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NEWS: Kardinal Grech distanziert sich von FS

Kardinal Mario Grech, der Generalsekretär des Generalsekretariats der Bischofssynode, erklärte in einem Interview, daß die umstrittene Homo-Erklärung Fiducia supplicans in keinem Zusammenhang mit der Synodalitätssynode stehe, weder mit dem bereits stattgefundenen noch dem bevorstehenden Teil. Ist das eine Form der Distanzierung?

Der Malteser Mario Grech machte unter Papst Franziskus eine steile Karriere. Als Bischof von Gozo, einer Diözese mit gerade einmal 28.000 Katholiken, kleiner Suffragan des Erzbischofs von Malta, katapultierte sich Msgr. Grech 2016 auf das internationale Parkett, als die Maltesische Bischofskonferenz, als erste weltweit, bergoglianische Richtlinien für die Umsetzung der umstrittenen nachsynodalen Erklärung Amoris laetitia einführte,.

Dem Papst war Msgr. Grech bereits im Zuge der ersten Familiensynode 2014 durch eine sehr „inklusive“ Rede bezüglich „Personen in komplexen familiären Situationen“, Homosexuellen und Eltern von Homosexuellen aufgefallen. Als Vorsitzender der Maltesischen Bischofskonferenz hatte er eine sichere Eintrittskarte auch zur zweiten Familiensynode, auf der er seine Ausführungen vertiefte. Er gilt als Hauptautor der maltesischen Richtlinien für Amoris laetitia.

Papst Franziskus wußte das und auch Interventionen politischer Art, etwa zur Migrationsagenda und Kritik am damaligen italienischen Innenminister Matteo Salvini (Lega), zu schätzen und ernannte den Erzbischof von Malta, Msgr. Charles Scicluna, zum beigeordneten Sekretär der römischen Glaubenskongregation und Bischof Grech zum Pro-Generalsekretär der Bischofssynode.

Dann zog der Suffragan an seinem jüngeren Erzbischof vorbei, indem Grech im September 2020 nicht nur zum Generalsekretär der Bischofssynode aufrückte, sondern im selben Jahr von Franziskus auch zum Kardinal kreiert wurde. Als verläßlicher Parteigänger Santa Martas ist er heute auch Mitglied des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und des Dikasteriums für die Bischöfe. Der 67jährige Malteser gilt in Rom als entschlossen, einflußreich, wenn auch intern nicht unbedingt als Sympathieträger.

Grech stellte sich vor zwei Jahren öffentlich auch hinter den deutschen Synodalen Weg, denn er vertraue den deutschen Bischöfen, „daß sie wissen, was sie tun“.

Habe von Fiducia supplicans erst erfahren, als es veröffentlicht wurde
Am vergangenen Wochenende äußerte sich der Kardinal in einem Interview in Irland hingegen bemerkenswert zurückhaltend. Er war Hauptredner der Konferenz „Synodality Explored: Facing the Future Together“ („Synodalität erkunden: Die Zukunft gemeinsam angehen“), die am nationalen irischen Marienheiligtum in Knock in der Grafschaft Mayo stattfand. Dort gab er Sarah MacDonald von OSV News ein Interview, das am Montag veröffentlicht wurde.

Die Kernaussage Grechs lautete: Die Erklärung Fiducia supplicans des Glaubensdikasteriums über die Zulassung von Segnungen für Homo-Paare und andere irreguläre Verbindungen stehe in keinem Zusammenhang mit der Synodalitätssynode und werde auch keinen Einfluß auf diese haben.

Grech legte in dem Interview Wert auf die Feststellung, nicht über das Veröffentlichungsdatum oder den Inhalt von Fiducia supplicans informiert gewesen zu sein. Er habe das Dokument „wie jeder andere auch“ erst „zur Kenntnis genommen, als es veröffentlicht wurde“. Er wolle damit nicht sagen, daß sein Amt konsultiert hätte werden müssen, denn jedes Dikasterium habe „das Recht und die Pflicht, mit der Kirche zu kommunizieren. Das ist die normale Praxis der römischen Kurie.“ Faktisch sagte Kardinal Grech damit aber genau das, denn Fiducia supplicans wurde vor allem mit Verweis auf die zwei Monate zuvor abgehaltene Synodalitätssynode gerechtfertigt. Wie konnte es also sein, daß die Synode der Grund oder zumindest die Ursache für die umstrittene Erklärung ist, aber der ranghöchste zuständige Kurienvertreter nichts davon weiß?

Kardinal Grech relativierte seine Kritik aber sogleich etwas mit dem Zusatz, daß die Dikasterien „dazu da sind, dem Heiligen Vater bei der Erfüllung seiner Mission zu helfen“.

Auf die Frage, ob Fiducia supplicans in den zweiten Teil der Synodalitätssynode im kommenden Herbst einfließen werde, sagte er, das Dokument habe damit „nichts zu tun“, weder mit der vorherigen Synodenversammlung noch mit der bevorstehenden.

Kritik an Äußerlichkeiten, nicht am Substantiellen
Es wäre allerdings verwunderlich, von Kardinal Grech eine substantielle Kritik an der päpstlichen Homo-Agenda zu hören. In der Tat erinnerte der Synoden-Generalsekretär in bezug auf die Synodalität und kontroverse Themen wie Homo-Beziehungen daran, wie auf der Synodalitätssynode im Herbst 2023 die Frage „der Integration von Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung in einem der Entwürfe des Syntheseberichts aufkam, wobei der Begriff ‚LGBTQ‘ verwendet wurde“.

