschichte 17, 14), wo die Bema gezeigt wird, von der Paulus (angeblich) predigte. Timotheus missionierte auch in Athen 1 und Thessaloniki (1. Thessalonicherbrief 3, 1 – 6), in Korinth (1. Korintherbrief 4, 17) sowie später in Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk – (1. Korintherbrief 16, 8. 10) und in den römischen Provinzen von Makedonien (Apostelgeschichte 19, 22). Timotheus begleitete Paulus auf seiner Rückreise nach Jerusalem (Apostelgeschichte 20, 4), war jedoch offensichtlich anderswo tätig, als dieser nach Rom aufbrach.

Timotheus war von Paulus hoch geschätzt. Ich habe keinen Gleichgesinnten, der in so echter Weise für eure Angelegenheiten Sorge tragen wird, schreibt er den Philippern (2, 20); als mein geliebtes und treues Kind im Herrn bezeichnet er ihn im 1. Brief an die Korinther (4, 17); als Mitabsender wird er im 1. Brief an die Thessalonicher, im 2. Brief an die Korinther, im Brief an die Philipper und im Philemonbrief genannt.

Während Paulus‘ erster Gefangenschaft in Rom besuchte ihn Timotheus und wurde vermutlich mit einer Botschaft nach Philippi – den heutigen Ruinen bei Krinides in Griechenland – geschickt (Philipperbrief 2, 19); dort kann man die Reste der ihrer Form wegen Oktagon genannten, auf der ältesten Kirche der Stadt erbauten Bischofskirche sehen.

Der traditionellen Auslegung des 1. und 2. Briefes an Timotheus zufolge zog Paulus nach seiner Freilassung in den Osten zu Timotheus und übertrug ihm die Aufsicht in Ephesus, eine Stellung, die große Verantwortlichkeit erforderte. Aus Sorge schickte er ihm demnach einen Brief, der Ratschläge und Warnungen enthielt und als 1. Brief an Timotheus bekannt ist, und während seiner zweiten Gefangenschaft schrieb er den 2. Brief an Timotheus, der einen Aufruf an seinen geliebten Schüler enthält, ihn so schnell wie möglich zu besuchen. 

Zu einem späteren Zeitpunkt wurde nach den Angaben des Hebräerbriefes (13, 23) auch Timotheus verhaftet, jedoch nach kurzer Zeit wieder entlassen. Gut bezeugt – im 1. Timotheusbrief (1, 3) und durch Eusebius von Cäsarea – ist der weitere Aufenthalt von Timotheus in Ephesus; die Überlieferung nennt ihn Bischof von Ephesus und berichtet von seinem Märtyrertod, nachdem er sich einem ausschweifenden heidnischen Fest widersetzt hatte; unter => Nero schwer gemartert, wurde er von Engeln getröstet, sah den Himmel offen und die Märtyrerkrone, die Christus ihm bereithielt.

Timotheus‘ Leichnam wurde von Ephesus in die Apostelkirche nach Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul – überführt und nahe der Gebeine von Lukas und Andreas bestattet, wie Hieronymus 356 in seiner Chronik berichtete. Von dort kamen sie 1204 in die Kathedrale nach bei Campobasso, wo sie am 11. Mai 1945 bei Bauarbeiten wieder entdeckt wurden.

 Die erste Kirche in Athen gab es der Überlieferung zufolge schon im 1. Jahrhundert, sie habe eine von Lukas selbst gefertigte Marienikone besessen. 1859 entdeckte der Archäologe Kyriakos Pittakis an der Stelle der heutigen Lukas-Kirche im Stadtteil Agios Loukas von Athen, 5 km nördlich der Akropolis die Mauern dieser Kirche an dem Platz einer kleinen Lukas-Kirche, die dann der heutigen gewichen ist.

 Paulus‘ wird als Verfasser der beiden Timothesbriefes weithin bestritten.

 Attribute: Keule, Steine
 Patron gegen Bauchschmerzen und Magenleiden
 Bauernregel: Timotheis, / der bricht das Eis; / hat er keins, / dann macht er eins.

NEWS: Lebensrecht in der Praxis: Wie katholische Einrichtungen in den USA Müttern helfen

Während sich am Freitag Zehntausende von Abtreibungsgegnern aus den ganzen USA zum Marsch für das Leben (March for Life) in Washington, D.C., versammelten, hat CNA, die englischsprachige Partneragentur von CNA Deutsch, einen genaueren Blick auf Einrichtungen geworfen, die Müttern in Not Schutz, Unterstützung, Kinderbetreuung und mehr bieten.

In diesem Jahr stand der Marsch für das Leben unter dem Motto „Mit jeder Frau, für jedes Kind“.

Die pro-life-Bewegung nimmt in den Vereinigten Staaten viele Formen an. Einige Abtreibungsgegner leiten Schwangerschaftsberatungsstellen, andere beten vor Abtreibungskliniken. Einige setzen sich für das ungeborene Leben ein und klären darüber auf, während andere schwangere Frauen in Mütterheimen unterbringen und unterstützen.

In den USA gibt es mehr als 400 solcher Mütterheime. CNA hat drei dieser Einrichtungen, die in ihrer Gründung und ihrem Auftrag katholisch sind, unter die Lupe genommen. Was eint sie alle? Laien arbeiten mit Ordensleuten zusammen, um jede werdende Mutter und jedes Kind zu unterstützen.

Mit jeder Frau: Good Counsel Homes

„Unsere Türen stehen jeder schwangeren Frau offen“, sagt Christopher Bell, Präsident und Mitbegründer von Good Counsel, einem Mütterheim in New York.

1985 gründeten Bell und der 2014 verstorbene Pater Benedict Groeschel CFR Good Counsel Homes in New York. Seitdem ist die Organisation auf vier verschiedene Standorte angewachsen, von denen sich drei im Bundesstaat New York befinden (in der Bronx, auf Staten Island und im Rockland County) und einer in Burlington County in New Jersey.

Bell sprach mit CNA darüber, was Good Counsel so besonders macht.

„Egal wie verzweifelt die Situation ist, egal wie schlimm oder wie tragisch, egal wie missbraucht jemand ist – wir wissen, dass wir durch die Liebe Christi Schönheit wachsen sehen können“, sagte Bell. „Und das können wir nur, wenn wir den Müttern und ihren Kindern die Möglichkeit geben, zu wachsen.“

„Und deshalb rufen uns auch in New York und New Jersey, wo das Umfeld so für Abtreibungen ist, immer noch viele Frauen an, die gebären und gebären wollen, trotz des ganzen Drucks und obwohl sie eine oder zwei oder mehr Abtreibungen hinter sich haben“, so Bell weiter.

Good Counsel hat seit seiner Eröffnung im Jahr 1985 mehr als 8.200 Müttern und Kindern Schutz und Unterstützung geboten. Insgesamt 1.314 Babys wurden von Müttern in Good Counsel Homes geboren.

„Wir wissen, dass wir in den Mütterheimen die Wahrheit sehen und glauben nämlich, dass die Liebe siegt. Jede echte Liebe ist ein Opfer, und wo Liebe ist, ist auch Leben“, sagte Bell. „Und wo es Leben gibt, gibt es Hoffnung, und wo es Hoffnung gibt, gibt es Kreativität, und diese Kreativität gibt uns die Möglichkeit, noch mehr zu lieben.“

Die Organisation nimmt alle Frauen auf, unabhängig von ihrer Suchtproblematik, der Anzahl ihrer Kinder, psychischen Erkrankungen oder anderen Faktoren. Bell stellte fest, dass viele der Frauen, die sie unterstützen, vor häuslicher Gewalt zu Hause fliehen. Sie unterstützen auch häufig Frauen mit schwierigen Schwangerschaftsdiagnosen, bei denen die Ärzte den Frauen oft zu einer Abtreibung raten.

Auf die Frage nach den Auswirkungen der New Yorker Abtreibungsgesetze – die in manchen Fällen eine Abtreibung bis zur Geburt erlauben – erinnerte Bell daran, dass fast jede Frau, der sie halfen, von jemandem in ihrem Leben zu einer Abtreibung ermutigt worden war.

„Die Hälfte der Frauen, die zu uns kommen, hatte bereits eine Abtreibung hinter sich, und bei vielen von ihnen geschah dies auf Drängen eines Elternteils oder eines Freundes“, so Bell. „60 Prozent oder mehr der Frauen, die abgetrieben haben, fühlten sich unter Druck gesetzt; sie spürten einen gewissen Druck. Wenn sie also Unterstützung statt Druck bekämen, würden viele, ich will nicht sagen alle, aber viele dieser Babys geboren werden und diese Frauen wären glücklicher.“

Laut einer Studie des Charlotte Lozier Research Institute aus dem Jahr 2023 beschreiben mehr als 60 Prozent der Frauen ihre Entscheidung zur Abtreibung „als gezwungen, unter Druck gesetzt oder als unvereinbar mit ihren eigenen Werten und Präferenzen“.

Quelle: CNA deutsch

Opus Dei: Der Weg Teil 11

Theologiestunde: Vorstellung von 4 Bücher aus dem AT

NEWS: Buenos Aires: Blitz auf dem Heiligenschein und den Schlüsseln des Petersdoms. Bergoglio am Ende der Schlange?

Nun, wie sollen wir vom Standpunkt des Glaubens aus den Blitz interpretieren, der am 17. Dezember in die Statue des heiligen Petrus einschlug?

Am Sonntag, den 17. Dezember 2023, pulverisierte ein Blitz buchstäblich den Schlüssel und den Heiligenschein der Statue des Heiligen Petrus, die sich an der Fassade des Heiligtums Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von San Nicolas nördlich von Buenos Aires, Argentinien, befindet.

Die Nachricht wurde vom Telegram-Kanal „Die Perlen des Papstes“ berichtet: Es schien eine Fälschung zu sein, da keine Nachrichten im Internet zu finden waren, aber das Ereignis wurde gerade von Pfarrer Justo Lofeudo, einem Priester, der sicherlich aus Bergoglia stammt, bestätigt.

Ein typischer „Ratzinger-Effekt“, offensichtlich jenes besondere Phänomen, bei dem die Bergoglianer oder die Una (konservative Bergoglio-Legitimisten) unwissentlich Informationen, Dokumente und Zeugnisse anbieten, die für die Rekonstruktion der Magna Quaestio sehr nützlich sind. In diesem Fall wäre es natürlich nur ein „Zeichen des Himmels“, das jedoch von vielen Katholiken ohne allzu große Schwierigkeiten interpretiert wurde.

Natürlich war sich Pater Lofeudo nicht bewusst, welche Wirkung die Veröffentlichung des Fotos haben würde.

Die Priester des Heiligtums haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die symbolische Interpretation der Tatsache zurückweisen, aber nicht die Tatsache selbst: „El Santuario no avala ni comulga con la interpretación que sa ha dado con respecto sobre el daño producido a la imagen del apóstol San Pedro.“

Bemerkenswert ist nämlich, dass das Ereignis genau am Tag des Geburtstages von Jorge Mario Bergoglio stattfand, einen Tag vor der Veröffentlichung der Erklärung „Fiducia supplicans“, die sich für Segnungen für homosexuelle Paare öffnet.

Diese Maßnahme markierte eine Art Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt: Die Gläubigen beginnen zu verstehen, dass etwas nicht funktioniert.

Auch der Ort, an dem sich der Vorfall ereignete, ist von großer Bedeutung: Zunächst einmal befindet sich das Heiligtum von San Nicolas in Argentinien, der Heimat des Gegenpapstes, nur wenige Kilometer von Buenos Aires entfernt, der Stadt, deren Bischof Bergoglio lange Zeit war.

„Vor allem aber ist es ein Ort der Anbetung und Verehrung, denn im Inneren befindet sich die wunderschöne Statue Unserer Lieben Frau vom Rosenkranzdie der Seherin Gladys Quiroga de Motta seit Anfang der 80er Jahre jahrelang erschien und ihr mehr als 1800 Botschaften überbrachte.

Darin sagt die Heilige Jungfrau, dass sie zurückgekehrt ist, um die Erscheinungen von Fatima fortzusetzen, und viele von ihnen sprechen deutlich von dem schrecklichen Kampf zwischen dem Teufel und der Kirche.

Seit dem 11. Februar 2013 haben verschiedene sogenannte „suggestive“ Ereignisse die Geschichte der Usurpation des Stuhls Petri unterbrochen, die in drei Dokumentarfilmen im Rahmen der Untersuchung des „Ratzinger-Codes“ rekonstruiert wurden.

Man erinnere sich an den Blitz, der in der Nacht des „Rücktritts“ von Papst Benedikt in die Kuppel einschlug; die unerklärliche Sperrung der Glocken von Castel Gandolfo bei der ungültigen Wahl von Franziskus; die Tötung von Tauben, die von Bergoglio freigelassen wurden, durch Krähen und Möwen; der Brand der Kapelle in Bethlehem wenige Stunden nach dem Besuch von Franziskus; der Brand im Konsistorialsaal von Castel Gandolfo vor einigen Monaten, in den gleichen Tagen, in denen wir diesen geschätzten Bericht veröffentlichten

und viele andere Ereignisse, die Katholiken noch vor einem Jahrhundert als eindeutige „Pressemitteilungen“ des Ewigen Vaters interpretiert hätten.

Nun, wie sollen wir vom Standpunkt des Glaubens aus den Blitz interpretieren, der am 17. Dezember in die Statue des heiligen Petrus einschlug?

Es scheint, dass die Zeit für Franziskus abläuft: Der Himmel hat symbolisch seinen Heiligenschein zerstört und den Schlüssel, der die Autorität des Papstes repräsentiert, aufgelöst. Seltsam, dass die Statue anscheinend nur einen Schlüssel besaß. Symbolisch spielt der goldene Schlüssel auf die Macht im Himmelreich an, und der silberne Schlüssel weist auf die geistliche Autorität des Papsttums auf Erden hin. Das Seil, das die Ösen der Tasten verbindet, spielt auf die Verbindung zwischen den beiden Kräften an.

Quelle: romait.it

NEWS: Reaktion der niederländischen Bischöfe auf die Bittsteller der Fiducia

Die Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre Fiducia supplicans vom 18. Dezember betonte die Bedeutung der Begleitung in der Kirche für Personen, die in homosexuellen Beziehungen leben, und für Geschiedene, die wieder ein Eheleben führen. Weil unsere Kirche eine einladende Kirche ist, unterstreichen die niederländischen Bischöfe gemeinsam mit Papst Franziskus die pastorale Bedeutung von Nähe und Begleitung.

Die Bischofskonferenz stellt fest, daß das Dikasterium für die Glaubenslehre in seiner Erklärung Fiducia supplicans in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche darauf besteht, daß die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich und unauflöslich ist und daß irreguläre Beziehungen jeglicher Art auf innere moralische Einwände stoßen.

Die holländischen Bischöfe wollen niemandem die Stütze und Kraft Gottes vorenthalten. Es ist möglich, ein Gebet für einzelne Gläubige zu sprechen, die in einer irregulären Beziehung leben. Worum man im Gebet bittet und wie man betet, ist wichtig. Im Falle einer Person, die in einer irregulären oder homosexuellen Beziehung lebt, kann der geweihte Amtsträger ein einfaches Gebet außerhalb des Rahmens einer Hochzeitsfeier oder einer Gebetsfeier sprechen. In diesem Gebet kann Gott um Kraft und Beistand gebeten werden, indem er seinen Geist anruft, damit er Gottes Willen mit seinem Leben verstehen und weiter wachsen kann.

Dies macht in der gewählten Formulierung deutlich, dass es sich nicht um einen Segen oder eine Bestätigung einer irregulären Beziehung handelt und vermeidet auch eine Verwechslung mit einer Ehe, die nach Ansicht der katholischen Kirche nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann.

Auf diese Weise kann uns das Gebet die Kraft geben, uns Gott zu nähern und in Übereinstimmung mit seinen Absichten für die Schöpfung von Mann und Frau und die Ehe zu leben.

Quelle: Niederländische Bischofskonferenz

NEWS: Wie sich der Petersdom auf Homo-Segnungen vorbereitet

Vor wenigen Tagen noch dementiert, sind die Vorbereitungen im Petersdom für die Segnung von Homo-Paaren bereits in vollem Gange. Währenddessen sieht sich Papst Franziskus als „Opfer“ notwendiger Entscheidungen wie der Homo-Segnung und „erlebt Einsamkeit“. Was bedeutet das konkret?

Am Donnerstag der vergangenen Woche konfrontierte Franca Giansoldati, die Vatikanistin der römischen Tageszeitung Il Messaggero, Kardinal Mauro Gambetti, den Erzpriester des Petersdoms, bei einer Pressekonferenz mit der Frage, ob es demnächst auch in der bedeutendsten Kirche der Christenheit Homo-Segnungen geben werde. Solche sind von der umstrittenen Erklärung Fiducia supplicans vorgesehen, die am vergangenen 18. Dezember von Kardinal Victor Manuel Fernández, dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, mit ausdrücklicher Billigung von Papst Franziskus veröffentlicht wurde. Seither gibt es, für kirchliche Verhältnisse, einen regelrechten Aufstand dagegen.

Rom zeigt sich davon aber bisher unbeeindruckt. Der sichtlich erheiterte Minorit Gambetti, den Papst Franziskus als Erzpriester des Petersdoms nach Rom geholt und zum Kardinal kreiert hatte, erklärte ohne Zögern, daß es derzeit noch keine Anweisungen gebe, daß man aber, sobald es solche geben wird, keine Probleme haben werde, Homo-Segnungen durchzuführen.

Diese Anweisungen wurden anschließend sofort geliefert, denn bereits am Sonntagmorgen wurden im Kapitelsaal der Domherren von Sankt Peter erste Instruktionen an Priester erteilt, die im Petersdom ihren Dienst tun.

Franca Giansoldati veröffentlichte nun, wie man sich im Petersdom bereits auf Homo-Segnungen vorbereitet:

„Generalprobe im Petersdom, um zu lernen, wie man homosexuelle Paare segnet. Der Priester, der vor dem Bittsteller steht, soll mit leiser Stimme einen Segensspruch aufsagen, der natürlich sehr kurz sein muß, um die vom Präfekten des Glaubensdikasteriums vorgeschlagene Zeit nicht zu überschreiten, während er mit dem Finger ein kleines Kreuz auf die Stirn des Gläubigen zeichnet.“

Wegen der weltweiten Proteste geht Kardinal Tucho Fernández in seinen Anweisungen so weit, daß Homo-Segnungen auf maximal 15 Sekunden beschränkt sein sollten. In seinen Richtlinien wird die Zeitgrenze, die nicht überschritten werden soll, ausdrücklich genannt. Giansoldati gibt die erteilten Instruktionen wie folgt wieder:

„Die Geste, die symbolisch und einfach zugleich ist, muß sehr schnell sein.“

Doch, ob lang oder kurz, die Frage der Homo-Segnung ist nicht eine Frage der Sekunden, sondern prinzipieller Natur. Das weiß man auch in Santa Marta und im Palazzo del Sant’Uffizio, dem Sitz des Glaubensdikasteriums. Dort geht es offenbar darum, den revolutionären Vorstoß Wirklichkeit werden zu lassen, egal wie „bescheiden“ die Geste anfangs auch umgesetzt werden muß, wie Giansoldati anklingen läßt:

„Denn Gesten sind wichtig, eine Art, mit allen Situationen umzugehen und eine Praxis zu normalisieren, die im Moment ein echtes Novum für den Vatikan darstellt.“

Das Ziel ist die „Normalisierung“ des Paradigmenwechsels durch die Anerkennung der Homosexualität. Darum noch einmal die mit der neuen Maßnahme sympathisierende Giansoldati:

„Der Papst hat die Maßnahme trotz der hochgezogenen Schilde und des heftigen Widerstands zahlreicher Episkopate mit gezücktem Schwert verteidigt, und gestern abend, während des Fernsehinterviews mit Fabio Fazio, tat er dies mit offenem Herzen.“

Die „Offenherzigkeit“, welche die Messaggero-Journalistin attestiert, bezieht sich darauf, daß Franziskus sich am Sonntag im Fernsehsender Nove als Opfer präsentierte. Er sehe die Notwendigkeit bestimmter Entscheidungen, erlebe dabei aber „immer eine gewisse Einsamkeit“, weil er sich unverstanden fühle. Dabei gehe es ihm darum, „daß die Kirche alle umarmen müsse, niemanden zurücklassen dürfe und alle segnen muß“, eben „alle, alle, alle“.

Quelle: katholischee.info

ZOOM: Das Asperges-Ritual und das Mysterium des Wohnens

Bisher war es der Zweck der Reihe „Lost in Translation“, die eigentlichen Elemente der römischen Liturgie, insbesondere der Orationen, zu untersuchen, mit dem Ziel, Bedeutungsnuancen aufzudecken, die normalerweise nicht ins Englische übersetzt werden und manchmal auch nicht übersetzt werden können. Die Orationen eignen sich besonders gut für eine solche Untersuchung, denn sie sind veritable römische Haikus, eine einzigartige Art der Rhetorik, die auf geniale Weise straffe Struktur, poetischen Rhythmus, literarische Ordnung, prägnante Bilder und eine Fülle menschlicher Erfahrung miteinander verbindet. Die Früchte unserer Untersuchung finden Sie auf dieser Website und in meinem Buch zu diesem Thema.

Wir mögen noch hin und wieder auf die römischen Propers zurückkommen, aber mit der heutigen Folge wenden wir uns einer Betrachtung des Lateinischen zu, das im Ordinarium der Messe verwendet wird. Während das Latein der Orationen wohl homogener ist (Regeln bezüglich Struktur und Metrum werden in der Regel unabhängig vom Jahrhundert, in dem sie geschrieben wurden, befolgt), ist das Latein des Ordo der Messe vielfältiger und verrät den Einfluss verschiedener Jahrhunderte, verschiedener Stile und sogar verschiedener Kulturen. Es ist nicht unsere Absicht, eine erschöpfende zeilenweise Analyse des Lateinischen aus dem Ordo anzubieten, sondern einige seiner interessanteren Aspekte hervorzuheben.

Wir beginnen unsere Untersuchung mit dem Asperges-Ritual, das in allen Kathedralen und Stiftskirchen vor der Hauptsonntagsmesse stattfinden sollte; Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil befahlen die englischen Bischöfe allen Pfarrkirchen, dasselbe zu tun, auch wenn die Hauptmesse niedrig war. [1] Die Zeremonie verbindet uns wieder mit unserem Taufgelübde, aber sie hat auch die Qualität eines Exorzismus, der das Unreine austreibt, um den Weg für das heilige Opfer zu bereiten. Die Beziehung des Asperges zur Taufe erklärt, warum sie nur an einem Sonntag erlaubt ist. Der „achte Tag“ (Sonntag, der Tag der Auferstehung) ist mystisch mit dem Sakrament der Taufe verbunden (daher die Beliebtheit achteckiger Taufbecken), und die ersten sakramentalen Taufen, die in der Heiligen Schrift ausdrücklich erwähnt werden, sind die des heiligen Petrus, der am ersten Pfingstsonntag 3.000 Seelen tauft. (siehe Apostelgeschichte 2,41)

Die Beziehung des Asperges zum Exorzismus hingegen mag erklären, warum es nur einmal an einem Sonntag erlaubt ist, denn wenn der Ort einmal exorziert ist, muss es nicht mehr sein – zumindest nicht bis zum folgenden Sonntag.

Außerhalb der Liturgie ist das Asperger-Syndrom weniger eingeschränkt: Es wird traditionell jedes Mal verwendet, wenn ein Priester einem Kranken die Heilige Kommunion bringt oder wenn er die letzte Ölung spendet.

Dieser schöne Besprengungsritus endet mit der folgenden Rede:

Exáudi nos, Dómine sancte, Pater omnípotens, ætérne Deus, et míttere dignéris sanctum Angelum tuum de cælis, qui custódiat, fóveat, prótegat, vísitet, atque deféndat omnes habitántes in hoc habitáculo. Per christum dóminum nostrum.

Was ich übersetze als:

Erhöre uns, o Herr, heiliger Vater, allmächtiger und ewiger Gott, und sende Deinen heiligen Engel vom Himmel herab, um alle, die in dieser Wohnung wohnen, zu behüten, zu hegen, zu beschützen, zu besuchen und zu verteidigen. Durch Christus, unseren Herrn.

Das Gebet hat meiner Meinung nach zwei Rätsel.

Erstens: Wer ist Gottes heiliger Engel? Einige, wie Abbé Claude Barthe in seinem kürzlich erschienenen Buch Ein Wald der Symbole, behaupten, dass es „Christus selbst ist, der gebeten wird, an diesen Ort herabzusteigen“. [2] Barthes Hypothese deckt sich mit der Spekulation, dass der Engel, der gebeten wird, die geweihten Gaben zum himmlischen Altar Gottes zu tragen, auch der Sohn Gottes und kein himmlischer Geist ist (siehe die Supplices te rogamus im Kanon). Diese Interpretation stützt sich auf die Tatsache, dass „Engel“ (angelos) auf Griechisch „Bote“ bedeutet, und Jesus Christus ist sicherlich der Gesandte Gottes (angelos Theou), wie ihn der heilige Paulus in Galater 4,14 nennt. Auf der anderen Seite ist es nichts Falsches daran, zu wollen, dass ein Engel herabkommt und sich reinigt, um die sakramentale Ankunft Jesu Christi in der Eucharistie vorzubereiten, genauso wie es nichts Falsches ist, zu glauben, dass ein Engel unser Opfer zu Gott während des Kanons trägt, wie es sich einige Künstler vorgestellt haben.

Das zweite Rätsel ergibt sich aus der Zeile omnes habitantes in hoc habitaculo, und es ist zweifach. Die meisten Übersetzungen verwenden „Haus“ für habitaculum, und das ist in der Tat eine gültige Art, das Wort zu übersetzen. Ich biete die unbeholfenere Übersetzung „alle, die in dieser Wohnung wohnen“ an, um die Aufmerksamkeit auf die redundante Verwendung von habito in den Wörtern habitantes und habitaculum zu lenken. Das zweifache Rätsel ist folgendes: Warum bezeichnet die Kirche dieses Gotteshaus als „Wohnstätte“ und verwendet nicht einen religiöseren Begriff wie „Kirche“ (ecclesia), „Tempel“ (templumaedes) oder sogar „Tabernakel“ (tabernaculum), wie sie es an anderer Stelle in ihren liturgischen Gebeten tut? Wenn die Oration auf die Kirche als das Haus Gottes (Ps. 26,4) oder als ein Haus des Gebets (Mt 21,13) anspielt, warum wird dann nicht das lateinische Wort domus verwendet, wie es die Vulgata in diesen beiden Fällen tut?

Zweitens: Warum bittet das Gebet um einen Segen nicht für den Raum selbst, sondern für diejenigen, die darin wohnen, womit vermutlich wir gemeint sind? Und obwohl wir uns danach sehnen, alle Tage unseres Lebens im Hause des Herrn zu wohnen (siehe Ps. 26,4), ist es eine Tatsache, dass diesseits des Grabes die meisten von uns nur eine Stunde in der Woche in einer Kirche wohnen und kaum als ständige Bewohner betrachtet werden können.

Die Teilantwort auf diese Fragen besteht darin, sich daran zu erinnern, dass diese Oration im Rituale Romanum eine wichtige Rolle spielt, wo sie bei der Segnung von Häusern sowohl in Paschaltide als auch außerhalb, bei der Segnung eines neuen Seminars und bei der feierlicheren Segnung einer Schule verwendet wird. Und natürlich wird es in den beiden oben genannten Krankmeldungen verwendet. Vermutlich wurde das Gebet also nicht mit Blick auf eine geweihte Kirche geschrieben.

Aber diese Antwort ist nicht ganz befriedigend, denn sie deutet darauf hin, dass diejenigen, die das Asperges-Ritual vor die Feier der Sonntagsmesse stellten, einfach zu faul waren, sich ein passenderes Gebet auszudenken.

Ich schlage daher vor, weiter über das Wort habitaculum, Wohnstätte, nachzudenken. Ein Habitaculum kann ein beliebiges Gebilde sein oder sogar kein ebenes Gebilde, denn du kannst wirklich in einem Land wohnen, ohne dass auch nur eine dünne Schicht Zelt oder Tipi dich vom weiten Sternenhimmel trennt. Außerdem war die erste Wohnstätte Jesu Christi der Schoß seiner Mutter. In der Kollekte zum Fest der Unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria heißt es, dass Gott der Vater den Schoß Mariens zu einer „würdigen Wohnstätte“ (dignum habitaculum) für seinen Sohn gemacht hat. Aber wenn der Schoß der Jungfrau das Habitaculum Ihres Sohnes ist, dann ist er auch das Habitaculum derer, die Glieder Seines mystischen Leibes sind.

Mit diesen Überlegungen im Hinterkopf wird ein allgemeines Gebet, das zur Segnung aller Arten von Gebäuden verwendet werden kann, zu einem Gebet, das Gott bittet, uns zu segnen, die wir Glieder dessen sind, die im Schoß seiner Mutter gewohnt haben und die gegenwärtig im Schoß der Kirche, d.h. im Heiligtum, oder zumindest in der Nähe davon wohnen, wo, Wie der Schoß der Jungfrau Maria wird das Wort Fleisch und wohnt unter uns. So verweist die Oration auf eine bevorstehende Menschwerdung, auf die Fruchtbarkeit der Elemente Brot und Wein durch das Einatmen der Weiheworte des Priesters durch die alles überschattende Kraft des Heiligen Geistes.

Und so ist die Oration in dieser Prolog-Zeremonie ein passendes Gegenstück zum Epilog der Messe. Das letzte Evangelium an sich ist eine Betrachtung über das Wohnen oder den Mangel daran: Der Vers „Er kam zu den Seinen und nahm ihn nicht auf“ erinnert an einen anderen: „Die Füchse haben Löcher und die Vögel des Himmels Nester, aber der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ (Matth. 8,20) Und doch, trotz der Ablehnung durch die Welt, verkündet das letzte Evangelium: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ – oder, um das Griechische sklavisch wörtlich zu übersetzen, „hat er sein Zelt unter uns aufgeschlagen“. Und wenn wir die Nachricht von dieser Behausung hören, ahmen wir die Bewegung des Himmlischen Sohnes nach, der herabsteigt, um die Erde mit Seiner fleischgewordenen Gegenwart zu küssen, indem wir unsere Knie auf den Boden legen.

Im Heiligen Abendmahl schaffen wir im Mark unseres Wesens eine Wohnung für unseren Herrn, der auf Erden keinen Ort fand, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Im Asperges-Ritual beten wir, nachdem wir mit der sakramentalen Erinnerung an unsere Taufe besprengt wurden, darum, dass wir zu würdigen Wohnstätten des Gottmenschen gemacht werden, in der Nachahmung dessen, der Ihn zuerst geboren hat.

Autor: MICHAEL P. FOLEY

Quelle: Neue liturgische Bewegung (newliturgicalmovement.org)

Kirchenjahr: Die wichtigsten Termine

14.02.2024      Aschermittwoch

24.02.2024      Hl. Matthias, Apostel

19.03.2024      Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria

24.03.2024      Palmsonntag

29.03.2024      Karfreitag

31.03.2024      Ostersonntag

25.04.2024      Hl. Markus, Evangelist

03.05.2024      Hl. Philippus und hl. Jakobus, Apostel

19.05.2024      Pfingsten

30.05.2024      Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam

11.06.2024      Hl. Barnabas, Apostel

13.06.2024      Hl. Antonius von Padua, Ordenspriester, Kirchenlehrer (1231)

24.06.2024      Hl. Geburt Johannes‘ des Täufers

29.06.2024      Hl. Petrus und hl. Paulus, Apostel

03.07.2024      Hl. Thomas, Apostel

11.07.2024      Hl. Benedikt von Nursia, Vater des abendländischen Mönchtums (547)

16.07.2024      Hl. Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel

15.08.2024      Mariä Aufnahme in den Himmel

24.08.2024      Hl. Bartholomäus, Apostel

29.08.2024      Enthauptung Johannes‘ des Täufers

03.09.2024      Hl. Gregor der Große, Papst, Kirchenlehrer (604)

12.09.2024      Mariä Namen

14.09.2024      Kreuzerhöhung

15.10.2024      Hl. Theresia von Avila, Ordensfrau, Kirchenlehrerin (1582)

18.10.2024      Hl. Lukas, Evangelist

28.10.2024      Hl. Simon und hl. Judas, Apostel

01.11.2024      Allerheiligen

02.11.2024      Allerseelen

09.11.2024      Weihetag der Lateranbasilika

18.11.2024      Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom

30.11.2024      Hl. Andreas, Apostel

01.12.2024      Erster Adventssonntag

04.12.2024      Hl. Barbara, Märtyrin in Nikomedien (306)

06.12.2024      Hl. Nikolaus, Bischof von Myra (um 350)

07.12.2024      Hl. Ambrosius, Bischof von Mailand, Kirchenlehrer (397)

11.12.2024      Hl. Damasus I., Papst (384)

12.12.2024      Gedenktag Unserer Lieben Frau von Guadalupe

14.12.2024      Hl. Johannes vom Kreuz, Ordenspriester, Kirchenlehrer (1591)

24.12.2024      Heiligabend

25.12.2024      Weihnachten

26.12.2024      Hl. Stephanus, erster Märtyrer der Kirche

27.12.2024      Hl. Johannes, Apostel und Evangelist

28.12.2024      Hl. Unschuldige Kinder

29.12.2024      Fest der Heiligen Familie

31.12.2024      Hl. Silvester I., Papst (335)

Nachrichtensendung vom 19.01.2024

Vigano fordert Verhaftung

Kontroverse zur Segnung

Existenz Gottes

NEWS: Medjugorje Visitator bei Papst Franziskus

Das Tagesbulletin des vatikanischen Presseamtes meldet, daß heute morgen der Vatikandiplomaten Msgr. Aldo Cavalli von Papst Franziskus in Audienz empfangen wurde.

Die Nachricht im Tagesbulletin lautet:

„Der Heilige Vater Franziskus hat heute Morgen in Audienz empfangen:
– S.E. Msgr. Aldo Cavalli, Titularerzbischof von Vibo Valentia (Italien), Apostolischer Nuntius.“

Msgr. Cavalli wird mit seiner Titulatur und seinem Dienstrang, aber nicht mit seiner derzeitigen Aufgabe benannt.

Der 77jährige Msgr. Cavalli, der aus der Lombardei stammt, absolvierte seine Priesterausbildung am römischen Priesterseminar und studierte anschließend an der Päpstlichen Lateranuniversität. 1971 für seine Heimatdiözese Bergamo zum Priester geweiht, vollendete er seine Studien, um 1975 die Ausbildung an der Diplomatische Akademie des Heiligen Stuhls anzutreten. Anschließend trat er 1979 in den diplomatischen Dienst ein. 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius und zum Titularerzbischof von Vibo Valentia. Msgr. Cavalli diente als Nuntius in Chile, Kolumbien, auf Malta und in den Niederlanden. Mit Vollendung seines 75. Lebensjahres ernannte ihn Papst Franziskus im November 2021 zum Apostolischen Visitator für Medjugorje, konkret der dortigen Pfarrei.

Als Franziskus inthronisiert wurde, hatte er ein sehr distanziertes Verhältnis zu Medjugorje, das er in einer morgendlichen Predigt in Santa Marta auch drastisch zum Ausdruck brachte. Doch 2017 erklärte Kardinal Ernest Simoni, sein offizieller Vertreter beim damaligen Jugendfestival in dem herzegowinischen Ort, der Papst habe seine „Meinung zu Medjugorje geändert“.

