Archiv für Mittwochs Kolumne

Mittwochskolumne vom 26.01.2022

Synodaler Weg

Bern (novaradio.ch): In unserem Bistum, dem Bistum Basel, und in anderen Bistümern findet momentan der synodale Weg statt. Es ist richtig und gut, dass Menschen sich über die Zukunft der Kirche Gedanken machen. Man muss nicht gegen diesen Prozess sein, da doch auch viele Früchte aus Gesprächen entstehen können. Schlimm ist es aber, wenn wie im Bistum Basel Jesus Christus nicht mehr im Zentrum steht. Jede Diskussion über die Zukunft der Kirche muss sich der Frage stellen, wie Gott ins Zentrum gerückt werden kann. Wie können wir IHM den Weg bahnen. Es wird im Bistum Basel seit Jahren über Konzepte, über Dokumente und andere Papiertiger gesprochen, die in all den Jahren die Entleerung der Kirchen nicht gestoppt haben. Man muss sich der Tatsache stellen, dass auch die bestgemeinten Konzepte völlig blutleer sind, wenn sie nicht mit dem Geist Gottes gefüllt sind. Vieles in unserem Bistum würde sich bessern, wenn vor jeder Konferenz um den Beistand des Heiligen Geist gebetet würde. Als Menschen müssen wir uns im Klaren sein, dass wir ohne Gott wenig ausrichten können. Gott ist der Herr seiner Kirche. Wollen wir seine Kirche mit Leben füllen, müssen wir ihr weiten Raum für Gott geben. Lassen wir Gott auf dem synodalen Weg nicht links liegen!

Mittwochskolumne vom 19.01.2022

Wort Gottes

Bern (novaradio.ch): Diesen Sonntag feiert die Kirche den Sonntag des Wortes Gottes. Papst Franziskus hat diesen Sonntag ins Leben gerufen, um der Heiligen Schrift mehr Bedeutung zu geben. Das Wort Gottes soll dabei nicht die Eucharistie ersetzen, sondern innerhalb der Heiligen Messe verstärkt zur Entfaltung kommen. Das zweite Vatikanum hat zu Recht einen grossen Wert darauf gelegt, dass die normalen Gläubigen sich mit der Heiligen Schrift, dem Wort Gottes, auseinandersetzen sollten. Wir können uns nicht Christen nennen, wenn wir dem Wort Gottes keine Beachtung schenken und es lesen.

Leider ist es so, dass in vielen Pfarreien im Bistum Basel fast jeden Sonntag nur ein Wortgottesdienst stattfindet. Diese Praxis ist nicht das, was der Heilige Vater wünscht und sie widerspricht den Vorgaben des Vatikans. Leider ist es auch nicht so, dass an diesen Gottesdiensten dem Wort Gottes tatsächlich grosse Beachtung geschenkt wird. Meist stellen diese Gottesdienste eine reine Nachahmung der Eucharistiefeier da, wobei der Feier kein Priester vorsteht. Es ist sehr traurig, dass dort, wo tatsächlich kein Priester die Heilige Messe feiern kann, die Gelegenheit nicht genutzt wird, um der Heiligen Schrift mehr Bedeutung zu schenken. Vielleicht würden sich einige Männer für die Priesterberufung entscheiden, wenn das alte und neue Testament wieder mehr gelesen würde. Dann könnten wieder alle Pfarreien des Bistums den Auftrag Jesu erfüllen und die Eucharistie Sonntag für Sonntag feiern. Lassen wir uns daher vom Wort Gottes erfüllen, hören wir auf dieses Wort und schenken wir seiner Kirche neues Leben.

Mittwochskolumne vom 12.01.2022

Die Würde des Laien

Bern (novaradio.ch): Es wird viel darüber diskutiert, weshalb die Priesterweihe nur unverheirateten Männern erlaubt ist. Gerade säkulare Kreise und sich selbst als progressiv bezeichnende Theologen kritisieren, dass Frauen die Priesterweihe nicht offensteht. Dabei wird vergessen, dass das Priestertum vor allem einen Dienst darstellt. Es ist nicht so, dass Männer in der katholischen Kirche einen höheren Wert als Frauen hätten. Frauen und Männer sind beide von Gott geliebte Geschöpfe und gleichberechtigt. Nur hat Jesus speziell Männer berufen, um sie in den Priesterdienst zu stellen. Die Kirche hat keine Vollmacht, dies zu verändern. Wer selber Priester kennt, die sich aufopferungsvoll für die Menschen einsetzen, weiss, dass der Priesterdient kein Privileg, sondern eine Pflicht darstellt. Zu behaupten, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle, ist daher falsch. Auch ist es falsch, die Rolle der Laien runterzuspielen. Als Laien haben wir eine grosse Würde, den Glauben im Alltag zu leben und ihn durch Taten zu bezeugen. Wir müssen nicht neidisch sein gegenüber den Priestern und in Konkurrenz zu ihnen stehen, sondern sollten Priester unterstützen. Nur gemeinsam können Priester und Laien der Kirche neue Impulse geben und ihr neues Leben einhauchen. Macht- und Konkurrenzdenken sind völlig fehl am Platz. Nutzen wir die grosse Würde, die wir in unserer Kirche als Laien haben, Licht und Salz für unsere Gesellschaft zu sein. 