„Wir haben festgestellt, daß einige Leute Schwierigkeiten mit dieser Formulierung hatten und haben sie geändert. Wir haben nicht den Inhalt, sondern den Wortlaut geändert, und auf diese Weise haben wir eine Mehrheit der Stimmen erhalten. Hätten wir die Formulierung beibehalten, wäre die Abstimmung sicher nicht so ausgefallen.
Wir müssen die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten aller berücksichtigen, denn unsere Aufgabe ist es, einen Konsens zu finden und als Kirche zu lernen, wie man zu etwas kommt, dem ein möglichst breites Spektrum zustimmt.“

Das klingt weder lehramtlich überzeugend noch vertrauenserweckend, sondern nach Taktik und Demokratisierungsbestrebungen.

Auch in Knock zeigte sich Kardinal Grech als Verfechter der Synodalitätsidee. Vor den Teilnehmern aus verschiedenen irischen Diözesen und Ordensgemeinschaften hob er hervor, daß die Teilnahme an der Synodalität der Kirche helfen werde, die bereits vorhandenen Strukturen zum Funktionieren zu bringen.

Inklusion über alles, doch wer sind die Ausgeschlossenen?
Dabei betonte Grech mehrfach die Inklusionsthese von Papst Franziskus: „Ein dringendes Bedürfnis ist die Bildung, die Bildung für uns alle, ohne jemanden auszuschließen.“
Ebenso die Notwendigkeit, „daß das Volk Gottes zusammenkommt und gemeinsam lernt, ohne daß jemand ausgeschlossen wird“.

Wer aber sind die Ausgeschlossenen, um die sich die Kirchenführung so sorgt? Die einzigen wirklich Ausgeschlossenen sind Priester und Gläubige der Tradition. Doch die meinte der Kardinal natürlich nicht, denn das sind die Vergessenen, regelrechte Desaparecidos, um es mit einem Wort zu sagen, das Argentiniern ein Begriff ist. Der Rekurs auf die Inklusion ist also ein Instrument. Die „Ausgeschlossenen“ sind die Sünder, denen man nicht mehr Reue und Beichte nahelegen will, um in die Gemeinschaft zurückzukehren, sondern die Abschaffung ihrer Sünde und damit ihres sündhaftes Zustandes.

Darauf weist indirekt eine weitere Aussage Grechs hin, indem er erklärte, daß sich zwar „das Evangelium nicht ändern wird, aber mein Verständnis des Evangeliums kann sich ändern“, und daß die Kirche in den zwei Jahrtausenden ihrer Geschichte mit diesem dynamischen Verständnis vorangegangen sei.

Demgegenüber wirken Aussagen wie die folgende wie inhaltsleere Füllsätze. Als ein Konferenzteilnehmer nach den Grenzen der Synodalität fragte, sagte Kardinal Grech, er habe immer betont, daß sich der synodale Prozeß im Lichte des Wortes Gottes, der Tradition und des Lehramtes weiterentwickeln müsse. Um ergänzend hinzuzufügen, daß er daher keine Gefahr sehe, daß ein synodaler Ansatz den Glauben der Menschen gefährden könnte.

Wenn diese Gefahr nicht gegeben ist, warum spricht der Kardinal dann darüber?

Das Interview von Kardinal Grech läßt eine verhaltene Distanzierung von Fiducia supplicans erkennen, die allerdings nicht inhaltlicher Natur ist, sondern so verhalten, daß sie Kritikern von Fiducia supplicans zwar auffallen muß, aber Santa Marta nicht verärgert und vor allem ganz bergoglianisch bleibt. Zudem wurde das Interview in Irland geführt, wo die Bevölkerung soeben erst in einer Volksabstimmung der Gender-Ideologie eine Absage erteilte.

Positioniert sich Kardinal Grech für die Nach-Bergoglio-Zeit, als Bergoglianer ohne Bergoglio?

Quelle: Katholisches.info

NEWS: Vatikan will mit China Vertrag verlängern

Der Heilige Stuhl beabsichtigt das Geheimabkommen mit der Volksrepublik China ein weiteres Mal zu erneuern. Dies bestätigte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gegenüber LifeSiteNews.

Das Abkommen geht auf den Herbst 2018 zurück und war auf zwei Jahre befristet. Seither wurde es 2020 und 2022 verlängert. Im Oktober 2024 läuft es wieder aus. Der Inhalt des Abkommens ist bis heute geheim. Nur soviel ist bekannt, daß es um den Modus der Bischofsernennungen geht. Papst Franziskus soll das Nominierungsrecht an die kommunistischen Machthaber in Peking abgetreten haben, was indirekt durch die Praxis der seither erfolgten Bischofsernennungen bestätigt wird.

Der schärfste Kritiker des Abkommens, Kardinal Joseph Zen, emeritierter Bischof von Hongkong und graue Eminenz der chinesischen Untergrundkirche, verurteilte das Abkommen wegen seiner Intention schon vor seiner Unterzeichnung. Er hält an seiner Kritik fest, daß Rom vor Peking kapituliert habe, das Abkommen tot sei, aber damit Chinas Katholiken dem kommunistischen Regime ausgeliefert wurden. Für seinen Widerstand wurde er mit Gerichtsverfahren überzogen. Der Kardinal, der für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, paßt in kein politisches Schema, weshalb er vom Nobelpreiskomitee nicht berücksichtigt wurde und wegen seiner Kritik am aktuellen Pontifikat auch in Rom zu den unerwünschten Personen gehört. So warf er dem Sekretariat der Synodalitätssynode vor, „sehr effektiv in der Kunst der Manipulation“ zu sein, und forderte Ende Januar den Rücktritt von „Pornopräfekt“ Tucho Fernández.