  • Im selben Jahr hatte Franziskus einige Monate zuvor den polnischen Erzbischof Henryk Hoser zu seinem Sondergesandten für Medjugorje ernannt und kurz darauf das Motu proprio Sanctuarium in Ecclesia erlassen. In diesem wurden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, Medjugorje – das nicht namentlich genannt wird – in ein internationales Heiligtum umzuwandeln.
  • 2018 wurde Msgr. Hoser von Franziskus zum Apostolischen Visitator ernannt und die Pfarrei Medjugorje direkt der Aufsicht des Heiligen Stuhls.
  • 2019 erlaubte Franziskus unter vatikanischer Kontrolle, daß von Diözesen und Pfarreien offiziell Pilgerfahrten nach Medjugorje organisiert werden dürfen. Seit den ersten Berichten über Marienerscheinungen in dem herzegowinischen Ort im Sommer 1981 waren, fast 40 Jahre lang, Wallfahrten nur privat möglich gewesen.
  • Im April 2021 erlaubte Franziskus dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung Medjugorje als einen von 30 „repräsentativen Heiligtümern“ in einen päpstlichen Gebetsmarathon einzubinden.

Diesen Maßnahmen waren Disziplinaraktionen gegen Franziskaner und Seher und die Emeritierung des Medjugorje-Kritikers Msgr. Ratko Perić von Mostar vorausgegangen, mit denen der herzegowinische Ort „normalisiert“ werden sollte. Konkret bedeutet das die Zurückdrängung der „Seher“ und der „Botschaften“.

Franziskus drückte es 2018 in dem Gesprächsbuch von Alexandre Awi Mello so aus: „Mich nervt es, wenn sie mit den Botschaften kommen. Die Jungfrau ist ja kein Postamt!“ Er erzählte auch, daß er als Erzbischof von Buenos Aires ein Gebetstreffen mit einem Medjugorje-Seher verboten hatte, das aber dennoch abgehalten wurde. „Sie wußten, daß ich nicht damit einverstanden bin.“ Die Neuheit war jedoch, daß Franziskus zu verstehen gab, zwischen den von ihm abgelehnten Botschaften und den in Medjugorje „trotzdem“ gewirkten Wundern zu differenzieren.

In der Tat besteht kein Zweifel daran, daß in Medjugorje viele Menschen von Gott berührt wurden und zum Glauben und sogar zu einer geistlichen Berufung fanden (s. u. a. Frühe, innige Beziehung zu Jesus).

Die Anerkennung zumindest der ersten sieben Erscheinungen, die 2017 unmittelbar bevorzustehen schien, kam aber bis heute nicht zustande. Ebenso wenig die Errichtung als internationales Heiligtum. Die Entscheidung liegt bei Franziskus.

Msgr. Cavalli trat am 11. Februar 2022 seine neue Aufgabe in Medjugorje an und folgte damit dem dem im Sommer 2021 verstorbenen polnischen Erzbischof Henryk Hoser, der erster Apostolischer Visitator von Medjugorje war. Msgr. Hoser hatte 2019 dort die Handkommunion untersagt.

Über den Inhalt des heutigen Gesprächs wurde nichts bekanntgegeben. Da Cavallis einziger Auftrag derzeit der des Apostolischen Visitators für Medjugorje ist, darf daraus geschlossen werden, daß die Audienz damit zusammenhängt, auch wenn sie nicht als solche dargestellt wird. Papst Franziskus ließ sich heute über die Situation in Medjugorje informieren.

Quelle: katholisches.info

NEWS: Todsünde ein Recht?

Ist die Todsünde zu einem Recht geworden? Es scheint so, da es in offenkundig skandalöser Weise so präsentiert wird, sowohl im Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia vom 19. März 2016 (ein blasphemisches „Geschenk“ an den heiligen Josef und die Kirche, wie Pater Serafino Lanzetta aufgezeigt hat) als auch in der Erklärung Fiducia supplicans des Dikasteriums für die Glaubenslehre, die kurz vor dem Weihnachtsfest, am 18. Dezember 2023, veröffentlicht wurde: ein blasphemisches „Geschenk“ an das Jesuskind und an die zu ihm bekehrten Seelen.

Unter dem Deckmantel honigsüßer Güte, mit lutherisch-modernistisch-rahnerisch-relativistischer Theologie… und jetzt auch noch mit pornographischer Theologie, deren Träger der derzeitige Präfekt des Glaubensdikasteriums, der argentinische Kardinal Víctor Manuel Fernández, ist – Autor von Büchern wie „Saname con tu boca. El arte de besar“ (1995) und „La pasión mística: espiritualidad y sensualidad“ (1998) – versucht man glauben zu machen, daß die Todsünde keinen Einfluß auf den christlichen Zustand hat, so daß der Beichtvater, selbst wenn man sich entschließt, seine Sünden, einschließlich der Todsünden, zu bekennen, verpflichtet ist, auch den Unbußfertigen loszusprechen, alle zu segnen, als ob nichts geschehen wäre, und den „armen Schwachen“ in dem Zustand zu belassen, in dem er sich befindet, ohne die Notwendigkeit einer Bekehrung, und somit ohne sein Leben zu ändern.

Kurzum, die Todsünde scheint zu einem Recht geworden zu sein, zu einem vollwertigen Teil der laizistischen „Erklärung der Menschenrechte“. Der Säkularismus und der Liberalismus sind seit mehreren Jahrzehnten in die irdische Kirche eingedrungen, und unter dem Pontifikat von Papst Franziskus sind wir angesichts des literarischen Hintergrundes des derzeitigen Präfekten für die Glaubenslehre zu einer extremen Laxheit und sogar Laszivität gelangt. Die Sünder haben das „Recht“, in ihrem Zustand der Todsünde zu verharren, ohne zu Reue, Bekehrung und Heiligung eingeladen zu werden. Das aber sind die grundlegenden Faktoren, um sich wirklich als Angehöriger der Kirche Christi zu bezeichnen. Wir haben es mit einem pastoralen Glaubensabfall zu tun, der logischerweise auch den doktrinären Bereich untergräbt.

Dies sind die Worte, die Papst Franziskus wörtlich am 14. Januar in der Sendung „Che tempo che fa“ auf Canale Nove an Fabio Fazio richtete: „Der Herr segnet alle, alle, die kommen. Der Herr segnet alle, die sich taufen lassen können, d. h. jeden Menschen; aber dann müssen die Menschen mit dem Segen des Herrn ins Gespräch kommen und sehen, was der Weg ist, den der Herr ihnen vorschlägt, aber wir müssen sie an der Hand nehmen und ihnen helfen, diesen Weg zu gehen, und sie nicht von vornherein verurteilen, und das ist die pastorale Arbeit der Kirche; das ist eine sehr wichtige Arbeit für die Beichtväter. Ich sage den Beichtvätern immer: Vergeben Sie alles und behandeln Sie die Menschen mit viel Freundlichkeit, so wie der Herr uns behandelt, und wenn Sie dann den Menschen helfen wollen, dann können Sie mit ihnen reden und ihnen helfen, weiterzugehen, aber vergeben Sie allen. In 54 Jahren als Priester habe ich, das ist eine Beichte, 54 Jahre, die ich Priester bin, ich bin eh alt, in diesen 54 Jahren habe ich nur ein einziges Mal die Vergebung verweigert wegen der Heuchelei der Person, ein einziges Mal; immer habe ich alles vergeben, auch, wie ich sage, mit dem Wissen, daß diese Person vielleicht rückfällig wird, aber der Herr vergibt uns; helfen, nicht rückfällig zu werden oder weniger rückfällig zu werden, aber immer vergeben.

Die Heilige Schrift und die Mutter Kirche bejahen nicht dieses liberale subjektive Empfinden, das Irrtum über Irrtum hervorbringt und die Seelen ihrem unbußfertigen Schicksal mit seinen Folgen der Finsternis überläßt, wie es bei der stiefmütterlichen Kirche der Fall ist.

Der Erlöser kam für die Sünder in die Welt, nicht um sie in ihrem Zustand zu belassen: Er kam mit unendlicher Liebe, um sie durch Sein Blutopfer von der Sünde zu erlösen. Aber Sein Opfer reicht nicht aus, um uns zu retten, wir müssen auch unseren kleinen Teil dazu beitragen, indem wir uns entscheiden, unser Leben zu ändern und dem zu entsagen, was uns von Gott trennt, der Sünde, die der schlimmste Feind des Menschen ist.

Satan verführt die Seelen, um sie ins Verderben zu führen, Christus lädt die Seelen zu Sich ein, um sie zur ewigen Seligkeit zu führen. Der Häretiker Luther vertrat ausdrücklich die Ansicht, daß der Glaube ausreicht, um in das Himmelreich zu gelangen, weil Christus bereits für alles bezahlt hat. Die Sünder in ihrem Zustand der Todsünde zu segnen, bedeutet daher, sie in ihrem gefangenen Zustand zu begünstigen, in diesem Fall religiös gesehen irreguläre und homosexuelle Paare. Die Kirche ist als gute Mutter verpflichtet, ihre getauften Kinder vor der Todsünde zu bewahren.

Gott sorgt, belohnt und bestraft, sagt der Katechismus, und er ist in dem Maße barmherzig, wie er in vollkommener Gerechtigkeit handelt. Papst Franziskus erklärte aber Fazio: „Was ich jetzt sage, ist kein Glaubensdogma, sondern eine persönliche Sache von mir. Mir gefällt es zu denken, daß die Hölle leer ist, ich hoffe, daß das die Realität ist.“ Tatsache ist, daß die Hölle existiert: Jesus hat von ihr gesprochen, die Tradition der Kirche hat sie immer bestätigt, von den Aposteln bis zu den Kirchenvätern und ‑lehrern, die Heiligen haben sie gesehen, und die Gottesmutter selbst hat den drei Hirtenkindern von Fatima die Hölle und ihre Bewohner gezeigt.

Das Sechste der Zehn Gebote, die Mose gegeben wurden und die heute niemand mehr ernst zu nehmen scheint, lautet: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“. Was sagt Jesus zu dem jungen Mann? „Wenn du ins Leben eingehen willst, dann halte die Gebote“ (Mt 19,17). Die zweite der vier Sünden, die vor Gott nach Rache schreien, ist die Sünde wider die Natur; die dritte Sünde wider den Heiligen Geist ist die Sünde des „Widerstrebens gegen die erkannte Wahrheit“.

Der heilige Paulus sagt: „Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht: Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Verweichlichte, noch Sodomiten, noch Diebe, noch Geizige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Habgierige werden sein Reich erben“ (Gal 5,19–21); und der Evangelist Johannes spricht ausdrücklich von den Sünden, die in die Hölle führen: „Für die Feigen und Ungläubigen, die Niederträchtigen, Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, die Götzendiener und alle Lügner ist der Pfuhl von Feuer und Schwefel bestimmt: Das ist der zweite Tod“ (Offb 21,8).

Jesus fordert die Ehebrecherin, die niemand verurteilt hat, mit Nachdruck auf: „Geh hin und sündige nicht mehr“, und zu Magdalena sagt Er, nur weil sie reumütig ist: „Deine Sünden sind dir vergeben“ (Lk 7,48), also das, was jeder gute Beichtvater tun muß.

Der Apostel der Heiden erklärt „meinem rechtmäßigen Sohn im Glauben, TimotheusWir wissen, daß das Gesetz gut ist, wenn man es rechtmäßig anwendet; wir wissen auch, daß das Gesetz nicht für die Gerechten gemacht ist, sondern für die Ungerechten und Widerspenstigen, für die Gottlosen und Sünder, für die Frevler und Ungläubigen, für die, die Vater und Mutter töten, für die Mörder, für die Hurer, für Sodomiten, für Sklavenhändler, für Lügner, für Meineidige und für alles andere, was der gesunden Lehre widerspricht, nach dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist“ (1 Tim 1,1–11).

Das ist unser Glaube, im übrigen: „Wenn wir selbst oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium predigen würden als das, was wir euch gepredigt haben, so wäre es anathema“ (Gal 1,8). Eine gesunde Seelsorge ist nichts anderes als die Anwendung der gesunden Lehre, sonst infiziert die pathologische und verwirrende Seelsorge die Lehre selbst. Der Teufel bedient sich nun an allem und jedem, aber nicht an denen, die im Glauben widerstehen, um weiterhin Kinder Gottes zu sein: „Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben: Erben Gottes, Miterben Christi, wenn wir wahrhaftig an seinen Leiden teilhaben, um auch an seiner Herrlichkeit teilzuhaben. Denn ich bin überzeugt, daß die gegenwärtigen Leiden nicht vergleichbar sind mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Röm 8,17–18).

*Cristina Siccardi, Historikerin und Publizistin, zu ihren jüngsten Buchpublikationen gehören „L’inverno della Chiesa dopo il Concilio Vaticano II“ (Der Winter der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Veränderungen und Ursachen, 2013); „San Pio X“ (Der heilige Pius X. Das Leben des Papstes, der die Kirche geordnet und reformiert hat, 2014) und vor allem ihr Buch „San Francesco“ (Heiliger Franziskus. Eine der am meisten verzerrten Gestalten der Geschichte, 2019).

Quelle: katholisches.info

NEWS: Beinahe 14’800 Angriffe auf Kirchen, christliche Schulen und Krankenhäuser 

Weltverfolgungsindex 2024: Beinahe 14’800 Angriffe auf Kirchen, christliche Schulen und Krankenhäuser  Regierungen und Extremisten wollen christliches Leben auslöschen
Die Zahl der zerstörten oder geschlossenen christlichen Einrichtungen wie Kirchen, Schulen oder Krankenhäuser hat in den vergangenen Monaten ein besorgniserregendes Ausmass angenommen, berichtet das internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Im Berichtszeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 des neuen Weltverfolgungsindex wurden 14‘766 christliche Gebäude zerstört oder geschlossen. Darüber hinaus spitzt sich die Situation der Christen in Subsahara-Afrika weiter dramatisch zu; in immer mehr Ländern sind sie von extremer Gewalt betroffen.
Der Weltverfolgungsindex (WVI), der am 17. Januar 2024 veröffentlicht wurde, listet die 50 Länder auf, in denen es für Christen am gefährlichsten ist, ihren Glauben zu leben und zu bekennen. Christen sind in vielen Ländern grosser Feindseligkeit, Hass und der Androhung ihrer Vertreibung oder Vernichtung ausgesetzt. Durch Regierungen, die Kirchen zerstören oder schliessen lassen, durch extremistische Gruppen, die Dörfer und Gottesdienste überfallen und Christen töten sowie durch gewalttätige Menschenansammlungen, die mit roher Gewalt Christen vertreiben oder ermorden. 

Gewalt gegen Christen: Angriffe auf Kirchen sowie unmittelbare physische Gewalt

Die zehn Länder des WVI 2024, in denen die meisten Kirchen betroffen waren, sind: China, Indien, Nigeria, Nicaragua, Äthiopien, Ruanda, Sudan, Burkina Faso, Niger und Angola.
In China (Platz 19 auf dem Weltverfolgungsindex) wurden aufgrund alter und neuer Massnahmen des Regimes mehr als 10‘000 Kirchen geschlossen. Dagegen werden in Pakistan (# 7) und Indien (# 11) Angriffe auf Kirchen überwiegend durch gewalttätige Menschenansammlungen verübt. Im indischen Bundesstaat Manipur wurden im Mai 2023 insgesamt etwa 400 Kirchen zerstört. Mehr als 100 Christen wurden dabei ermordet, Zehntausende von ihnen vertrieben. Die UN äusserte in einer Erklärung ihr Entsetzen über die Gewalt, die vielfach gegen christliche Mädchen und Frauen gerichtet ist. Die Zahl der wegen ihres Glaubens ermordeten Christen in Indien stieg von 17 im Vorjahr auf mindestens 160. Mehr als 82 Prozent der weltweit wegen ihres Glaubens getöteten Christen lebten in Nigeria (# 6). In Subsahara-Afrika wurden weitaus mehr Morde im Zusammenhang mit dem Glauben verübt als in jeder anderen Region auf dem WVI. Das ist ein Trend, der seit mehreren Jahren zu beobachten ist. In Äthiopien (# 32) nahm die Zahl der Angriffe auf Kirchen und Schulen dramatisch zu, von 22 im Vorjahr auf 284. In Burkina Faso (# 20) und der Zentralafrikanischen Republik (# 28) stieg die Zahl der niedergebrannten, geplünderten oder beschlagnahmten Geschäfte in christlichem Besitz sprunghaft an.
Weiteren afrikanischen Ländern auf dem WVI droht eine ähnliche Entwicklung. Der Weltverfolgungsindex (WVI) 2024 in Zahlen:  Mehr als 365 Millionen Christen weltweit (1 von 7) sind wegen ihres Glaubens mindestens in hohem Masse Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt.4998 Christen weltweit wurden in Zusammenhang mit der Ausübung ihres Glaubens getötet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, doch zahlreiche Konflikte in den Ländern erschweren die Dokumentation.Die Zahl der Angriffe auf Kirchen, christliche Schulen und Krankenhäuser hat sich versiebenfacht, von 2110 (WVI 2023) auf 14‘766 (WVI 2024). Von physischer Gewalt oder Todesdrohungen waren 42‘849 Christen betroffen (2023: 29‘411).Angriffe auf Häuser von Christen nahmen gegenüber 2023 um 371 Prozent zu: von 4547 auf 21‘431.278‘716 Christen wurden aus ihren Häusern vertrieben oder mussten in den Untergrund gehen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr mit 124‘310.

Kirchliches Leben von Auslöschung bedroht: Angriffe und Schliessungen in grosser Zahl in China und Indien

Die Zahlen zeigen, dass Kirchen in China (geschätzte 10‘000 geschlossene Kirchen) und Indien (2228 angegriffene Kirchen) am stärksten von Schliessung oder Zerstörung bedroht sind. Auf diese beiden Länder entfallen fast 83 Prozent aller Angriffe oder Schliessungen von Kirchen in allen Ländern des WVI 2024.  China hat durch eine Reihe alter und neuer autoritärer Massnahmen Tausende von Kirchen geschlossen. Grosse, nicht registrierte «Hauskirchen», die in Hotels oder Bürogebäuden zusammentrafen, wurden gezwungen, sich in eine Vielzahl von weniger sichtbaren Hausgruppen aufzuspalten. Viele Veranstaltungsorte wurden genötigt, auch staatlich anerkannte Kirchen auszusperren. Diese mussten häufig mit grösseren Kirchen fusionieren, um der Regierung eine einfachere Kontrolle zu ermöglichen. Im Gegensatz dazu werden die Angriffe auf Kirchen in Indien von aggressiven Mobs verübt. Nach Angaben des Erzbischofs von Imphal, Dominic Lupon, wurden in den ersten 36 Stunden der Gewalt in Manipur 249 Kirchen zerstört. Dabei handelte es sich ausschliesslich um Kirchen der Meitei, die nicht vom Stamm der Kuki (die mehrheitlich Christen sind), sondern von Meitei-Hindus zerstört wurden, die also Christen aus ihrem eigenen Stamm angriffen. Im gesamten Verlauf der Unruhen wurden etwa 400 Kirchen zerstört.  

Zwei Probleme in Subsahara-Afrika: radikaler Islam und autokratische Regime, die durch den Einfluss von aussen gestärkt werden

In 18 der 26 Länder des WVI, die südlich der Sahara liegen, wurden mindestens 4606 Christen wegen ihres Glaubens getötet. Mehr als 82 Prozent der weltweit getöteten Christen lebten in Nigeria. 15 dieser 26 Länder erreichten die höchste Stufe in der Bewertung der Gewalttaten gegen Christen. «Die Bedrohung durch militante Islamisten in Subsahara-Afrika hat sich so verschärft, dass viele Christen in der Region zunehmend Angst haben», erläutert Frans Veerman, Leiter von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors.  Christen werden gezielt ins Visier genommen oder sind besonders verwundbar auf einem Kontinent, der von dem doppelten Problem radikaler islamischer Elemente und zunehmend autokratischer Regime heimgesucht wird. Das stellt eine ständig wachsende Bedrohung für Christen in Subsahara-Afrika dar. Man muss erwarten, dass dieser doppelte Druck sie überwältigen und sie aus ihren Häusern und Dörfern vertreiben wird, wenn er nicht unter Kontrolle gebracht wird. Mindestens 16,2 Millionen Christen in Subsahara-Afrika wurden bis Ende 2022 gewaltsam vertrieben, davon über hunderttausend als direkte Reaktion auf religiöse Verfolgung.» Radikale islamische Gruppen, die instabile politische Verhältnisse ausnutzen, sind auf dem gesamten afrikanischen Kontinent verbreitet. Die Umbrüche in der Regierungsführung und Sicherheit haben den dschihadistischen Aktivitäten Tür und Tor geöffnet, wie sie beispielsweise in Burkina Faso (# 20), Mali (# 14), Mosambik (# 39), Nigeria und Somalia (# 2) zu beobachten sind.
«Wir sind besonders besorgt über die Zunahme der gewalttätigen Angriffe auf christliche Gemeinschaften. Der sehr starke Anstieg der Zahl der angegriffenen, zerstörten oder geschlossenen Kirchen ist alarmierend und zeigt, dass die Freiheit, seinen Glauben ‹allein oder in Gemeinschaft› zu bekunden, wie in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte dekretiert, in vielen Teilen der Welt in Gefahr ist. Wir sind auch sehr besorgt über die zahlreichen Angriffe auf Christen in Afrika südlich der Sahara, die hunderttausend von ihnen gezwungen hat, aus ihren Dörfern in Vertriebenenlager zu fliehen, wo sie unter sehr schwierigen Bedingungen und ohne Zukunftsperspektive leben. Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und einzugreifen, damit die betroffenen Regierungen Massnahmen ergreifen, um ihre Bevölkerung zu schützen und dem Recht der Christen, ihren Glauben in Frieden zu leben, Geltung zu verschaffen», stellt Philippe Fonjallaz, Direktor von Open Doors Schweiz, fest. 

Weitere Schlaglichter: Nicaragua ( # 30) und Nordkorea (# 1)

Die kommunistischen Diktaturen in Lateinamerika stehen der Kirche zunehmend feindlich gegenüber. In Nicaragua zeigt sich das besonders deutlich, das Land ist auf dem WVI 2024 um 20 Plätze gestiegen. Die Regierung Ortega unterdrückt die Religionsfreiheit immer offener. Universitäten und anderen Einrichtungen, die mit der Kirche verbunden sind, wird die Zulassung entzogen. In christlichem Besitz befindliche Immobilien und Medien werden beschlagnahmt. Kritiker dieser Restriktionen durch die Regierung, sowohl kirchliche als auch weltliche, werden verhaftet, ebenso wie ihre Verteidiger. So wurde im Februar 2023 dem katholischen Bischof von Matagalpa, Rolando Álvarez, als einem offenen Verfechter der bürgerlichen Freiheiten, die Staatsbürgerschaft entzogen und er wurde zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt.  Nordkorea steht erneut auf Platz eins des Weltverfolgungsindex, wie seit 1992, mit Ausnahme von 2022, als Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban den WVI anführte. Christen sind gezwungen, ihren Glauben in völliger Geheimhaltung zu praktizieren. Berichte über Razzien gelangen nur selten in die internationalen Medien, aber ein Beispiel wurde im April 2023 bekannt, als sich fünf Christen in einem abgelegenen Bauernhaus im Zentrum Nordkoreas zum Gebet versammelten, nur um festzustellen, dass die Polizei von einem Informanten benachrichtigt worden war und auf sie wartete. Den fünf verhafteten Christen drohen nun Jahre der Zwangsarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen. In Nordkorea gibt es etwa 200‘000 politische und religiöse Gefangene, die in mehreren über das ganze Land verteilten Lagern festgehalten werden. Schätzungsweise 50‘000 bis 70‘000 von ihnen sind Christen, die nur aufgrund ihres Glaubens inhaftiert sind. 

TOP 50 mit sehr hoher und extremer Verfolgung

In den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex (WVI) sind rund 317 Millionen Christen einem sehr hohen bis extremen Mass an Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Betrachtet man ausserdem die Länder mit einem hohen Mass an Verfolgung, so sind rund 365 Millionen Christen betroffen. Mittels einer Indexpunktzahl werden die Länder den Verfolgungsrubriken «extrem» (81-100 Punkte), «sehr hoch» (61-80 Punkte) und «hoch» (41-60 Punkte) zugeordnet.  

TOP 10 im WVI 2024 (Rang im WVI 2023 in Klammern)

1.    Nordkorea (1)
2.    Somalia (2)
3.    Libyen (5)
4.    Eritrea (4)
5.    Jemen (3)
6.    Nigeria (6)
7.    Pakistan (7)
8.    Sudan (10)
9.    Iran (8)
10.  Afghanistan (9)  

Open Doors setzt sich in über 70 Ländern durch Hilfsprojekte für verfolgte Christen ein und untersucht jedes Jahr das Ausmass an Gewalt, staatlicher Unterdrückung sowie gesellschaftlicher und behördlicher Feindseligkeit gegenüber Christen in rund 100 Ländern. Die Daten dafür liefern betroffene kirchliche Netzwerke, regionale Menschenrechtsanwälte, unabhängige Experten sowie Analysten von Open Doors International. Die Einhaltung der Methodik des Weltverfolgungsindex wird durch das Internationale Institut für Religionsfreiheit geprüft und zertifiziert

Quelle: opendoors.ch

Mittwochskolumne: Ökumene

Ökumene

Bern (novaradio.ch): Vom 18. bis 25. Januar findet die Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Es ist schön, dass jedes Jahr für die Einheit der Christen gebetet wird. Jesus Christus wollte keine gespaltene Christenheit, sondern dass wir alle eins sind. Daher sollte jeder Christ, dies unabhängig von seiner Konfession, dazu beitragen, diese Einheit zu fördern. Man trägt jedoch nicht dazu bei, indem man seine eigene Konfession verleugnet. Leider wurde dies in den letzten Jahren zu häufig getan. Katholiken haben darauf verzichtet, die katholische Lehre zu vertreten, um die Reformierten nicht zu beleidigen. Beispielsweise wurde auf die Feier der Eucharistie verzichtet, um ökumenische Gottesdienste zu ermöglichen. Da ich viele Freunde habe, die reformiert sind, weiss ich, dass glaubensfeste Reformierte sicherlich keinen Anstoss daran nehmen, wenn Katholiken das zentrale Geheimnis ihres Glaubens – die Eucharistie – feiern. Ganz im Gegenteil haben reformierte Mitchristen häufig ein grosses Interesse an der Heiligen Messe, da ihnen die reformierten Gottesdienste sehr wortlastig und wenig sinnesfreudig vorkommen. Daher sollte die Praxis, die Eucharistiefeier aufgrund von einem ökumenischen Gottesdienst ausfallen zu lassen, vermieden werden. Wenn wir eine wahrhaftige Ökumene wünschen, dann darf dies nicht auf Kosten der Katholischen Identität geschehen. Auch wir als Katholiken können von den evangelischen Mitchristen nicht verlangen, auf ihre Identität zu verzichten.

Ökumene bedeutet für mich daher nicht Verwässerung des Glaubens, sondern die Suche nach Gemeinsamkeiten. Die grösste Gemeinsamkeit ist dabei der Glaube an Jesus Christus und an sein Wort, das uns in der Heiligen Schrift offenbart wird. Es wäre sehr schön, wenn Christen vermehrt zusammenkämen, um die Bibel zu lesen. Auch könnten Christen gemeinsam diakonische Projekte starten. Für Menschen in Not spielt es keine Rolle, ob ihnen ein Katholik oder Protestant hilft. Das Tragische an der heutigen Ökumene ist, dass sie krampfhaft versucht, gerade dort Gemeinsamkeiten zu schaffen, wo die grössten Unterschiede sind (Liturgie), währenddem in den Bereichen, wo man gemeinsam wirken könnte, keine Anstrengungen unternommen werden (Diakonie und Verkündigung).

Nutzen wir diese Woche, um Gott darum zu bitten, uns Wege der Einheit zu zeigen, ohne dass wir unseren katholischen Glauben relativieren müssen. DR

FSSP: Heilig-Land-Wallfahrt vom 21. April bis 5. Mai 2024

Es wird nicht verwundern, dass für diese Wallfahrt wieder einige Plätze frei sind. Deshalb möchte ich hiermit versuchen, um Mitpilger zu werben.

  • Wir werden ab Zürich mit der Fluggesellschaft ELAL fliegen. Diese ist seit Anfang Oktober ohne Unterbrechung und ohne jeden Zwischenfall geflogen. Die Zahl der Flüge ab Zürich wurde sogar vermehrt.
  • Seit Ausbruch des Krieges gab es an keinem einzigen der von uns besuchten Orte irgendwelche ernsthaften Zwischenfälle. Die Studenten der Dormitio haben vor Weihnachten die heiligen Orte in Galiläa besucht und sind in der Christnacht sogar zu Fuß nach Bethlehem gepilgert. Aus Israel und Palästina habe ich nur Ermutigungen gehört, die Wallfahrt durchzuführen.
  • Der Frühling ist auch in Israel die allerschönste Zeit, und Galiläa wird einem Blumenstrauß gleichen. Die Aussicht, dass voraussichtlich weniger Touristen unterwegs sein werden, könnte die Wallfahrt sogar ganz besonders attraktiv machen.

Erbitten Sie gerne das detaillierte Programm samt Anmeldeformular! p.ramm@fssp.ch

Heilige: Hl. Antonius der Grosse

Opus Dei: Der Weg Teil 10

Nachrichtensendung vom 12.01.2024

Franz Beckenbauer ist Tod

Kardinal Sarah ist gegen Homosegnungen

Mittwochskolumne vom 10.01.2024

Die Heilige Schrift lesen

Bern (novaradio.ch): Es ist heute bei vielen Menschen, leider auch Katholiken, nicht mehr beliebt, die Heilige Schrift zu lesen. Viele Christen kennen das Alte und Neue Testament nur sehr schlecht. Sogar bei sehr frommen Katholiken ist es oft so, dass sie zwar regelmässig die Heiligen Messen besuchen und zuhause beten, jedoch die Bibel nicht lesen. Ich möchte heute dazu aufrufen, sich wieder vermehrt dem Lesen der Bibel zu widmen. Drei Gründe sind für mich hierbei entscheidend. Erstens ist die Bibel das Fundament unseres Glaubens. Wenn wir unseren Glauben kennenlernen und verstehen wollen, ist es unverzichtbar, die Bibel zu lesen. Beispielsweise können wir die Grösse des Osterfestes viel besser nachvollziehen, wenn wir im Alten Testament über den Exodus der Israeliten aus Ägypten lesen. Wir sehen Zusammenhänge zwischen der Geschichte des jüdischen Volkes im Alten Testament und der Frohen Botschaft, die uns im Neuen Testament verkündet wird. Auch lernen wir die Gebote Gottes besser kennen, wenn wir regelmässig die Bibel lesen. Es ist nicht so, dass die Kirche ihre Gebote willkürlich festgelegt hätte, sondern dass es die Bibel ist, welche die Grundlage für die Gebote der Kirche ist. Im Evangelium steht klar, dass Jesus nicht gekommen ist, um die Gebote aufzuheben, sondern um sie zu erfüllen.

Zweitens ist die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift deswegen wichtig, weil es einen schlechten Eindruck macht, wenn wir Menschen begegnen, die nicht gläubig sind, jedoch Fragen zum Glauben haben, wir ihnen jedoch aufgrund unseres Unwissens keine Antwort geben können. Unsere Glaubwürdigkeit als Christen hängt natürlich vor allem auch von unseren Taten ab, aber sie hängt auch von unserem Wissen ab, da Menschen es nicht verstehen, wenn Christen nichts über ihren Glauben wissen. Wollen wir die Frohe Botschaft verbreiten, ist es wichtig, die Frohe Botschaft zu kennen (und auch das Alte Testament).

Als dritten Punkt möchte ich die persönliche Gottesbeziehung anführen. Gott möchte mit jedem Menschen eine tiefe Beziehung aufbauen und es ist auch an uns, Gott dies zu ermöglichen. Durch das Wort Gottes spricht der Herr uns im Alltag an. Die Heilige Schrift besteht nicht aus Geschichten, die für unser heutiges Leben keine Bedeutung haben. Die Heilige Schrift beinhaltet eine ewige Weisheit, die uns dem Reich Gottes näherbringt.

Lassen Sie uns daher die Bibel dieses Jahr neu entdecken und dadurch zu besseren und glaubwürdigeren Christen werden.  DR

Klartext zum Thema Fiducia Supplicans

NEWS: FSSP lädt ein

Für Männer!!!

Kommen Sie zu Fastnacht zu unserem traditionellen Skiwochenende für Väter und Söhne! Herberge finden wir in der ‚Jugendunterkunft‘ im Flüeli-Ranft, der Heimat des heiligen Bruder Klaus. Anreise ist am Freitag, 9. Februar 2024, gegen Abend. Skifahren gehen wir auf Melchsee-Frutt. Wir freuen uns auf gute Kameradschaft und ein glaubensfrohes Beisammensein!!!

Noch sind Plätze frei, und schade wäre, wenn das so bliebe.

Auch unbesohnte Väter sind willkommen. Auch Schneewandern, Langlauf und Schlitteln sind möglich. – Auf Nachfrage sende ich nähere Informationen!

Herzliche Einladung an alle zur Sonntagsmesse am 11. Februar um 10.30 Uhr in der schönen Wallfahrtskirche Melchtal!

Ignatianische Exerzitien zu Beginn der Fastenzeit

In der ersten Fastenwoche (19. – 24. Februar 2024) gebe ich in St. Pelagiberg Exerzitien. Dazu sind noch mehrere Plätze frei.

Ignatianische Exerzitien an der Schwelle zur Passionszeit

Zu den Exerzitien vom 11. – 16. März 2024 in Marienfried sind noch wenige Plätze frei.

Exerzitien für Jugendliche und junge Erwachsene

Nach der wunderbar segensreichen Weihnachtswoche lade ich hiermit zur Osterwoche ein. Diese Exerzitien werden sich an der Methode des hl. Ignatius orientieren, aber eigene Akzente setzen.

Alles zum Thema Heilige drei Könige

ZOOM: Die Legende der Hl. drei Könige Teil 4

Nachrichtensendung vom 05.01.2024

Papst als Freimaurer betitelt

Kollegium 2024

Hollywoodstar wird katholisch

ZOOM: Die Legende der hl. drei Könige Teil 3

NEWS: 73 Millionen Abtreibungen im 2023

Der folgende Text ist vom Lifenews Portal und wurde von uns mit Deeple übersetzt.

Im Jahr 2023 starben mehr Menschen bei Abtreibungen als bei jeder anderen Todesursache.

Eine herzzerreißende Erinnerung an die Prävalenz von Abtreibungen: Statistiken von Worldometers zeigen, dass es im Jahr 2023 weltweit über 73 Millionen Abtreibungen gab. Die unabhängige Website sammelt Daten von Regierungen und anderen Organisationen und meldet dann die Daten zusammen mit Schätzungen und Prognosen auf der Grundlage dieser Zahlen.

Worldometers stützt seine täglichen Abtreibungszahlen auf ein Faktenblatt der Weltgesundheitsorganisation, das eine noch höhere Zahl an Abtreibungen pro Jahr als Worldometers angibt. „Jedes Jahr finden weltweit rund 73 Millionen induzierte Abtreibungen statt“, so die WHO.

Abtreibung ist auch die häufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten.

„In den USA, wo fast 30 Prozent der Schwangerschaften ungewollt sind und 40 Prozent davon durch Abtreibung abgebrochen werden, gibt es zwischen 1.500 und 2.500 Abtreibungen pro Tag. Fast 20% aller Schwangerschaften in den USA (ohne Fehlgeburten) enden mit einer Abtreibung. Das Guttmacher-Institut berichtet von 930.160 Abtreibungen, die im Jahr 2020 in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurden, mit einer Rate von 14,4 pro 1.000 Frauen“, berichtet Worldometers.

Vergleicht man die Zahl der Abtreibungen mit anderen Todesursachen wie Krebs, HIV/AIDS, Verkehrsunfällen und Selbstmord, so übertraf die Zahl der Abtreibungen bei weitem alle anderen Ursachen. Im Gegensatz dazu starben im Jahr 2023 schätzungsweise 10 Millionen Menschen an Krebs, 6,2 Millionen an Rauchen, 17 Millionen an Krankheiten und 2 Millionen an HIV/AIDS. Auch Todesfälle durch Malaria und Alkohol werden registriert.