Mittwochskolumne vom 05.01.2022

Die Heiligen drei Könige – was bieten wir dem Herrn als Geschenk an?

Bern (novaradio.ch): Morgen feiern wir die Erscheinung des Herrn, volkstümlich auch Dreikönigsfest genannt. Die drei Weisen aus dem Morgenland brachten ihre Gaben vor dem neugeborenen König der Juden, vor dem neugeborenen König der Welt. 2000 Jahre später müssen wir uns als Christen des 21. Jahrhunderts fragen, was wir dem Herrn als Geschenke anbieten können? Das erste Geschenk ist sicherlich der innige Wunsch, Christus zu sehen und ihn zu empfangen. Die Weisen aus dem Morgenland sind sicherlich Hunderte Kilometer gereist, um Jesus zu sehen. Viele Christen sind dagegen zu träge, um jeden Sonntag in die Messe zu gehen. Auch wenn gerade in unserem Bistum oft wenig Messfeiern stattfinden, so ist es trotzdem für jeden Katholiken möglich, etwas Zeit aufzuopfern, um Jesus im Heiligsten Sakrament des Altares zu begegnen. Die zweite Gabe, die jeder von uns gegen kann, ist das persönliche Gebet. Das Gebet entfaltet die stärkste Kraft der Welt. Wenn auch Gottes Sohn speziell in den Sakramenten erfahrbar ist, so ist er in jedem Herzen jedes Menschen. Gott möchte auch im Alltag bei uns sein, jedes Leid und jede Freude spüren. Mit dem Gebet danken wir Gott und bitten ihn, uns ständig beizustehen. Speziell der Rosenkranz ist ein Gebet, mit welchem wir uns in das Leben Jesu vertiefen können. Durch Maria nähern wir uns so Schritt für Schritt Gott.

Die letzte Gabe ist die tätige Nächstenliebe. Christus können wir in jedem Mitmenschen begegnen. Jede gute Tat ist eine Gabe an Gott. Gott möchte Barmherzigkeit, da er barmherzig ist. Wer seinen Nächsten liebt, bezeugt die Liebe Gottes zu uns Menschen.

Der Besuch der Eucharistie, das Gebet und die Nächstenliebe. Das sind drei Gaben, die wir Jesus schenken können. Ich werde mir dies als Vorsatz für dieses Jahr nehmen. Ihnen wünsche ich Gottes Segen für 2022!

Mittwochskolumne vom 29.12.2021

Wir stehen vor einem neuen Anfang

Bern (novaradio.ch): Am Ende des Jahres bietet sich immer die Gelegenheit, sich der Frage zu stellen, was gut und was schlecht gelaufen ist in den vergangenen zwölf Monaten. Dabei ist die Versuchung gross, entweder alles zu glorifizieren, was man gemacht hat, oder alles schlechtzureden. Als Christen müssen wir zwar hart mit uns ins Gericht gehen, jedoch dürfen wir dabei immer auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen. Wir sind nur schwache Menschen und können nur beschränkt Gottes Willen gänzlich erfüllen. Daher sind wir weder perfekt noch total schlecht. Wichtig ist auch immer wieder den Mut zu fassen, aufzustehen und weiterzugehen, wenn wir gefallen sind. Jesus fiel dreimal unter dem Kreuz, stand jedoch immer wieder auf. Das muss auch uns ein Vorbild sein. Gerade in unserer Kirche sind viele Menschen entmutigt. Es ist von vielen Skandalen die Rede und viele Gläubige fragen sich, wohin die Kirche steuert. Wir müssen darauf hoffen und fest daran glauben, dass es schlussendlich Jesus selbst ist, der seine Kirche steuert und zum Heil führt. Was wir aber auf keinen Fall tun dürfen, ist entmutigt zu sein oder Angst zu haben, unseren Glauben zu bekennen und uns für seine Kirche einzusetzen. Ich wünsche Ihnen allen und auch mir diesen Mut für das kommende Jahr. Wir stehen vor einem neuen Anfang und dürfen nicht zu einer Salzsäule erstarren, wenn wir die Vergangenheit betrachten. Gottes Reich liegt vor uns. Einen guten Rutsch ins Neue Jahr!