Der Vatikan beharrt hingegen darauf, so auch Papst Franziskus, ohne auf Details einzugehen, daß das Abkommen „funktioniert“ Im Juli 2023 hatte Kardinalstaatssekretär Parolin erklärt, warum der Heilige Stuhl das Abkommen akzeptiert.

Die Bekehrung Chinas
Die bis heute nicht durchschlagenden Bekehrungsversuche Chinas spiegeln eine ebenso spannende wie dramatische Geschichte wider. Der Glauben an Jesus Christus gelangte spätestens 635 nach China, zur gleichen Zeit, als sich im Nahen Osten der Islam auszubreiten begann. Die ersten Missionare waren Nestorianer der ostsyrischen Heiligen Apostolischen und Katholischen Kirche des Ostens, so die Selbstbezeichnung, die sich 424 auf dem Gebiet des persischen Sassanidenreiches von der katholischen Kirche getrennt hatte.

Sie bekehrten eine Reihe von Turk- und Mongolenvölkern zu Christus, darunter die Naimanen, Ogusen, Keraiten, Mekiten und Uiguren.

1299 erbaute der italienische Franziskaner Giovanni da Montecorvino, der noch eine bedeutende nestorianische Präsenz in China vorfand, in Kambaluk, dem heutigen Peking, die erste katholische Kirche, die 1307 zur ersten katholischen Kathedrale des Landes wurde.

Wie auch zuletzt 1949 mit der kommunistischen Machtübernahme machten immer wieder politische Umbrüche das Erreichte zunichte. Das seit 2018 geltende Geheimabkommen erbrachte zwar eine einseitige Vorleistung von Papst Franziskus, indem er alle schismatischen regimehörigen Bischöfe anerkannte, doch umgekehrt wurde die Frage der Patriotischen Vereinigung, der vom Regime geschaffenen schismatischen Parallelkirche, nicht geklärt.

Vatikan hält am Geheimabkommen fest
Nach einem langen Stillstand ging es dann zu Jahresbeginn Schlag auf Schlag, als innerhalb weniger Tage drei neue Bischöfe im Rahmen des Geheimabkommens ernannt wurden.

Kardinalstaatssekretär Parolin bekräftigte nun gegenüber Michael Hynes, dem Vatikan-Korrespondenten von LifeSiteNews, bezüglich einer Erneuerung des Geheimabkommens:

„Wir hoffen, es zu erneuern. (…) Auch zu diesem Punkt stehen wir im Dialog mit unseren chinesischen Gesprächspartnern.“

Das deckt sich mit der Linie des kommunistischen Regimes. Wang Wenbin, Sprecher des volkschinesischen Außenministeriums, sagte am 2. Februar:

„In den vergangenen Jahren haben China und der Vatikan die Kommunikation aufrechterhalten, und das Interimsabkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung von Bischöfen wurde gut umgesetzt. China ist bereit, die Beziehungen zum Vatikan im Geiste des gegenseitigen Respekts und des gleichberechtigten Dialogs zu verbessern.“

Die Aussage ist zum Großteil eine Standardfloskel, mit der die chinesische Diplomatie eine Nicht-Aversion signalisiert. Sie wird seit der Unterzeichnung des Geheimabkommens vor bald bald sechs Jahren verwendet, ganz egal ob in der betreffenden Zeit Bischöfe im Einvernehmen mit Rom oder einseitig ernannt oder sogar verhaftet wurden. Die Regeln des Spiels diktiert, soviel scheint offensichtlich, Peking.

Zunehmende geopolitische Unruhe
Immerhin akzeptiert das kommunistische China, zumindest in rudimentären Ansätzen, eine eigenständige Rolle des Heiligen Stuhls. Dieser unterhält nämlich als nur mehr einer von zwölf Staaten diplomatische Beziehungen mit der Republik China, dem anderen China, das nach dem Bürgerkrieg, in dem die Nationalchinesen den Rotchinesen unterlagen, 1949 auf der Insel Taiwan (Formosa) errichtet wurde.

Offizielle diplomatische Vertretungen zwischen Rom und Peking gibt es hingegen seit 75 Jahren nicht mehr. Von den Staaten, die solche wollen, verlangen die Kommunisten, die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abzubrechen. Das haben fast alle der weltweit derzeit 193 anerkannten Staaten getan, auch die USA, bereits 1979. Auf niederschwelliger Ebene sind die Beziehungen natürlich aufrechtgeblieben. Taiwan lebt vom Schutz durch die USA.

Auf Insel-China sind derzeit zwei Bewegungen im Gange: einmal die Entsorgung des Personenkultes um den 1975 verstorbenen Staatsgründer Tschiang Kai-schek, dem Anführer von Nationalchina, der übrigens ein Schwager von Mao Tse-tung, dem Anführer von Rotchina, war; zum anderen die massive Aufrüstung der Insel. Beide Staaten, Festland-China und Insel-China, betrachten China als Einheit und leiten daraus gegenseitige Ansprüche ab. Die Situation ist vergleichbar dem Dualismus BRD und DDR und Nordkorea und Südkorea als Folge des Ost-West-Konfliktes nach 1945.

Insgesamt sind die weltweiten Militärausgaben so hoch wie nie zuvor, das gilt auch für den Fernen Osten, wie das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) soeben in einem Bericht vorlegte. Sie sind 2023 gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent angestiegen. Die Welt rüstet auf. Der Konflikt zwischen der Volksrepublik China und der Republik China gilt nach dem Ukrainekrieg und dem Nahost-Konflikt als die dritte große Gefahrenzone für einen bewaffneten Zusammenprall.