Mit 67,1 Millionen Menschen, die im vergangenen Jahr an einer anderen Ursache als Abtreibung starben, und 140 Millionen Menschen, die insgesamt an Abtreibung und allen anderen Ursachen starben, bedeutet dies, dass Abtreibungen im vergangenen Jahr fast 52 % aller Todesfälle auf der ganzen Welt ausmachten.

Ungeborene Babys werden nicht als menschliche Wesen anerkannt, obwohl die Biologie darauf hinweist, dass sie vom Moment der Empfängnis an einzigartige, lebendige menschliche Wesen sind, und sie sterben einen brutalen, gewaltsamen Tod bei Abtreibungen.

Die Zahl der Abtreibungen ist unverständlich, aber jede dieser 73 Millionen Abtreibungen weltweit im Jahr 2023 steht für einen lebenden Menschen, dessen Leben im Mutterleib gewaltsam zerstört wurde. Jedes ungeborene Baby hatte bereits seine eigene, einzigartige DNA, die es von seiner Mutter unterschied. Diese DNA zeigte an, ob es sich bei dem Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelte, seine Augen- und Haarfarbe, seine Größe, mögliche genetische Störungen und andere Behinderungen und vieles mehr. In den meisten Fällen schlagen auch die Herzen der ungeborenen Babys, wenn sie abgetrieben werden.

In Amerika werden jedes Jahr knapp 1 Million Babys abgetrieben. Obwohl die Abtreibungsraten in den letzten zehn Jahren gesunken sind, bleibt Abtreibung auch in den Vereinigten Staaten die häufigste Todesursache.

Schätzungsweise 65 Millionen ungeborene Babys sind in den USA seit Roe v. Wade im Jahr 1973. Im Januar werden sich Pro-Life-Aktivisten zum jährlichen Marsch für das Leben in Washington, D.C., versammeln, um an den Jahrestag dieser berüchtigten Entscheidung zu erinnern und die Wiederherstellung des Schutzes für das ungeborene Leben zu fordern.

ZOOM: Die Legende der drei hl. Könige Teil 2

ZOOM: Legende der drei Könige Teil 1

Mittwochskolumne 03.01.2024

Erscheinung des Herrn

Bern (novaradio.ch): Am 6. Januar feiert die Kirche das Hochfest Erscheinung des Herrn. Wir verbinden damit vor allem das Dreikönigsfest, wobei theologisch nicht nur die Anbetung der drei Weisen aus dem Morgenland gemeint ist, sondern auch die Taufe Jesu und sein erstes Wunder bei der Hochzeit zu Kana. Ich möchte die heutige Kolumne nutzen, um darüber nachzudenken, welche geistigen Anregungen wir heute aus der Tatsache gewinnen können, dass drei Weise aus fernen Ländern Jesus Geschenke brachten und ihm Ehre erwiesen. Die erste Erkenntnis für mich ist, dass alle Kulturen dazu berufen sind, Jesus Christus zu erkennen. Alle Menschen sind Kinder Gottes. Die drei Weisen waren keine Juden, sind aber dem Stern gefolgt und haben Jesus gefunden. Die Natur hat ihnen gezeigt, wo Jesus zu finden ist. Wir haben oft das Gefühl, dass es einen Gegensatz gibt zwischen Wissenschaft und Religion. Die Sterndeuter zeigen, dass jede richtige Wissenschaft zu Gott führt. Die katholische Kirche hat immer betont, wie wichtig es ist, die Vernunft zu verwenden. Wenn man die Vernunft richtig gebraucht, erkennt man Gott. Der zweite wichtige Punkt ist die Geduld, welche die drei Weisen aufbrachten, um dem Stern zu folgen. Im Glauben braucht man Geduld und Beharrlichkeit. Viele Menschen sind schnell begeistert vom Glauben und dann schnell wieder enttäuscht, wenn nicht alles so klappt, wie es von ihnen gewünscht wird. Der Weg der drei Weisen war sicherlich mit vielen Hürden verbunden. Auch unser religiöses Leben gleicht oft einer Achterbahn, bei der es Höhen und Tiefen gibt. Wichtig ist, beharrlich seinen Weg zu gehen und nicht aufzugeben. Auch wenn man nicht in jeder Heiligen Messe oder beim Beten jedes Rosenkranzes innerlich erfüllt wird, so ist es wichtig, regelmässig die Sakramente zu empfangen und zu beten. Unser Glaube wird gerade in den Momenten gestärkt, in denen wir innerlich keinen Antrieb spüren, geistige Übungen zu verrichten, es jedoch aus Liebe zu Gott trotzdem tun.

Der dritte Punkt sind die Geschenke, welche die drei Weisen mitbrachten. Wir müssen heute nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe Jesus schenken, sondern unser Herz und unsere Gaben. Vor allem bei den Gaben möchte ich alle Katholiken aufrufen, sich zu fragen, wie sie der Kirche dienen können. Viele Katholiken verharren in der Passivität und glauben, sie können nichts für die Kirche tun. Ich bin überzeugt, dass Gott jedem Menschen Fähigkeiten gegeben hat, um die Frohe Botschaft zu verbreiten und das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen. Bitten wir also Gott, uns erkennen zu lassen, mit welchen Gaben und Fähigkeiten wir ihm dienen können. Machen wir uns wie die drei Weisen auf, um Gott Ehre zu erweisen. DR

Heilige: Papst Silvester I.

Bischof von Rom

  • in Rom
    † 31. Dezember 335 daselbst

Silvester war traditioneller, aber zweifelhafter Überlieferung zufolge der Sohn von Justa. Er wurde wohl noch vor Beginn der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian im Jahr 284 zum Priester geweiht. Vor den Verfolgungen – und der in Rom grassierenden Lepra – zog er sich dann zeitweise in eine Höhle am Mons Soracte – heute Monte Soratte – zurück; auf dessen Gipfel habe er eine Kirche errichtet an der Stelle eines zuvor dort für die Dis Pater, die Götter der Unterwelt Pluto und Orcus, stehenden heidnischen Heiligtums; daraus wuchs ein ihm geweihtes Kloster.

Sein Amt als römischer Bischof trat Silvester 314 an – ein Jahr, nachdem die römischen Kaiser Konstantin der Große und Licinius 313 die christliche Kirche anerkannt und im Edikt von Mailand jedem Bürger des Reiches das Recht auf freie Religionsausübung gewährt hatten. Diese Ereignisse, oft legendär überhöht, begründen Silvesters Bedeutsamkeit, sein eigenes Wirken hat dazu wenig beigetragen.

Die meist im 5. Jahrhundert entstandenen Legenden berichten Silvesters Standhaftigkeit während der noch andauernden Verfolgungen: Er warnte den Statthalter, der ihn zwingen wollte, die von ihm verwahrten Besitztümer von Christen herauszugeben, bis dieser beim Essen an einer Fischgräte erstickte. Er heilte und bekehrte den angeblich aussätzigen Kaiser; die Legende sagt auch, dass er Konstantin getauft habe, was geschichtlich nicht haltbar ist. Diese Legende ging auch in die Konstantinische Schenkung ein, eine gefälschte Urkunde, die zur Legitimation der Besitzansprüche und Herrschaftsrechte des Papsttums diente, derzufolge Konstantin dem Bischof die Stadt Rom und das ganze Abendland zu eigen gab und ihm das Tragen der kaiserlichen Insignien erlaubte.

Die Legenden erzählen von einem Streitgespräch, das Silvester mit zwölf jüdischen Rabbinern geführt habe, weil Helena ihren inzwischen getauften Sohn Konstantin zum Judentum bekehren wollte. Silvester obsiegte im Disput gegen elf der gelehrten Juden; der zwölfte, Zambri, tötete einen Stier durch die Nennung des Namens Gottes, den der Stier nicht ertragen konnte, um so die Kraft seines Glaubens zu beweisen. Silvester aber konnte mit Gottes Hilfe sogar den toten Stier zum Leben auferwecken, worauf auch Zambri wie die anderen Rabbiner und Helena sich sofort taufen ließen. Heidnische Priester bekehrte Silvester demnach, indem er einen Drachen bezwang.

Weder bei der epochalen Hinwendung Konstantins zum Christentum noch bei der Bewältigung der kirchenpolitischen und dogmatischen Auseinandersetzungen spielte Silvester eine für seine Zeitgenossen erinnerungswürdige Rolle. Er nahm weder 314 an der Reichssynode in Arles teil, wo die Auseinandersetzung mit dem Donatismus begann, noch 325 am 1. Konzil von Nicäa mit den wegweisenden Entscheidungen um die Wesensart Jesu Christi und gegen den bedrohlichen Arianismus. Den Synodalen von Arles schrieb er, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Noch im späten 4. Jahrhundert belasteten die Donatisten Silvester selbst wie seine Vorgänger mit dem Vorwurf des vorübergehenden Abfalls vom Glauben während der Verfolgungen unter Kaiser Diokletian. Das Fernbleiben vom Konzil in Nicäa begründete Eusebius von Cäsarea mit Silvesters hohem Alter, aber er hat das Konzil immerhin noch um ein Jahrzehnt überlebt.

Silvester ließ über den Priscilla-Katakomben eine Kirche bauen. An der Stelle der heutigen Kirche San Martino ai Monti ließ er in einem geschenktem Haus – wohl ein Nebengebäude der riesigen Thermen des Trajan – ein Oratorium errichten, das allen Märtyrern geweiht wurde; in ihm fand 324 eine Sitzung zur Vorbereitung des 1. Konzils von Nicäa statt. Silvester wurde dann im Coemeterium der Priscilla bestattet, ob in der von ihm erbauten Kirche oder einem der unterirdischen Gänge ist umstritten. Um 760 erfolgte durch Papst Paul I. die Übertragung seiner Gebeine in die Kirche San Silvestro e Stefano – die heutige Kirche San Silvestro in Capite in Rom, auch in seiner Kirche San Martino ai Monti liegen Reliquien in der Krypta. Weitere Gebeine – darunter ein Teil der Schädelrelliquie – kamen in das dann ihm geweihte Kloster San Silvestro der Benediktiner nach Nonàntola.

Die älteste Fassung des Actus Silvestri stammt wohl aus dem im letzten Jahrzehnt des 4. bis ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhundert, angeregt durch das damalige römisch-kirchliche Selbst- und Geschichtsbewusstsein. Das Fest für Silvester wird schon seit dem 5. Jahrhundert im ganzen christlichen Europa gefeiert. Die Silvesternacht zum Jahreswechsel ist von einer Fülle des Brauchtums geprägt, Silvesterumzüge waren früher verbreitet.

Patron der Haustiere; für eine gute Futterernte, ein gutes neues Jahr
Bauernregeln: Silvesternacht düster oder klar, / deutet auf ein neues Jahr.
Ist’s zu Silvester hell und klar, / steht vor der Tür das neue Jahr.
Gefriert’s an Silvester zu Berg und Tal, / geschieht auch dies zum letzten Mal.
Wind in St. Silvesters Nacht, / hat nie Wein und Korn gebracht.
Silvester Wind und warme Sunnen / wirft jede Hoffnung in den Brunnen.
Silvesternacht wenig Wind und Morgensonn, / gibt Hoffnung auf Wein und Korn.

Quelle: Heiligenlexikon

Weihnachtssendung 27.12.2023

Weihnachtssendung 26.12.2023

Weihnachten 2023

Heiligabend 2023

ADVENT: 23.12.2023

NEWS: Erklärung der Ungarischen Katholischen Bischofskonferenz (MKPK) zum Segen

Im Folgenden veröffentlichen wir die Erklärung der Ungarischen Katholischen Bischofskonferenz (MKPK).

In den Weihnachtstagen haben wir die Freude gefeiert, Gott bei uns, unter uns zu haben, der mit barmherziger Liebe alle Menschen zur Gemeinschaft mit ihm eingeladen hat. In diesem Sinne richten wir, die Mitglieder der Ungarischen Katholischen Bischofskonferenz, folgende Botschaft an unsere Hirten und Mitglieder unserer Kirche.

Das am 18. Dezember 2023 veröffentlichte Dikasterium für die Glaubenslehre Fiducia supplicans über den pastoralen Charakter der Segnungen ändert nichts am Glauben und der Lehre der katholischen Kirche über Ehe und Sexualmoral von Anfang an. In Anbetracht der pastoralen Situation in Ungarn gibt die Bischofskonferenz den Hirten eine Anleitung, dass wir alle Menschen segnen können, unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung, aber wir müssen es immer vermeiden, Paaren, die in einer bloßen Beziehung zusammenleben oder die nicht in einer gültigen Ehe oder gleichgeschlechtlichen Beziehung leben, einen gemeinsamen Segen zu geben.

Gleichzeitig begleiten wir unsere Brüder und Schwestern in jeder besonderen Situation mit Liebe und Respekt und helfen ihnen, auf dem Weg, das Evangelium Christi zu leben, zu einem tieferen Verständnis des Willens Gottes zu gelangen.

Budapest, 27. Dezember 2023.

Ungarische Katholische Bischofskonferenz

Quelle: Ungarische Katholische Bischofskonferenz

NEWS: FSSPX zu neuem Dokument

Wer mich liebt, der hält meine Gebote und lässt sie halten.

Die Erklärung Fiducia supplicans des Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre zur Frage der Segnungen für „Paare mit irregulärem Status und für gleichgeschlechtliche Paare“ versetzt uns in Bestürzung. Dies umso mehr, als dieses Dokument vom Papst selbst unterzeichnet wurde.

Obwohl sie vorgibt, jede Verwechslung zu verhindern zwischen der Segnung solcher unrechtmäßiger Verbindungen und der Segnung einer Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, vermeidet diese Erklärung weder die Verwirrung noch den Skandal: Sie lehrt nicht nur, dass ein Amtsträger der Kirche Gottes Segen auf sündhafte Verbindungen herabrufen kann, sondern bestärkt dadurch tatsächlich diese sündhaften Situationen.

Der „Segen“, zu dem diese Erklärung aufruft, besteht darin, für diese Personen in einem nicht-liturgischen Rahmen darum zu bitten, dass „alles, was in ihrem Leben und in ihren Beziehungen wahr, gut und menschlich wertvoll ist, durch die Gegenwart des Heiligen Geistes bekleidet, geheilt und erhöht werde“.

Es ist aber die schlimmste Art von Täuschung, Menschen, die in einer von Grund auf unmoralischen Verbindung leben, glauben zu lassen, dass diese gleichzeitig positiv und wertetragend sein könnte. Zudem ist dies der schwerwiegendste Mangel an Nächstenliebe gegenüber diesen verirrten Seelen. Es ist falsch, sich einzureden, dass es in einer Situation öffentlicher Sünde etwas Gutes gebe, und es ist falsch zu behaupten, dass Gott Paare, die in einer solchen Situation leben, segnen könne.

Zweifellos kann jeder Mensch durch die zuvorkommende Barmherzigkeit Gottes Hilfe erfahren und mit Vertrauen entdecken, dass Gott ihn zur Bekehrung ruft, und durch die Bekehrung das Heil empfangen, das Gott ihm anbietet. Und niemals verweigert die heilige Kirche den Segen den Sündern, die sie rechtmäßig darum bitten, aber dann hat dieser Segen keinen anderen Zweck, als der Seele zu helfen, die Sünde zu überwinden und im Stand der Gnade zu leben.

Die heilige Kirche kann also jeden einzelnen Menschen segnen, sogar einen Heiden. Aber niemals und in keiner Weise könnte sie eine an sich sündhafte Verbindung segnen, unter dem Vorwand, das Gute in ihr zu fördern.

Wenn man ein Paar segnet, segnet man nicht einzelne Menschen, sondern man segnet notwendigerweise die Beziehung, die sie verbindet. Eine an sich schlechte und ärgerniserregende Wirklichkeit kann nicht durch einen Segen gerettet werden.

Eine solche Ermutigung zur pastoralen Durchführung von Segnungen führt in der Praxis unweigerlich dazu, dass Situationen, die mit dem Sittengesetz unvereinbar sind, systematisch akzeptiert werden, egal was immer man auch sagt.

Dies entspricht leider den Aussagen von Papst Franziskus, der die Haltung derjenigen als „oberflächlich und naiv“ bezeichnet, die Menschen zu „Verhaltensweisen verpflichten, für die sie noch nicht reif sind oder zu denen sie nicht in der Lage sind [1]“.

Dieses Denken, das nicht mehr an die Macht der Gnade glaubt und das Kreuz beiseiteschiebt, hilft niemandem, aus der Sünde herauszukommen. Es ersetzt wahre Vergebung und wahre Barmherzigkeit durch einen traurig hilflosen Straferlass. Und beschleunigt damit nur, dass Seelen verloren gehen und die katholische Moral zerstört wird.

Die ganze abgehobene Sprache und sophistische Verkleidung des Dokuments des Dikasteriums für die Glaubenslehre kann die elementare und offensichtliche Realität dieser Segnungen nicht verbergen: Sie werden nichts anderes tun, als diese Verbindungen in ihrer an sich sündhaften Situation zu bestärken und andere zu ermutigen, ihnen zu folgen. Dies wird dazu führen, dass diese Segnungen als Ersatz-Ehe betrachtet werden.

In Wirklichkeit offenbart dieses Dokument einen tiefen Mangel an Glauben an das Übernatürliche, an die Gnade Gottes und an die Kraft des Kreuzes, um in Tugend, in der Reinheit und in der Liebe gemäß dem Willen Gottes zu leben.

Es ist ein naturalistischer und defätistischer Geist, der sich feige dem Geist der Welt, dem Feind Gottes, anpasst. Es handelt sich hier um eine weitere Kapitulation und Unterwerfung vor der Welt seitens der liberalen und modernistischen Hierarchie, die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Dienste der Revolution innerhalb und außerhalb der Kirche steht.

Möge die allerseligste Jungfrau Maria, Hüterin des Glaubens und der Heiligkeit, der heiligen Kirche zu Hilfe eilen. Sie möge in besonderer Weise diejenigen schützen, die diesem Chaos am meisten ausgeliefert sind: die Kinder, die nun gezwungen sind, in einem neuen Babylon aufzuwachsen, ohne Orientierungspunkte oder einen Führer, der an das moralische Gesetz erinnert.

Don Davide Pagliarani, Generaloberer
Menzingen, den 19. Dezember 2023

Mittwochskolumne vom 27.12.2023

Apostel und Evangelist Johannes

Bern (novaradio.ch): Am 27. Dezember gedenkt die Kirche des Apostels und Evangelisten Johannes. Der Überlieferung nach war der Apostel Johannes auch der Verfasser des gleichnamigen Evangeliums, der Johannes-Briefe und der Offenbarung. Das Johannes-Evangelium ist ein tief philosophischer Text, der davon geprägt ist, die Liebe Gottes zu den Menschen zu verkünden. Meine Lieblingsszene ist diejenige, bei der Johannes beim letzten Abendmahl an der Brust Jesu ruht. Dies ist ein so starkes Bild, welches zeigt, wie nahe der Mensch Gott sein kann, wenn er ein reines Herz hat. Es ist nicht Gott, der den Menschen von sich stösst, sondern der Mensch, der sich von Gott entfernt. Das Vertrauen, welches Johannes in Gott hatte, erinnert uns daran, ständig voller Vertrauen auf Gott, der unser Vater ist, zuzugehen. Ein weiteres starkes Bild, das uns im Evangelium von Johannes geschenkt wird, ist dasjenige unter dem Kreuz. Jesus vertraut seine Mutter Johannes an. Für alle Menschen, die daran zweifeln, dass Jesus ein Einzelkind war, sollte diese Erzählung Beweis sein, dass Jesus keine leiblichen Geschwister hatte und der einzige Sohn von Maria war. Jesus hat sich als einziges Kind um seine Mutter gekümmert. Wenn er Geschwister gehabt hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, Johannes die Aufgabe zu übertragen, sich um Maria zu kümmern. Jesus dachte am Kreuz nicht an seine Leiden, sondern an die ganze Menschheit und an seine geliebte Mutter. Er gab Maria als Mutter Johannes, er gab aber auch Johannes als Sohn Maria. Für uns gläubige Christen ist dies die klare Botschaft Jesu, dass wir alle Maria ebenfalls als Mutter haben. Jesus gab die ganze Menschheit in die Obhut seiner Mutter. Als dritten Punkt möchte ich die Offenbarung erwähnen, die der Überlieferung nach auch von Johannes geschrieben wurde. Die Offenbarung sollte uns keine Angst machen, sondern uns daran erinnern, dass wir nicht für immer auf Erden bleiben werden. Gott hat uns alle für die Ewigkeit erschaffen. Gerade in diesen Tagen, wo wir auf das Ende des Jahres zugehen, sollten wir uns bemühen, nicht nur in weltlichen Kategorien zu denken. Es ist gut und wichtig, die irdische Zeit zu nutzen, das Leben zu geniessen und uns an allem zu erfreuen, was Gott uns schenkt. Dabei dürfen wir aber nicht die Wahrheit vernachlässigen, wonach wir alle einmal vor Gott stehen werden. Gott lädt uns alle ein, an seiner Brust zu ruhen, wie dies Johannes getan hat. Wir sollten diese irdische Existenz nutzen, um ein grosses Vertrauen und eine grosse Liebe zu Gott aufzubauen. Bitten wir heute den Apostel Johannes und seine und unsere himmlische Mutter Maria, immer mehr Gott und seinen Willen zu erkennen, damit wir hier und später im Himmel Kinder Gottes sein werden. DR

ADVENT: 22.12.2023

ADVENT: 21.12.2023

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FROHE UND GESEGNETE WEIHNACHTEN

Das ganze Novaradio.ch Team wünscht euch eine frohe und gesegnete Weihnachten

Nachrichtensendung vom 22.12.2023

Theologin aus Bistum St. Gallen beschimpft Mutter Gottes

Malawi gegen Homo-Segnungen

Mittwochskolumne 20.12.2023

Weihnachten

Bern (novaradio.ch): Weihnachten hat heute leider sehr viel Kommerzielles an sich, da die Wirtschaft dieses Fest nutzt, um die Menschen zu mehr Konsum anzuregen. Für viele Menschen ist es hingegen ein reines Familienfest, an dem die Familie zusammenkommt, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Natürlich ist es schön, dass in der heute immer stärker individualisierten Welt Weihnachten ein Anlass ist, um Gemeinschaft zu stiften und Freunde und Angehörige wiederzusehen. Als Christen dürfen wir jedoch vor allem das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren. An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Gottes. Wir feiern, dass Jesus Christus in Bethlehem in einem einfachen Stall zur Welt kam, um uns von unseren Sünden zu erlösen. Ostern fängt damit bereits an Weihnachten an, da mit der Geburt Jesu sein Auftrag startete, uns zu retten. Auf dieses kleine Kind im Stall von Bethlehem setzen wir Christen all unsere Hoffnung.

Ein weiterer Punkt, der mit der Menschwerdung Gottes verbunden ist, ist die Demut, die Gott damit zum Ausdruck brachte, dass er als kleines Kind zur Welt kam. Auch 2000 Jahre nach Christi Geburt ist es für viele Juden, Moslems oder Atheisten ein unvorstellbarer Gedanke, dass der Herrscher über die ganze Welt Mensch wird. Wie kann sich ein Gott nur so erniedrigen? Als Christen kennen wir die Antwort darauf: Gott liebt den Menschen so sehr, dass er alles tut, um ihn aus der Not der Sünde zu befreien. Die einzig richtige Antwort auf diese grosse Liebe ist, die Mitmenschen ebenfalls zu lieben, ihnen zu dienen und demütig zu sein. Diese Demut bedingt auch, sich und seine Bedürfnisse nicht in den Mittelpunkt zu stellen, sondern Gottes Willen zu akzeptieren. Es gibt viele Menschen, die von der Kirche erwarten, dass sie ihr sündiges Leben legitimiert. Wenn es Jesus darum gegangen wäre, die Sünde zu relativieren, hätte er nicht diesen steinigen Weg auf sich nehmen müssen. Er hätte einfach die Gebote Gottes ausser Kraft setzen können. Da er den Menschen liebt und wusste, dass die Gebote dazu dienen, die Menschen zum Heil zu führen, hat er dies nicht getan. Auch wir sollten nicht das Sündige und Schlechte in unserem Leben akzeptieren, sondern uns bemühen, bessere Menschen zu werden. Den Demütigen hilft Gott, ihr Leben zu ändern.

Ihnen allen und auch mir wünsche ich diese Demut und die Zuversicht, dass Gott uns nicht im Stich lässt. Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen frohe und gesegnete Weihnachten! DR

ADVENT: 20.12.2023

ADVENT: 19.12.2023

Der Weg Teil 3

NEWS: Erklärung von Glaubensdikasterium

Wir überliefern den Wortlaut:

Einführung

1. Das flehende Vertrauen des gläubigen Gottesvolkes empfängt das Geschenk des Segens, der aus dem Herzen Christi durch seine Kirche fließt. Papst Franziskus erinnert uns mit Nachdruck daran: „Gottes großer Segen ist Jesus Christus, er ist das große Geschenk Gottes, sein Sohn. Er ist ein Segen für die ganze Menschheit, er ist ein Segen, der uns alle gerettet hat. Er ist das ewige Wort, mit dem uns der Vater gesegnet hat, ‚als wir noch Sünder waren‘ (Röm 5,8), so sagt der heilige Paulus: ‚Das Wort, das Fleisch geworden ist und für uns am Kreuz geopfert wurde‘“ .

2. Gestützt auf diese große und tröstliche Wahrheit hat dieses Dikasterium mehrere formelle und informelle Fragen über die Möglichkeit der Segnung gleichge-schlechtlicher Paare sowie die Möglichkeit geprüft, angesichts der väterlichen und pastoralen Haltung von Papst Franziskus neue Klarstellungen zum Responsum ad dubium vorzunehmen, das von der vormaligen Glaubenskongregation formuliert und am 22. Februar 2021 veröffentlicht worden ist.

3. Das oben erwähnte Responsum hat zahlreiche und unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Einige haben die Klarheit dieses Dokuments und seine Übereinstimmung mit der beständigen Lehre der Kirche gelobt; andere waren damit nicht einverstanden oder hielten es in seiner Formulierung und den in der begleitenden Erläuterung angeführten Gründen nicht für klar genug. Um letzteren in brüderlicher Liebe zu begegnen, scheint es angebracht, das Thema erneut aufzugreifen und einen Einblick darzulegen, der lehrmäßige Aspekte mit pastoralen Aspekten kohärent verbindet, denn „jede Unterweisung in der Lehre muss in einer Haltung der Evangelisierung geschehen, die durch die Nähe, die Liebe und das Zeugnis die Zustimmung des Herzens weckt“ .


I. Der Segen in Verbindung mit dem Sakrament der Ehe

4. Die jüngste Antwort von Papst Franziskus auf die zweite der fünf Fragen, die von zwei Kardinälen gestellt wurden, bietet die Gelegenheit, diese Frage, insbesondere ihre pastoralen Aspekte, näher zu beleuchten. Es geht darum zu vermeiden, „dass etwas, was nicht der Fall ist, als Ehe anerkannt wird“ . Daher sind Riten und Gebete, die Verwirrung stiften könnten zwischen dem, was für die Ehe konstitutiv ist, nämlich die „ausschließliche, dauerhafte und unauflösliche Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, die von Natur aus offen ist für die Zeugung von Kindern“ , und dem, was dem widerspricht, unzulässig. Diese Überzeugung gründet sich auf die beständige katholische Lehre von der Ehe. Nur in diesem Zusammenhang finden die sexuellen Beziehungen ihren natürlichen, angemessenen und vollständig menschlichen Sinn. Die Lehre der Kirche hält an diesem Punkt unverändert fest.

5. Dies entspricht dem Verständnis der Ehe, das das Evangelium vorlegt. Deshalb hat die Kirche das Recht und die Pflicht, in Bezug auf Segnungen jede Art von Formen zu vermeiden, die dieser Überzeugung widersprechen oder zu Verwirrung führen könnten. Dies ist auch der Sinn des Responsums der vormaligen Glaubens-kongregation, in dem es heißt, dass die Kirche nicht befugt ist, gleichgeschlecht-lichen Verbindungen den Segen zu erteilen.

6. Es gilt zu betonen, dass es sich gerade bei der Feier des Ehesakraments nicht um irgendeinen Segen handelt, sondern um einen dem geweihten Amtsträger vorbehalten Gestus handelt. In diesem Fall ist der Segen des geweihten Amtsträgers unmittelbar mit der besonderen Verbindung eines Mannes und einer Frau verbunden, die durch ihren gegenseitig erklärten Ehewillen einen ausschließlichen und unauflöslichen Bund schließen. Auf diese Weise lässt sich die Gefahr einer Verwechslung zwischen dem Segen für eine beliebige andere Verbindung und dem dem Ehesakrament eigenen Ritus besser verdeutlichen.


II. Die Bedeutung der verschiedenen Segnungen

7. Die oben erwähnte Antwort des Heiligen Vaters lädt uns hingegen ein, uns zu bemühen, die Bedeutung der Segnungen weiter zu fassen und zu bereichern.

8. Die Segnungen können als eines der am weitesten verbreiteten und sich ständig weiterentwickelnden Sakramentalien betrachtet werden. Sie laden nämlich dazu ein, die Gegenwart Gottes in allen Ereignissen des Lebens zu erfassen, und erinnern daran, dass der Mensch auch im Gebrauch der geschaffenen Dinge aufgefordert ist, Gott zu suchen, ihn zu lieben und ihm treu zu dienen . Aus diesem Grund richten sich Segnungen an Menschen, Gegenstände für Gottesdienst und Andacht, sakrale Bilder, Orte des täglichen Lebens, der Arbeit und des Leidens, die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit sowie an alle geschaffenen Wirklichkeiten, die auf den Schöpfer verweisen und ihn mit ihrer Schönheit loben und preisen.


Die liturgische Bedeutung der Segnungen

9. In streng liturgischer Sicht erfordert die Segnung, dass das, was gesegnet wird, dem Willen Gottes entspricht, wie dies in der Lehre der Kirche zum Ausdruck kommt.

10. Segnungen werden in der Tat kraft des Glaubens gefeiert und sind hingeordnet auf das Lob Gottes und den geistlichen Nutzen seines Volkes. Wie das Rituale Romanum erklärt, „damit dies deutlicher zum Ausdruck kommt, haben gemäß alter Tradition die Segensformeln als Bestimmung, Gott für seine Gaben zu preisen, seine Wohltaten zu erbitten und die Macht des Bösen in der Welt zu besiegen“ . Diejenigen, die durch die Kirche den Segen Gottes erflehen, sind daher eingeladen, „ihre Gesinnung durch den Glauben zu stärken, durch den alles möglich ist“ und auf „die Liebe zu vertrauen, die zur Einhaltung der Gebote Gottes antreibt“ .
Deshalb besteht einerseits „immer und überall die Möglichkeit, Gott durch Christus im Heiligen Geist zu loben, anzurufen und ihm zu danken“, andererseits gilt es darauf zu achten, „dass es sich nicht um Dinge, Orte oder Zufälligkeiten handelt, die dem Gesetz oder dem Geist des Evangeliums widersprechen“ . Dies ist ein liturgisches Verständnis von Segnungen, insoweit sie zu offiziellen von der Kirche vorgelegten Feiern werden.

11. Ausgehend von diesen Überlegungen erinnert die Nota explicativa zum oben genannten Responsum der vormaligen Glaubenskongregation daran, dass, wenn bestimmte menschliche Beziehungen durch einen besonderen liturgischen Ritus gesegnet werden, das, was gesegnet wird, den in die Schöpfung eingeschriebenen und von Christus, dem Herrn, vollständig geoffenbarten Plänen Gottes entsprechen muss. Da die Kirche seit jeher nur solche sexuellen Beziehungen als sittlich erlaubt ansieht, die innerhalb der Ehe gelebt werden, ist sie nicht befugt, ihren liturgischen Segen zu erteilen, wenn dieser in irgendeiner Weise einer Verbindung, die sich als Ehe oder außereheliche sexuelle Praxis ausgibt, eine Form der sittlichen Legitimität verleihen könnte. Der Inhalt dieser Erklärung wurde vom Heiligen Vater in seiner Antwort auf die Dubia von zwei Kardinälen bekräftigt.

12. Wir müssen zugleich die Gefahr vermeiden, die Bedeutung des Segens allein auf diesen Gesichtspunkt zu reduzieren, denn das würde dazu führen zu beanspruchen, für einen einfachen Segen dieselben moralischen Bedingungen zu verlangen, wie sie für den Empfang der Sakramente gefordert werden. Dieses Risiko verlangt ein Ausweiten dieser Perspektive. Es besteht nämlich die Gefahr, dass eine so geliebte und weit verbreitete seelsorgerliche Geste allzu vielen Voraussetzungen moralischer Art unterworfen wird, die unter dem Vorwand von Kontrolle die bedingungslose Kraft der Liebe Gottes in den Schatten stellen könnten, auf der jedoch die Geste des Segens beruht.

13. Gerade in dieser Hinsicht fordert Papst Franziskus uns auf, „die pastorale Fürsorge nicht zu vernachlässigen, die alle unsere Entscheidungen und Haltungen durchdringen muss“ und zu vermeiden, „Richter zu sein, die nur verneinen, ablehnen und ausgrenzen“ . Antworten wir also auf seinen Vorschlag, indem wir ein umfassenderes Verständnis der Segnungen entwickeln.


Segnungen in der Heiligen Schrift

14. Um über die Segnungen nachzudenken und verschiedene Gesichtspunkte zu sammeln, müssen wir uns vor allem von der Stimme der Heiligen Schrift erleuchten lassen.

15. „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden“ (Nm 6,24-26). Dieser „priesterliche Segen“, den wir im Alten Testament, insbesondere im Buch Numeri, finden, hat einen „absteigenden“ Charakter, denn er stellt die Anrufung des Segens dar, der von Gott auf den Menschen herabkommt: Er ist einer der ältesten Texte über den göttlichen Segen. Dann gibt es noch eine zweite Art von Segen, die wir in der Bibel finden, nämlich den, der von der Erde zum Himmel, zu Gott „aufsteigt“. Segnen ist demnach gleichbedeutend, mit Gott zu loben, zu feiern, ihm zu danken für seine Barmherzigkeit und Treue, für die Wunder, die er geschaffen hat, und für alles, was durch seinen Willen geschehen ist: „Preise den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen“ (Ps 103,1).

16. Gott, der segnet, ihm antworten auch wir mit einem Segnen. Melchisedek, der König von Salem, segnete Abraham (vgl. Gen 14,19); Rebekka wird von ihren Familienangehörigen gesegnet, kurz bevor sie die Frau Isaaks wird (vgl. Gen 24,60), der seinerseits seinen Sohn Jakob segnete (vgl. Gen 27,27). Jakob segnete den Pharao (vgl. Gen 47,10), seine Enkel Efraim und Manasse (vgl. Gen 48,20) und alle seine zwölf Söhne (vgl. Gen 49,28). Mose und Aaron segneten die Gemeinde (vgl. Ex 39,43; Lev 9,22). Die Familienoberhäupter segnen ihre Kinder bei der Hochzeit, vor einer Reise oder bei einem bevorstehenden Todesfall. Diese Segnungen erscheinen somit als ein überreiches und bedingungsloses Geschenk.

17. Der Segen im Neuen Testament hat im Wesentlichen die gleiche Bedeutung wie im Alten Testament. Wir finden wieder die göttliche Gabe, die „herabsteigt“, die Danksagung des Menschen, die „aufsteigt“, und den Segen, der vom Menschen ausgeht und sich auf seine Mitmenschen „erstreckt“. Zacharias, der seine Sprache wiedererlangt hat, preist den Herrn für seine wunderbaren Taten (vgl. Lk 1,64). Der alte Simeon, der den neugeborenen Jesus in seinen Armen hält, segnet Gott dafür, dass er ihm die Gnade gewährt hat, den rettenden Messias zu betrachten, und segnet dann seine Eltern Maria und Josef (vgl. Lk 2,34). Jesus segnet den Vater in dem berühmten, an ihn gerichteten Lob- und Jubelgesang: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde“ (Mt 11,25).