In diesem Kontext agiert die vatikanische Diplomatie.

Quelle: Katholisches.info

NEWS: FREISPRUCH

LUGANO / BELLINZONA – Freigesprochen. Dies ist das Urteil des Strafgerichts von Bellinzona gegen Manfred Hauke, Professor an der Theologischen Fakultät von Lugano (FTL), die seit 2021 mit der USI verbunden ist. Laut Richterin Petra Vanoni „gibt es in dem Artikel keine abwertenden Begriffe gegen homosexuelle Menschen im Allgemeinen oder Homosexualität selbst. Aus dem Text geht keine diskriminierende Ideologie hervor.“

Die Vorwürfe – Nach der Beschwerde des Schweizerischen Verbandes der Homosexuellen und Bisexuellen Pink Cross wurde dem Lehrer Diskriminierung und Aufstachelung zum Hass vorgeworfen: Als Redakteur hatte er sich für die Veröffentlichung eines Artikels in einer deutschen Zeitschrift ausgesprochen, in dem Homosexuelle innerhalb der Kirche mit Krebs und einer Mafia verglichen wurden.

Der Theologieprofessor Manfred Hauke durfte am Montag aufatmen. Die Einzelrichterin Petra Vanoni vom Strafgericht in Bellinzona sprach ihn vom Vorwurf frei, gegen das Diskriminierungsverbot verstossen und zu Hass gegen Homosexuelle aufgerufen zu haben. Sie hob einen Strafbefehl der Tessiner Staatsanwaltschaft auf, die Hauke im Dezember 2022 zu einer bedingten Geldstrafe von 9450 Franken sowie einer Busse in Höhe von 1800 Franken verurteilt hatte. Statt einer Busse erhält der in Lugano lehrende Theologe nun eine Entschädigung von 20 000 Franken, mit der er das Honorar seines Strafverteidigers Luigi Mattei begleichen kann.

«Plage» und «Krebsgeschwür»

Im Mittelpunkt des Justizfalls steht ein äusserst umstrittener Aufsatz mit mutmasslich homophoben Passagen, der 2021 in der konservativen katholischen Monatszeitschrift «Theologisches» erschienen ist, für die Hauke als Herausgeber verantwortlich zeichnet. Autor des Artikels mit dem Titel «Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen» war der polnische Theologe Dariusz Oko. Dieser spricht in seinen Ausführungen im Zusammenhang mit Homosexuellen unter anderem von «rücksichtslosen Parasiten», «Plage», «Krebsgeschwür, das sogar bereit ist, seinen Wirt zu töten» und «Homomafia».

Die Einzelrichterin Vanoni kritisierte zwar das grobe Vokabular, konnte aber – im Gegensatz zur Staatsanwältin – keinen Verstoss gegen die Rassismusstrafnorm (Artikel 261bis des Schweizerischen Strafgesetzbuches) feststellen, die im Jahr 2020 um das Verbot des Hasses wegen sexueller Orientierung erweitert worden war. Es habe sich um eine lange wissenschaftliche Fachpublikation gehandelt, die sich nicht allgemein über Homosexuelle ausgelassen habe, sondern sich um deren Einfluss in der katholischen Kirche gedreht habe. Sie sezierte die inkriminierten Passagen im Detail im deutschen Original und in der italienischen Übersetzung mitsamt Fussnoten, um den jeweiligen Kontext herzustellen. Zwei in der Anklageschrift zitierte Abschnitte waren ihrer Meinung nach äusserst grenzwertig, etwa die folgende Aussage: «Es ist auch wichtig zu wissen, dass etwa 20 Prozent der Homosexuellen eine ephebophile oder päderastische Vorliebe haben, was eine ihrer typischen Störungen ist.»

Quelle: tio.ch, nzz

NEWS: TC in Baltimore

Erzbischof Lori von Baltimore exekutiert Traditionis Custodes

Erzbischof William Lori von Baltimore hat mitgeteilt, daß das römische Indult für die weitere Feier der überlieferten Liturgie in der Pfarrkirche St. Mary’s im August ausläuft und nicht verlängert wird. Überraschen kann das niemanden, denn wie der Erzbischof mitteilt:

bestand das Ziel des Indults darin, den Gläubigen, die an die Messe nach dem Missale von 1962 gewöhnt waren, Gelegenheit zu geben, Katechese und Information entgegenzunehmen, die sie dazu befähigen würde, den Novus Ordo von ganzem Herzen anzunehmen.

Das gibt die Zielsetzung von Traditionis Traditores in der Tat zutreffend wieder, und die Bergoglianer haben daraus auch nie ein Geheimnis gemacht.

Von Maryland GovPics – Meeting Archbishop Lori, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=144159680

Nun, die Gläubigem, die der Feier der überlieferten Liturgie anhängen, hatten inzwischen in der Katechese von Franziskus und seines Handlangers Fernandez mehr als genug Gelegenheit, zu erfahren, worum es denen geht, die am aggressivsten versuchen, die Neue Ordnung von Liturgie und Lehre durchzusetzen: Sie wollen tatsächlich mit Hilfe der neuen lex orandi eine neue lex credendi durchsetzen, die in vielem schon eine neue Religion darstellt. Eine Säkularreligion, die in vielem nicht mehr die apostolische Tradition, sondern die jeweils opportunen Strömungen des Zeitgeistes zur Richtschnut macht – bis hin zu seinen verderblichsten Spielarten.

Nicht alle, die den Novus Ordo feiern oder mitfeiern, verfolgen dieses Zeil – das kann man gerade in den USA an vielen Beispielen belegt finden. Es ist auch nicht mit Sicherheit zu belegen, daß die Architekten der neuen Ordnung bewußt auf dieses Ziel hinsteuerten. Aber 60 Jahre praktische Erfahrung, „Katechese der Realität“, wenn man so sagen kann, haben zur Genüge verdeutlicht, daß diese neue Ordnung, denen, die dieses Ziel verfolgen, reichlich Ansatzpunkte und Mittel dazu in die Hand gibt.

Und genau daraus erklärt es sich, daß die Propagandisten der neuen Säkularreligion jetzt auch Schritt für Schritt und Diözese für Diözese die Schraube weiter anziehen, um die Gläubigen in die neue Ordnung hinein zu pressen. Dazu scheuen sie auch nicht vor der Anwendung von Mitteln zurück, die man als Gewissenszwang und geistlichen Mißbrauch bezeichnen muß. Sie mißbrauchen die vielen Katholiken nachgerade in der DNA eingebaute Neigung zum Gehorsam, um den eigenen Ungehorsam und die eigene Widersetzlichkeit gegen Lehre und Tradition der Kirche durchzusetzen.

Damit stellt sich immer dringlicher die Frage, wie die Katholiken, die dieses schändliche Spiel durchschaeun, sich zur Wehr setzen können. In Baltimore – nebenbei bemerkt die älteste Diözese in den Vereinigten Staaten – gibt es jetzt nur noch eine offiziell geduldete „alte Messe“ am Sitz der Petrusbruderschaft in Baltimore selbst. Bewohner anderer Teile des Bistums werden künftig Fahrten von 90 Minuten oder länger auf sich nehmen müssen, wenn sie nicht gefahr laufen wollen, in der nächstgelegenen Novus-Ordo-Pfarrei üblen liturgischen Mißbräuchen oder häretischen Predigten ausgesetzt zu werden. Ganz abgesehen davon, daß viele es auch als Gewissenspflicht ansehen, nicht nur für sich selbst einen Meßort zu finden, an dessen Liturgie sie ohne Bauchschmerzen teilnehmen können, sondern auch ein weiterreichendes Ziel im Auge zu behalten: Alles dafür zu tun, daß auch ihre Kinder noch solche Orte der überlieferten Lehre und Liturgie vorfinden.

Einen ersten Hinweis, wie das zu erreichen ist, gibt das oben gebrauchte „offiziell geduldet“. Wo die offizielle Duldung für das, was nicht verboten und nicht geändert werden kann, entzogen wird, müssen inoffizielle Mittel gefunden werden. Das gilt umso mehr, als derzeit niemand sicher sagen kann, wie lange der Petrusbruderschaft noch offiziell gestattet wird, ihrem Gründungscharisma zu folgen.

Wie diese Mittel dann konkret aussehen, ist nach der Situation am Ort und nach der Leistungsfähigkeit der Gemeinden zu entscheiden. Eines wird aber jetzt schon deutlich: Mit der in Europa über Jahrhunderte gewachsenen Konsumentenhaltung, in der die Gläubigen eine „Grundversorgung“ mit einigermaßen solider Liturgie und Lehre als von oben gegeben voraussetzen konnten, ist es auf absehbare Zeit vorbei. Eigenaktivität wird in den kommenden wirren Zeiten eine immer stärere Rolle spielen müssen. Viele Amerikaner sind darauf entsprechend ihrer Geschichte auch recht gut vorbereitet. Für Europäer und die Deutschen insbesondere zeichnet sich großer Nachholbedarf ab.

*

Nachtrag: Die Erzdiözese Baltimore scheint zu den nicht wenigen amerikanischen Diözesen zu gehören, in denen der Novus Ordo und seine „dem modernen Menschen angemessene“ Theologie ohne größeren Erfolg eingeetzt wird, um den Bewohnern des 21. Jahrhunderts eine spirituelle Heimat zu bieten und sie auf dem Weg zum ewigen Heil voranzubringen. Gerade vor wenigen Tagen hat die Diözese Pläne veröffentlicht, die bisherige Zahl von 61 Pfarreien in der von knapp 600 000 Menschen (darunter 15% Katholiken) bewohnten Stadt Baltimore auf 21 zu verringern. Es fehlt an Priestern und die zu vielen Kirchen sind zu wenig besucht. Diverse zum Teil recht ansehnliche Komplexe von Kirche mit Pfarrhaus und Schule werden zum Verkauf kommen.

Nun scheinen 61 Pfarreien für etwa 45 000 Seelen tatsächlich sehr reichlich bemessen – zumindest aus deutscher Perspektive gesehen. Aber es hat ja wohl mal Zeiten gegeben, in denen die vielen Pfarreien – womöglich auch noch mit Kaplänen und Gemeindeschwestern angereichert – einmal gut ausgelastet waren. Vermutlich irgendwann in den finsteren Zeiten vor DEM KONZIL und dem neuen Frühling. Lang, lang ists her…

Aber vielleicht hat der Schrumpfungsplan auch sein Gutes: Wenn sich genügend Traditionalisten finden, um eine der bald frei werdenden Nicht-Mehr-Pfarrkirchen zu erwerben, in der dann ganz regulär die überlieferte Liturgie gefeiert werden könnte.