18. In Kontinuität mit dem Alten Testament ist der Segen bei Jesus nicht nur aufsteigend und bezieht sich auf den Vater, sondern auch absteigend und wird als Geste der Gnade, des Schutzes und der Güte auf andere ausgegossen. Jesus selbst hat diese Praxis umgesetzt und gefördert. Er segnete zum Beispiel die Kinder: „Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie“ (Mk 10,16). Und das irdische Leben Jesu endet genau mit einem letzten Segen, der den Elf vorbehalten ist, kurz bevor er zum Vater aufsteigt: „Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und es geschah, während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben“ (Lk 24,50-51). Das letzte Bild Jesu auf Erden sind seine erhobenen Hände beim Segnen.

19. In seinem Mysterium der Liebe teilt Gott seiner Kirche durch Christus die Segensvollmacht mit. Der Segen, den Gott den Menschen gewährt und der von ihnen an ihre Nächsten weitergegeben wird, verwandelt sich in Integration, Solidarität und Stiftung von Frieden. Er ist eine positive Botschaft des Trostes, der Fürsorge und der Ermutigung. Der Segen drückt die barmherzige Umarmung Gottes und das Muttersein der Kirche aus, die die Gläubigen einlädt, ihren Brüdern und Schwestern gegenüber die gleichen Herzenshaltung wie Gott zu haben.


Ein pastoraltheologisches Verständnis von Segnungen

20. Wer um den Segen bittet, zeigt, dass er der heilbringenden Gegenwart Gottes in seiner Geschichte bedarf, und wer die Kirche um den Segen bittet, erkennt die Kirche als ein Sakrament jenes Heils, das Gott darbietet. Das Verlangen nach einem Segen seitens der Kirche bedeutet anzuerkennen, dass das kirchliche Leben dem Schoß der Barmherzigkeit Gottes entspringt und uns hilft, vorwärts zu gehen, besser zu leben, und um dem Willen des Herrn zu entsprechen.

21. Um uns zu helfen, den Wert eines eher pastoralen Ansatzes im Umgang mit dem Segnungen zu verstehen, hat Papst Franziskus uns aufgefordert, mit einer Haltung des Glaubens und väterlicher Barmherzigkeit die Tatsache zu betrachten, dass „wenn um einen Segen gebeten wird, drückt man eine Bitte um Gottes Hilfe aus, eine Bitte, besser leben zu können, das Vertrauen auf einen Vater, der uns helfen kann, besser zu leben“ . Diese Bitte sollte in jeder Hinsicht wertgeschätzt, begleitet und mit Dankbarkeit aufgenommen werden. Menschen, die spontan kommend um einen Segen zu bitten, zeigen mit dieser Bitte ihre aufrichtige Offenheit für die Transzendenz, das Vertrauen ihres Herzens, dass sie nicht nur auf ihre eigene Kraft vertrauen, ihr Bedürfnis nach Gott und ihren Wunsch, aus den engen Grenzen dieser in ihren Beschränkungen eingeschlossenen Welt auszubrechen.

22. Wie uns die heilige Therese vom Kinde Jesu lehrt, „allein das Vertrauen, ‚nichts anderes‘, kein anderer Weg führt zu jener Liebe, die alles schenkt. Mit dem Vertrauen fließt die Quelle der Gnade in unserem Leben über […]. Die angemessenste Haltung ist daher, das Vertrauen unseres Herzens außerhalb von uns selbst zu verankern: in der unendlichen Barmherzigkeit eines Gottes, der grenzenlos liebt […]. Die Sünde der Welt ist unermesslich, aber nicht unendlich. Die barmherzige Liebe des Erlösers hingegen ist wahrhaft unendlich“ .

23. Werden diese Ausdrucksformen des Glaubens außerhalb eines liturgischen Rahmens betrachtet, findet man sich in einem Bereich größerer Spontaneität und Freiheit wieder, aber „die Wahlfreiheit im Bereich der Andachtsübungen darf jedoch nicht so verstanden werden, als ob sie gering geschätzt oder gar weniger geachtet werden sollten. Der richtige Weg ist jener, der dazu führt, die großen Schätze der Volksfrömmigkeit richtig und weise zu erschließen und die in ihnen ruhenden Kräfte zu entfachen“ . Die Segen werden so zu einer pastoralen Ressource, die es zu nutzen gilt, und nicht zu einem Risiko oder Problem.

24. Aus der Sicht der Volksseelsorge sind Segnungen als Akte der Frömmigkeit zu bewerten, die ihren Platz „außerhalb der Eucharistie und außerhalb der anderen Sakramente ihren Ort haben[…]. Sprache, Rhythmus, Verlauf und theologische Akzente volksfrommer Übungen unterscheiden sich von jenen liturgischer Handlungen“. Aus demselben Grund „soll vermieden werden, Feierformen der ‚liturgischen Feier‘ in Andachtsübungen hineinzutragen, die ihren eigenen Stil, ihre Schlichtheit und ihre eigene Sprache bewahren sollen “ .

25. Die Kirche muss sich im Übrigen davor hüten, ihre pastorale Praxis auf die Festigkeit „vermeintlicher doktrineller oder disziplinarischer Sicherheit“ zu stützen, vor allem wenn das „Anlass gibt zu einem narzisstischen und autoritären Elitebewusstsein, wo man, anstatt die anderen zu evangelisieren, die anderen analysiert und bewertet, und anstatt den Zugang zur Gnade zu erleichtern, die Energien im Kontrollieren verbraucht“ . Wenn also Menschen einen Segen erbitten, sollte eine umfassende moralische Analyse keine Vorbedingung für die Erteilung des Segens sein. Und auch darf von ihnen keine vorherige moralische Vollkommenheit verlangt werden.

26. In dieser Hinsicht trägt die Antwort des Heiligen Vaters dazu bei, die von der vormaligen Kongregation für die Glaubenslehre im Jahr 2021 formulierte Erklärung aus pastoraler Sicht zu vertiefen, da sie tatsächlich auffordert zu einer Unterscheidung bezüglich der Möglichkeit von Segnungsformen, „die von einer oder mehreren Personen erbeten werden und die nicht eine falsche Vorstellung von der Ehe vermitteln“ , und die auch der Tatsache Rechnung tragen, dass in Situationen, die aus objektiver Sicht moralisch inakzeptabel sind, „dieselbe pastorale Fürsorge von uns verlangt, andere Menschen, deren Schuld oder Verantwortung durch verschiedene Faktoren, die die subjektive Schuldfähigkeit beeinflussen, gemildert werden kann, nicht einfach als ‚Sünder‘ zu behandeln“ .

27. In der eingangs zitierten Katechese hat Papst Franziskus diese Art von Segen vorgeschlagen, der allen gespendet werden kann, ohne etwas zu verlangen. Es lohnt sich, mit offenem Herzen diese Worte zu lesen, die uns helfen, die pastorale Bedeutung des bedingungslos angebotenen Segens zu verstehen: „Es ist Gott, der segnet. Auf den ersten Seiten der Bibel finden wir eine ständige Abfolge von Segen. Gott segnet, aber auch die Menschen bringen ihren Lobpreis zum Ausdruck, und bald erkennt man, dass der Segen eine besondere Kraft besitzt, die den, der ihn empfängt, sein Leben lang begleitet und das Herz des Menschen dafür bereit macht, sich von Gott verändern zu lassen […]. Wir sind also für Gott wichtiger als alle Sünden, die wir begehen können, denn Er ist Vater, Er ist Mutter, Er ist reine Liebe, Er hat uns für immer gesegnet. Und er wird nie aufhören, uns zu segnen. Es ist eine kraftvolle Erfahrung, diese biblischen Segenstexte in einem Gefängnis oder in einer Rehabilitationsgemeinschaft zu lesen. Den Menschen, die trotz ihrer schweren Fehler gesegnet bleiben, zu vermitteln, dass ihr himmlischer Vater fortfährt, trotz ihrer schwerwiegenden Fehler, weiterhin ihr Wohl zu wollen und zu hoffen, dass sie sich schlussendlich dem Guten öffnen. Auch wenn ihre engsten Verwandten sie verlassen haben, weil sie sie für unverbesserlich halten, für Gott sind sie immer noch seine Kinder“ .

28. Es gibt verschiedene Anlässe, bei denen Menschen spontan um einen Segen bitten, sei es auf Wallfahrten, an Wallfahrtsorten oder sogar auf der Straße, wenn sie einem Priester begegnen. Als Beispiel dafür sei hingewiesen auf das liturgische Buch De Benedictionibus, das eine Reihe von Segnungsfeiern für ältere Menschen, Kranke, Teilnehmer an der Katechese oder an einem Gebetstreffen, Pilger, Reisende, Freiwilligengruppen und -vereine usw. vorsieht. Solche Segnungen sind an alle gerichtet, niemand darf ausgeschlossen werden. In der Einleitung zur Feier der Segnung älterer Menschen heißt es zum Beispiel, dass der Zweck der Segnung darin besteht, „den älteren Menschen ein brüderliches Zeugnis der Achtung und Dankbarkeit auszusprechen und dem Herrn gemeinsam mit ihnen für die Wohltaten zu danken, die sie von ihm empfangen haben, und für die guten Taten, die sie mit seiner Hilfe vollbracht haben“ . In diesem Fall ist der Gegenstand des Segens die Person des älteren Menschen, für den und mit dem man Gott für das Gute, das er getan hat, und die Wohltaten, die er empfangen hat, dankt. Niemand kann an dieser Danksagung gehindert werden, und jeder Mensch, auch wenn er in Situationen lebt, die nicht dem Plan des Schöpfers entsprechen, besitzt positive Elemente, für die er den Herrn loben kann.

29. Aus der Perspektive der aufsteigenden Dimension, wenn man sich der Gaben des Herrn und seiner bedingungslosen Liebe bewusst wird, selbst in Situationen der Sünde, insbesondere wenn ein Gebet erhört wird, erhebt das Herz des Gläubigen sein Lob und seinen Segen zu Gott. Diese Form des Segens ist niemandem verwehrt. Jeder kann – einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen – seinen Lobpreis und seine Dankbarkeit zu Gott erheben.

30. Aber der volkstümliche Sinn von Segnungen schließt auch den Wert von ‚absteigenden‘ Segnungen ein. Auch wenn es „nicht angebracht ist, dass eine Diözese, eine Bischofskonferenz oder irgendeine andere kirchliche Struktur auf Dauer und offiziell Verfahren oder Riten für alle möglichen Angelegenheiten genehmigt“ , könnten Klugheit und pastorale Weisheit – unter Ausschluss schwerer Formen des Skandals oder der Verwirrung unter den Gläubigen – es nahelegen, dass der Priester oder ein anderer Amtsträger der Kirche sich dem Gebet dieser Personen anschließt, die, obwohl sie sich in einer Verbindung befinden, die in keiner Weise mit der Ehe verglichen werden kann, sich dem Herrn und seiner Barmherzigkeit anvertrauen, seine Hilfe erflehen und zu einem besseren Verständnis seines Plans der Liebe und der Wahrheit geführt werden wollen.


III. Segnungen von Paaren in irregulären Situationen und gleichgeschlechtlichen Paaren

31. In dem hier umrissenen Horizont liegt die Möglichkeit der Segnung von Paaren in irregulären Situationen und von gleichgeschlechtlichen Paaren, deren Form von den kirchlichen Autoritäten nicht rituell festgelegt werden darf, um keine Verwechslung mit dem dem Ehesakrament eigenen Segen hervorzurufen. In diesen Fällen wird ein Segen gespendet, der nicht nur einen aufsteigenden Wert hat, sondern auch die Anrufung eines herabsteigenden Segens von Gott selbst für diejenigen ist, die sich als mittellos und seiner Hilfe bedürftig erkennen und nicht die Legitimation ihres eigenen Status beanspruchen, sondern darum bitten, dass alles, was in ihrem Leben und ihren Beziehungen wahr, gut und menschlich gültig ist, durch die Gegenwart des Heiligen Geistes bereichert, geheilt und erhöht wird. Diese Formen des Segens sind Ausdruck der Bitte an Gott, jene Hilfen zu gewähren, die aus den Anregungen seines Geistes hervorgehen – die die klassische Theologie „helfende Gnaden“ nennt -, damit die menschlichen Beziehungen in der Treue zur Botschaft des Evangeliums reifen und wachsen, sich von ihren Unvollkommenheiten und Schwächen befreien und sich in der immer größeren Dimension der göttlichen Liebe ausdrücken können.

32. Gottes Gnade wirkt in der Tat im Leben derjenigen, die nicht behaupten, gerecht zu sein, sondern sich demütig als Sünder wie alle anderen bekennen; sie ist in der Lage, alles nach den geheimnisvollen und unvorhersehbaren Plänen Gottes zu lenken. Deshalb nimmt die Kirche mit unermüdlicher Weisheit und Mütterlichkeit all jene auf, die sich Gott mit einem demütigen Herzen nähern, und begleitet sie mit jenen geistlichen Hilfen, die es jedem ermöglichen, den Willen Gottes in seiner Existenz vollständig zu verstehen und zu verwirklichen .

33. Es handelt sich um einen Segen, der zwar nicht Teil eines liturgischen Ritus ist, aber das Gebet der Fürbitte mit der Anrufung der Hilfe Gottes durch diejenigen verbindet, die sich demütig an ihn wenden. Gott weist nie jemanden ab, der sich an ihn wendet! Schließlich bietet der Segen den Menschen ein Mittel, um ihr Vertrauen in Gott zu stärken. Die Bitte um einen Segen drückt die Offenheit für die Transzendenz, die Frömmigkeit, die Nähe zu Gott in tausend konkreten Lebensumständen aus und nährt sie, und das ist keine Kleinigkeit in der Welt, in der wir leben. Diese ist ein Same des Heiligen Geistes, den es zu nähren und nicht zu behindern gilt.

34. Die Liturgie der Kirche selbst lädt uns zu dieser vertrauensvollen Haltung ein, selbst inmitten unserer Sünden, unserer Unzulänglichkeiten, unserer Schwächen und Verwirrungen, wie dieses schöne Tagesgebet aus dem Römischen Messbuch bezeugt: „Allmächtiger und ewiger Gott, du gibst uns in deiner Güte mehr, als wir verdienen, und Größeres, als wir erbitten. Nimm weg, was unser Gewissen belastet und schenke uns jenen Frieden, den nur deine Barmherzigkeit geben kann“ (27. Sonntag im Jahreskreis). Wie oft können die Menschen in der Tat durch einen einfachen Segen eines geistlichen Hirten, der in dieser Geste nicht den Anspruch erhebt, irgendetwas zu sanktionieren oder zu legitimieren, die Nähe des Vaters „über jedes Begehren und jeden Verdienst hinaus“ erfahren.

35. Daher sollte die seelsorgerische Sensibilität der geweihten Amtsträger auch darin geschult werden, spontan Segnungen auszusprechen, die nicht im Benediktionale zu finden sind.

36. In diesem Sinne ist es unerlässlich, das Anliegen des Papstes zu verstehen, auf dass diese nicht ritualisierten Segnungen nicht aufhören, eine einfache Geste zu sein, die ein wirksames Mittel ist, um das Gottvertrauen der Bittenden zu stärken, und dass sie dennoch nicht zu einem liturgischen oder halbliturgischen Akt werden, der einem Sakrament ähnelt. Eine solche Ritualisierung würde eine schwerwiegende Verarmung darstellen, denn sie würde eine Geste von großem Wert für die Volksfrömmigkeit einer übermäßigen Kontrolle unterwerfen und die Seelsorger der Freiheit und Spontaneität in ihrer seelsorgerischen Begleitung des Lebens der Menschen berauben.

37. In diesem Zusammenhang kommen mir die folgenden – teilweise schon zitierten – Worte des Heiligen Vaters in den Sinn: „Entscheidungen, die unter bestimmten Umständen Teil der pastoralen Klugheit sein können, müssen nicht notwendig zur Norm werden. Das heißt, es ist nicht angebracht, dass eine Diözese, eine Bischofskonferenz oder irgendeine andere kirchliche Struktur auf Dauer und offiziell Verfahren oder Riten für alle möglichen Angelegenheiten genehmigt […]. Das Kirchenrecht soll und kann nicht alles abdecken, und auch die Bischofskonferenzen mit ihren verschiedenen Dokumenten und Protokollen können dies nicht tun, da das Leben der Kirche durch viele Kanäle neben den normativen fließt“ . So erinnerte Papst Franziskus daran, dass alles, „was Teil einer praktischen Unterscheidung angesichts einer Sondersituation ist, nicht in die Kategorie einer Norm erhoben werden kann“, weil dies „nur Anlass zu einer unerträglichen Kasuistik gäbe“.

38. Deshalb soll man die Segnung von Paaren, die sich in einer irregulären Situation befinden, weder fördern noch ein Ritual dafür vorsehen, aber man sollte auch nicht die Nähe der Kirche zu jeder Situation verhindern oder verbieten, in der die Hilfe Gottes durch einen einfachen Segen gesucht wird. In dem kurzen Gebet, das diesem spontanen Segen vorausgehen kann, könnte der geweihte Amtsträger um Frieden, Gesundheit, einen Geist der Geduld, des Dialogs und der gegenseitigen Hilfe für sie bitten, aber auch um Gottes Licht und Kraft, um seinen Willen voll erfüllen zu können.

39. In jedem Fall, gerade um jedwede Form von Verwirrung oder Skandal zu vermeiden, wenn ein solches Segensgebet von einem Paar in einer irregulären Situation erbeten wird und dies außerhalb der von den liturgischen Büchern vorgeschriebenen Formulare geschieht, wird ein solcher Segen niemals im direkten Zusammenhang mit einer standesamtlichen Feier oder sonst in irgendeiner Verbindung damit erteilt werden können. Dies gilt auch für die Kleidung, die Gesten und die Worte, die Ausdruck für eine Ehe sind. Dasselbe gilt, wenn die Segnung von einem gleichgeschlechtlichen Paar erbeten wird.

40. Ein solcher Segen kann stattdessen in anderen Kontexten seinen Platz finden, etwa beim Besuch eines Heiligtums, bei einer Begegnung mit einem Priester, bei einem Gebet, das in einer Gruppe oder während einer Pilgerreise gesprochen wird. Mit diesen Segnungen, die nicht in den rituellen Formen der Liturgie, sondern als Ausdruck des mütterlichen Herzens der Kirche erteilt werden, ähnlich wie die Segnungen, die dem Kern der Volksfrömmigkeit entspringen, soll in der Tat nichts legitimiert, sondern vielmehr das eigene Leben für Gott geöffnet werden, um seine Hilfe für ein besseres Leben zu erbitten und auch den Heiligen Geist anzurufen, damit die Werte des Evangeliums mit größerer Treue gelebt werden können

41. Was in dieser Erklärung über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare gesagt wird, ist ausreichend, um die umsichtige und väterliche Unterscheidung der geweihten Amtsträger in dieser Hinsicht zu leiten. Über die oben genannten Hinweise hinaus sollten daher keine weiteren Antworten über mögliche Art und Weisen zur Normierung von Details oder praktischen Aspekten in Bezug auf Segnungen dieser Art erwartet werden .


IV. Die Kirche ist das Sakrament (das Heilszeichen) der unendlichen Liebe Gottes

42. Die Kirche fährt fort, jene Gebete und Bitten zu erheben, die Christus selbst in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem Schreien und unter Tränen vorbrachte (vgl. Hebr 5,7) und die gerade deshalb eine besondere Wirksamkeit entfalten. Auf diese Weise „übt die kirchliche Gemeinschaft nicht nur durch die Liebe, das Beispiel und die Werke der Buße, sondern auch durch das Gebet ihre mütterliche Funktion aus, die Seelen zu Christus zu führen“ .

43. Die Kirche ist so das Sakrament der unendlichen Liebe Gottes. Deshalb kann man, auch wenn die Beziehung zu Gott durch die Sünde getrübt ist, immer um einen Segen bitten, indem man die Hand nach dem Herrn ausstreckt, wie Petrus es im Sturm tat, als er zu Jesus rief: „Herr, rette mich“ (Mt 14,30). Einen Segen zu erbitten und zu empfangen, kann in manchen Situationen das mögliche Gut sein. Papst Franziskus erinnert uns daran, dass „ein kleiner Schritt inmitten großer menschlicher Begrenzungen Gott wohlgefälliger sein kann als das äußerlich korrekte Leben dessen, der seine Tage verbringt, ohne auf nennenswerte Schwierigkeiten zu stoßen“ . Auf diese Weise „ist das, was leuchtet, die Schönheit der heilbringenden Liebe Gottes, die sich im gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat“ .

44. Jede Segnung ist eine Gelegenheit für eine erneute Verkündigung des Kerygmas, eine Einladung, der Liebe Christi immer näher zu kommen. Papst Benedikt XVI. lehrte: „Wie Maria ist die Kirche Mittlerin des Segens Gottes für die Welt: Sie empfängt den Segen, da sie Jesus aufnimmt, und sie teilt ihn mit, indem sie Jesus bringt. Jesus ist die Barmherzigkeit und der Friede, den sich die Welt aus sich heraus nicht geben kann und den sie immer und viel mehr als das tägliche Brot braucht“ .

45. Unter Berücksichtigung des oben Gesagten und im Einklang mit der maßgeblichen Lehre des Heiligen Vaters Franziskus möchte dieses Dikasterium schließlich daran erinnern, dass „das die Wurzel der christlichen Sanftmut ist, die Fähigkeit, sich gesegnet zu wissen und die Fähigkeit zu segnen […]. Diese Welt braucht Segen, und wir können Segen geben und Segen empfangen. Der Vater liebt uns, und alles, was uns bleibt, ist die Freude, Ihn zu lobpreisen und Ihm zu danken und von Ihm zu lernen, wie man segnet und lobpreist“ . Auf diese Weise wird jeder Bruder und jede Schwester spüren können, dass sie in der Kirche immer Pilger, immer Bettler, immer geliebt und trotz allem immer gesegnet sind.

Víctor Manuel Card. FERNÁNDEZ

Präfekt


Msgr. Armando MATTEO
Sekretär für die doktrinäre Sektion

EX AUDIENTIA DIE 18. Dezember 2023
Franziskus

Quelle: Vatican News

ADVENT: 18.12.2023

U.a. Der Weg Teil 1

NEWS: Papst äußert Hoffnung, dass die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage den Weg zum Frieden stärken werden

Franziskus beklagt „ernste, schmerzhafte Nachrichten“ und Luftangriffe auf „unbewaffnete Zivilisten“ einen Tag nach der Tötung von zwei Frauen durch israelische Scharfschützen in einer katholischen Kirche in Gaza

Papst Franziskus hat am Sonntag die Hoffnung geäußert, dass die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage die Wege zum Frieden stärken werden.

In seiner Ansprache an die Sonntagsgottesdienstbesucher auf dem Petersplatz sagte er: „Vergessen wir nicht unsere Brüder, die unter den Kriegen in der Ukraine, in Palästina, Israel und anderen Konfliktregionen leiden. Möge das Herannahen des Weihnachtsfestes die Wege stärken, die zum Frieden führen.“

Er bedauerte „ernste und schmerzhafte Nachrichten“ aus Gaza, darunter Luftangriffe auf „unbewaffnete Zivilisten“.

Franziskus bezeichnete Israels Angriffe auf Christen und Kirchen in Gaza als „Terror“.

Die Ansprache des Papstes erfolgte einen Tag, nachdem israelische Scharfschützen eine Mutter und ihre Tochter „ermordet“ und sieben weitere Menschen in der Pfarrei der Heiligen Familie erschossen hatten, der einzigen katholischen Kirche im Gazastreifen, wie das Lateinische Patriarchat von Jerusalem mitteilte.

„Eine (Frau) wurde getötet, als sie versuchte, die andere in Sicherheit zu bringen“, hieß es in einer Erklärung des Patriarchats und fügte hinzu: „Es wurde keine Warnung gegeben, es wurde keine Benachrichtigung gegeben. Sie wurden kaltblütig auf dem Gelände der Pfarrei erschossen, wo es keine Kriegsparteien gibt.“

Während des aktuellen Konflikts, der am 7. Oktober begann, hat Israel Kirchen, Krankenhäuser und Schulen getroffen, die nach den Regeln des Krieges tabu sein sollten.

Israel hat den Gazastreifen aus der Luft und vom Land aus bombardiert, eine Belagerung verhängt und eine Bodenoffensive als Vergeltung für einen grenzüberschreitenden Angriff der palästinensischen Gruppe Hamas am 7. Oktober gestartet.

Mindestens 18.800 Palästinenser, vor allem Kinder und Frauen, wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza bei israelischen Angriffen getötet und 51.000 verletzt.

Die Zahl der israelischen Todesopfer bei dem Hamas-Angriff liegt bei 1.200, während nach offiziellen Angaben immer noch mehr als 130 Geiseln von der palästinensischen Gruppe im Gazastreifen festgehalten werden.

Quelle: aa.com.tr

ADVENT: 17.12.2023

Tagesevangelium und Exegese

Theologische Erläuterung zur Heiligen Messe an Weihnachten

NEWS: Kardinal für 5 Jahren ins Gefängnis

Mehr als zwei Jahre beschäftigte sich das Vatikan-Gericht mit einem brisanten Fall, in dessen Zentrum ein hochrangiger Kardinal stand. Dieser wird nun zu einer Haftstrafe verurteilt.

Im grossen Finanzprozess um fragwürdige Millionendeals ist erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche ein Kardinal von einem Gericht im Vatikan zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Vatikan-Gerichtshof verhängte am Samstag gegen den italienischen Kardinal Angelo Becciu wegen seiner Verwicklungen in einen verlustreichen Immobilienskandal eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Noch nie zuvor war ein Kurienkardinal von einem Vatikan-Gericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Beccius Anwälte kündigten an, gegen das Urteil Einspruch einzulegen.

Der Vatikan-Strafverfolger Alessandro Diddi forderte für den 75-jährigen Becciu ursprünglich eine Haftstrafe von sieben Jahren und drei Monaten sowie eine hohe Geldstrafe. Mit ihm waren neun weitere Menschen angeklagt.

Einer der grössten Strafprozesse im Vatikan

Der Strafprozess zählt zu den bislang grössten im Vatikan. Erstmals stand ein hochrangiger Kardinal als Angeklagter vor dem Gericht. In dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Prozess ging es im Kern um den verlustreichen Kauf einer Luxusimmobilie im Londoner Stadtteil Chelsea durch das vatikanische Staatssekretariat, in dem Becciu mehrere Jahre ein wichtiger Abteilungsleiter war. Der Deal ging schief, weil der Vatikan mehr Geld investierte als geplant. Am Ende stand ein Verlust in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Ermittlungen rund um den fragwürdigen Millionendeal in London deckten unterdessen weitere krumme Geschäfte und Machenschaften innerhalb des Vatikans auf. Die vatikanische Strafverfolgung warf dem italienischen Kirchenmann und neun weiteren Angeklagten unter anderem Erpressung, Geldwäsche, Betrug, Korruption, Veruntreuung und Amtsmissbrauch vor.

Imageschaden für den Vatikan

Der Prozess sorgte für einen massiven Imageschaden in dem kleinsten Staat der Erde. In Folge der Vorwürfe verlor der gebürtige Sarde seine Rechte als Kardinal und hätte damit auch bei einer Papstwahl (Konklave) nicht dabei sein dürfen. Allerdings durfte Becciu, der einst selbst als «papàbile», also als möglicher Anwärter auf das Papstamt, galt, sich weiter Kardinal nennen. Papst Franziskus zog ihn damals zudem von der Position des Leiters der Behörde für Heilig- und Seligsprechungsprozesse ab.

Papst Franziskus und die Verwaltung des Vatikans zogen aus dem Immobilienskandal Konsequenzen. Der Pontifex ordnete danach die Zuständigkeiten in der Kurie neu. Er entzog dem mächtigen Staatssekretariat und anderen Behörden des Heiligen Stuhls die Verfügungsgewalt über Vermögenswerte. Diese obliegt nun der vatikanischen Güterverwaltung (Apsa) sowie der Vatikanbank IOR. 

Quelle: 20 Minuten, MNS

ADVENT: 16.12.2023

Interview mit Pater Lorenz Moser, Mönch von Kloster Einsiedeln, zum Thema Gebet

Bildquelle: Privat

ADVENT: 15.12.2023

Nachrichtensendung vom 15.12.2023

Bistum Chur schweigt

Vatikan über Asche Verstreuung

ADVENT: 14.12.2023

U.a. Interview mit Herr Walter Stählin, vom Verein Friedenslicht Schweiz

NEWS: Papst Franziskus will nicht im Vatikan beerdigt werden

Und plötzlich spricht der Pontifex über seinen Tod: In einem am Dienstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview im mexikanischen TV hat sich Papst Franziskus (86) über sein Ableben geäussert. Er habe bereits Vorkehrungen für eine Bestattung in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom getroffen, erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die grösste Marienkirche in der italienischen Hauptstadt hat Franziskus bereits über 100 Mal besucht. «Ich habe den Sonntagmorgen immer dort verbracht, es besteht eine sehr starke Bindung», erklärte er.

Franziskus, bürgerlich Jorge Mario Bergoglio, wird am 17. Dezember 87 Jahre alt. Er erklärte gegenüber der Journalistin Valentina Alazraki (68), dass «man sich vorbereiten muss, wenn das Alter und die Grenzen kommen. Aus diesem Grund habe er sich bereits mit dem Zeremonienmeister getroffen, «um die päpstliche Beerdigung zu vereinfachen».

Sorge um Gesundheit von Papst Franziskus

Ob er angesichts seiner immer wieder angeschlagenen Gesundheit an einen Rücktritt denke, wurde Franziskus ferner gefragt. Es folgte eine klare Absage. «Ich habe den Mut von Benedikt XVI. gesehen, der es vorgezogen hat, basta zu sagen, als er merkte, dass seine Kräfte am Ende waren», begann Franziskus seine Antwort. Er wiederum «bitte den Herrn, irgendwann basta zu sagen, aber dann, wenn er es will.» Weiterhin würdigte der Papst seinen Vorgänger als «grossen und bescheidenen Mann».

Auf die Frage, ob man sich um seine Gesundheit Sorgen machen müsse, antwortete der Papst: «Ja, ein wenig. Ich brauche Ihr Gebet für meine Gesundheit.» Seine Reisepläne würden derzeit überdacht.

Papst Franziskus mehrmals im Spital

In dem Gespräch bestätigte Franziskus, dass er eine Einladung vom neuen argentinischen Präsidenten Javier Milei (53) erhalten habe. Milei hatte dem Papst zuletzt «eine Affinität zu mörderischen Kommunisten» vorgeworfen und ihn als «Vertreter des Bösen auf Erden» bezeichnet. Auf die Vorwürfe war der Vatikan nicht weiter eingegangen und Franziskus hatte die Äusserungen Mileis als Wahlkampf-Gerede abgetan. Weitere Reisen werden den Pontifex nach eigenen Angaben im kommenden Jahr nach Belgien und Polynesien führen. Danach werde er kürzertreten, fügte er hinzu.

Zuletzt hatte Franziskus, der sich immer wieder zum Klimaschutz bekannt hat, seine Reise zur Weltklimakonferenz COP28 in Dubai wegen einer Grippe-Erkrankung absagen müssen. Im Juni unterzog er sich einer Bauchoperation, zuvor war er bereits im April mit einer Bronchitis ins Spital eingeliefert worden. 

Quelle: Blick, MNS

ADVENT: 13.12.2023

U.a. Interview mit Pater Bernhard Kaufmann zum Thema „Lebendiger Rosenkranz“

Mittwochskolumne vom 13.12.2023

Unsere liebe Frau von Guadalupe

Bern (novaradio.ch): Am 12. Dezember feierte die Kirche «unsere liebe Frau von Guadalupe». Die Muttergottes ist vor fast 500 Jahren dem Indio Juan Diego im heutigen Mexiko erschienen. Sehr viele Ureinwohner sind nach der Marienerscheinung Christen geworden. Heute ist Guadalupe der meistbesuchte Marienwallfahrtsort der Welt, der jährlich 14 Millionen Menschen anzieht. Bis heute können Wissenschaftler nicht erklären, wie das Gnadenbild von Guadalupe entstehen konnte. Für mich ist es eindrücklich, dass sich Maria dem Ureinwohner Juan Diego als indigene Frau gezeigt hat. Wir alle haben unsere Vorstellungen, wie Maria, Joseph und Jesus ausgesehen haben. Dass sich Maria als indigene Frau zeigt, beweist, dass sie tatsächlich die Mutter aller Völker ist. Es spielt keine Rolle, wie Maria ausgesehen hat, da ihr Herz allen Menschen gehört. Für unsere heutige Zeit ist dies eine wichtige Botschaft. Gerade heute erleben wir wieder eine grosse Zunahme an Nationalismus. In den jetzigen Kriegen werden Tausende von Menschen getötet. Leider gehen so wenige Christen auf die Strasse, um für den Frieden zu demonstrieren. Da wir als Christen glauben, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und alle Menschen retten möchte, müssen wir die ganze Menschheit als eine Familie betrachten und für den Frieden einstehen. Jesus Christus hat uns seine Mutter am Kreuz zur Mutter aller Menschen gegeben. Maria ist in so vielen Ländern erschienen und hat in so vielen Ländern durch ihre Fürsprache bei Gott Wunder bewirkt, dass jede Form von Nationalismus einen totalen Unsinn darstellt. Jedes Volk wird von Gott geliebt.

Besonders traurig ist es, dass es auch diesen Nationalismus und Rassismus in unserer Schweizer Kirche gibt. Man unterscheidet zwischen Einheimischen und Auswärtigen, was aus christlicher Perspektive verwerflich ist. Dazu gehört auch, dass man einen Sonderweg fahren möchte und sich immer mehr von der Weltkirche abkoppelt. Wenn in der Schweiz von progressiven Theologen gefordert wird, das Zölibat abzuschaffen, die Frauenordination einzuführen und die Sexualmoral zu ändern, frage ich mich, ob diesen Theologen bewusst ist, dass es keine Schweizer Nationalkirche gibt, sondern wir ein Teil der Weltkirche sind.  Die Ureinwohner Amerikas hatten eine grosse Kultur und waren sicherlich gute Menschen. Trotzdem besassen sie die Demut, das Christentum anzunehmen. Mir ist klar, dass dabei auch Druck und Gewalt im Spiel war, aber viele Menschen haben tatsächlich aus freien Stücken den Glauben an Jesus Christus akzeptiert. Diese Demut fehlt mir heutzutage in der Schweizer Kirche. Bitten wir Maria darum, ständig für uns Fürsprache zu halten, damit wir nicht unseren Willen über die Gebote Gottes stellen, wie dies heutzutage leider oft gemacht wird. Und bitten wir die Muttergottes um den Frieden. Um den Frieden in unseren Herzen und den Frieden in der Welt. DR

ADVENT: 12.12.2023

U.a. Die 4 bekanntesten Weihnachtslieder

NEWS: Krippe und Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz

Der Krieg im Heiligen Land war auch bei der traditionellen feierlichen Zeremonie für Krippe und Christbaum auf dem Petersplatz am Samstagnachmittag Thema. Kardinal Fernando Vérgez Alzaga, Präsident des Governatorats des Stadtstaates Vatikanstadt, sagte in seiner Rede, er wünsche sich, dass die Lichter des Baumes ein wenig Licht in die Welt bringen können, „besonders in alle vom Krieg gequälten Länder.“ Auch weitere Redner erbaten Frieden im Heiligen Land und auf der Welt.

Lichter am Weihnachtsbaum des Papstes entzündet (youtube.com)

Im Jahr 1223 empfand der heilige Franziskus in jener Heiligen Nacht in dem kleinen Ort Greccio im Apennin hinter Rom den Wunsch, die Geburt des Gottessohnes, der Fleisch geworden ist, szenisch nachempfunden zu sehen. So entstand die große und schöne, inzwischen 800 Jahre alte Tradition der Weihnachtskrippe.