Quelle: Summorum Pontificum.de

NEWS: Zwei Kardinäle zeigen den Ausweg

Die Beiträge zweier hochrangiger Prälaten dürfen nicht ignoriert werden: die eine von Robert Kardinal Sarah, die sich am 9. April an die Bischöfe von Kamerun wandte; die andere von Walter Kardinal Brandmüller, der am 30. März per kath.net an seine deutschen Landsleute schrieb. Obwohl sie sich in ihrem Inhalt, ihrem Ton und ihrer Art unterscheiden, schlagen sie doch den gleichen Ton an: Beseelt von der wahren Liebe zur Braut Christi, appellieren diese Nachfolger der Apostel an ihre Herde, den Glauben in der Kirche wiederzuerlangen – jeder erfüllt seine besonderen Pflichten je nach seinem Stand – als Bischöfe, Priester oder Laien. Die eindringlichen Bitten der Kardinäle kommen zur Halbzeit der laufenden Synode über Synodalität.

Kardinal Sarah lobte zu Beginn seiner bewegenden Rede in Kamerun seine Mitbrüder im Bischofsamt für ihre „mutige und prophetische“ Antwort auf die Bittsteller der Fiducia, in der sie die Möglichkeit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ablehnten, die durch das vatikanische Dokument autorisiert ist. „Wenn Sie an die katholische Lehre zu diesem Thema erinnern“, so der Kardinal, „haben Sie der Einheit der Kirche sehr und zutiefst gedient. Ihr habt ein Werk der pastoralen Nächstenliebe vollbracht, indem ihr euch an die Wahrheit erinnert habt.“

Insbesondere von den afrikanischen Bischöfen wird allgemein erwartet, dass sie, wenn nötig, in der bevorstehenden zweiten Sitzung der Synode über Synodalität im Oktober eine starke Haltung zur Sexualmoral einnehmen, und Kardinal Sarah betonte, dass es „wesentlich“ sei, dass sie dies „im Namen der Einheit des Glaubens und nicht im Namen bestimmter Kulturen“ tun.

Ihr unmissverständlicher Widerstand gegen die Fiducia Supplicans war von den vatikanischen Behörden als „Sonderfall“ Afrikas abgetan worden. Diese Ablehnung wiederholte die berüchtigten Äußerungen von Walter Kardinal Kasper, der, als er während der Familiensynode 2014 über die Opposition der afrikanischen Bischöfe gegen die homosexuelle Agenda sprach, zu Protokoll gab, dass sie „uns nicht zu viel sagen sollten, was wir zu tun haben“.

Kardinal Sarah verurteilte in scharfem Gegensatz dazu die Vorstellung, dass afrikanische Bischöfe die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aufgrund bestimmter kultureller Gegebenheiten, die für Afrika spezifisch sind, ablehnen, und forderte die Bischöfe auf, sich vor der nächsten Sitzung der Synode „mit großer Wachsamkeit“ vor diesem Punkt zu hüten. Der guineische Kardinal erklärte:

„Einige im Westen wollen uns glauben machen, dass Sie im Namen des afrikanischen kulturellen Partikularismus gehandelt haben. Es ist falsch und lächerlich, ihr solche Zwecke zuzuschreiben! Einige haben in einer Logik des intellektuellen Neokolonialismus behauptet, dass die Afrikaner aus kulturellen Gründen „noch“ nicht bereit seien, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Als ob der Westen den rückständigen Afrikanern voraus wäre. Nein! Sie haben für die ganze Kirche gesprochen »im Namen der Wahrheit des Evangeliums und für die Menschenwürde und das Heil der ganzen Menschheit in Jesus Christus«. Ihr habt gesprochen im Namen des einen Herrn, des einen Glaubens der Kirche. Wann sollte die Wahrheit des Glaubens, die Lehre des Evangeliums, jemals bestimmten Kulturen unterworfen werden? Diese Vision eines Glaubens, der den Kulturen angepasst ist, zeigt, wie sehr der Relativismus die Einheit der Kirche spaltet und korrumpiert.“

Kardinal Sarah verurteilte die „Diktatur des Relativismus“ und beschrieb sie als „Verletzung der Lehre und der Moral an bestimmten Orten unter dem Vorwand der kulturellen Anpassung“. Er sagte:

„Und sie werden Ihnen mit falscher Höflichkeit sagen: ‚Seien Sie versichert, dass wir Ihnen in Afrika diese Art von Innovation nicht aufzwingen werden. Du bist kulturell noch nicht bereit.“

„Aber wir, die Nachfolger der Apostel, sind nicht dazu bestimmt, unsere Kulturen zu fördern und zu verteidigen, sondern die universale Einheit des Glaubens! Wir, die Bischöfe von Kamerun, handeln nach Ihren Worten „im Namen der Wahrheit des Evangeliums und für die Menschenwürde und das Heil der ganzen Menschheit in Jesus Christus“. Diese Wahrheit ist überall dieselbe, in Europa ebenso wie in Afrika und den Vereinigten Staaten.“

Es waren natürlich die europäischen Missionare, die einst Afrika evangelisierten, und Kardinal Sarah, die den „geheimnisvollen Plan der Vorsehung“ erkannte, wies darauf hin, dass „es heute gerade die afrikanischen Episkopate sind, die die Universalität des Glaubens gegen die Verfechter einer zersplitterten Wahrheit verteidigen; die Verteidiger der Einheit des Glaubens gegen die Befürworter des Kulturrelativismus“ des Westens.

Er hielt es für nicht verwunderlich, dass »die Bischöfe Afrikas in ihrer Armut heute die Verkünder dieser göttlichen Wahrheit angesichts der Macht und des Reichtums gewisser Episkopate des Westens sind«, denn »was für die Welt töricht ist, hat Gott erwählt, um die Weisen zu verwirren; was für die Welt schwach ist, hat Gott erwählt, um die Starken zu verwirren; was in der Welt abscheulich und verachtet ist, was nichts ist, das hat Gott erwählt, um das zunichte zu machen, was ist.“ (1 Kor 1,28)

Als Kardinal Sarah über die Gründe für diese relativistische Zersplitterung der Wahrheit nachdachte, identifizierte sie „eine Art psychologische Angst“, die sich im Westen ausgebreitet hat: „die Angst, im Widerspruch zur Welt zu stehen“. Der Kardinal sprach insbesondere von den vielen westlichen Prälaten, die „von der Idee gelähmt sind, sich der Welt zu widersetzen“, die „davon träumen, von der Welt geliebt zu werden“ und in der Tat „den Willen verloren haben, ein Zeichen des Widerspruchs zu sein“, und stellte die Verbindung zum praktischen Atheismus her, der die Kirche heute befällt:

„Ich glaube, dass die Kirche unserer Zeit vom Atheismus versucht wird. Nicht intellektueller Atheismus, sondern dieser subtile und gefährliche Geisteszustand: fließender und praktischer Atheismus. Letzteres ist eine gefährliche Krankheit, auch wenn die ersten Symptome harmlos erscheinen. …

„Wir müssen uns dessen bewusst werden: Dieser fließende Atheismus fließt durch die Adern der zeitgenössischen Kultur. Sie wird nie beim Namen genannt, aber sie dringt überall ein, auch im kirchlichen Diskurs. Seine erste Wirkung ist eine Form der Schläfrigkeit des Glaubens. Es betäubt unsere Fähigkeit zu reagieren, Fehler und Gefahren zu erkennen. Sie hat sich in der ganzen Kirche ausgebreitet.“

Als weiteren Weg forderte Kardinal Sarah seine Mitbrüder im Bischofsamt auf, „anders zu denken“. Er plädierte:

„Wir dürfen uns nicht auf Lügen einlassen! Das Wesen des fließenden Atheismus ist das Versprechen eines Ausgleichs zwischen Wahrheit und Lüge. Es ist die größte Versuchung unserer Zeit! Wir alle sind schuldig der Anpassung, der Komplizenschaft mit dieser großen Lüge, die der fließende Atheismus ist! Wir geben vor, christliche Gläubige und Männer des Glaubens zu sein, wir zelebrieren religiöse Riten, aber in Wirklichkeit leben wir als Heiden und Ungläubige.“

Der Kardinal beendete seine große Berufung, einen anderen Weg in der Kirche zu finden, mit aller geistlichen Kraft, die ihm gegeben wurde:

„Als Pastor möchte ich Sie heute von ganzem Herzen einladen, diese Entscheidung zu treffen. Wir dürfen keine Parteien in der Kirche schaffen. Wir dürfen uns nicht zu den Rettern dieser oder jener Institution erklären. All dies würde zum Spiel des Gegners beitragen. Aber jeder von uns kann heute entscheiden: Die Lüge des Atheismus wird in mir keinen Platz mehr finden. Ich will nicht mehr auf das Licht des Glaubens verzichten, ich will nicht mehr aus Bequemlichkeit, Faulheit oder Konformismus Licht und Finsternis in mir zusammenleben lassen. Es ist eine sehr einfache Entscheidung, innerlich und konkret zugleich. … Wenn du die Welt nicht verändern kannst, kannst du dich selbst ändern. Wenn sich alle demütig dazu entschließen würden, würde das System der Lüge von selbst zusammenbrechen, denn seine einzige Stärke ist der Platz, den wir in ihm in uns schaffen. …

„Liebe Mitbrüder im Bischofsamt, indem Gott uns den Glauben anbietet, öffnet er seine Hand, damit wir unsere Hand dorthin legen und uns von ihm leiten lassen. Wovor werden wir Angst haben? Das Wichtigste ist, dass wir unsere Hand fest in seiner halten! … Den Geist des Glaubens zu bewahren bedeutet, auf jeden Kompromiss zu verzichten, sich zu weigern, die Dinge anders als durch den Glauben zu sehen. Es bedeutet, unsere Hand in Gottes Hand zu halten. …

„Der Glaube erzeugt Kraft und Freude zugleich. Der Herr ist meine Festung, vor wem soll ich mich fürchten?“ (Ps 27,1) Die Kirche liegt im Sterben, verseucht von Bitterkeit und Parteilichkeit, und nur der Geist des Glaubens kann ein wahres brüderliches Wohlwollen begründen. Die Welt stirbt, verschlungen von Lügen und Rivalität, und nur der Geist des Glaubens kann ihr Frieden bringen.“

Walter Kardinal Brandmüller, der Anfang dieses Jahres seinen fünfundneunzigsten Geburtstag feierte, schrieb über das gleiche Problem – den Verlust des Glaubens in der Kirche –, wandte sich aber an seine deutschen Landsleute. Er stellte zunächst fest, dass der „Synodale Weg“ erwartungsgemäß „längst vom Weg abgekommen“ sei. Er beklagte die „achtlose Verschwendung“ von Millionen an Kirchensteuergeldern und, was „viel schlimmer“ sei, Meinungsverschiedenheiten in „zentralen Fragen des Glaubens und der Moral“, auch innerhalb des Episkopats, die der Einheit der gesamten Kirche „schweren Schaden“ zufügten und zu „Häresie und Schisma“ führten. Der Kardinal fügte zu dieser „Massenabtrünnigkeit“ hinzu und hob die Tatsache hervor, dass von den getauften Katholiken noch etwa fünf Prozent am religiösen, sakramentalen Leben der Kirche teilnehmen.