Nach zweifelhaften Krippen auf dem Petersplatz, wie jener homo-erotischen im Jahr 2017 oder der Marsmenschen-Krippe im Jahr 2020. Dann klaffte eine Lücke, da Franziskus „wegen Corona“ den traditionellen Besuch bei der Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz absagte. In diesem Jahr ist die große Krippe des Vatikans dem 800. Jahrestag der ersten Krippe gewidmet, die auf eine Initiative des heiligen Franz von Assisi zurückging. Die am Samstag abend in einer kleinen Feier gesegnete Krippe (und auch der beleuchtete Weihnachtsbaum) ist im Vergleich besonders schön gelungen, wenn auch in der Dramaturgie ungewohnt. Die Höhle zeigt die freskenverzierte Apsis einer alten Felsenkirche und den heiligen Franziskus an der Krippe, der das Jesuskind in seinen Händen hält.

Der heilige Franziskus befand sich wahrscheinlich auf dem Rückweg von Rom, wo Papst Honorius III. am 29. November 1223 seine Ordensregel bestätigt hatte. Vielleicht hatte der Heilige noch die prachtvollen Mosaike in der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore vor Augen, die die Geburt Jesu darstellen. Auf dem Rückweg strebte er in das Tal von Rieti, wo der Überlieferung nach die Bretter der Krippe von Betlehem aufbewahrt werden. Die Höhlen von Greccio erinnern ihn an die Höhlen von Bethlehem, die er vielleicht auf seiner Reise ins Heilige Land gesehen hat. Es ist fast Weihnachten und Franziskus verspürte das innige Bedürfnis, das große Ereignis der Menschwerdung „mit den Augen zu sehen“.

Dieser Wunsch ist es, der Franziskus veranlaßt, seinen Freund Johannes zu bitten, ihm bei der Verwirklichung seiner Idee zu helfen. So entstand, was wir heute Krippe nennen.

Die Idee des heiligen Franziskus

Franziskus möchte das Kind von Bethlehem mit allen wahrnehmen. Er bringt auch darin das Bewußtsein zum Ausdruck, daß der christliche Glauben keine Idee, keine Philosophie und nicht einmal eine Religion ist, sondern ein Ereignis, eine Tatsache: „Et verbum caro factum est“ (Joh 1,14), „und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“.

Franziskus, der in jener Heiligen Nacht vor 800 Jahren die Weihnachtskrippe „erfindet“, stellt den plastischen Bezug zwischen der Geburt und der heiligen Eucharistie her. Der Herr ist Fleisch geworden, um sich für unsere Sünden zu opfern.

Thomas von Celano, sein Biograph, beschreibt die Szene:

„Der Heilige steht ekstatisch vor der Krippe, sein Geist bebt vor Zerknirschung und unbeschreiblicher Freude. Dann zelebriert der Priester feierlich die Eucharistie über der Krippe, und er selbst genießt einen Trost, den er nie zuvor gekostet hat“ (FF.469).

Die Krippe des Franziskus in Greccio ist von Schlichtheit geprägt, von einer entwaffnenden Wesentlichkeit. Es gibt den Ochs und den Esel, die Krippe, das Heu und den Altar, auf dem die heilige Eucharistie gefeiert wird. Es geht ganz um das Wesentliche.

Die heiligen Geheimnisse

Der heilige Franziskus war ganz von der Anbetung der heiligsten Eucharistie beseelt. In seinem Testament aus dem Jahr 1226 beschreibt Franziskus seine Liebe zur Kirche und zur Eucharistie mit den folgenden Worten:

„Und der Herr gab mir so viel Glauben an die Kirche, daß ich einfach betete und sagte: ‚Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, in allen Deinen Gotteshäusern, die es auf der ganzen Welt gibt, und wir segnen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Da gab und gibt mir der Herr so viel Vertrauen zu den Priestern, die nach der Form der heiligen römischen Kirche leben, wegen ihrer Ordnung, daß ich, wenn sie mich verfolgen sollten, zu ihnen Zuflucht nehmen würde. Und wenn ich so viel Weisheit hätte wie Salomo und den armen Priestern dieser Welt in den Pfarreien begegnete, in denen sie leben, wollte ich nicht gegen ihren Willen predigen. Und diese und alle anderen will ich fürchten, lieben und ehren wie meine Herren, und ich will keine Sünde an ihnen sehen, denn in ihnen sehe ich den Sohn Gottes, und sie sind meine Herren. Und ich tue dies, weil ich von dem allerhöchsten Sohn Gottes nichts anderes leiblich in dieser Welt sehe als seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut, die sie allein konsekrieren und die sie allein den anderen spenden.

Und diese heiligsten Geheimnisse sollen vor allem geehrt, verehrt und an kostbare Orte gestellt werden. Und wo immer ich Seine heiligsten Namen und Seine Worte an unwürdigen Orten geschrieben finde, möchte ich sie einsammeln, und ich bete, daß sie eingesammelt und an einen würdigen Ort gebracht werden. Und wir müssen alle Theologen und diejenigen, die das göttliche Wort verkünden, ehren und respektieren ebenso wie diejenigen, die uns Geist und Leben geben“ (FF.111–115).

Eine dramaturgische Wiedergabe

Das unauflösliche Band der Liebe zu den Sakramenten und der Liebe zur Kirche, die sie spendet, ist ein strukturierendes Element seiner eigenen Lebenserfahrung. Die gleiche Armut muß für Franziskus vor den liturgischen Gegenständen zurückweichen, die kostbar sein müssen, weil sie Christus selbst enthalten, der in der Eucharistie gegenwärtig ist.

Am Ende seines Berichts über die Krippe von Greccio beleuchtet Thomas von Celano das große Ereignis von Greccio mehr als jedes andere Wort und gibt uns die tiefe Bedeutung der „theatralischen“ Geste von Franziskus wieder:

„Das Heu, das in die Krippe gelegt worden war, wurde aufbewahrt, auf daß der Herr in Seiner Barmherzigkeit damit Gänse und andere Tiere heile. Und tatsächlich geschah es, daß in jener Gegend Stuten und andere Tiere, die von verschiedenen Krankheiten befallen waren, durch den Verzehr dieses Heus von ihnen befreit wurden. Sogar einige Frauen, die während einer mühsamen und schmerzhaften Geburt ein wenig von diesem Heu auf sich selbst legten, wurden glücklich entbunden. Auf die gleiche Weise haben zahlreiche Männer und Frauen ihre Gesundheit wiedererlangt.

Heute ist dieser Ort dem Herrn geweiht, und über der Krippe wurde ein Altar errichtet und eine Kirche zu Ehren des heiligen Franziskus geweiht, sodaß dort, wo einst die Tiere Heu fraßen, nun die Menschen zur Nahrung der Seele und zur Heiligung des Leibes das Fleisch des unbefleckten Lammes, Jesus Christus, unseres Herrn, essen können, der sich in unendlicher Liebe für uns hingegeben hat. Er lebt und regiert mit dem Vater und dem Heiligen Geist verherrlicht in alle Ewigkeit. Amen“ (FF.471).

Quelle: Vatican News, Katholisches.info

ADVENT: 11.12.2023

Hl. Papst Damasus

Stern von Betlehem

Moto: Inneres Gebet

ADVENT: 10.12.2023

U.a. Exegese zum heutigen Evangelium

ADVENT: 09.12.2023

Nachrichtensendung vom 08.12.2023

Priester und Beichte

Vera Fides erste Veranstaltung

ADVENT: 08.12.2023

U.a. Weihnachtsbaum im Vatikan

ADVENT: 07.12.2023

ADVENT: 06.12.2023

Alles zum Thema hl. Nikolaus

EXERZITIEN FÜR JUGENDLICHE UND JUNGE ERWACHSENE

(in der Weihnachtswoche, vom 26. – 31. Dezember 2023, in Marienfried)

ETWAS FÜR DICH?


Für junge Menschen ist es wichtig, grundlegende und tragfähige Entscheidungen zu treffen. Man schält sich aus dem ‚Nest‘ heraus und löst sich vom Schlepptau der Eltern. Das Gute wählt man nicht mehr einfach, weil man es so gelehrt wurde, sondern weil man selbst darüber nachgedacht und sich bewusst dafür entschieden hat. Das betrifft in besonderer Weise die Entscheidung für Gott und für ein Leben aus dem Glauben. Wenn dann ein junger Mensch hinaus ins Leben tritt, sind konkrete und wichtige Weichen zu stellen. Zu den ganz großen Herausforderungen gehören beispielsweise die Standes- und Berufswahl. In diesen Dingen kannst Du viel richtig machen, und aus dem Bewusstsein, am richtigen Ort zu sein, resultieren Glück und Erfüllung.


WAS SIND EXERZITIEN?


Der hl. Ignatius von Loyola ist ein Meister des geistlichen Lebens. Durch seine ‚Exerzitien‘ hat er unzähl-bar vielen Menschen geholfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Pläne Gottes für ihr Leben zu ergründen. Was er zu sagen hat, ist kurzweilig und tief, und es trifft mitten ins Leben. Unsere Jugend-exerzitien folgen der Methode des hl. Ignatius. Sie sind der geeignete Ort, Fragen zu stellen, die man als junger Mensch über Gott, den Glauben und die Kirche haben kann.
WER IST ANGESPROCHEN?
Angesprochen sind Jugendliche ab 14 und junge Erwachsene bis 30 Jahre. Voraussetzung ist die Bereit-schaft, innerlich ernsthaft mitzugehen und auch das Stillschweigen einzuhalten. Es ist nicht notwendig, katholisch zu sein, doch sind die Regeln zum Empfang der Sakramente unbedingt zu respektieren.


WIE IST DER ABLAUF?


Die Jugendexerzitien finden in der Gebetsstätte Marienfried (89284 Pfaffenhofen an der Roth, Nähe Neu-Ulm) statt, die sich aufgrund ihrer ruhigen und schönen Lage inmitten der Natur ganz ausgezeichnet dafür eignet. Wir beginnen am zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember 2023, am frühen Nachmittag mit einer hl. Messe. Danach gibt es eine Einführung, und es beginnt das große Stillschweigen.
Bis Freitagabend soll das Herz zur Ruhe kommen, denn wir werden untereinander schweigen. Übrigens ist es eine großartige Erfahrung, wie einerseits solch ein Schweigen eine Öffnung für Gott bewirkt und andererseits gerade darin die Gruppe als Gemeinschaft von Gleichgesinnten zusammenwächst. Täglich gibt es mehrere Impulse mit Zeiten zur Betrachtung, zum Gespräch mit dem Exerzitienmeister und zur Erholung. Am Samstagabend freuen wir uns auf ein gemütliches Beisammensein und eine Kennenlern-runde. Am Sonntag beschließen wir die Exerzitien nach dem Mittagessen.


WIE HOCH SIND DIE KOSTEN?


Die Gebetsstätte Marienfried bietet als sehr günstige Variante eine Übernachtung im Schlafsaal an. Fol-gende Optionen (alle inklusive Vollpension) stehen zur Auswahl:

  • mit Übernachtung im Schlafsaal 210,- €
  • mit Übernachtung im EZ mit Etagendusche 276,- €
  • mit Übernachtung im EZ mit WC/Dusche 326,- €
    WO ERHÄLT MAN WEITERE AUSKUNFT UND MELDET MAN SICH AN?
    Am besten direkt beim Exerzitienmeister: P. Martin Ramm FSSP, p.ramm@fssp.ch, unter Angabe Deiner vollständigen Adresse, Deines Geburtsdatums und des Zimmerwunsches. Eine gemeinsame Anreise aus der Schweiz wird organisiert.
    BIST DU DABEI?

Heilige: Hl. Nikolaus

Nikolaus wurde der Überlieferung zufolge von seinem Onkel, Bischof Nikolaus von Myra, im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und als Abt im Kloster von Sion – heute untergegangener Ort, Namensgeber eines katholischen Titularbistums – nahe seiner Heimatstadt eingesetzt. Als seine Eltern an der Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte es an Arme: so bewahrte er mehrere junge Frauen aus seiner Nachbarschaft in seiner Heimatstadt Patara, indem er heimlich Geld durchs Fenster – oder durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken – warf, so für eine ausreichende Mitgift sorgte und verhinderte, dass der Vater seine Töchter zur Prostitution hergeben musste; deshalb gilt Nikolaus als Geber guter Gaben und Freund der Kinder; eine sehr alte Fassung der Legende behauptet, er habe das Geld seinen Eltern gestohlen, was an eine spätere Legende von Franziskus erinnert.

Nach dem Tod seines Onkels pilgerte Nikolaus ins Heilige Land, nach seiner Rückkehr wählte die Gemeinde Myra ihn zum neuen Bischof und damit zum Nachfolger von Nikandros von Myra. Die Legende zeichnet Nikolaus als temperamentvollen Streiter und zugleich als Mann der fähig war, diplomatisch zu vermitteln und Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Bei einem Aufstand von in Phrygien stationierten germanischen Söldnern begegnete er in Myra hohen Offizieren aus Konstantinopel – dem heutigen Ístanbu, bei denen er nachhaltigen Eindruck hinterließ.

Drei zu Unrecht gefangen gehaltene Feldherrn konnte Nikolaus der Überlieferung zufolge wundersam befreien, indem er im Traum dem Kaiser erschien und um ihre Befreiung bat; in anderer Version rettete er sie, indem er das Schwert des Henkers abwehrend ergriff; deshalb wurde er Patron der Gefangenen. Er rettete Schiffbrüchige, deshalb ist er Patron der Seefahrer. Um ein in Seenot geratenes Schiff zu retten mit drei Pilgern, die von Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk – ausfuhren mit für eine christliche Kapelle bestimmtem heiligen Öl, begab er sich an Bord, stillte den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen. 1 Drei ermordete und von Kannibalen bereits in einem Fass zu Pökelfleisch zubereitete Knaben erweckte er wieder zum Leben; Hintergrund dieser Legende ist wohl das um den Nikolaustag üblich gewesene Schlachten vor Weihnachten.

Nikolaus zerstörte mehrere Tempel der Heidengöttin Diana / Artemis, die in den Küstenorten Lykiens als Patronin der Seefahrer verehrt wurde; ihr Tempel in Myra war der größte und prunkvollste – Nikolaus‘ Gedenktag 6. Dezember ist Dianas Geburtstag. Während der bald schon einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert.

325 nahm Nikolaus am 1. Konzil von Nicäa teil. Überliefert ist, wie er kämpferisch gegen die falsche Lehre des Arianismus vorging; die Legende erzählt, dass er deren Verfechter Arius während des Konzils geohrfeigt habe. Erzählt wird, dass Nikolaus beim Konzil anhand eines Ziegelsteins die Lehre von der Dreieinigkeit illustrierte: in einer einzigen Realität, dem Ziegelstein, existieren drei verschiedene Wesenheiten, nämlich Wasser, Erde und Feuer; seine Worte wurden demnach unterstrochen durch das Wunder, dass aus dem Ziegelstein eine Flamme emporschlug. Auch mit seinem Freund Bischof Theognis von Nicäa – dem heutigen Íznik -, der den Auffassungen des Arius zuneigte, führte Nikolaus heftige Diskussionen; schlussendlich gehörte Theognis zu den Unterzeichnern des Bekenntnisses von Nicäa. Lassen wir über unserem Zorn die Sonne nicht untergehen, zitiert später Andreas von Kreta den Vermittler Nikolaus.

Vom 15. Jahrhundert an verbreitete sich die Legende von den Getreidehändlern: Nikolaus erbat bei einer Hungersnot in Myra von jedem der für den Kaiser in Rom bestimmten Schiffe nur 100 Scheffel und versicherte, dass durch sein Gebet nichts bei der Ablieferung fehlen werde, was sich bewahrheitete; Nikolaus aber konnte seine Gemeinde auf Jahre hinaus ernähren und sogar Saatgut austeilen.

Gesicherte historische Nachrichten über das Leben und Wirken von Nikolaus gibt es nicht. In der Überlieferung vermischten sich Nachrichten über einen Abt Nikolaus von Sion nahe Myra und solche über den Bischof Nikolaus aus dem nahen Pinara bei Minare nahe Fethiye.

Der Kult um Nikolaus entwickelte sich zu Beginn des 6. Jahrhunderts. Kaiser Justinian weihte ihm Mitte des 6. Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul, in der auch einige Reliquien verwahrt wurden. Der Kult verbreitete sich auch in Griechenland, wo er als Hyperhagios, Überheiliger, verehrt wird, und kam dann in die slawischen Länder. Über die byzantinische Tradition wurde Nikolaus einer der am meisten verehrten Heiligen Russlands, er folgt im Osten in der Verehrung unmittelbar nach Maria. Nikolaus wurde einer der beliebtesten Volksheiligen mit vielen legendären Erzählungen, die vor allem seine menschenfreundliche und hilfsbereite Art bezeugen. Sein aufgebrochener, leerer Sarkophag wird noch heute in der wieder hergestellten Nikolaus-Basilika in Demre von Wallfahrern der Ostkirche verehrt.

In Rom zog der Kult im 8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Süd- und Mitteleuropa. Schon Friesen-Missionar Liudger baute der Überlieferung nach die erste deutsche Nikolauskapelle im münsterländischen Billerbeck. 972 brachte Kaiserin Theophanu anlässlich ihrer Hochzeit mit Kaiser Otto II. eine Reliquie – 1660 als Fingerknochen beschrieben – aus Byzanz mit; sie befand sich seit 1058 in der Nikolaus geweihten Kapelle am südlichen Seitenschiff des Domes in Worms und ging 1688 bei der Zerstörung des Domes im Pfälzer Erbfolgekrieg verloren.

Um 980 entstand in Deutschland die erste Nikolauskirche im Kloster Brauweiler. Im April 1087 wurden die Gebeine von Nikolaus, dem Patron der Seefahrer, durch 62 Abenteurer aus der italienischen Hafenstadt Bari, die auf drei Schiffen anreisten, aus dem Marmorgrab in der Nikolaus-Basilika in Myra entwendet und in ihre Heimatstadt entführt. Dort wurden sie zunächst im damaligen Benediktinerkloster San Benedetto – an der Stelle der heutigen Kirche San Michele Arcangelo aufbewahrt.

Als Tag der Ankunft der Gebeine in Bari gilt der 9. Mai, die Feiern in Bari – einschließlich einer See-Prozession und von Feuerwerken – beginnen schon am 7. und dauern bis zum 10. Mai. Der Abt Elias des Klosters San Benedetto – der zugleich Erzbischof von Bari war – bekam für den Bau einer neuen Kirche als Ort der Verehrung der Reliquien den Platz mit den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes zur Verfügung gestellt und begann mit den Arbeiten für die monumentale Basilika San Nicola, die Papst Urban II. 1098 weihte, wobei er bei dieser Gelegenheit zur Teilnahme am 1. Kreuzzug aufrief.

Nikolaus ist Patron auch der Pfandleiher und Bankiers aufgrund der Legende um das Geld, das ein Christ höher stellte als sein Versprechen: Ein Christ hatte einem Juden, der ihm Geld geliehen hatte, beim heiligen Nikolaus versprochen, das Geld pünktlich zurückzugeben. Aber er tat es dann nicht, sondern behauptete, er habe den Betrag längst zurückgegeben. Als es in einer Gerichtsverhandlung zum Schwur kam, benutzte er einen Trick: er versteckte das Geld im Inneren eines Stabes und bat den Juden, den Stab zu halten, damit er die Hände für den Schwur frei halten könne; dann schwor er, dass der Jude das Geld habe, nahm dann den Stab wieder und verließ mit dem Geld darin das Gerichtsgebäude. Zur Strafe kam der Christ danach unter einen Wagen und starb; der Jude aber zeigte sich großzügig: er wollte das ihm gehörende Geld nur nehmen, wenn Nikolaus den Christen wieder zum Leben erwecke, was dann auch geschah, woraufhin der Jude sich zum Christentum bekehrte.

Im 14. Jahrhundert entstand der Brauch des Bischofsspieles in Klosterschulen, wo ein Schüler für einen Tag – zuerst am Tag der Unschuldigen Kindlein, dann am Nikolaustag – als Bischof fungieren durfte; in der Schule des Klosters Montserrat wird dieser Brauch bis heute gepflegt. Daraus entstand der Brauch, dass Nikolaus die Kinder beschenkt, seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt.

Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten. Ansatzpunkte für das Brauchtum und seine zahlreichen Patronate finden sich in den Legenden. Als Gegenpol zum gütigen Nikolaus, der die Kinder beschenkt, bekam er in verschiedenen Ländern seit dem 17. Jahrhundert Begleiter zur Seite gestellt: in Deutschland Knecht Ruprecht, in Frankreich Père Fouettard, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich und Bayern Krampus, der mit Bocksfuß, Teufelsfratze und Kettenrasseln die weniger Braven einschüchtern soll, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet, der einen gezähmten Teufel darstellen soll. In der Gegend um Berchtesgaden sind noch wildere Erscheinungsformen als Volksbrauch geläufig: die mit Stroh verkleideten Perchten oder Buttnmandl. Am 6. Dezember wurde nach früherer Perikopenordnung das Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Matthäusevangelium 25, 14 – 23) erzählt: Drei Knechten wird jeweils Geld anvertraut; jeder muss Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hat. Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf diese Praxis zurück. Ursprünglich war der Nikolaustag – nicht Weihnachten – der Tag der großen Bescherung mit Geschenken; in einigen Ländern ist er dies heute noch.

Schiffchensetzen nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, bei dem Nikolausschiffe aus Papier gebastelt werden, in die Nikolaus seine Gaben legen soll – Hintergrund für diesen Brauch dürfte sein Patronat für Schiffer sein – auch heute noch findet sich auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis von Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurden später durch Stiefel, Schuhe oder Strümpfe abgelöst, die am Nikolausabend von den Kindern vor die Tür gestellt werden und die über Nacht von ihm mit Süßigkeiten gefüllt werden; dieser Brauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts von Bischof Nikolaus beschenkt wurden.

Als kyndisch Ding lehnte Martin Luther die Legende um Nikolaus in einer Predigt zum Nikolausfest 1527 ab. Doch trotz seiner Widerstände gegen den katholischen Kult ließ Luther Nikolaus als Gabenbringer noch einige Zeit neben dem von ihm bevorzugten Christkind in seiner Familie gewähren: in einer Haushaltsrechnung aus dem Jahr 1535 sind Ausgaben für 135 Nikolausgeschenke an die von Luther und seiner Frau Katharina betreuten Kinder sowie Jahrmarktsgeschenke für das Gesinde aufgeführt. So konsequent, wie Luther den Nikolausbrauch am 6. Dezember bekämpfte, versuchte er, das Beschenken durch das Christkind am 25. Dezember zu beleben, seitdem wurde die Bescherung in vielen – auch in katholischen – Ländern auf Weihnachten verlegt.

Der Weihnachtsmann mit weißem Bart und rotem Gewand, der den Kindern am Heiligen Abend die Geschenke überreicht, geht auf den niederländischen Sinterklaas zurück, dessen Tradition holländische Auswanderer nach Nordamerika mitbrachten, wo er als Santa Claus bedeutsam wurde. Der Karikaturist Thomas Nast zeichnete ihn erstmals im Jahr 1862 für Harper’s Weekly als eine kleine Elfe, die im Amerikanischen Bürgerkrieg die in der Union verbliebenen Nordstaaten unterstützt; in den folgenden 30 Jahren benützte Nast seine Figur immer wieder, nach 1880 erhielt sie auch den roten Mantel. In den 1920er-Jahren verwendete die Firma Coca Cola Santa Claus im Stil von Nasts Figur und in ihren Firmenfarben für Anzeigen. Das heute gewohnte Bild des beleibten, freundlichen Nikolaus wurde spätestens 1915 von der US-amerikanischen Mineralwasserfirma White Rock zu Werbezwecken erfunden. Für die weltweite Verbreitung dieses heute gewohnten Bildes des Nikolaus sorgte dann wieder Coca Cola ab 1931.

In Bari wurde neben Kirchen und einem Platz auch das moderne Fußballstadion nach Nikolaus benannt. Das Bild des Weihnachtsmanns, der mit einem von Rentieren gezogenen Schlitten um die Welt fliegt und seine Geschenke verteilt, geht angeblich zurück auf ein 1823 anonym veröffentlichtes Gedicht mit dem Titel The Night before Christmas.

Auch in liberalen islamischen Familien beschenkt Noel Baba die Kleinen. In der Türkei ist Noel Baba für eher weltlich eingestellte Familien das Symbol, sich am Silvesterabend zu beschenken und den Übergang ins neue Jahr zu feiern; in großen Kaufhäusern verteilen dann als Noel Baba verkleidete Angestellte Süßigkeiten an die Kunden.

Die frühmittelalterliche Nikolaus-Basilika in Myra – dem heutigen Demre – enthält das leere Grab von Nikolaus. Die früheste Kirche über dem Bischofsgrab in Myra wurde Mitte des 5. Jahrhunderts errichtet, die ältesten Teile des jetzigen Baus stammen aus dem 9./10. Jahrhundert. Russlands Zar Alexander I. ließ im Jahr 1853 die Kirche seines Landespatrons teilweise wiederherstellen, nachdem Überschwemmungen und Erdbeben Myra hatten versinken lassen. Der deutsche Archäologe Jürgen Borchardt trug von 1965 bis 1968 durch seine Arbeiten am Ort viel dazu bei, dass die Basilika mit Bodenmosaiken und die restaurierten Fresken wieder freigelegt wurde. Nach fünf Jahren Unterbrechung konnte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Konstantinopel am 6. Dezember 2007 dort erstmals wieder einen Gottesdienst zelebrieren.

2012 entdeckten türkische Archäologen eine Unterkirche unter der heutigen Nikolaus-Basilika in Myra; nach ihrer Auffassung liegen dort die echten Gebeine von Nikolaus; die Gebeine aus dem Grab in der Basilika, die nach Bari gebracht wurden, seinen nur die eines dort bestatten Priesters gewesen.

Wohl wegen seines Patronats für – eigentlich unschuldige – Gefangene haben wohl auch Diebe Nikolaus zu ihrem Patron erkoren. In Rom war die Kirche San Nicola in Carcere eine Gefängniskirche, die das päpstliche Privileg hatte, jedes Jahr zum Nikolausfest einen zum Tode Verurteilten zu begnadigen.

In Fribourg in der Schweiz findet am 1. Samstag des Dezembers jedes Jahr das Nikolaus-Fest statt; ein weiß gekleideter Nikolaus zieht auf einem Esel durch die Straßen und wirft den Kindern das Süßgebäck Saint-Nicolas zu. Nikolaus ist Schutzpatron der Stadt, die Kathedrale birgt Reliquien und ist nach ihm benannt. 2009 kamen Teile dieser Reliquien nach Wolgograd in Russland.

Reliquien besitzt auch die 1616 bis 1662 erbaute Konkathedrale San Nicolás de Bari (!) in Alicante, wo er Stadtpatron ist. 2017 reisten die Gebeine von Nikolaus von Bari nach Russland und machten dort für zwei Monate in den großen Kathedralen des Landes Station; über 2,5 Millionen Gläubige nahmen stundenlanges Schlangestehen auf sich, um die Reliquien zu verehren. Kurienkardinal Kurt Koch, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, sah den Besuch der Reliquien als ein historisches Ereignis auf dem Weg zur Einheit der Kirchen an.

Russische Wissenschaftler haben 2014 das Gesicht des Heiligen anhand der Reliquien aus Bari rekonstruiert, seine Größe mit 1,67 Meter festgestellt und herausgefunden, dass er kein Fleisch gegessen hat. Eine innere Quetschung der Schädelhöhle sei wohl durch das lange Ausgesetztsein in der Kälte und Feuchtigkeit des Gefängnisses hervorgerufen worden.

Attribute: Bischof, drei Goldkugeln, drei Brote, drei Äpfel, drei Steine, Pökelfass mit drei Knaben, Schiffe, Steuerrad, Anker

Patron von Russland, Lothringen; von Rosenheim in Bayern, Amsterdam, Kanton und Stadt Fribourg in der Schweiz, Bari, Meran und Lagonegro bei Potenza in Italien, Alicante in Spanien, Spetses in Griechenland und New York; der Kinder, der Schüler, Mädchen, Jungfrauen, Frauen mit Kinderwunsch, Gebärenden und alten Menschen, der Ministranten, Feuerwehr, der Pilger und Reisenden; der Sinti und Roma, der Gefangenen, Diebe und Verbrecher, der Eigentümer und Bettler; der Seeleute, Schiffer, Fischer, Flößer, Schiffsbauer, Matrosen und Fährleute, der Kaufleute, Bankiers, Pfandleiher; der Richter, Rechtsanwälte und Notare, der Apotheker, Bauern, Bäcker, Müller, Korn- und Samenhändler, Metzger, Bierbrauer, Schnapsbrenner, Wirte, Weinhändler, Fassbinder, Parfümhersteller und -händler, Schneider, Weber, Spitzen- und Tuchhändler, Knopfmacher, Brückenbauer, Steinmetze, Steinbrucharbeiter, Kerzenzieher; für glückliche Heirat und Wiedererlangung gestohlener Gegenstände; gegen Wassergefahren, Seenot und Diebe; (zweiter) Patron des Bistums Lausanne-Genf-Fribourg und des Bistums Bari-Bitonto
Bauernregeln: Regnet es an Nikolaus / wird der Winter streng, ein Graus.
Trockener St. Nikolaus, / milder Winter rund um’s Haus.
Fließt zu Nikolaus noch Birkensaft, / dann kriegt der Winter keine Kraft.
St. Nikolaus / spült die Ufer aus.

Quelle: Heiligenlexikon

Mittwochskolumne vom 06.12.2023

Der Heilige Nikolaus

Bern (novaradio.ch): Heute feiert die Kirche den Heiligen Nikolaus von Myra. Vor allem Kinder freuen sich, an diesem Tag mit Süssigkeiten beschenkt zu werden. Der Heilige Nikolaus war ein grosser Helfer in der Not und als Bischof eifrig, den wahren Glauben zu verbreiten. So ohrfeigte er einer Legende nach auf dem Konzil von Nicäa Arius, der den Glauben an den dreifaltigen Gott leugnete. In unserer Zeit, in der Bischöfe oft keinen Mut haben, die Frohe Botschaft unverkürzt zu verkünden, ist es wichtig, sich am Heiligen Nikolaus zu orientieren.

Der Heilige Nikolaus verkörperte einerseits die diakonische Seite der Kirche, indem er vielen Menschen half. In unserer Kirche in der Schweiz wird viel von Diakonie geredet, jedoch geschieht in Tat und Wahrheit wenig, um Nächstenliebe zu praktizieren. Viel Geld fliesst in die Bürokratie, ohne dass denjenigen Menschen, die in unserer Gesellschaft leiden, wirklich geholfen wird. Wenn wir eine wahrhaft diakonische Kirche werden wollen, die – wie Papst Franziskus immer betont – an die Ränder der Gesellschaft gehen soll, dann müssen wir zu den Wurzeln der Urkirche zurückgehen. Die frühen Christen haben sich unkompliziert geholfen, ganz ohne Dutzende von Sitzungen und Tausende von Emails, wie es heute praktiziert wird. Der Heilige Nikolaus hat aus seinem Herzen heraus, das völlig für Christus brannte, allen geholfen, die in Not waren. Auch in der Glaubensverkündigung müssen wir uns das Beispiel des Heiligen Nikolaus vor Augen führen. Natürlich können wir heute nicht jedem, der nicht unsere Meinung teilt, eine Ohrfeige geben. Jedoch ist es für mich schon merkwürdig, wie ignorant Christen sind, wenn es darum geht, häretischen Meinungen entgegenzuwirken. Der Heilige Nikolaus hat keinen Relativismus vertreten, sondern er glaubte an die Wahrheit, die von Jesus Christus offenbart wurde. Heutzutage sind Bischöfe, Priester und viele Laien der Meinung, man müsse jede religiöse Meinung tolerieren. Die Religionsfreiheit, die wir in der Schweiz haben, bedeutet nicht, dass wir keine Meinung ablehnen dürfen, sondern nur, dass jeder seine Meinung sagen darf. Es ist aber mein Recht als Katholik, ja sogar meine Pflicht, religiöse Irrtümer zu bekämpfen. Ich möchte daher alle Leser aufrufen, nicht lauwarm zu sein, sondern mit dem Feuer, das den Bischof von Myra entzündet hat, für die Wahrheit und den christlichen Glauben zu kämpfen. Nicht mit Ohrfeigen, aber mit einer klaren Linie, was den Glauben anbelangt. Möge der Heilige Nikolaus uns dabei helfen, durch unser diakonisches Handeln und unseren festen Glauben immer mehr Menschen zu Jesus zu führen. DR

ADVENT: 05.12.2023

U.a. Weihnachtsrezept

ADVENT: 04.12.2023

Alles zu Thema über die Heilige Barbara

ADVENT: 03.12.2023

Interviewgast: Dr. Don Nerio Medici (unser geistlicher Berater), Priester von Opus Dei Schweiz
Moto: Gebet

Adventszeit auf Novaradio.ch

Täglich ab 16h können Sie die Adventssendung hören.

Diesjähriges Moto ist: GEBET

NEWS: Ein Priesterhaus für Baden

Ein Priesterhaus ist ein Ort, an dem Priester leben und arbeiten, ein Ort der Gemeinschaft, des Gebetes und des Apostolates. Solch ein Haus hat viele Vorteile, nicht nur für die dort wohnenden Priester, sondern auch für die Gläubigen!
Aufgrund einer großherzigen Schenkung ist die Priesterbruder-schaft St. Petrus Anfang 2023 in den Besitz eines Hauses in guter Lage in Baden gelangt.
Baden ist eine Stadt im Kanton Aargau, die etwa 25 Kilometer nord-westlich von Zürich liegt. Die Stadt hat eine lange Geschichte und ist für ihre Thermalquellen bekannt, die seit der Römerzeit genutzt werden.
Doch auch kulturell und geistlich hat Baden manches zu bieten.
Die Dreikönigskapelle, die sich in unmittelbarer Nähe des Thermalbades ‚FORTYSEVEN‘ befindet, ist seit Jahrzehnten die Heimat einer kleinen, aber lebendigen Gemeinde, die den traditionellen Römischen Ritus pflegt. Diese einst von P. Gregoire Billot begründete Gemeinde wird heute von der Priesterbruderschaft St. Petrus betreut. Die Bruderklausenkapelle in Etzgen beherbergt ein weiteres Apostolat der Bruder-schaft, das nicht weit von Baden entfernt ist.


Als wir die Schenkung angenommen haben, war uns bewusst, dass das gut 100jährige Haus einer gründ-lichen Erneuerung bedarf, um den Anforderungen des Apostolates zu entsprechen. Das betraf vor allem die Elektroinstallationen, aber auch die sanitären Einrichtungen und die Küche.
Mit Hingabe und der großartigen Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer sind wir ab April ans Werk gegangen, und während des gesamten Sommers wurde wacker gearbeitet. Dabei ist zu betonen, dass fast alle professionellen Arbeiten von Handwerkern aus unserer eigenen Gemeinde übernommen werden konnten. Und die haben wirklich gut gearbeitet!
Da ich diese Zeilen schreibe, zeichnet sich langsam die Vollendung ab. Letzte Woche konnten wir immerhin bereits die beiden oberen Stockwerke provisorisch mit noch vorhandenen Möbeln bestücken. Doch bis das Erdgeschoss, das Treppenhaus und die Küche fertig sind, wird es wohl Februar 2024 werden.
Was nun aber unmittelbar ansteht, sind die Zwischenabrechnungen der Handwerker. Bislang war es mir möglich, sämtliche Rechnungen von Thalwil aus zu begleichen. So ist es wirklich ‚unser‘ Haus! Doch zeigt mir ein Blick auf das Spendenkonto, dass es nun nötig ist, um Hilfe zu bitten. Und damit komme ich zum besonderen Anliegen dieses Briefes.


Ob Sie sich mit einer Spende am guten Werk beteiligen möchten?
Nach dem aktuellen Stand rechne ich mit Ausgaben von insgesamt etwa 350.000 CHF, wovon etwa ein Viertel bereits bezahlt ist. Angesichts der soliden Qualität der Arbeiten empfinde ich den Betrag für unser 100jähriges Haus nicht nur als angemessen, sondern sogar als günstig. Noch einmal muss ich betonen, dass wir es ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht zu diesem Preis instandgesetzt hätten.
Jeder Beitrag, ob groß oder klein, kann helfen, dass hoffentlich in naher Zukunft viele vom Priesterhaus in Baden profitieren können.

SPENDEN auf:


Erfreulicherweise bereiten sich gerade fünf Seminaristen aus der Deutschschweiz in Wigratzbad auf den Empfang der Priesterweihe vor. Auch an sie denke ich, wenn ich mich für das Priesterhaus einsetze …
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Advent und ein Christfest voll tiefer weihnachtlicher Freude!
Thalwil, am 30. November 2023

Quelle: FSSP

ADVENTSSPENDE 2023

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Der Advent, die kleine Fastenzeit des Kirchenjahres, ist Aufforderung und Gelegenheit zur persönlichen Umkehr und Fürbitte, denn Herr der Geschichte ist Einer allein, der dreieinige Herr und Gott. So können wir mit Blick auf Weihnachten und die Geburt des fleischgewordenen Gottes, in aller Bedrängnis und trotz aller Unruhe, in der sich die Welt befindet, zuversichtlich in die Zukunft schauen und unsere Blicke nach Osten richten, von wo Jesus der Christus wiederkommen wird.

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Mittwochskolumne 29.11.2023

Der Advent ist für einen Christen mehr als nur Kommerz

Bern (novaradio.ch): Wer in die Einkaufsläden geht, hat bereits seit einigen Wochen das Gefühl, Weihnachten stehe kurz vor der Türe. Überall gibt es Weihnachtsschmuck und überall wird Werbung für Weihnachtsprodukte gemacht – und dies bereits im November. Man könnte denken, dass die Unternehmung sehr christlich sind, dass sie bereits so früh Weihnachten ins Zentrum rücken. Natürlich ist es nicht die Frömmigkeit der Firmen, welche zu diesem Umstand führt, sondern der Wunsch nach Rendite. Die Wirtschaft realisiert, dass in dieser Jahreszeit viel Umsatz gemacht werden kann und konzentriert daher ihre Bemühungen darauf, die Menschen ständig mit Weihnachten zu konfrontieren, damit diese mehr konsumieren.

Für einen Christen ist Weihnachten aber mehr als nur Kommerz. Für einen Christen ist die Adventszeit ähnlich wie die Fastenzeit eine Vorbereitungszeit. Wir bereiten uns auf das Kommen des Herrn vor. Grundsätzlich können wir dabei viel vom Marketing lernen, welches von den Unternehmen eingesetzt wird, um die Menschen zum Kauf von Weihnachtsprodukten zu überzeugen. Auch wir sollten ständig mit der Botschaft Christi konfrontiert werden, die uns sagt, dass Gott den Menschen so liebte, dass er Mensch wurde. Diese Botschaft ist so grossartig und so berührend, dass wir ständig daran denken sollten. Wenn Gott so demütig ist, als Mensch in einer armen Krippe auf die Welt zu kommen, dann müssen wir ebenfalls unseren Hochmut zurückdrängen und uns von ganzem Herzen bemühen, unsere Mitmenschen zu lieben. Lassen Sie uns daher die Adventszeit bewusst nutzen, unseren Glauben zu intensivieren. Es gibt hierfür verschiedene Möglichkeiten. Einer der besten Wege, ins Geheimnis der Menschwerdung Gottes einzutauchen, ist das Beten des Rosenkranzes. Durch das Rosenkranzgebet vereinigen wir uns mit Maria und betrachten das Leben ihres Sohnes. Eine weitere Möglichkeit ist die Eucharistische Anbetung. Die Demut Gottes wird in seiner Menschwerdung sichtbar, sie wird aber auch im Allerheiligsten Sakrament des Altares sichtbar. Gott macht sich so klein, dass er in einem Stück Brot zu uns kommt. Kein Mensch wird mit seiner Vernunft je verstehen können, wie gross und tief das Geheimnis der Heiligsten Eucharistie ist. Daher sollten wir auch in der Adventszeit vermehrt die Heilige Messe besuchen.

Lassen Sie uns mit unseren Gebeten, unseren Messbesuchen und unseren guten Tagen der Welt zeigen, dass der Advent mehr als nur Kommerz ist. Die Geburt Jesu verkündet, dass Gott den Menschen nie aufgegeben hat, sondern ihm seinen Frieden anbietet. Verkünden wir diese frohe Botschaft. DR

Psalmen und ihre Botschaft

Psalm 57

Der Weg: Das Gebet

Die nächsten 10 Punkte aus dem Kapitel das Gebet vom Buch der Weg

Pax Vobis vom 26.11.2023

Bozija glazba i sve o adventu. Citaju Drazenka, Pero i Vera.

NEWS: Papst Franziskus hat Lungenentzündung

Papst Franziskus (86) hat offenbar eine Entzündung an der Lunge. Das erklärte er laut «Corriere della Sera» per Videoübertragung aus der Kapelle seines Wohnsitzes im Vatikan. Deshalb müsse er auch seinen Auftritt am Fenster über dem Petersplatz ausfallen lassen, sagte er demnach. Seinen Segen spendete er per Videoschalte. «Heute kann ich nicht am Fenster erscheinen, weil ich das Problem mit der Entzündung an der Lunge habe», sagte er demnach.

Am Samstag hatte der 86-Jährige geplante Termine abgesagt – wegen einer leichten Grippe, wie der Vatikan bekannt gegeben hatte. Wie nun berichtet wird, soll der Papst für eine Untersuchung ein Krankenhaus besucht haben.

Reise nach Dubai steht an

Der 86-Jährige will Medienberichten zufolge dennoch in Kürze an der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Dubai teilnehmen. Die Veranstaltung findet vom 30. November bis 12. Dezember statt. Dabei wird der Papst voraussichtlich mit führenden Politikern zusammentreffen, die an der Klimakonferenz teilnehmen werden. Auch eine Rede des Kirchenoberhaupts ist geplant.

Der Papst, der im Dezember 87 Jahre alt wird, hatte in diesem Jahr auch schon zuvor mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Im März war Franziskus mit einer Atemwegsinfektion ins Krankenhaus in Rom eingeliefert worden, im Mai litt er unter Fieber und musste Termine absagen.

Im Juni musste der Pontifex dann wegen eines drohenden Darmverschlusses notoperiert werden und danach erneut für mehrere Tage im Krankenhaus bleiben. Zuvor hatten sich die Symptome des Papstes verschlechtert, wie der Vatikan damals mitgeteilt hatte. Bereits am Abend desselben Tages hiess es aber von offizieller Seite: «Papst Franziskus‘ Operation ist beendet: Sie verlief ohne Komplikationen.» Auch 2021 war der Papst bereits wegen einer Entzündung am Darm operiert worden. Zudem soll Franziskus, der seit 2013 Papst ist, auch Knieprobleme haben. Einige Termine nahm er deshalb in der Vergangenheit im Rollstuhl wahr.

Quelle: spot on news

Christkönigsfest

Es bezieht sich auf das Christkönigsfest, ein liturgisches Fest im christlichen Kalender, das Jesus Christus als König der ganzen Schöpfung ehrt. Das Fest wird in der Regel am letzten Sonntag des Kirchenjahres gefeiert, kurz vor Beginn der Adventszeit. Es betont die Souveränität Christi über alle Aspekte des Lebens und der Welt.

Das Konzept von Christus, dem König, hat seine Wurzeln in der christlichen Theologie, insbesondere in Bibelstellen, in denen Jesus als König und Herrscher dargestellt wird. Das Fest ist für Christen eine Gelegenheit, über die Herrschaft Christi nachzudenken und ihre Verpflichtung zu erneuern, im Einklang mit seinen Lehren zu leben.

Das Christkönigsfest wird in verschiedenen christlichen Konfessionen gefeiert, auch in der katholischen Kirche, wo es 1925 von Papst Pius XI. eingeführt wurde. Das Fest ist durch besondere Gebete, Hymnen und Schriftlesungen gekennzeichnet, die die Rolle Christi als König der Könige und Herr der Herren betonen.

Die Christkönigsverehrung steht, so der Liturgiker Christoph Joosten, ähnlich wie die Herz-Jesu-Verehrung im Spannungsfeld zwischen Frömmigkeit und Politik, „zwischen einer inneren Frömmigkeit und der christlichen Restauration der Gesellschaft“. Der Königstitel Jesu soll die Königsherrschaft Gottes betonen, ohne dabei in eine exaltierte Beanspruchung weltlicher Macht zu gelangen. Daher ist der Titel einerseits mit dem Königtum Jesu Christi über das Volk Gottes (Israel) verknüpft, andererseits mit der Passion Christi und dem Motiv des leidenden Königs. Das Christentum brachte einen neuen Typ des Gottkönigtums: „Christus der König ist klein; er liegt in der Krippe, als armes Kind wird er angebetet; er leidet, er stirbt am Kreuze, und bei alledem bleibt er König; ja gerade dadurch wird er König“; das Königtum Christi „zeigt der Welt ein neues Königsbild; es streicht die Macht als Grundhaltung Gottes und des Königs und zeigt, dass auch der ein König ist, der klein ist und arm – wenn er nur geistige Güter seinen Untertanen vermittelt.“ Nach menschlichen Maßstäben ist die Königsherrschaft Jesu Christi eine Persiflage irdischer Machtansprüche: ein „König, dem zu dienen König sein bedeutet“, wie es das Zweite Vatikanische Konzil ausdrückte.

Liturgisch kommt die Würdigung des Königtums Christi im Kirchenjahr der römisch-katholischen Kirche neben dem Christkönigsfest, das heute am letzten Sonntag des Kirchenjahres begangen wird, mehrfach zum Tragen:

Der Advent lässt die Ankunft des kommenden Königs erwarten, der Täufer Johannes erscheint als Königsbote.
Am Fest der Erscheinung des Herrn, dem die drei Könige huldigen, erscheint der Friedenskönig. Es wurde bis zur Einführung des Christkönigsfestes als das eigentliche Königsfest angesehen. Auch bei der Taufe Jesu und der Hochzeit zu Kana offenbart sich die königliche Würde Christi.
Am Palmsonntag wird Jesus in Jerusalem als König willkommen geheißen: „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels!“ (Joh 12,13 EU)
Im Pascha-Mysterium wird das Königtum Jesu Christi vor Pilatus als Sieg Christi über den Tod durch das Kreuz bezeugt: Mors et Vita duello conflixere mirando; Dux vitae mortuus regnat vivus. „Tod und Leben rangen in wundersamem Zweikampf. Der Fürst des Lebens, der gestorben war, herrscht [jetzt] lebend.“ (Ostersequenz)
In der Himmelfahrt Christi vollendet sich seine Erhöhung in seiner ruhmvollen Rückkehr zum Vater.

Papst Pius XI. setzte mit seiner Enzyklika Quas primas vom 11. Dezember 1925 zur 1600-Jahr-Feier des Konzils von Nicäa 325 das Christkönigsfest ein, wenige Jahre nach dem Untergang von König- und Kaiserreichen mit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Es wurde zunächst am letzten Sonntag im Oktober gefeiert, seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wird es am letzten Sonntag des Kirchenjahres Ende November begangen.

Erklärung der Liturgie vom 20.11.2023

Heute beenden wir den ersten Teil zum Thema Liturgie.

Der Weg: Gebet

Heute können Sie die ersten 10 Punkte aus dem Buch „Der Weg“ Kapitel das Gebet.

Mittwochskolumne 22.11.2023

Christkönig

Bern (novaradio.ch): Am kommenden Sonntag feiert die Kirche den Christkönigssonntag, den letzten Sonntag im Kirchenjahr. Der Christkönigssonntag bedeutet mir sehr viel, da es das Patrozinium meiner Heimatpfarrei ist. Dieses noch junge Fest wurde nach dem Ende der Monarchien eingeführt, um den Katholiken aufzuzeigen, dass Jesus Christus König unserer Welt bleibt, auch wenn keine christlichen Könige mehr herrschen. Am Ende des Kirchenjahres wird uns damit in Erinnerung gerufen, dass Gott das Alpha und das Omega ist, der Anfang und das Ende. Gottes Herrschaft hat alles ins Leben gerufen und Gottes Herrschaft wird am Ende jeder menschlichen Existenz stehen. Wir alle werden einmal vor Gott stehen müssen und Rechenschaft über unser Leben ablegen. Natürlich glaube ich fest daran, dass Gott ein barmherziger und liebender Richter ist, jedoch muss uns auch der Ernst klar sein, der die Verantwortung für unser Leben beinhaltet. Wenn wir Christus als König unseres Lebens akzeptieren, dann können wir nicht in der Lüge leben und seine Gebote ignorieren. Heutzutage wird oft die barmherzige Seite Gottes betont, ohne darauf hinzuweisen, dass ein Mensch, der an einen liebenden Gott glaubt, jedoch böse Taten vollbringt, in einem Widerspruch lebt. Wenn ich wirklich fest auf Gottes Allmacht und Liebe vertraue, werde ich nichts Böses tun, sondern auch meinen Mitmenschen mit Liebe begegnen. Oft ist es so, dass die Menschen, die anfangen zu sündigen, weil sie glauben, Gott verzeihe ohnehin alles, immer mehr diesem Widerspruch zum Opfer fallen und schlussendlich nicht einmal mehr an Gott glauben. Es ist wichtig, dass wir uns bemühen, ein richtiges Gottesbild zu haben und nicht ein eigenes zu kreieren. Die Menschen, die nur Gottes Gesetze und Strenge betonen, sind das eine Extrem, das schlussendlich in eine extreme Härte zu den Mitmenschen und in ein Pharisäertum führt. Das andere Extrem sind die Christen, die nur Gottes Barmherzigkeit betonen und dabei vergessen, dass Gott auch König und Richter ist. Diese Menschen verfallen schlussendlich in einen Atheismus oder Deismus, der Gott gänzlich leugnet. Als gläubige Katholiken müssen wir an Gottes Allmacht glauben – und weil wir diese anerkennen – seine Liebe und Barmherzigkeit erkennen. Gottes Liebe besteht darin, dass er heilig ist und jede Sünde verabscheut, Gott jedoch Mensch wurde, um uns zu erlösen. Wenn wir alle ohnehin erlöst wären, hätte der Kreuzestod Jesu keine Bedeutung. Jesus musste jedoch all diese Leiden erdulden, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, ins Reich Gottes zu gelangen.

Wenn wir am nächsten Sonntag Christkönig feiern, müssen wir uns vor Augen führen, dass Gott das letzte Wort haben wird. Gott kann alles zum Guten wenden. Er kann dies jetzt und er kann dies auch am Ende unseres Lebens, wenn wir uns vertrauensvoll an ihn wenden. Christus ist König der Welt. DR

CHRISTENVERFOLGUNG: Teil 4

Christenverfolgung im römischen Reich

Nachrichtensendung vom 17.11.2023

Katholiken und Freimaurer

Schweizer Bischöfe beim Papst

CHRISTENVERFOLGUNG: Teil 3

Interview mit Frau Biedermann, Projektmanagerin / Mitglied der Geschäftsleitung, von CSI

CHRISTENVERFOLGUNG: Teil 2

Etwas zur Statistik zum Thema Christenverfolgung

Interview mit Frau Monika Chap-Rabenau, Presseleiterin Open Doors Schweiz

Mittwochskolumne vom 15.11.2023

Albert Magnus

Bern (novaradio.ch): Am 15. November gedenkt die Kirche Albert Magnus, dem Patron der Naturwissenschaftler. Albert Magnus lebte im 13. Jahrhundert und war der Lehrer von Thomas von Aquin. Albert war ein Universalgelehrter, der an verschiedenen Universitäten lehrte. Heute haben einige Katholiken das Gefühl, Glauben und Wissenschaft seien nicht unter einen Hut zu bringen. Die katholische Kirche hat jedoch immer betont, dass der Christ seine Vernunft verwenden solle, um die Welt besser zu verstehen. Auch Gott lässt sich mithilfe der Vernunft, sofern diese nicht fehlgeleitet eingesetzt wird, erkennen. Zwar nicht ganz, da die Folgen der Erbsünde dies verunmöglichen, aber teilweise. Dort, wo die Vernunft an Grenzen stösst, erweitert der Glaube unsere Erkenntnisse. Vernunft und Glaube gehen daher Hand in Hand. Erst im 19. und 20. Jahrhundert hat sich die Wissenschaft vom Glauben distanziert und abgegrenzt. Zu Zeiten von Albert Magnus war es normal, gläubig zu sein und gleichzeitig Wissenschaft zu betreiben. Auch heute gibt es viele Wissenschaftler, die gläubig sind.

Ich möchte diesen Tag, an dem wir Albert Magnus ehren, nutzen, um alle Katholiken aufzufordern, nach Wissen zu streben. In der heutigen Welt ist es wichtig, dass wir als Katholiken erstens über unseren Glauben gut Bescheid wissen und zweitens auch sonst über viel Wissen verfügen. Wenn wir eine Neuevangelisierung in der Schweiz starten wollen, dann müssen wir in Gesprächen mit Menschen, die nicht gläubig sind, überzeugen können durch unser Wissen und unsere vernünftigen Überlegungen. Es reicht nicht aus, einfach unseren Glauben dogmatisch zu vertreten. Es ist wichtig, nachvollziehbare Argumente zu liefern. In vielen Fragen kann man mit sehr sachlichen Fakten aufzeigen, dass die katholische Kirche richtige Positionen bezieht. Wenn heute beispielsweise behauptet wird, es gebe mehr als zwei Geschlechter, dann kann jeder Katholik auf die Biologie verweisen und erklären, dass dies aus genetischer Perspektive einen Unsinn darstellt. Oder wenn die Sexuallehre der Kirche kritisiert wird, dann lässt sich gut aufzeigen, dass auch Aufklärer, die nicht der Kirche nahestanden, die gleichen Positionen wie die Kirche vertreten haben. Es gibt fast kein Thema, wo man sich ausschliesslich auf die dogmatischen Positionen der Kirche, die von Aussenstehenden ohnehin angegriffen werden, beziehen muss, sondern überall liefern andere Wissenschaften Beweise für die katholische Position. Wenn ein Katholik mit Wissen und Vernunft argumentiert, kann er Menschen davon überzeugen, dass es sich bei der Haltung der Kirche nicht um eine veraltete Denkweise handelt, sondern um sehr wichtige Positionen der Gegenwart. Wenn man es einmal schafft, die Vorurteile gegenüber der Kirche abzubauen, kann man Menschen für den Glauben gewinnen. Bitten wir also heute den Heiligen Albert Magnus, er möge uns die Kraft geben, nicht nur zu glauben, sondern auch mit unserer Vernunft diesen Glauben verteidigen und mit anderen Menschen teilen zu können. DR

Christenverfolgungen: Bedeutung und Interview

Bedeutung von Christenverfolgungen

Interview mit Ivo Schürmann, von der Organisation Kirche in Not Schweiz

Nachrichtensendung vom 10.11.2023

Autobiografie im 2024

Vatikan: Neue Botschafterin

PROGRAMMHINWEIS

Ab 13.11.2023 um 16h, können Sie täglich etwas zum Thema Christenverfolgung hören.

Heilige: St. Martin

Alles zum Hl. Martin.

BREAKING NEWS: Papst Franziskus entbindet Strickland von seinen Pflichten als Bischof von Tyler

Der Vatikan gab am Samstag bekannt, dass Papst Franziskus Bischof Joseph Strickland von seinen Aufgaben in der Diözese Tyler (Texas) entbunden und einen Apostolischen Administrator ernannt hat, der ihn ersetzen soll.

Stricklands Entlassung am 11. November erfolgte, nachdem der texanische Bischof zwei Tage zuvor eine Aufforderung des Vatikans abgelehnt hatte, seinen Rücktritt einzureichen, so Kardinal Daniel DiNardo von Houston.

Das vatikanische Dikasterium für die Bischöfe hat Anfang des Jahres eine formelle Untersuchung in der Diözese Tyler abgeschlossen, die als Apostolische Visitation bezeichnet wird und die laut einer Quelle die Nutzung der sozialen Medien durch den Bischof und Fragen im Zusammenhang mit der Diözesanverwaltung untersuchte.

Die Apostolische Visitation, die von Bischof Dennis Sullivan von Camden und dem emeritierten Bischof Gerald Kicanas von Tucson durchgeführt wurde, führte zu einer „erschöpfenden Untersuchung aller Aspekte der Leitung und Führung“ des texanischen Bischofs und empfahl, dass Stricklands Verbleib im Amt „nicht machbar“ sei, sagte DiNardo in einer Erklärung am 11. November.

„Nach monatelanger sorgfältiger Überlegung durch das Dikasterium für die Bischöfe und den Heiligen Vater wurde die Entscheidung getroffen, den Rücktritt von Bischof Strickland zu beantragen“, sagte er.

Der 65-jährige Strickland war seit 2012 Bischof der Diözese Tyler. Der weithin beliebte, aber polarisierende texanische Bischof war für seine brandgefährlichen Social-Media-Posts kritisiert worden, darunter ein Tweet vom 12. Mai, in dem er andeutete, Papst Franziskus würde „das Glaubensgut untergraben“.

In der Ankündigung des Vatikans wurde kein Grund für die Absetzung des Bischofs genannt. Bischof Joe Vásquez von Austin wird bis zur Ernennung eines neuen Bischofs als Apostolischer Administrator für die Diözese Tyler fungieren.

Während Stricklands mehr als 10 Jahren an der Spitze von Tyler erlebte die Diözese einige bemerkenswerte Veränderungen, wie z. B. den Rücktritt von drei Diözesanbeamten im Jahr 2018, ein Schritt, von dem Strickland damals sagte, dass er die Diözese in die Lage versetzen würde, ihre Mission bestmöglich zu erfüllen.

Aber Stricklands Amtszeit fiel auch mit positiven Zeichen für die geistige und administrative Gesundheit von Tyler zusammen. Derzeit befinden sich 21 Männer in der Priesterausbildung für das Gebiet von 119.168 Katholiken. Berichten zufolge befindet sich die Diözese auch in einer guten finanziellen Verfassung, was zum Teil daran liegt, dass sie in der Lage ist, 99 % ihres Ziels von 2,3 Millionen US-Dollar für den Appell des Bischofs für 2021 sechs Monate früher als geplant aufzubringen.

Papst Franziskus traf sich am Samstagmorgen mit dem amerikanischen Kardinal Robert Francis Prevost, dem Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe, bevor Stricklands Absetzung bekannt gegeben wurde.

Die Entscheidung des Papstes, Strickland von seiner pastoralen Leitung der Diözese Osttexas zu entbinden, kommt nur zwei Tage vor Beginn der Herbstvollversammlung der US-Bischöfe, die vom 13. bis 16. November in Baltimore stattfinden wird.

Quelle: cna englisch

St. Martin: Laterne

Auf diesen Webseiten können Sie die Laterne basteln

Laterne basteln: Einfache Anleitungen | Eltern.de

Laterne basteln aus Papptellern – Last-Minute-Idee (merkur.de)

Laternen basteln mit Kindern für Sankt Martin – 7 tolle Bastelanleitungen (kindertheater-zauberfloeckchen.de)

Tischlaterne zu St. Martin (erzbistum-muenchen.de)

Mittwochskolumne vom 08.11.2023

Die letzten Fragen

Bern (novaradio.ch): Im November gedenken wir der Verstorbenen. Im November sollten wir uns aber auch selbst vor Augen führen, dass unser irdisches Leben einmal enden wird. Daher stehen im November die eschatologischen Fragen im Zentrum. Wir können auf all diese Fragen, welche das Woher und Wohin des menschlichen Daseins betreffen, nicht einfache Antworten geben. Es sind Fragen, die unsere Vernunft übersteigen und auf die wir nur durch unseren Glauben eine Antwort finden. Gott hat den Menschen aus Liebe geschaffen und es ist das Ziel des menschlichen Lebens, Gott zu erkennen und seine Gebote, die für den Menschen das Heil bedeuten, zu halten. Wenn unser Ziel bei Gott ist und Gott die absolute Liebe und das absolute Glück darstellt, dann nehmen wir in Kauf, hier auf Erden gewisse Leiden hinnehmen zu müssen. Was mich an der heutigen kirchlichen Diskussion stört, ist die Tatsache, dass dieses Ziel des christlichen Lebens oft aus den Augen verloren wird. Wir reden viel über kirchliche Reformen, aber wir reden selten darüber, was das Ziel des Christentums ist. Wenn wir uns vorstellen, einmal bei Gott sein zu dürfen, wirkt vieles, über was wir heute reden und streiten, nebensächlich. Wenn beispielsweise progressive Theologen fordern, dass die Kirche die Sexualmoral ändern soll, dann frage ich mich, inwiefern diese Änderung tatsächlich dem Menschen und seiner Endbestimmung – im Reiche Gottes zu sein – diesen soll. Auch frage ich mich, was es bringen soll, Frauen zu Priesterinnen zu weihen. Wird dies wirklich helfen, mehr Menschen zu Gott zu führen? Viele der Fragen, die heute diskutiert werden, werden nicht aus der Perspektive des Reiches Gottes geführt, sondern nach äusserst kleinkarierten Kriterien. Auch in unserem moralischen Leben sollte immer der Blick auf Gott sein. Viele Menschen regen sich wegen Kleinigkeiten auf und sind unversöhnlich, wenn ein Mitmensch ihnen eine Ungerechtigkeit angetan hat. Auch hier wäre es wichtig, den Blick in Richtung Ende zu werfen. Wenn wir einmal am Ende unseres Lebens sind, werden uns all diese Dinge völlig belanglos vorkommen. Diese Wut über solche Kleinigkeiten macht bereits unser jetziges irdisches Leben arm, zerstört aber auch Schritt für Schritt unsere Seele, mit der wir in die Ewigkeit gehen.

Nutzen wir den Monat November, um Rechenschaft darüber abzulegen, was uns wirklich wichtig ist. Gott ist wichtig. Natürlich bedeutet dies nicht, dass wir einfach fatalistisch unsere irdische Existenz leben sollen. Aber es bedeutet, dass wir nicht die kirchliche Lehre reformieren sollen, sondern vor allem uns selbst ändern müssen. Und es bedeutet, dass wir uns nicht über unwesentliche Dinge ärgern dürfen, sondern in der Freude des Evangeliums unser Leben gestalten sollen. Das bedeutet es, wahrer Christ zu sein. DR

Nachrichtensendung vom 03.11.2023

Heiliges Jahr 2025
Neues Motu Proprio

Friedenslicht 2023

„Friede auf Erden allen Menschen guten Willens“ diese Botschaft verkündeten Engel vor über 2000 Jahren bei der Geburt Christi.
Wie wichtig das weltweite Beten und Einstehen für den Frieden ist, zeigt neben dem andauernden Ukraine-Krieg, besonders die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten und anderen Regionen der Welt. Ein Licht des Friedens und der Versöhnung aus der Geburtsgrotte in Bethlehem soll alle Menschen dafür stärken. So hat das diesjährige Motto: «Licht teilen – Licht sein» eine ermunternde Kraft.
 
Seit nunmehr drei Jahrzehnten dürfen wir das Friedenslicht aus Bethlehem – jeweils am dritten Adventssonntag in der Schweiz willkommen heissen. Advent für eine bessere Zukunft für die wir uns einsetzen.

Friedenslicht-Ankunft: Sonntag, 17. Dezember 2023, ab 17.00 Uhr in BaselFribourgLuzern und Zürich und ab Montag, 18. Dezember 2023 an vielen weiteren Stützpunkten.
Ihren eigenen Stützpunkt können Sie kostenlos anmelden, Werbematerial stellen wir Ihnen danach gratis zu.

Warum ist eine solche Aktion möglich:weil dank der Initiative des ORF das Friedenslicht aus Bethlehem nach Europa und Übersee gelangt, es gilt jedes Jahr immense Vorbereitungen zu treffen, Hürden zu überwinden und Bewilligungen für die Transportmöglichkeit des Friedenslicht einzuholenweil nur bei Lienert-Kerzen AG Einsiedeln von jeder verkauften Friedenslichtkerze ein Teilerlös zum Erhalt des Friedenlichtbrauchs an den Verein Friedenslicht Schweiz und ebenso ein Teilerlös an die Stiftung Denk an mich, Ferien und Freizeit für Menschen mit Behinderungen gehtweil unsere offiziellen Friedenslicht-Transportkerzen von der SBB jedes Jahr neu geprüft und bewilligt werden, um einen sicheren Transport der Flamme im öffentlichen Verkehr zu gewährleistenweil die Friedenslicht-Aktion nur dank Ihnen und dem unermüdlichen Einsatz vieler Freiwilligen und Jugendlichen möglich ist – herzlichen Dank!Unsere langjährige Patronatsträgerin ist die Stiftung Denk an mich, die seit 55 Jahren Ferien und Freizeitaktivitäten von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz unterstützt. Die freiwilligen Spenden und ein Teilerlös aus dem Lichtträgerverkauf der Lienert-Kerzen AG in Einsiedeln werden zum barrierefreien Ausbau von Reka-Feriendörfern für hindernisfreie Familienferien eingesetzt.

Auch 2023/24 arbeitet Friedenslicht Schweiz in Kooperation mit der Aktion Sternsingen/Missio. Vielerorts bringen Sternsinger das Friedenslicht rund um den 6. Januar 2024 von Haus zu Haus.

Wir danken allen, die ihr Licht mit anderen Menschen teilen und mit diesem Akt der Solidarität auch Licht für andere sein dürfen…

Herzliche Grüsse
Walter StählinPräsident Verein Friedenslicht SchweizKontakt:
• Postanschrift:
Verein Friedenslicht Schweiz, Walter Stählin, 8105 Regensdorf
• E-Mail: friedenslicht@friedenslicht.ch
• Telefon: 079 401 81 12
• Homepage: www.friedenslicht.ch
• Unterstützungsbeitrag Verein Friedenslicht Schweiz:
CH87 0900 0000 8758 7589 1

Etwas für die Kinder: Teil 1

Etwas für die Kinder: Teil 2

Etwas für die Kinder: Teil 3

NEWS: Buch Neuauflage

Die Moral, wie sie die katholische Kirche lehrt …

Verhindert sie die Reifung der Persönlichkeit?

Ist sie unmenschlich?

Macht sie krank?

Ist sie toxisch? – Kann man sich an ihr vergiften?

So oder ähnlich tönt es immer wieder aus dem Nebel.

Das Büchlein lädt ein, nüchtern und sachlich die Lehre der Kirche über das Gewissen, die Gebote Gottes, das Mann- und Frausein, die Schamhaftigkeit, die Keuschheit u. v. a. m. zu betrachten. Wie hat Gott die Ehe gedacht? Und warum sind vorehelicher Verkehr, Selbstbefriedigung und Empfängnisverhütung schwere Sünde?

Die gesamte katholische Glaubenslehre steht unter dem Anspruch, vernunftgemäß zu sein; auch die Moral. Und man muss nicht einmal katholisch sein, um zu sehen, dass ein konsequentes Leben nach katholischen Grundsätzen befreiend ist und schön!

Nichts anderes bedeutet Keuschheit, als mit Leib und Seele vor Gott in Ordnung zu sein!

Keuschheit heißt, im Einklang mit der göttlichen Ordnung und der innersten Bestimmung des Menschen zu leben!

Das Büchlein im Format A6 umfasst 80 Seiten und wird kostenlos versandt.

Helfen Sie, es zu verbreiten!

Wir freuen uns auf Ihre Bestellung: bestellung@petrusverlag.de

Mittwochskolumne vom 01.11.2023

Allerheiligen und Allerseelen

Bern (novaradio.ch): Die Kirche feiert heute Allerheiligen und morgen Allerseelen. Für uns als Katholiken ist es wichtig, der Toten zu gedenken. Wir glauben nicht daran, dass mit dem irdischen Tod unsere Existenz endet, sondern wir glauben an ein ewiges Leben. Diese Hoffnung muss uns immer wieder motivieren, ein Leben zu führen, das nicht nur auf den einzelnen Moment ausgerichtet ist, sondern auf die Ewigkeit. Das Gebet für die Toten gehört ebenfalls dazu.

Einerseits können die Heiligen für uns grosse Vorbilder sein, da sie aufzeigen, wie Gott es schafft, ganz normale Menschen zu befähigen, Grossartiges zu leisten. Andererseits ist es wichtig, für die Menschen zu beten, die von uns gegangen sind, jedoch noch nicht so vollkommen sind, um ganz bei Gott zu sein. Die Kirche lehrt, dass diese Menschen im Fegefeuer bzw. Purgatorium sind, und wir ihnen durch unser Gebet helfen können. In der heutigen Gesellschaft ist der Begriff des Fegefeuers verpönt. Auch die Vorstellung, dass Gott uns richten wird, findet wenig Anklang bei den vielen Menschen. Für uns Katholiken stellt dies jedoch eine Realität dar, die wir nicht leugnen können. Wir alle werden einmal vor dem Richterstuhl Gottes stehen und Rechenschaft für unsere Taten ablegen müssen. Gott ist unendlich barmherzig, aber die Frage ist, ob wir diese Barmherzigkeit auch annehmen können, wenn wir das ganze Leben lang hartherzig und boshaft waren. Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes. Wenn jemand sein ganzes irdisches Leben ohne Gott gelebt hat, braucht es ein Wunder, damit er beim Jüngsten Gericht die Liebe und Barmherzigkeit Gottes doch noch annimmt. Persönlich hoffe und bete ich, dass alle Menschen, die jemals geboren wurden, gerettet werden. Die Katholische Kirche lehrt, dass wir als Katholiken an die Existenz der Hölle glauben müssen, jedoch nicht daran, dass jemand dort landet. Auf jeden Fall sollten wir als Christen alles tun, um alle Menschen von Gottes Liebe zu überzeugen, damit alle gerettet werden. Und wir sollten auch den Verstorbenen, die zwar für den Himmel berufen sind, jedoch noch eine Läuterung bedürfen, unsere Gebete zukommen lassen. Im November sollten wir uns speziell darum bemühen, für die Verstorbenen zu beten. Dabei sollten wir nicht nur für die Menschen beten, die wir kannten, sondern auch für die Armen Seelen, für die niemand betet. Es ist eine grosse Tat, wenn wir für die Armen Seelen beten, da sie selbst nichts mehr für sich tun können. Denken wir daran, wenn wir an einem Friedhof vorbeigehen. Vielleicht können wir kurz einen Halt machen und für jemanden beten, den wir zwar nicht kennen bzw. kannten, der uns aber eine Ewigkeit lang dankbar sein wird, dass wir für ihn ein Gebet gesprochen haben. Die Lebenden und die Verstorbenen sind nicht so weit getrennt, wie wir dies oft denken. Wir bilden zusammen eine Kirche, da wir alle das Ziel haben, bei Gott zu sein. Dies muss uns gerade im November wieder ganz bewusst werden. DR

Allerheiligen – Allerseelen

Wie entstand der Gedenktag Allerheiligen und Allerseelen. Sowie der Unterschied zwischen der beiden Tagen.

Erklärung der Liturgie

Drei Punkte aus dem Kapitel „Die Abhilfe“

Der Weg: die Führung

Zehn Punkte aus dem Kapitel „Die Führung“

Pax Vobis vom 29.10.2023

Danas predstavljamo Vam dva bl. osobe. A to su: Marija Propetgo i Kardinal Stepinac. Između mozete cuti dvije informacije. Citaju Pero, Vera i Draženka.

Wie erhält man einen Ablass?

Ablässe der katholischen Kirche

Zu Beginn des Monats November bestehen gleich mehrere Möglichkeiten, Ablässe zu gewinnen. Grund genug, ein paar allgemeine Erwägungen darüber anzustellen. Die Ablassordnung für Allerheiligen und Allerseelen finden Sie unten .

Was ist ein Ablass?
Ein Ablass ist der Nachlass zeitlicher Sündenstrafen.

Ist der Ablass ein Ersatz für das Bußsakrament?
Nein, denn der Ablass tilgt nur Strafen der Sünden, deren Schuld bereits nachgelassen wurde.