„Wie lange noch?“, fragt der Kardinal, wird der Apparat seine Arbeit fortsetzen und dabei die Tatsache ignorieren, dass Millionen die Kirche verlassen, solange die Spendenbüchse voll ist. Er reflektiert über „den Erfolg des deutschen Wirtschaftswunders“ nach dem Zweiten Weltkrieg, der eine „immer dichter werdende Wolke des materialistischen Zeitgeistes“ mit sich brachte und „den Blick zum Himmel zu versperren begann“. Das Ergebnis der Flut materieller Güter ist „eine nachchristliche, atheistische Gesellschaft, in der das Christentum – die Kirche – nur ein Nischendasein fristet“, während es ignoriert, verachtet und bekämpft wird.

Der Kardinal reflektiert weiter, dass „eine nüchterne Bewertung schnell zeigt, dass die Versuche, die einstige Partnerschaft zwischen Staat, Gesellschaft und Kirche wiederzubeleben, längst aussichtslos geworden sind“.

„Die jüngste Gesetzgebung“, stellt er fest, „hat auch im Bereich der Ehe-, Familien- und Gesundheitspolitik Maßstäbe gesetzt, die die christliche Moral- und Soziallehre, ja die seit der Antike entwickelte Anthropologie ad absurdum führen.“ Er kommt zu dem Schluss, dass „kaum eine denkbare Perversion – von der In-vitro-Fertilisation über die Euthanasie bis hin zum assistierten Suizid – ausgeschlossen ist“.

Folglich müsse ein Christ, ein Katholik, „in dieser menschlichen, kulturellen Wüste Oasen finden und schaffen, in denen er noch frei atmen und überleben kann“. Der Kardinal erläutert den einzigen Weg, den er für möglich hält:

„So muss nun, je nach den gegebenen Umständen, der Übergang von der Landeskirche zur Gemeindekirche weitestgehend ohne schmerzhafte Unterbrechungen eingeleitet werden …

„Damit einher geht auch eine entschiedenere Betonung des Selbstverständnisses der Priester.“

Hier verweist der Kardinal auf den alten Weiheritus, in dem die Pflichten des Priesters aufgeführt waren: das heilige Opfer darzubringen, zu segnen, die Gemeinde zu leiten, zu predigen und zu taufen.

„Bezeichnend“, so Kardinal Brandmüller, „ist die Erwähnung der Pfarrverwaltung, der Ausschüsse, der Vermögensverwaltung und der Verwaltung sozialer Einrichtungen oder anderer Arbeiten nicht vorgesehen.“ Wie im Mittelalter ist auch heute noch die Liste der Pflichten, die im traditionellen Weiheritus festgelegt sind, die Arbeit, zu der der Priester geweiht ist.

Darüber hinaus müsse »diese Unterscheidung, die dem Priester nur die praeesse – den ›Vorsitz‹ oder die Leitung der Kongregation – vorbehält, vorgenommen werden, um dem Priester die Freiheit zu geben, seine eigentliche Sendung zu erfüllen: Verkündigung, Liturgie, Spendung der Sakramente und Seelsorge«, die von anderen nicht erfüllt werden kann.

Kardinal Brandmüller richtet seinen Blick auf die „Laien“ und fordert sie auf, auch ihrer eigenen Berufung zu folgen: „Ihr Verantwortungsbereich ist nicht die Kanzel und der Altar, sondern, wie das Zweite Vatikanische Konzil betont, ‚die Welt‘, in der die Kirche ihre Sendung zu erfüllen hat.“

„Eine solche Arbeitsteilung“, so der Kardinal, „ermöglicht es dem Priester, die notwendige Zeit für eine gewissenhafte Vorbereitung auf Predigten, Katechesen, pastorale Gespräche sowie für sein eigenes geistliches Leben zu gewinnen, solange die Mitarbeiter klug ausgewählt werden und gegenseitiges Vertrauen herrscht.“

Der Kardinal betont, dass „die Erfahrung zeigt, dass Laien und Priester die Grenzen ihrer Kompetenz nicht überschreiten dürfen“. Die Priester sollten „der Versuchung widerstehen, sich als Bauherren, Vermögensverwalter oder in anderen weltlichen Bereichen einen Namen zu machen“, während die Laien „Kanzel und Altar nicht als ihren ‚Arbeitsplatz‘ betrachten sollten“.

Abschließend äußert er die Hoffnung auf eine echte Komplementarität, die die Rolle des Klerus und der Laien gleichermaßen respektiert und auch heute ihre missionarische Wirkung unter Beweis stellt:

„Je mehr der gottlose Zeitgeist der Kirche ins Gesicht bläst, desto notwendiger wird eine enge Solidarität zwischen Gläubigen und Priestern. Vielleicht werden dann auch die ‚Heiden‘ von heute, wie sie es taten, in bezug auf die Christen sagen: ‚Seht, wie sie einander lieben.'“

„In der Tat“, sagt er, „könnten lebendige Gemeinschaften, wie Inseln im Meer, einen sicheren Hafen für Menschen bieten, die ziellos in den Wellen des Zeitgeistes treiben.“

Möge die Wahrheit der Äußerungen von Kardinal Sarah und Kardinal Brandmüller in der ganzen Welt widerhallen und Bischöfe, Priester und Laien über Kamerun und Deutschland hinaus erreichen. Ihre Stimme ist die Stimme der Nachfolger der Apostel, die zu ihren Herden spricht und jedem das gibt, was ihm gebührt, indem sie die Gerechten stärkt, die Entmutigten ermutigt und die Verlorenen auffordert, ihren Weg wiederzufinden. Möge es mehr solcher Stimmen geben!

Quelle: voice of the family