Was bedeutet das?
Wir unterscheiden bei den Sünden einerseits die Schuld, die man vor Gott auf sich lädt, wenn man eine Sünde begeht, und andererseits die sogenannte Sündenstrafe. Die Schuld betrifft direkt das Unrecht, das der Sünder Gott gegenüber anrichtet. Sie macht den Sünder vor Gott zum „Schuldigen“. Nachlass dieser Schuld nennt man demnach die Verzeihung der Sünde. Das bedeutet, dass Gott das Verhältnis des Sünders zu Ihm wieder in Ordnung gebracht hat. Davon bleibt zunächst einmal unberührt, dass jede Sünde durch die Auflehnung gegen Gott an sich auch Strafe verdient. Einem reuigen Sünder wird Gott bei der Beichte für gewöhnlich auch einen Teil dieser Strafe erlassen. Ebenso trägt die vom Beichtvater auferlegte Buße zur Tilgung der Sündenstrafe bei, wenn man sie erfüllt.

Was geschieht mit diesen Sündenstrafen, wenn sie nicht in der Beichte nachgelassen werden?
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, für seine Sünden Buße zu tun, um die Strafen zu tilgen. Dazu gehören vor allem die klassischen Mittel wie Fasten, Gebet und Almosen. In diesem Sinne kann jedes gute Werk dazu beitragen, für die eigenen Verfehlungen Genugtuung zu leisten und die verdienten Strafen abzubüßen. Strafen, die man vor dem Tod nicht abgebüßt hat, verbleiben für das Fegefeuer.

Was aber ist dann die Rolle des Ablasses?
Der Ablass gründet sich auf die Überzeugung der Kirche, dass Christus ihr mit der Sorge für die Seelen auch eine gewisse Vollmacht über die Heilsmittel anvertraut hat. Daher kann der Papst in seiner Binde- und Lösegewalt auch auf außerordentliche Weise zum Nachlass von Sündenstrafen beitragen, wenn er einen Ablass einsetzt. Hier kommt die Kirche mit dem von Christus und den Heiligen erworbenen Gnadenschatz dem Einzelnen zu Hilfe. Grundlage dafür ist die Verbindung der Getauften im mystischen Leib Christi, in dem ein Glied für das andere eintreten und stellvertretend Gutes tun kann, sofern die Haltung des Empfängers dem nicht entgegensteht.

Also funktioniert der Empfang eines Ablasses nicht automatisch?
Richtig, es handelt sich zwar um ein Gnadengeschenk, das die Kirche den Menschen zuwenden kann, diese müssen dafür aber auch empfangsbereit sein. Deshalb gibt es Ablassbedingungen. Diese gelten für denjenigen, der den Ablass gewinnen will. Wenn man aber einen Ablass den Verstorbenen zukommen lassen will, wie es bei den Ablässen im Monat November vorgesehen ist, wird vor Gott gewiss auch die Empfangsbereitschaft des Empfängers eine Rolle spielen, die uns freilich unbekannt ist. So tun wir in diesen Tagen gut daran, unseren verstorbenen Angehörigen, aber auch den übrigen uns unbekannten Seelen im Fegfeuer, Ablässe zuzuwenden!

Ablassmöglichkeiten zu Allerheiligen und Allerseelen

Am Allerseelentag (bzw. bereits ab 12 Uhr des Allerheiligentags):
Vollkommener Ablass bei Besuch einer Kirche sowie Gebet von Glaubensbekenntnis und Vater Unser unter den gewöhnlichen Ablass-Bedingungen (siehe unten).

Täglich vom 1. bis zum 8. November:
Vollkommener Ablass für die Verstorbenen bei Friedhofsbesuch mit Gebet für die Verstorbenen unter den gewöhnlichen Bedingungen.

Gewöhnliche Bedingungen für einen vollkommenen Ablass:
Sakramentale Beichte (eine kann für mehrere Ablässe gelten), Empfang des Altarsakraments, Gebet nach der Meinung des Hl. Vaters (z.B. Vater Unser, Gegrüßet seist Du Maria und Ehre sei dem Vater), vollständige Abkehr von der Anhänglichkeit an die Sünde. Es ist nur ein vollkommener Ablass pro Tag möglich. Wenn eine Bedingung fehlt, wird ein Teilablass gewährt. Es können mehrere Teilablässe täglich gewonnen werden.

Quelle: FSSP

Nachrichtensendung vom 27.10.2023

Heute können Sie, in der Nachrichtensendung, folgendes hören:

Israel streicht Greta Thunberg
Papst über weibliche Diakoninnen

Programmhinweis

Heute können Sie, in der Nachrichtensendung, folgendes hören:

Israel streicht Greta Thunberg
Papst über weibliche Diakoninnen

Erklärung der Liturgie

Was geschieht, wenn ein Kleriker aus dem Stand entlassen wird, mit der Liturgie?

Der Weg – die Führung

Wir beginnen mit dem Kapitel „Die Führung“, aus dem Buch der Weg

Mittwochskolumne vom 25.10.2023

Missionieren mit Taten und Worten

Bern (novaradio.ch): Am letzten Sonntag feierte die Kirche Weltmissionssonntag. Der Weltmissionssonntag ruft uns in Erinnerung, dass die Kirche missionarisch ist. Wir können unseren Glauben und die damit verbundene Freude nicht für uns behalten, sondern müssen diese mit anderen Menschen teilen. Heute sind es nicht mehr ferne Kontinente, die missioniert werden müssen, sondern die Schweiz. So viele Menschen leben bei uns ohne den Glauben an Christus.

In der heutigen Zeit stellen sich viele Menschen die Frage, wie man missionieren kann in einer Gesellschaft, in der so wenig über den Glauben gesprochen und in der es nicht gerne gesehen wird, das Thema Religion zu erwähnen. Missionieren bedeutet jedoch nicht immer, den Mitmenschen durch Worte zu überzeugen, sondern vor allem mit einem guten Beispiel voranzugehen und aufzuzeigen, dass es einen Unterschied macht, ob man Christ ist oder nicht. Wenn jeder Katholik mit seinem Leben zumindest eine andere Person überzeugen könnte, den Glauben anzunehmen, würde sich die Anzahl Katholiken verdoppeln. Eigentlich ist es sehr traurig, dass es die allermeisten Christen nicht schaffen, durch ihr Leben andere Menschen zu überzeugen, Christen zu werden. Was müssen wir tun, um neue Christen zu gewinnen? Wichtig ist meines Erachtens, dass die Menschen um uns herum merken, dass uns der Glaube wichtig ist. Wenn jemand nicht in die Messe geht und nicht regelmässig betet, wird er niemanden für den Glauben gewinnen können, da er selbst nicht für Christus brennt. Nur wenn wir selbst Feuer und Flamme sind für den katholischen Glauben, kann der Funke auch auf andere Menschen überspringen. Die zweite Eigenschaft, die wichtig ist, ist Demut. Es bringt nichts, hochmütig Christus zu verkünden und auf andere Religionen oder Kulturen herunterzuschauen. Jeder Mensch hat seine Weltanschauung, die wir nicht von heute auf morgen ändern können. Einen Menschen für Christus zu gewinnen braucht Zeit und Geduld. Der dritte wichtige Faktor ist, mehr Taten anstatt Worte sprechen zu lassen. Wenn wir nicht bereit sind, mit Taten aufzuzeigen, dass wir in der Nachfolge Jesu stehen, bleiben all unsere Worte blass.

Der letzte Punkt ist wohl der wichtigste: Wir müssen nicht nur andere Menschen missionieren, sondern auch uns selbst. Uns muss klar sein, dass wir uns jeden Tag neu für Christus entscheiden und uns zu ihm bekennen müssen. Nur wenn wir jeden Tag von Neuem JA zu Christus sagen, werden wir zu glaubhaften Missionaren, die auch andere Menschen zu Christen machen. DR

Spezial Nachrichtensendung vom 20.10.2023

Interview mit Bischof Bonnemain. Zum Thema Missbrauch, Pflichtzölibat und Frauenordination.

Mittwochskolumne 18.10.2023

Oktober – Monat des Rosenkranzes

Bern (novaradio.ch): Der Oktober gilt als Rosenkranzmonat. Die Katholiken sind aufgerufen, sich vermehrt diesem Gebet zu widmen. Ich möchte diese Kolumne nutzen, um Werbung für das Rosenkranzgebet zu machen. Selber bin ich erst mit 23 Jahren zu diesem Gebet gekommen. Die List des Heiligen Geistes hat mich dazu gebracht, den Rosenkranz zu beten. Als Kind konnte ich mir nichts Langweiligeres vorstellen, als den Rosenkranz zu beten. Ich habe dann aber den Barmherzigkeitsrosenkranz kennengelernt, der ja sehr kurz ist. Als ich diesen regelmässig betete, kam in mir der Wunsch auf, auch die anderen Rosenkränze zu erlernen. Der erste längere Rosenkranz war dann der lichtreiche Rosenkranz, den Johannes Paul II. einführte. Nach dem Erlernen und Beten des lichtreichen Rosenkranzes ging es dann nicht mehr lange, bis ich auch den schmerzhaften, den freudenreichen und den glorreichen Rosenkranz erlernte und regelmässig betete. Heute ist es für mich unvorstellbar, einen Tag vergehen zu lassen, ohne einen oder zwei Rosenkränze zu beten. Speziell gefällt mir auch der Rosenkranz zu Ehren des Heiligen Josephs.

Durch den Rosenkranz betrachten wir das Leben Jesu und vertiefen uns immer mehr in den christlichen Glauben. Das Gebet hilft uns, den Glauben nicht nur durch den Verstand anzunehmen, sondern mit Leib und Seele. Die Muttergottes begleitet uns auf dem Weg des Rosenkranzes und hilft uns, Christus immer ähnlicher zu werden. Durch das Rosenkranzgebet erkennen wir, was wirklich wichtig im Leben ist. Ich bin überzeugt, dass sehr viele Menschen, die heute unter Depressionen und psychischen Ängsten leiden, durch den Rosenkranz geheilt werden würden. Es ist traurig, dass man den Kindern im Religionsunterricht dieses wichtige Gebet nicht mehr beibringt. Gerade die jetzige Zeit hätte dieses Gebet sehr nötig.

Als Katholiken dürfen wir nicht vergessen, dass wir alles durch das Gebet erreichen können. Alleine können wir wenig bewirken, mit Gottes Hilfe können wir hingegen alles vollbringen. Beim Beten des Rosenkranzes dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott unsere Gebete erhört und alles zum Guten wendet. Auch wenn Gott nicht sofort unsere Gebete erhört und unseren Willen erfüllt, dürfen wir darauf hoffen, dass er uns früher oder später erhört oder uns sogar noch mehr gibt, als wir uns gewünscht haben. Gott weiss, wann er uns die Gaben geben soll, um die wir bitten. Beim Beten ist es wichtig, geduldig und beharrlich zu sein.

Ich möchte Sie alle aufrufen, den Oktober speziell für das Beten des Rosenkranzes zu nutzen. Beten wir für unsere Heilige Kirche, beten wir für den Frieden, beten wir für alle Menschen. DR

Heilige: Fest zum Hl. Lukas

Apostel und Evangelist

Lukas, der als Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte gilt, war nach der Überlieferung in Antiochien in Syrien als Heide geboren; nach Kol 4, 14 war er Arzt und hat als solcher gewiss auch den Apostel Paulus behandelt. Für sein Evangelium hat er als Quellen das Markusevangelium und andere Überlieferungen benützt, dem Ganzen aber sein persönliches Gepräge gegeben. Er betont vor allem die Barmherzigkeit Gottes und die Liebe Jesu zu den Armen und Sündern; über das Gebet und über den Heiligen Geist sagt Lukas mehr als Matthäus und Markus. In der Apostelgeschichte berichtet er mit historischem Blick und literarischer Kunst über die Anfänge des Christentums. Auch hier hat er verschiedene Quellen benützt; zum guten Teil konnte er als Augenzeuge berichten, da er Paulus auf der zweiten und der dritten Missionsreise begleitete und auch während der römischen Gefangenschaft in seiner Nähe war (vgl. Kol 4, 10-14; Phlm 24; 2 Tim 4, 11). Die liturgische Verehrung des hl. Lukas ist seit dem 8. Jahrhundert bezeugt.

Quelle: Etft

Erklärung der Liturgie

Feierlichkeiten bei Abwesenheit des Priesters

Der Weg: Der sechst Teil

Der sechste und letzter Teil, aus dem Buch der Weg vom Kapitel Charakter.

NEWS: Priester in Laienstand versetzt

Der Priester aus Sitten wurde wegen pädophiler Verbrechen verurteilt. Nun hat Rom gegen ihn ergriffene Massnahmen bestätigt.

Der letzte Einspruch eines Priesters der Diözese Sitten, der wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt worden ist, ist vom Vatikan abgelehnt worden, wie das Bistum Sitten am Sonntag mitteilte. Der verurteilte Mann wird endgültig in den Laienstand zurückversetzt.

Die Diözese Sitten hatte im Herbst 2022 die Verschärfung von vorsorglichen Massnahmen gegen einen pensionierten Priester angekündigt, der wegen pädophiler Verbrechen an einem Geschwisterpaar Anfang der 1980er Jahre vor Gericht stand.

Konkret «war er von jedem Amt suspendiert und durfte an keiner kirchlichen Veranstaltung teilnehmen, auch nicht als einfacher Besucher einer Messe», erklärte Pierre-Yves Maillard, Generalvikar.

Das Bistum erklärte in seiner Mitteilung, dass dieser Fall in dem von den Schweizer Bischöfen in Auftrag gegebenen Bericht, der am 12. September in Zürich vorgestellt worden ist, berücksichtigt worden sei.

Verjährte Taten

Die zivilrechtlich verjährten Taten wurden in einem kanonischen Prozess geahndet, in dem der Angeklagte zur Rückkehr in den Laienstand, zur Entschädigung der Opfer, zum Rückzug aus der Tätigkeit, die er im «Centre Suisse Immigrés» und ähnlichen Vereinigungen ausübte, sowie zur Übernahme der Kosten des kanonischen Prozesses verurteilt wurde.
Da der Mann im Frühjahr 2023 eine letzte Berufung in Rom einlegte, wurden die vorsorglichen Massnahmen verlängert. Sein Name wurde dann im Sommer 2023 den Priestern der Diözese mitgeteilt, als sich herausstellte, dass sie nicht vollständig eingehalten wurden.

Da Rom das Urteil nun bestätigt hat und alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind, wird der fragliche Priester endgültig von allen Amtshandlungen suspendiert und in den Laienstand versetzt.

Quelle: Berner Zeitung

NEWS: Traditionelle Liturgie: Wie viele Gläubige gibt es in Frankreich? Und in der Welt?

Ein Interview aus der Zeitung Paix Liturgique vom 03.10.2023. Wir haben das ganze Interview von der Internetseite Rorate Caeli übernommen.

Louis Renaudin – Lieber Christ, warum ist es wichtig, die Frage nach der Größe und damit nach der Zahl der katholischen Gläubigen zu stellen, die der traditionellen römischen Liturgie anhängen?

Christian Marquant – Theoretisch ist das egal… Niemand, außer gelehrten Forschern, wird sich für die Zahl der syro-malabarischen oder syro-malankarischen Gläubigen interessieren. auch nicht in der Zahl der Priester und Gläubigen, die noch am ambrosianischen (reformierten) Ritus in Mailand oder am mozarabischen (zusammengeschusterten) Ritus in Toledo und Salamanca teilnehmen, denn in all diesen Fällen gibt es keine Kontroverse oder ein zugrunde liegendes Problem. Wenn wir jedoch die Zahl und damit implizit die Bedeutung derer betrachten, die dem usus antiquior, d.h. der Messe, die seit über 1.000 Jahren die Messe der gesamten lateinischen Christenheit ist, anhängen wollen, befinden wir uns sofort in einem polemischen Feld, das für eine große Zahl von Hirten und für die Mitglieder der „modernen“ Lobby ziemlich viel auf dem Spiel steht. Wir berühren die große Spaltung, die die Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil heimgesucht hat und auf die der Heilige Vater beim letzten Konsistorium in seinem Appell zur Einheit indirekt angespielt hat. Ein pathetischer Appell an einen fast leeren Petersplatz…

Louis Renaudin – Auf welche Abteilung beziehen Sie sich?

Christian Marquant – Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird den Katholiken vorgegaukelt, dass alle Veränderungen, die sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Leben der Kirche vollzogen haben, gut sind und vor allem von allen begeistert, wenn nicht sogar gewünscht wurden. Infolgedessen hat der arme, isolierte Katholik, der anders denkt und glaubt, dass er oder sie der einzige ist, der diese Einmütigkeit nicht teilt, lange geschwiegen. Das ist der Grund, warum diese Menschen oft als die Schweigenden bezeichnet wurden, was es den Befürwortern der neuen Entwicklungen ermöglichte, zu behaupten, dass diejenigen, die sich ihnen widersetzen, nicht existieren. Oder fast gar keine.

Louis Renaudin – Aber ist das nicht richtig?

Christian Marquant – Es ist zumindest eine Übertreibung, und es wird mir leicht fallen zu zeigen, dass wir seit den 1960er und 70er Jahren nicht nur Hinweise, sondern auch Beweise dafür haben, dass viele Katholiken nicht alle Reformen, die „im Geiste des Konzils“ unternommen wurden, mit Begeisterung angenommen haben.

Louis Renaudin – Was soll das heißen?

Christian Marquant – Mit anderen Worten, seit fast 50 Jahren wissen wir, dass mindestens ein Viertel der französischen Katholiken, ohne etwas über die anderen zu wissen, sich nicht in dem verrückten, gewalttätigen Aufruhr befand, in den sie seit Mitte der 1960er Jahre gestürzt wurden. Infolgedessen zogen sich viele dieser Gläubigen, ohne ihren katholischen Glauben zu verlieren, aus ihren Pfarreien und Diözesen zurück.

Louis Renaudin – Können Sie uns ein paar Beispiele für diesen Rückzug geben?

Christian Marquant – Der offensichtlichste ist zweifellos der Zusammenbruch des Sonntagsgottesdienstes – obwohl ich bereit bin zu glauben, dass die Konzilsreformen nicht der einzige Grund dafür waren -, sondern auch der vertikale Rückgang der Großzügigkeit der Gläubigen gegenüber kirchlichen Institutionen, in denen sie sich nicht widergespiegelt sahen.

Louis Renaudin – Aber es gibt noch viele andere Gründe, wie Sie sagen…

Christian Marquant – Absolut, aber die Frage nach den Spenden ist besonders interessant, weil man leicht erkennen kann, dass diese Spenden schon immer lebendig und gesund waren. Aber nicht zugunsten der Diözesen und Pfarreien: Ohne die Communauté Saint-Martin oder andere florierende „klassische“ Wohltätigkeitsorganisationen zu erwähnen, muss man sich nur den Fall Barroux oder den Fall der Abtei Lagrasse heute ansehen, um zu sehen, dass die Großzügigkeit der praktizierenden Katholiken immer noch besteht, wenn auch nicht gegenüber den Diözesen und Pfarreien, die oft wirtschaftlich angeschlagen sind – was verständlich ist. Wenn man sich daran erinnert, dass sie zu ihrer Zeit widerspenstige Gemeindemitglieder aus ihrer Mitte vertrieben haben.

Louis Renaudin – Wovon redest du?

Christian Marquant – Eines Tages werden wir auf die Tatsache zurückkommen müssen, dass ab 1965 in den Pfarreien Hexenjagden betrieben wurden, wobei Kleriker und Gläubige, die nicht im Gleichschritt mit den Reformen waren und die nicht „auf einer Linie“ waren, manchmal gewaltsam aus ihren Pfarreien ausgeschlossen wurden. Ganz zu schweigen von den guten Gläubigen, die an ihrer Frömmigkeit und ihren Gewohnheiten festhielten und für die die Konzilskler und Laien nichts als Verachtung übrig hatten. Diese Pfarreien haben nicht gezögert, dieselben Gläubigen zu beschuldigen, die Kirche aus freien Stücken verlassen zu haben… Die ältere Generation erinnert sich daran, und hier gibt es noch eine Geschichte zu schreiben. Eine schreckliche Geschichte.

Louis Renaudin – Kommen wir noch einmal auf die Frage der Traditionalisten zurück, und wie würden Sie sie zunächst definieren?

Christian Marquant – Im Großen und Ganzen als diejenigen, die sich in Harmonie fühlen mit dem Geist, der Spiritualität und den Formen des usus antiquior und dem katholischen Glauben, den sie zum Ausdruck bringen.

Louis Renaudin – Was glauben Sie, wie viele es sind?

Christian Marquant – Lassen Sie mich meine Überlegungen zur Zeit nach dem Konzil fortsetzen. Da man davon ausgehen musste, dass alle Katholiken von den neuen Entwicklungen begeistert waren, galt die Regel, diejenigen zu ignorieren, die an diesem „Neuen Pfingsten“ nicht teilzunehmen schienen. Doch eines Tages tauchte die Frage nach Erzbischof Lefebvre auf…

Louis Renaudin – Wie zeigt sich Erzbischof Lefebvre in dieser Geschichte?

Christian Marquant – Es ist ganz einfach: Mit der Gründung des Seminars von Ecône im Jahr 1970 und der Fortsetzung dieses Weges war Abb. Lefebvre, der Bischof war und mit der Priesterweihe begonnen hatte, viel gefährlicher als die einfachen Pfarrer, die dem alten Ritus und Katechismus treu blieben. Die Modernisten machten dann einen schweren Fehler.

Louis Renaudin – Welches?

Christian Marquant – Indem sie sich heftig für das Thema interessierten, indem sie ihn angriffen, verspotteten und lächerlich machten, verschafften sie ihm eine enorme Publizität, machten ihn bei Katholiken in der ganzen Welt bekannt und machten ihn – zum Teil gegen sich selbst, dessen Hauptidee es war, wieder eine Kongregation für die Ausbildung von Priestern zu gründen – zum Sprecher jener schweigenden Gläubigen, die ich soeben erwähnt habe. die oft dachten, sie seien allein, und die entdeckten, daß es unter diesen verwirrten Katholiken viele von ihnen gab. In gewisser Weise wurde Erzbischof Marcel Lefebvre zu ihrem Fahnenträger, der ihre Skepsis und ihre Besorgnis repräsentierte, und diese wuchs weiter bis zum heißen Sommer 1976, als Erzbischof Lefebvre seine ersten Priester weihte, die nicht in Diözesen inkardiniert waren, wie er es zuvor für die ersten Priester seiner Bruderschaft getan hatte. Aber die Gesellschaft wurde aufgelöst und Ordinationen verboten. Er setzte sich über die Ordnung hinweg und erhielt eine Suspendierung a divinis (ein Verbot, die Sakramente zu feiern).

Louis Renaudin – Worauf wollen Sie hinaus?

Christian Marquant – Die Lefebvre-Affäre, wie sie damals hieß, wurde 1976 in Frankreich und dem Rest der Welt zu einem wichtigen Thema. Es war in diesem hypermediatisierten Kontext – denn im Kampf gegen „Lefebvre“ liefen die gesamte katholische Presse und viele andere Sturm gegen den Prälaten von Ecône (und vergessen wir nicht, dass es damals noch nicht die Gegenmaßnahmen gab, die soziale Netzwerke und das Internet heute sind). Vor diesem Hintergrund beauftragte im August 1976 die Tageszeitung Le Progrès, eine mit kirchlichen Fragen völlig unbekannte Zeitung mit Sitz in Lyon, das IFOP mit der Durchführung einer Meinungsumfrage, der wir vor einigen Jahren vier unserer Briefe gewidmet haben und die ich Ihnen nur raten kann, noch einmal aufmerksam zu lesen.

Louis Renaudin – Können Sie uns die Ergebnisse nennen?

Christian Marquant – Nicht einfach, aber in wenigen Sätzen lassen sich die Informationen, die sie liefert, wie folgt zusammenfassen:

1 – 1976 waren 48% der praktizierenden Katholiken der Meinung, dass die Kirche mit ihren Reformen zu weit gegangen sei;

2 – 1976 waren 42% der Katholiken der Meinung, dass die Reformen die Kirche von ihrer ursprünglichen Lehre entfernt hätten.

3 – 1976 stimmten 26 % der praktizierenden Katholiken den Standpunkten von Erzbischof Lefebvre zur Anwendung der Konzilsbeschlüsse zu.

Und zum Schluss :

4. 1976 gaben 52% der praktizierenden Katholiken an, sie seien „besorgt“ über die Situation der Kirche.

Louis Renaudin – Unglaublich…

Christian Marquant – Vor allem zehn Jahre nach dem Konzil und nach einem riesigen medialen und psychologischen Blitz, der versuchte, die ganze Welt glauben zu machen, dass in der katholischen Welt alles perfekt und glücklich sei. In der Tat war es eine echte Offenbarung der Tiefe des Unbehagens innerhalb der katholischen Kirche. Die Christen, mindestens die Hälfte von ihnen, „haben nicht mitgemacht“.

Louis Renaudin – Eine Umfrage, die zeigt, dass in der Kirche von Frankreich nicht alles gut war, nur 10 Jahre nach dem Konzil…

Christian Marquant – Zumindest wurde der pseudo-einhellige Enthusiasmus in Frage gestellt, indem die große Zahl derer hervorgehoben wurde, die „nicht folgten“ und sogar für 26% der praktizierenden Katholiken die Positionen von Erzbischof Lefebvre ausdrücklich guthießen.

Louis Renaudin – Eine Offenbarung von Manipulationen, Lügen und Betrügereien…

Christian Marquant – In der modernen Welt ist das ein klassisches Thema. In der Regel hat es keine Auswirkungen. Die herrschende Kaste macht unbeirrt weiter. Aber in der Kirche der 1970er Jahre war die große Depression in der Zahl der praktizierenden Priester, Seminaristen und Weihen in vollem Gange. Die Zahl der „Abgänge“ von Priestern häufte sich. Für Menschen guten Willens war dies eine schreckliche Offenbarung.

Louis Renaudin – Aber was waren die Folgen?

Christian Marquant – Was hat die Kirche von Frankreich diesen 26% der praktizierenden Katholiken – das ist ein Viertel aller praktizierenden Gläubigen – gesagt, um die Situation zu beruhigen oder ihnen einen Raum zu geben? Die einzige Antwort ist Verleugnung: Diese Menschen existierten einfach nicht. Unser Brief 701 berührte dieses Thema und schlug eine Antwort vor: Da es nicht mehr möglich war, die Realität zu leugnen, wurde auf höchster Ebene, d.h. innerhalb der französischen Bischofskonferenz (CEF), beschlossen, die Strategie zu ändern, d.h. nicht mehr über dieses Thema und mit „diesen Leuten“ zu sprechen, und uns von nun an auf das Schweigen der Verleugnung zu beschränken.

Louis Renaudin – Soll das?

Christian Marquant – So zu tun, als gäbe es diese Menschen, Laien und Priester, nicht.

Louis Renaudin – Eine Verweigerung der Realität…

Christian Marquant – Aber nicht nur die Realität existierte weiter, sondern die große Verleugnung wuchs in Frankreich und auf der ganzen Welt weiter. Es kam der Tag, an dem Erzbischof Lefebvre, der immer noch darauf bedacht war, Priester zu machen, 1988 beschließen musste, sich selbst Nachfolger zu machen, indem er Bischöfe weihte, die ihm nachfolgten und sein Werk zur Bewahrung des katholischen Priestertums fortsetzten

Louis Renaudin – War das eine gute oder eine schlechte Sache?

Christian Marquant – Das kann ich nicht sagen. Nur die Zeit wird es zeigen, wenn sich Historiker und Päpste mit dem Thema befassen. Tatsache ist, dass diese Situation einige glückliche Folgen hatte, insbesondere die Promulgation des Motu proprio Ecclesia Dei durch Papst Johannes Paul II.

Louis Renaudin – Was gesagt…?

Christian Marquant – Das zeigte das Verständnis, dass es notwendig war, die Methoden zu ändern, als die Dinge ernst wurden, insbesondere indem man denen, die bis dahin „nicht existierten“, einen offiziellen Platz in der Kirche einräumte. Dies führte zur Gründung der Kommission Ecclesia Dei, deren Aufgabe es war, sich in die Kirche zu integrieren und die Ordens- und Priestergemeinschaften zu verwalten, die in der offiziellen Gemeinschaft bleiben und so zu einer legalen Herde für unsere Hirten werden wollten.

Louis Renaudin – Was hat sich dadurch geändert?

Christian Marquant – Eine ganze Menge, denn die Bischöfe, die zwischen 1976 und 1988 in der Lage waren, jede „traditionalistische“ Realität innerhalb der Kirche zu leugnen, sahen sich über Nacht gezwungen, freiwillig, unfreiwillig und manchmal sehr unfreiwillig Hunderte von Priestern und Kapellen, die aufgenommen werden mussten, anzuerkennen und in ihre Diözesen zu integrieren.

Louis Renaudin – So viele?

Christian Marquant – Allein in Frankreich erhielten über 130 Kirchen, Kapellen und ihre Gläubigen über Nacht offiziellen Status innerhalb der Kirche von Frankreich.

Louis Renaudin – Aus dem Nichts?

Christian Marquant – Keineswegs! Es handelte sich um Gemeinschaften, die sich an der Peripherie oder innerhalb der Bewegung des Wirkens von Erzbischof Lefebvre gebildet hatten und die seiner Entscheidung, Bischöfe zu seinen Nachfolgern zu weihen, nicht folgten oder sich zumindest freuten, „offiziell“ zu werden.

Louis Renaudin – What consequences did this have for our question of measuring the number of traditionalists?

Christian Marquant – The obligation for the ecclesiastical authorities to finally admit the existence of a minimum number of traditionalists within the Church of France. This was something new, because until then, either the denialists would go so far as to say that traditionalists simply didn’t exist, or, for the more malicious, they would see them as schismatics with no connection to the Catholic Church (and so much for the contradiction with ecumenism for the separated brothers: no ecumenism for the enemies of ecumenism!)

Louis Renaudin – How did this first concession to the existence of official Catholic traditionalists in the Church of France come about?

Christian Marquant – It was Mgr Michel Moutel, then bishop of Nevers, who was the bishop in charge of „traditionalists“ within the French bishops‘ conference, who I think first worked out a system that is still used today by most of our pastors to count the traditionalist faithful.

Louis Renaudin – And what was that system?

Christian Marquant – As simple and logical as it was inaccurate. All he had to do was measure the number of churchgoers in the chapels where they met. As there were some 140 „traditional“ chapels recognized by the bishops at the time, he measured the number of members and arrived at a figure of around 35,000, which allowed him to state that, „being broad and generous“, there could be around 50,000 traditionalists in France.

Louis Renaudin – Was this accurate?

Christian Marquant – Absolutely not, but the method of calculation has endured.

Louis Renaudin – Within the CEF [Conference of Bishops of France]?

Christian Marquant – Within the CEF and even among some of our friends… For example, Christophe Geffroy in La Nef in 2021 falls into the same trap, using the same calculations. I summarize without malice his calculation published in his 2021 issue devoted to Traditionalists: in 2021, there were around 250 traditional places of worship in France, bringing together some 50,000 faithful, but given that some of them do not have access to Mass, „it does not seem unreasonable to estimate the total number of faithful Tradis in France at around 60,000“. 10,000 more than Moutel: that’s still something…

So sleep easy, My Lords and good people, the Tradis are not growing… But the most terrible thing is that our friend Christophe Geffroy’s publication allows the enemies of peace to take his data at face value, based on his „inside“ information.

Louis Renaudin – You think so?

Christian Marquant – La Croix quietly repeats this very comfortable figure of 60,000 (excluding Lefebvrists, all the same, which doubles it) in their issue of 27/01/2023.

Louis Renaudin – But others make more positive calculations…

Christian Marquant – Yes, first and foremost integrating the „Lefebvrists.“ „According to various studies and surveys, it is estimated that traditionalist Catholics only represent around 5% of all practicing French Catholics. If we take the estimated number of practicing Catholics (2.5 million) and look at what 5% of this population represents, we get the number of 125,000 traditionalist Catholics, or 0.18% of the French population.“ Jean-Benoît Poulle, associate professor of history, quoted by Céline Hussonnois-Alaya in „Ça s’insinue petit à à“ : Les traditionalistes gagnent-ils du terrain dans l’Église“ (BFMTV, April 9, 2023), estimates the number of French traditionalists at between 100,000 and 200,000.

Louis Renaudin – But I understand that you’re not happy with this method of counting: why is that?

Christian Marquant – Imagine if we used only the number of practicing Catholics to determine the number of French Catholics… That would be ridiculous, because we know today that less than 5% of French Catholics are practicing… and we’d only come up with a figure of 2.5 to 3 million Catholics, which is completely wrong (the polls we’ll talk about later give a fairly precise figure).

Louis Renaudin – But for traditionalists…

Christian Marquant – Don’t forget that I’ve never defined traditionalists as practicing Catholics, but as people who recognize themselves as Catholics and are attached to the ancient and traditional forms of liturgy and faith.

Louis Renaudin – But not all of them are practicing Catholics.

Christian Marquant – They practice more than others, but not always according to their preference. In France, there are still some 4,500 parishes (I’m not talking about chapels, but parishes with 10, 20, 40 chapels, and in extreme cases even more), while the traditional liturgy is celebrated in just over 450 chapels (including, of course, those of the Society of Saint Pius X, which are sometimes the only ones in an entire diocese…), i.e. in less than 10% of the parish territories in France. It can therefore be said that 90% of traditionalist Catholics who would like to attend the traditional liturgy in their parish simply cannot.

Paix Liturgique: Which, if I’m listening to you and if we had the traditional Mass in 100% of parishes, means that we could increase the number of practicing traditionalists to 600,000 faithful?

Christian Marquant – This would be a reasonable figure for measuring traditionalists, and some sites, more honest than others, implicitly recognize this. If, for example, you consult the Swiss site cath.ch ( https://www.cath.ch/newsf/que-representent-les-tradis-dans-le-monde/ ) you will see that, in order to measure the reality of traditionalist groups in the world, it reports on the number of chapels, by country and in the world, where traditionalists can access the usus antiquior. It explains that the small number of places available is undoubtedly one explanation for the inconsistency of the calculations made by „practitioners“ of the traditional Mass alone. In a way, the large proportion of Chartres pilgrims who don’t ordinarily practice the traditional form can also be largely explained by… the lack of chapels offering the usus antiquior to the faithful close to home.

Paix Liturgique: But why aren’t there more chapels celebrating the traditional liturgy?

Christian Marquant – It’s difficult and often very costly to set up new chapels, especially if our bishops are opposed or put on the brakes.

Louis Renaudin – But why do they do it?

Christian Marquant – Because, in spite of everything, they haven’t changed in fifty years: either they don’t grant us new celebrations under the fallacious pretext that we don’t exist, or if they do grant us what we ask for, they realize, often to their horror, that there are far more of us than they said, or even thought.

Louis Renaudin – And yet even this figure of 600,000 traditionalists in France doesn’t suit you…

Christian Marquant – No, because it doesn’t reflect the number of potential churchgoers who would emerge in France if there were a period of peace.

Louis Renaudin – That is, in your opinion, if there were traditional Masses in France’s 4,500 parishes.

Christian Marquant – I absolutely believe that if, for example, at the time of the promulgation of the motu proprio Summorum Pontificum, traditional Masses had been gradually introduced in all French parishes, we would have reached this figure in two or three years. To start with, we could celebrate one Mass per deanery, as proposed by Mgr Patrick Chauvet, then Episcopal Vicar for the Extraordinary Form, at a GREC (Groupe de Rencontre entre Catholiques) meeting in Paris in 2009.

In fact, in my experience, whenever a traditional liturgy is introduced by a caring priest, at a family time, in a catchment area of at least 50,000 inhabitants, within two or three years the number of worshippers approaches or exceeds, and even more rapidly „in town“, a hundred souls.

I can quote you this humorous yet serious conversation with a priest from a large city who had allowed a traditional Mass in his parish for a specific occasion: „What a pity, Father, that there isn’t a Mass like this every Sunday in your parish.“ „Impossible, my good sir! After three weeks, the church would be packed and I’d be transferred by the chancery.“

Louis Renaudin – But all the same, Christophe Geffroy only counts a hundred or so unsatisfied requests in France.

Christian Marquant – And he’s right. There are only about a hundred unsatisfied requests. That is, in parishes where there are heroes, a kind of „watchmen“ who, for 10 or 20 years or more, against all odds, insults and calumnies, continue to implore their pastors. BUT IN REALITY, THERE ARE IMPLICIT APPLICANTS IN EVERY PARISH IN FRANCE. I repeat, these implicit claimants are ordinary men and women, ordinary Catholics who still attend church.

Louis Renaudin – In fact, since 2000, Paix liturgique has been commissioning surveys…

Christian Marquant – Absolutely… The Paix liturgique surveys carried out in France have been magnificently enlightening for men of good will who have had the humility and courage to take an interest.

Louis Renaudin – What are these surveys?

Christian Marquant – Well, between 2001 and 2019, Paix liturgique commissioned 3 surveys from professional and independent organizations, covering the whole of France, and more than twenty diocesan and/or parish surveys, all of which gave more or less the same results.

Louis Renaudin – What are they?

Christian Marquant – Here’s a short summary for a population that still considers itself to be 57% Catholic (i.e., in 2023, more than 38 million people out of a current population of 68 million French – which, as I said earlier, is quite different from the number of practicing French Catholics).

1 – between 25% and 35% of practicing Catholics say they would willingly go to a traditional Mass every Sunday and feast day if it were celebrated IN THEIR PARISH;

2 – 75% of practicing Catholics think it’s normal for those who wish to do so to be able to do so;

3 – And only 10 to 15% of Catholics are opposed to what I would call a more peaceful situation.

Louis Renaudin – What lessons do you draw from this?

Christian Marquant – The first lesson is that our bishops, contrary to all their declarations, do not listen to the voice of the faithful, and even fear and despise it. Just as they do in political society, to which they show their allegiance at every opportunity, they apply their ideological program in a dictatorial fashion.

Louis Renaudin – And then…

Christian Marquant – That the faithful of the 21st century (that is, what is left of the faithful) think in much the same way as their predecessors since the Council, i.e. as those who expressed themselves in 1976 with the Progress poll in Lyon.

They think that the Church has gone too far in its changes, which has led many to tiptoe away, as they are no longer in tune with their pastors. The others, who continue to practice, are deeply dissatisfied.

Louis Renaudin – And do they express themselves in your surveys?

Christian Marquant – A bit like a protest. We know them. They are often subjected to empty catechesis and insipid liturgies. BUT THEY EXIST! And they are the ones who would gladly attend Mass celebrated according to the usus antiquior if it were celebrated in their parish tomorrow. Here they are, our 600,000 traditionalist churchgoers: the 25-30% of French churchgoers who would attend the usus antiquior every Sunday… PROVIDED IT WAS CELEBRATED IN THEIR PARISH!

Louis Renaudin – But is all this true only for France?

Christian Marquant – Ah dear Louis, you mean to tell me that Paix liturgique has extended its survey to more than 10 countries in Europe and beyond. In Italy, Spain, Germany, Poland, Switzerland, Great Britain, Portugal, …

Louis Renaudin – And all over the world…

Christian Marquant – In the United States, Brazil, Korea, and even Angola.

Louis Renaudin – With what results?

Christian Marquant – Always more or less the same, i.e. 20 to 25% of the faithful expressing their desire to live their Catholic faith to the rhythm of the traditional liturgy. What’s even more striking is that, in many cases, they haven’t known it for a long time, and in the case of young people, they’ve never known it at all. But the world has become a village, an Internet village. This can be regrettable, but there are also positive effects. All over the world, people know that the Latin Mass exists, and that it’s much better than the Mass we attend every Sunday, just as a cathedral is much better than a shed.

This is the case in Korea and Angola, for example. In fact, this liturgy corresponds profoundly to the sensus fidei of the Catholic people. Between 1630 and 1873, 30,000 Japanese „hidden Catholics“ were without priests, waiting for priests. Many of today’s Catholics are „hidden traditionalists“, waiting for a Mass worthy of the name.

Louis Renaudin – So why Traditionis custodes?

Christian Marquant – Genau deswegen! Traditionis custodes ist ein unglücklicher Versuch, die „Ansteckung“ der Rückkehr der Gläubigen zur Messe von gestern (und damit auch zum Katechismus von gestern) und eines nicht unbeträchtlichen Teils des Klerus zum usus antiquior aufzuhalten, der eine sehr reine Illustration des katholischen Glaubens ist. Dies galt umso mehr, nachdem Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 um des Friedens willen, aber auch angesichts der Beweise für die Realität einer Rückkehr zu traditionellen katholischen Elementen, das Motu proprio Summorum Pontificum veröffentlicht hatte, das – zumindest in der Theorie, da viele Bischöfe dagegen waren – die letzten verbliebenen Hindernisse für die Rückkehr zur traditionellen Liturgie beseitigte. und damit des traditionellen Glaubens an die Kirche. Wir wissen, dass es ein beachtlicher und vielversprechender Erfolg war: In 10 Jahren, von 2007 bis 2017, hat sich die Zahl der traditionellen Sonntagsmessen weltweit verdoppelt. Wieder einmal haben wir gesehen, wie das christliche Volk in der Messe, die ein wahres Opfer ist, auf den Knien lag, indem es auf dem Altar bei jeder Messe das Opfer unseres Gottes und Herrn erneuerte, der sich selbst zur Vergebung unserer Sünden auf Golgatha darbrachte.

Louis Renaudin – Zum Schluss?

Christian Marquant – Ich möchte die Schlussfolgerung meiner Bewertung der Situation der traditionellen Liturgie in der Welt aus dem Jahr 2019 mit der Feststellung abschließen, dass die Zahl der Gläubigen, die der traditionellen Liturgie in der Welt anhängen, nicht geringer sein kann als die von 10% der Katholiken, d.h. mindestens 130 Millionen Gläubigen, und fügte hinzu, dass mindestens zwei Drittel der anderen Katholiken der Welt darin keinen Schaden sehen.

Louis Renaudin – Und…

Christian Marquant – … Unsere Dhimmitude muss ein Ende haben! Haben wir keine Angst! Wir sind kein kleiner Rest oder eine Gruppe von Agitatoren, sondern der sichtbare Teil eines riesigen Volkes: Es gibt Millionen von traditionellen Katholiken in Frankreich, auch wenn viele heute nicht nur nicht praktizieren können, sondern oft nicht einmal in der Lage sind, ein Begräbnis so zu genießen, wie sie es sich wünschen.

Im Grunde verlangen wir nicht viel: Wir bitten einfach um die Freiheit, Katholiken in der katholischen Kirche zu sein.

NEWS: Kardinal Müller verurteilt die Bejahung der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene durch Papst Franziskus

In einem offenen Brief an seinen Freund Kardinal Dominik Duka, der am 13. Oktober exklusiv von Settimo Cielo veröffentlicht wurde, kritisiert Kardinal Gerhard Ludwig Müller ausführlich die Antwort, die Kardinal Victor Manuel Fernández, der neue Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, am 25. September auf eine Reihe von Fragen von Duka selbst bezüglich der eucharistischen Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene gegeben hat.

Duka, emeritierter Erzbischof von Prag, leitete diese Fragen im vergangenen Juli im Namen der tschechischen Bischofskonferenz an das Dikasterium unter der Leitung von Kardinal Fernández weiter, der in keinem Geringeren als Kardinal Müller seinen vorletzten Vorgänger hatte, der 2017 von Papst Franziskus abrupt entlassen wurde, mit dem Fernández stattdessen Busenfreunde ist.

Doch vor der Lektüre von Müllers Brief ist es hilfreich, noch einmal zu rekapitulieren, was zu dem dramatischen Konflikt geführt hat.

Am 4. Oktober, in der Eröffnungsrede der Synode über Synodalität, ging Franziskus mit dem „Druck der öffentlichen Meinung“ vor, die „bei der Familiensynode“ glauben machen wollte, „dass den Geschiedenen die Kommunion gereicht wird“.

Aber er vergaß zu erwähnen, dass kein Geringerer als er, der Papst, im Februar 2014, wenige Monate vor der Eröffnung dieser Synode, ein zweitägiges Konsistorium hinter verschlossenen Türen unter allen Kardinälen einberufen hatte, um sie zu verpflichten, einen Einführungsvortrag von Kardinal Walter Kasper zu diskutieren, in dem er sich voll und ganz für die Kommunion für die Geschiedenen und „Wiederverheirateten“ einsetzte.

Und Franziskus war so verärgert über die Weigerung vieler Kardinäle, darunter auch prominenter, diese These zu unterstützen, dass er am Vorabend der Familiensynode dem Sondersekretär der Versammlung, dem Erzbischof von Chieti, Bruno Forte, diese Anweisung gab, wie Forte selbst am 2. Mai 2016 öffentlich berichtete:

Wenn wir explizit über die Kommunion für Geschiedene und „Wiederverheiratete“ sprechen, haben Sie keine Ahnung, was für ein Chaos diese Leute [die Kardinäle und Bischöfe dagegen] für uns anrichten werden. Reden wir also nicht direkt darüber; Sie schaffen die Voraussetzungen und dann ziehe ich die Schlussfolgerungen.

Es ist nicht nötig, hinzuzufügen, dass Forte, der bis dahin zu den Favoriten des Papstes gehörte, in Ungnade fiel und aus den öffentlichen Aufzeichnungen verschwand, weil er diesen Blick hinter die Kulissen gewährt hatte.

Aber was geschah, war genau das, was er gesagt hatte. Nachdem die beiden Sitzungen der Familiensynode ohne Einigung in dieser Frage endeten, zog Franziskus seine Schlussfolgerungen, indem er ein paar winzige Fußnoten in sein nachsynodales Schreiben Amoris laetitia einfügte, ein stillschweigendes grünes Licht für die Kommunion für Geschiedene und „Wiederverheiratete“. Und als er am 16. April 2016 im Rückflug von Lesbos von Journalisten befragt wurde, scheute er sich nicht zu sagen: „Ich erinnere mich nicht an diese Fußnote.“

Und es war Zeit für die Dubia. Im September 2016 baten vier führende Kardinäle den Papst, endlich klare Antworten auf ihre Fragen zu dieser und anderen Fragen zu geben. Doch Franziskus weigerte sich zu antworten und verhängte auch Stillschweigen über die Kongregation für die Glaubenslehre, die damals Müller als Präfekten hatte. Im November beschlossen die vier Kardinäle deshalb, die Dubia öffentlich zu machen. Wieder ohne eine Antwort zu erhalten, geschweige denn eine Audienz beim Papst, der in der Zwischenzeit aber dafür gesorgt hatte, alles auf seine Weise zu regeln.

Quelle: lifesitenews

Nachrichtensendung vom 13.10.2023

Synode: Kardinal pro-Homosegnungen

Hamas: Moslems werden Welt regieren

FSSP: Exerzitien, Wahlfahrten 2023/2024

NEWS: PK zur Synode

Der Erzbischof von Newark im US-Bundesstaat New Jersey, Kardinal Joseph Tobin, beantwortete zwei Fragen darüber, wie die Kirche Katholiken aus der „LGBTQ+“-Gemeinschaft (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Queere und mehr) willkommen heißt und wie sie mit den Gläubigen umgeht, die die traditionelle lateinische Messe (TLM) lieben.

Bei der Pressekonferenz zur Synode über Synodalität am Dienstag, den 10. Oktober, im Vatikan antwortete der Kardinal auf eine Frage zu denen, die sich von der Kirche „ausgeschlossen“ fühlen, die im Arbeitsdokument erwähnt wird, wie Geschiedene, die ohne Annullierung wieder heiraten, und Menschen, die sich als LGBTQ+ identifizieren.

Die Synode über Synodalität wurde im Oktober 2021 unter dem Thema „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Mission“ einberufen. An der Tagung, die im Oktober in Rom stattfindet, nehmen 364 Personen teil, darunter Bischöfe, Ordensleute, Priester, Diakone und Laien. Zum ersten Mal werden Nicht-Bischöfe – darunter 54 Frauen – das Wahlrecht haben.

Auf die Frage eines italienischen Journalisten erinnerte der Kardinal daran, dass er vor einigen Jahren „eine Pilgerreise von Menschen empfangen hat, die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgegrenzt fühlten – LGBTQ+-Personen – in der Kathedrale. Ich konnte wegen anderer Verpflichtungen nicht bei der gesamten Trauerfeier dabei sein, aber ich habe sie willkommen geheißen.“

„Einer meiner Weihbischöfe, ein kubanischer Amerikaner, hatte nach meiner Begrüßung eine wunderbare Überlegung: ‚Wir haben eine wunderschöne Kathedrale … wahrscheinlich die schönste in Nordamerika. … Bischof Mani [Manuel Aurelio] Cruz sagte: ‚Dies ist ein wunderbarer und schöner Ort, aber es ist viel schöner, wenn die Türen offen sind'“, fuhr er fort.

„Ich denke, die wahre Schönheit unserer katholischen Kirche wird deutlich, wenn die Türen offen sind, wenn sie willkommen heißen. Und es ist meine Hoffnung, dass die Synode uns dabei helfen wird, dies auf eine bedeutendere Weise zu sein“, sagte Tobin.

Was würde Tobin denen sagen, die das TLM lieben?

Dann antwortete der Kardinal auf die Frage eines anderen Journalisten, diesmal auf Englisch, was er den US-Katholiken sage, die die traditionelle lateinische Messe lieben und sich außerhalb der Kirche fühlen.

„Ich würde sagen, dass die Erfahrung, sich ausgeschlossen zu fühlen, etwas ist, das leider Teil der Zeichen der Zeit ist, nicht nur für Menschen, die die traditionelle Messe sehr lieben“, sagte Tobin.

Der Prälat erinnerte daran, dass er als Erzbischof von Indianapolis einige Pfarreien schließen musste, was Teil „einiger sehr schmerzhafter Entscheidungen“ war, und dass man erst „zwei oder drei Jahre später“ sehen konnte, dass „das gut für uns war. Das haben wir erst im Laufe der Zeit herausgefunden.“

„Was die Menschen betrifft, die die traditionelle Messe lieben, so stehen sie immer noch unter den Bedingungen von zwei Motu proprios sowie den Beschlüssen des Dikasteriums für den Gottesdienst. Es gibt immer noch Möglichkeiten, vielleicht nicht das, was sie gewohnt waren. Ich weiß, dass es den Menschen, die diese Messe lieben, viel Schmerz zugefügt hat, aber ich glaube nicht, dass sie von der katholischen Kirche ausgeschlossen wurden“, sagte er.

Der Vatikan hat am 16. Juli 2021 das Motu proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus veröffentlicht. Der Text schränkt die Feier des TLM, auch bekannt als die außerordentliche Form oder der tridentinische Ritus des Messbuchs von 1962, fast vollständig ein.

Mit diesem Dokument änderte der Heilige Vater die Bestimmungen, die sein Vorgänger, Papst Benedikt XVI., in seinem Motu proprio Summorum Pontificum gegeben hatte, das Recht eines jeden Priesters des lateinischen Ritus anerkannte, das TLM privat anzubieten und es unter bestimmten organisatorischen Bedingungen (eine Gruppe, die den Antrag stellt, ein Pfarrer stimmt zu) öffentlich zu feiern.

Zu den wichtigsten Bestimmungen von Traditionis Custodes gehört, dass der Bischof derjenige sein muss, der die Feier der Eucharistie mit dem Messbuch von 1962 genehmigt.

Wenn der Priester, der um Erlaubnis bittet, nach der Veröffentlichung des Motu proprio geweiht wurde, dann muss der Vatikan die Genehmigung erteilen. Es wurde auch festgelegt, dass keine neuen Gruppen zur Feier des TLM geschaffen werden können und dass jede Bestimmung, die nicht mit dem Motu proprio übereinstimmt, abgeschafft wird.

Am 21. Februar bestätigte Papst Franziskus, dass Traditionis Custodes umgesetzt wurde.

Dieser Artikel wurde zuerst von ACI Prensa, dem spanischsprachigen Nachrichtenpartner von CNA, veröffentlicht. Es wurde von CNA übersetzt und adaptiert.

Quelle: catholicworldreport.com

Mittwochskolumne vom 11.10.2023

Frieden

Bern (novaradio.ch): Wieder herrscht Krieg im Heiligen Land. Die Bilder, die wir in den Medien sehen, sind schockierend. Seit Jahrzehnten sterben unschuldige Menschen. Als Christ muss man Mitleid haben mit allen Menschen, unabhängig davon, ob es sich um Christen, Juden oder Moslems handelt. Es ist zu befürchten, dass dieser Konflikt lange andauern und sehr viele Tote fordern wird. Auch in der Ukraine herrscht weiterhin Krieg. Es ist unsere Aufgabe als Katholiken, für den Frieden zu beten. Es ist für mich unverständlich, dass trotz der Gefahr eines dritten Weltkrieges, der das Leben von Hunderten von Millionen von Menschen bedrohen würde, so wenige Christen auf die Strassen gehen, um für den Frieden zu beten oder zumindest dafür zu demonstrieren. Wo bleiben alle Menschen guten Willens, die es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, dass die Spirale der Gewalt sich weiterdreht? Als Christen glauben wir nicht an die Rache, sondern an die Vergebung. Wir glauben nicht an das Schwert, sondern an die Feindesliebe. Diese gesunde Lehre, die heute vielen so unerträglich erscheint, müssen wir als Katholiken immer wieder betonen – ob gelegen oder ungelegen. Es ist unsere Aufgabe, die Welt mit unserem Gebet und unserer Nächsten- und Feindesliebe zu retten. Mir scheint, dass viele von den Menschen – und ich meine hier die normalen Menschen in unserem Land – die heute Kriege befürworten und bereitwillig in Kauf nehmen, eine Sehnsucht nach dem Tod haben. Hier liegen wohl die spirituellen Gründe dafür, dass es heute so wenige Bürger gibt, die für den Frieden oder das Recht auf Leben (Marsch fürs Läbe) auf die Strassen gehen, dafür aber bei anderen Demonstrationen mitmachen. Da viele Menschen keinen Glauben haben, fehlt ihnen die Liebe zu sich selbst, die sie ermutigt, für das Leben einzustehen. Als Christen glauben wir, dass Gott jeden Menschen liebt. Diese Liebe ermutigt uns, uns selbst anzunehmen. Daher verspürt der Katholik eine Lebensfreude, die ihn sein und das Leben seines Nächsten bejahen lässt. Lassen Sie uns in dieser Zeit vermehrt für den Frieden beten. Für den Frieden in unseren Herzen und für den Frieden in der Welt. Schwimmen wir gegen den Strom und seien wir ein Zeichen für die Versöhnung, für die Nächsten- und Feindesliebe und für den Frieden. DR

NEWS: Schweizer Gruppe sitzt fest

Wie der Blick.ch schreibt, sitzt eine 47 köpfige Gruppe in Israel fest. Sie sagen folgendes:

Die Gruppe kommt ins Hotel St. George in Jerusalem. «Alle sind hier heil angekommen», so Zannol. Doch die Angst bleibt. «Als die Sirenen ertönten, haben sich alle Hotelgäste panikartig in die Lobby geflüchtet», beschreibt Zannol die angespannte Situation.

Gerne würde die Gruppe das Land verlassen. Doch das scheint im Moment nicht möglich. «Wir sitzen hier fest und haben Todesangst», sagt Zannol. Der einzige Flug der Swiss Richtung Heimat sei innert kürzester Zeit ausgebucht gewesen. «Unser für Mittwoch geplanter Flug wurde derweil gestrichen – wir wissen nicht, wie lange wir hier noch ausharren müssen.»

EDA schreibt auf ihrer Webseite folgendes:

Aktuelles

Am 7. Oktober 2023 kam es zu massivem Raketenbeschuss Israels aus dem Gazastreifen. Israel hat seine Streitkräfte in Kriegsbereitschaft versetzt; eine Verschlechterung der Sicherheitslage ist nicht auszuschliessen.

Bis auf Weiteres wird von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Israel abgeraten.

Falls Sie aus zwingenden Gründen nach Israel reisen müssen, informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und über Ihren Reiseveranstalter über die aktuelle Lage. Meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (www.oref.org.il/en – der Link funktioniert nur in Israel). Beschränken Sie Reisen innerhalb des Landes auf das notwendige Minimum und klären Sie vorgängig die Sicherheitslage ab.

Auskunft über die internationalen und nationalen Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

ISRAEL

Von Dr. Zachi Evenor 

NOVARADIO.CH VERURTEILT

DEN AGRIFF AUF ISRAEL

Der Weg

Punkte 32 – 42, aus dem Buch „Der Weg“ Kapitel Charakter

Erklärung der Liturgie

Heute geht es, um die Predigt und ein weiteres Kapitel

NEWS: Bergolianischer Insider

Christopher Lamb, Mitarbeiter des progressiven britischen The Tablet, kündigte gestern an, „Insider-Informationen“ über die Arbeitsweise der Synodalitätssynode zu veröffentlichen, die er von einem Synodalen erhalten habe.

Danach ging derselbe bergoglianische Journalist zur täglichen Pressekonferenz über die Synode und fragte Paolo Ruffini, den Präfekten des Kommunikationsdikasteriums, nach jenen Synodenregeln, mit denen die Synodalen um Vertraulichkeit gebeten werden, um nachzufragen, welche Sanktionen gegen Kardinal Gerhard Müller, der Synodale ist, ergriffen werden, weil dieser dem englischen Programm von EWTN ein Interview gegeben hatte. Das Interview wurde am Donnerstagabend ausgestrahlt.
Im Klartext: Lamb hatte zu diesem Zeitpunkt bereits selbst mit einem Synodalen, garantiert bergoglianischer Ausrichtung, ein „verbotenes“ Interview geführt, es zwar noch nicht veröffentlicht, aber bereits angekündigt, hatte aber dennoch die Unverfrorenheit, zur Synoden-Pressekonferenz zu gehen und nach Sanktionen gegen Kardinal Müller wegen eines Interviews zu fragen.

Lamb war nicht der einzige bergoglianische Journalist, der bei der Pressekonferenz wegen des Interviews gegen Kardinal Müller schürte.

Im Klartext: Wenn bergoglianische Synodalen die Regeln brechen, ist alles bestens, wenn ein Synodale, der sein Mandat ernst nimmt und daher den von Franziskus verordneten Maulkorberlaß ablehnt, weil er ihn als Instrument einer ferngelenkten Synode mit vorgefertigten Ergebnissen erkennt, herrscht Empörung.

Mit Sanktionen für Kardinal Müller ist nicht zu rechnen, da selbst VaticanNews über das EWTN-Interview mit einem eigenen Artikel berichtete.

In der eigens für die Synodalitätssynode erlassenen Geschäftsordnung heißt es im IV. Teil:

TEIL IV
KOMMUNIKATION

Art. 24: KOMMUNIKATIONSREGELN

§ 1 Um die Freiheit der Meinungsäußerung eines jeden zu gewährleisten und
die Gelassenheit der gemeinsamen Unterscheidung zu garantieren, die die Hauptaufgabe der Versammlung ist, ist jeder Teilnehmer zur Vertraulichkeit und Geheimhaltung verpflichtet, und zwar sowohl in bezug auf seine eigenen Beiträge als auch in bezug auf die Beiträge der anderen Teilnehmer.
Diese Verpflichtung bleibt auch nach Beendigung der Synodalversammlung in Kraft.

§ 2 Allen Teilnehmern ist es untersagt, Beiträge in den Generalkongregationen und den Kleinen Kreisen aufzuzeichnen, zu filmen und zu verbreiten. Die ersten Generalkongregationen der ersten vier Module, gemäß Art. 18 §§ 2 und 3 der vorliegenden Geschäftsordnung, sehen vor, daß die Präsentation des zu behandelnden Themas mittels Streaming übertragen wird. Eine offizielle audiovisuelle Aufzeichnung der Generalversammlungen wird im Archiv des Generalsekretariats aufbewahrt für die Redaktion der Acta Synodi Episcoporum.

Art. 25: VERBREITUNG VON INFORMATIONEN

§ 1 Ein vom Generalsekretariat und vom Dikasterium für die Kommunikation benannter Stab von Kommunikatoren darf die Aula Paolo VI betreten, um an der Kommunikation mitzuwirken, wobei die Hinweise der Informationskommission zu beachten sind und stets
die Vertraulichkeit der Arbeit, gemäß Art. 24 § 1, zu wahren ist.

§ 2 Journalisten, die beim Pressesaal akkreditiert sind, haben Zutritt zur Aula Paolo VI nur in den spezifischen Momenten und Räumen, die ihnen genannt werden.

Auf dem Rückflug aus der Mongolei, am 4. September, sagte Papst Franziskus, die Synode „ist so offen…, offener geht es gar nicht“. Die Geschäftsordnung besagt jedoch etwas anderes.

Quelle: katholisches.info

NEWS: Weniger Kinder und Fleisch

Die Art und Weise, wie die sogenannte „Klimakrise“ im Vatikan behandelt wird, gibt Anlaß zur ernsten Sorge. Nicht nur, daß das neue Dokument Laudate Deum jeden Zweifel an der These von der menschengemachten Erderwärmung verbietet und damit jede wissenschaftliche Debatte für beendet erklären will, vielmehr werden, um den Planeten vor einer angeblich drohenden Katastrophe zu bewahren, auch Ideen und Lösungen legitimiert, die im Widerspruch zu allem stehen, was die Kirche bisher geglaubt und verkündet hat.

Zur Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Laudate Deum wurde vom Vatikan am 5. Oktober in den Vatikanischen Gärten eine Pressekonferenz organisiert, zu der vom Heiligen Stuhl mehrere Personen eingeladen wurden, die mit der katholischen Art zu leben, zu denken und zu glauben nichts zu tun haben.

Darunter war die indische Aktivistin und Vegetarierin Vandana Shiva, der Gastronom und Sozialaktivist Carlo Petrini (der ein Buch mit dem Papst veröffentlichte, in dem er selbst als „frommer Agnostiker“ bezeichnet wird) sowie die deutsche „Klimaaktivistin“ Luisa Neubauer von den Schulstreiks Fridays for Future und „Trainerin“ von Greta Thunberg. Dann war da noch Professor Giorgio Parisi, der 2008 Papst Benedikt XVI. daran hinderte, an der römischen Universität La Sapienza eine Lectio magistralis zu halten. Das ist die illustre Runde, die Papst Franziskus bei der Präsentation von Laudate Deum um sich haben wollte, die allerdings mit dem katholischen Glauben und der katholischen Kirche nichts zu tun hat. Luisa Neubauers Aussage in Rom, Papst Franziskus sei „schon lange ein Verbündeter der Klimabewegung“ kann alles andere als beruhigen.

Am beunruhigendsten war jedoch die Anwesenheit des Schriftstellers Jonathan Safran Foer (der „aus Respekt vor den Tierrechten“ Vegetarier geworden ist). Foer, der auf der Konferenz im Vatikan als „Schriftsteller“ vorgestellt wurde, ist Autor mehrerer Essays und Romane. In einem seiner jüngsten Bücher verkündet er praktische Regeln „zur Rettung des Planeten“. Es sei dringend notwendig, daß die Menschen ihre Lebensweise ändern, und das – so Foer – könne auch durch Regeln und Gesetze erreicht werden, die von den Staaten auferlegt werden. Als Beispiel nennt er die Erhöhung des Fleischpreises, um es für die meisten unerschwinglich zu machen. Das Ergebnis, was das genau bedeuten würde, sagt er nicht: Den Massen soll das Fleisch entzogen werden, während die Reichen es weiterhin genießen können. Der Autor stellt insgesamt drei „Grundregeln“ auf:

1) Weniger Auto und Flugzeug
2) Weniger Kinder
3) Weniger Fleisch

Abgesehen davon, daß es schwierig ist, „weniger“ zu quantifizieren, sollen eigene Gesetze diese „Grundregeln“ durchsetzen nach dem Motto: „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt“. Und das geschieht nun auch mit Unterstützung des päpstlichen Lehramtes.

Papst Franziskus demontiert die überlieferte Morallehre der Kirche auch dadurch, daß er neue „Sünden“ einführt wie jene, die uns die genannte illustre Runde am Donnerstag vor Augen führte: die Ökosünden, die die Menschen zu Ökosündern machen, ohne daß sie jedoch auf einen barmherzigen Gott hoffen dürfen.

Die Lösungsrezepte von Foer und Konsorten lassen erschaudern. Natürlich kam der Schriftsteller nicht in den Vatikan, um in die Mikrophone zu sagen, die Menschen sollten gefälligst weniger Kinder haben, andernfalls müsse das Gesetz eben nachhelfen. Er sprach über Dinge, die dem Gastgeber und dem Ohr der Medien schmeichelten. Immerhin hatte Franziskus bereits Jugendliche aufgefordert, weniger Schnitzel zu essen. Alle wirklich heiklen Themen, die der Heiligen Schrift und dem kirchlichen Lehramt offensichtlich widersprechen, blieben natürlich ausgeklammert.

Doch Foer und die Reichsten der Reichen, die sich im sogenannten Good Club zusammengefunden haben, wollen den demographischen Winter. Sie wollen Abtreibung und Verhütung. Und sie rechtfertigen das mit einem „hohen“ Ziel: mit der unaufschiebbaren Notwendigkeit, den Planeten „retten“ zu müssen.

Seit 1968, als die gleichen neomalthusianischen Kreise erstmals massiv öffentlich aktiv wurden, gilt eine große Familie als verpönt. Wer viele Kinder hat, müsse geistig und kulturell minderbemittelt, zwangsläufig arm oder unverschämt reich sein. Im Vatikan von Papst Franziskus scheint man es nicht viel anders zu sehen. Wer viele Kinder habe, lese Humanae vitae auf „fundamentalistische“ Weise und beides seien typische Erscheinungen rückwärtsgewandter konservativer Kreise.

Da die Umerziehung, begleitet von der Legalisierung künstlicher Verhütungsmittel und der Abtreibung, da das alles noch nicht reichte, um die Menschheit auf das gewünschte Maß zusammenzustutzen, offensichtlich vor allem die weißen Menschen, wurde nun die „Öko-Sünde“ eingeführt. Viele Kinder zu haben, bedeute die Umwelt zu verschmutzen und den ohnehin schon „kranken“ Planeten vollends zu zerstören. Kinder bedeuten mehr Treibhausgasemissionen und weniger Ressourcen. Das ist seit Jahren der Tenor bei den ununterbrochen tagenden Klimakonferenzen und es ist der Tenor in Foers Büchern, der in diesen Kreisen ein gerngesehener Barde ihres Narrativs ist.

Nun aber ist die Kirche mit an Bord auf dem Schiff der Klimareligion. Nicht etwa, daß jene, die im Hintergrund die Fäden ziehen, an diese Religion glauben würden. Sie haben aber die Bedeutung des religiösen Bedürfnisses im Menschen erkannt und machen es sich zunutze. Möglich wird das besonders dort, wo die wirkliche Religion aufgegeben wurde oder verlorenging. Das Vakuum verlangt danach, ausgefüllt zu werden, und genau dieses zwangsläufige Bedürfnis wird eigennützig bedient.

Papst Franziskus hat die Kirche mit der Ökoreligion verbunden, besser gesagt, er hat sie dieser unterworfen. Kinder verbrauchen Sauerstoff, erzeugen Abfall, brauchen mehr Strom, Energie, in Zukunft auch ein Auto… Kinder bekommen ist eine Ökosünde, die sich moralisch mit dem „hohen“ und unaufschiebbaren Ziel, den Planeten zu retten, nicht vereinbaren lasse.

Da bleibt nichts übrig von der sich stets erneuernden Liebe Gottes zu den Menschen jedesmal, wenn ein Mann und eine Frau als Paar im Zeugungsakt an einem Schöpfungsakt Gottes mitwirken.

Die Dubia der Kardinäle, die am Vorabend zum Synodenbeginn veröffentlicht wurden, sollten noch einen sechsten Zweifel umfassen, der die Frage nach der Fortpflanzung des Menschengeschlechts betrifft, und wie es das kirchliche Lehramt damit hält.

Zumindest indirekt haben die Dubia-Kardinäle die Frage allerdings angesprochen, indem sie nach der Legitimität von Segnungen homosexueller Paare fragen. Es ist klar, daß für die Klimareligion homosexuelle Partnerschaften „ökologischer“ sind, da sie sich a priori von der Kinderzeugung verabschieden, zu der sie aus sich selbst heraus nicht imstande sind. Homo-Paare sind aber besser für die „Rettung des Planeten“ als Hetero-Familien. Da fehlt nur noch die katharische Verdrehung, daß Kinderzeugung quasi „des Teufels“ sei.

Neubauer nützte die ihr von Santa Marta gebotene Bühne, um im Anschluß über eine „Kriminalisierung“ der „Klimaaktivisten“ (was immer das auch sein soll) zu klagen, während Papst Franziskus alle tadelte, der die „Klimakrise“ kleinzureden versuche.

Die Wirklichkeit aber ist: Wir haben keinen Klimanotstand, wie manche irrlichtern, sondern einen Geburtennotstand.

So bleibt die beklemmende Frage, was der Vatikan mit der Einladung so kirchenferner Gestalten als „Zeugen“ für das Öko-Schreiben Laudate Deum beabsichtigte. Laudate Deum? Wer von den eingeladenen „Großen“ der Öko-Szene, die Santa Marta so zu gefallen scheinen, lobt Gott in seinem Handeln?

Quelle: katholisches.info

NEWS: Juden wurden festgenommen

Der vatikanische Außenminister Msgr. Paul Gallagher wird im November nach Israel reisen. Dies berichtete die israelische Tageszeitung Jediot Achronot. Auslöser ist das jüngste Video, das weltweit für Aufsehen sorgte, auf dem ultraorthodoxe Juden zu sehen sind, die ausspucken, als sie auf der Via Dolorosa christlichen Pilgern mit einem Kreuz begegnen.

Zunächst hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Verhalten der ultraorthodoxen Juden mit deutlichen Worten verurteilt. In der Nacht auf Donnerstag kontaktierte Israels Außenminister Eli Cohen seinen vatikanischen Amtskollegen und es wurde Gallaghers Israel-Besuch vereinbart, um die Heiligen Stätten der Christenheit aufzusuchen.

Cohen betonte gegenüber seinem vatikanischen Amtskollegen, daß Israel der Religionsfreiheit verpflichtet sei und diese für alle Religionen und deren Mitglieder garantiere. Die Vorfälle würden nicht die jüdischen Werte widerspiegeln.

Cohen hob auch die Kardinalskreierung des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem Pierbattista Pizzaballa OFM hervor, die am vergangenen Samstag in Rom stattgefunden hatte. Der italienische Franziskaner Pizzaballa war, bevor ihn Papst Franziskus zum Lateinischen Patriarchen ernannte, Kustos der Franziskanerkustodie des Heiligen Landes, der die Heiligen Stätten anvertraut sind.

Cohen informierte den Vatikan, daß von Israels Polizeichef Generalleutnant Yaakov Shabtai Anweisung an die Polizei erteilt wurde, Angriffen gegen Religionsvertreter und Gebetsstätten besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Shabtai hatte in den vergangenen Monaten persönlich mehrere Kirchen in Jerusalem und Haifa aufgesucht und mit den dortigen christlichen Vertretern gesprochen.

In Israel wird betont, daß es sich bei der demonstrativ gezeigten Abneigung ultraorthodoxer Kreise gegen das Kreuz, gegen Christen und christliche Orte um ein „neues Phänomen“ handle. Die Aufmerksamkeit, die solche Vorfälle weltweit nicht nur unter Christen finden, werden von der israelischen Staatsführung als Schaden für das Ansehen des Landes wahrgenommen. Das israelische Strafrecht ermöglicht die Ahndung solcher Taten mit einem Strafmaß von bis zu zwei Jahren Haft, wenn Aggressionen gegen eine Person aus religiösen Motiven erfolgen.

Nach dem jüngsten Vorfall auf der Via Dolorosa wurden am Mittwoch, durch eine eigens gebildete Polizeieinheit, fünf jüdische Tatverdächtige festgenommen.

Quelle: katholisches.info

Nachrichtensendung vom 06.10.2023